Bergland
Verfasst: Mo 10. Aug 2026, 13:23
Den bislang einzigen Beitrag zum Weingut habe ich im Thema "Weststeiermark" gefunden, daher wird es vielleicht Zeit für das Bergland als Thema.
Weingut Georgium – Ovis Spätfüllung 2014
100 % Chardonnay · 13 % vol. · Längsee/Kärnten · biodynamisch
Seine Burgunder-Cuvée hatte mir bereits einmal ausgesprochen gut gefallen. Gestern, trotz der sommerlichen Hitze, nach längerer Zeit wieder ein Wein vom biodynamischen Weingut Georgium von Marcus Gruze am Längsee in Kärnten – und was für einer!
Farblich zeigte der Wein sich in einem ungewöhnlichen Rotbraun-Orange mit feiner Trübung, optisch fast wie ein gereifter Grauburgunder mit längerer Maischestandzeit. Der Wein besteht zu 100 % aus Chardonnay, hatte längeren Maischekontakt und reifte offenbar zwischen 12 und 48 Monaten im großen Eichenholz. Genauere Angaben waren nicht in Erfahrung zu bringen; vermutlich handelt es sich um eine äußerst limitierte Abfüllung. Die Flasche trägt die Nummer 371-2.
Zunächst zeigt sich der Wein verschlossen und etwas sperrig. Erst nach mehreren Stunden Belüftung in der Karaffe beginnt er sich regelrecht zu öffnen. Auch temperaturmäßig sollte man ihm etwas Raum geben – kalt wirkt er deutlich weniger zugänglich.Ich fand ihn bei ca. 16 Grad ideal.
Dann aber ein ausgesprochen lebendiger, komplexer und vielschichtiger Wein, der sich ständig weiterentwickelt. Zunächst Noten von Gebäck, Waldhonig, Nelke und Vanille, später kommen Karamell und Rauch hinzu, dazu süße Mandeln. Überraschend tauchen immer wieder erdbeerige Anklänge auf – beinahe wie beim Pinot. Darauf folgen eine leichte Buttrigkeit sowie Bitter- und Navelorangen. Saftig, vielschichtig und mit bemerkenswerter aromatischer Tiefe.
Dabei zieht sich eine zitrische Schärfe wie ein roter Faden durch den Wein. Für den ungeübten Naturweintrinker mag sie zunächst etwas fordernd wirken, doch gerade in Verbindung mit der vorhandenen Fruchtsüße ergibt sich daraus eine ausgesprochen stimmige Spannung. Der Wein wirkt dadurch nie breit oder behäbig, sondern bleibt lebendig und energetisch.
Am Gaumen mittlerer, dichter Körper, sehr saftig. Im langen, fast endlosen Abgang schließlich eine feine Bitternote, die den Wein nochmals fokussiert und für zusätzlichen Zug sorgt.
Großes Kino!
Leider nicht mehr erhältlich. Ob die derzeit ab Hof verfügbare NV-Version Chardonnay „M“ auf ähnlich hohem Niveau spielt, muss von mir noch getestet werden.
Nachkauf: 3 von 3, Gesamt 23 von 25
Weingut Georgium – Ovis Spätfüllung 2014
100 % Chardonnay · 13 % vol. · Längsee/Kärnten · biodynamisch
Seine Burgunder-Cuvée hatte mir bereits einmal ausgesprochen gut gefallen. Gestern, trotz der sommerlichen Hitze, nach längerer Zeit wieder ein Wein vom biodynamischen Weingut Georgium von Marcus Gruze am Längsee in Kärnten – und was für einer!
Farblich zeigte der Wein sich in einem ungewöhnlichen Rotbraun-Orange mit feiner Trübung, optisch fast wie ein gereifter Grauburgunder mit längerer Maischestandzeit. Der Wein besteht zu 100 % aus Chardonnay, hatte längeren Maischekontakt und reifte offenbar zwischen 12 und 48 Monaten im großen Eichenholz. Genauere Angaben waren nicht in Erfahrung zu bringen; vermutlich handelt es sich um eine äußerst limitierte Abfüllung. Die Flasche trägt die Nummer 371-2.
Zunächst zeigt sich der Wein verschlossen und etwas sperrig. Erst nach mehreren Stunden Belüftung in der Karaffe beginnt er sich regelrecht zu öffnen. Auch temperaturmäßig sollte man ihm etwas Raum geben – kalt wirkt er deutlich weniger zugänglich.Ich fand ihn bei ca. 16 Grad ideal.
Dann aber ein ausgesprochen lebendiger, komplexer und vielschichtiger Wein, der sich ständig weiterentwickelt. Zunächst Noten von Gebäck, Waldhonig, Nelke und Vanille, später kommen Karamell und Rauch hinzu, dazu süße Mandeln. Überraschend tauchen immer wieder erdbeerige Anklänge auf – beinahe wie beim Pinot. Darauf folgen eine leichte Buttrigkeit sowie Bitter- und Navelorangen. Saftig, vielschichtig und mit bemerkenswerter aromatischer Tiefe.
Dabei zieht sich eine zitrische Schärfe wie ein roter Faden durch den Wein. Für den ungeübten Naturweintrinker mag sie zunächst etwas fordernd wirken, doch gerade in Verbindung mit der vorhandenen Fruchtsüße ergibt sich daraus eine ausgesprochen stimmige Spannung. Der Wein wirkt dadurch nie breit oder behäbig, sondern bleibt lebendig und energetisch.
Am Gaumen mittlerer, dichter Körper, sehr saftig. Im langen, fast endlosen Abgang schließlich eine feine Bitternote, die den Wein nochmals fokussiert und für zusätzlichen Zug sorgt.
Großes Kino!
Leider nicht mehr erhältlich. Ob die derzeit ab Hof verfügbare NV-Version Chardonnay „M“ auf ähnlich hohem Niveau spielt, muss von mir noch getestet werden.
Nachkauf: 3 von 3, Gesamt 23 von 25