Etiketten-Trinken in der Weinblume
Verfasst: Do 22. Nov 2012, 18:15
In der Weinblume in Ettlingen gabe es am Di einen netten Etiketten-Abend, von dem ich noch eine Weile zehren werde.
In 2er Flights musste sich Bdx gegen andere Gebiete behaupten. Ob das immer gelang, da gingen die Meinungen naturgemäß auseinander.An solch einem Abend genießt man ausgiebig und schreibt wenig.
Die ersten beiden Flights zum Eintrinken
Fombrauge 2009, St. Emilion. Erst vor 4 Wochen in der Probe gehabt, da mochte ich ihn nicht, weil nicht mein Stil und noch unfertig. Wirkt überraschend harmonischer, frische dunkle Früchte, feine Würze. Am Gaumen schöne Fruchtsüße, gute Länge 17nP.
Kommt wohl deshalb so gut weg, weil Canon-La-Gaffeliere 2009, St. Emilion – schon gar nicht mein Stil!- dazu ein unharmonischer uncharmanter Brocken ist. Wirkt unreif in der Frucht und endet bitter. Wird sehr lange Zeit brauchen. Derzeit 16nP
Monbousquet 1998, St. Emilion Normal auch nicht meine Welt. Dieser Jahrgang bildet aber eine Ausnahme. Schon oft im Probenglas, da ein Lieblingswein des Händlers. Schwankt in der Qualität. Der Wein ist reif und auf dem Punkt, sollte jetzt aber allmählich ausgetrunken werden. Etwas schwächere Flasche. Nase mit vielen bedenklichen Reifetönen, am Gaumen dann aber stabil und konzentriert mit einer außergewöhnlichen Komplexität im langen und süßen Abgang. Verführerischer Schmelz. Milchkaffee, Schokolade, Würze und Fruchtsüße im Wechselspiel. 18 nP. Wertungen bis 95 Punkten
Sanctus 2003, St. Emilion Hatte keine Chance. Keine Notizen, ein nichtssagendes harmloses Weinchen für dieses Feld. Kaum Kommentare von den Mittrinkern, ein schlechtes Zeichen.
3. Flight
Pichon Baron 2000, Pauillac Wirft als erster den Fehdehandschuh: umwerfende expressive Nase nach Cassis, Leder, Lakritz, Zedernholz. Auch am Gaumen diese Aromatik, sehr gut balanciert und strukturiert, langer Abgang 18,5+ nP. Wertungen bei 95..96 Punkten.
Guigal, La Landonne 2001, Cote-Rotie nahm die Herausforderung an: sehr feine süße hellbeerige Nase, auch animalische Noten. Trotz der Jugend schon ein Nasenwein. Am Gaumen feinste Süße, feinstes Tannin, etwas säurebetont, was mancher Mittrinker kritisierte. Sehr langer Abgang. 19+ nP Wertungen 95..96 Punkten.
Uneinheitliche Meinung, wer nun vorne liegt. Der verspielte Baron, der wie ein Chamäleon immer wieder neue Facetten zeigt, was natürlich genau das ist, was der Bdx-Liebhaber schätzt, oder die erhabene monolitische Erscheinung des Guigal. Einigkeit, was das Niveau der beiden Weine betrifft. Beim Potential traut man naturgemäß dem Guigal etwas mehr zu
4. Flight
Als nächstes stieg Mouton Rothschild 2000, Pauillac für Bdx in den Ring. „Nasenmonster“ tönte es aus der Runde. Erhabene Feinheit und Dichte in der komplexen Nase und am Gaumen. Asketischer, schlanker, als der Baron, leider merklich kürzer im Abgang. Sehr subtil und unspektakulär. Wehe wenn er losgelassen. Derzeit nicht mehr als 18 nP. Wertungen bis 95 Punkte.
Leichtes Spiel für Guigal, La Turque 2003, Cote-Rotie? Jein. Ok, der Wein haut einen um, aber was ist das für ein Stil? „Flüssige Trauben-Nuss-Schokolade“ meinte jemand und brachte es auf den Punkt. „Mit mon-cherie“ könnte man noch anfügen. Unglaublich süße Nase nach Rosinen, Trockenfrüchten, am Gaumen ebenfalls sehr süß und wieder diese Rosinen. Ewig lang und immer noch diese Süße. Aber keinesfalls plump oder kitschig. Feinste Tanninstruktur inklusive. Blind wäre man beim Verorten ziemlich hilflos. Weil man weiß, dass es ein LaLa ist, muss es einmal ganz groß werden
Keine Wertung meinerseits, andere gaben bis 98 Punkte.
5. Flight
Klare Sache für die Rhone. Latour 1996, Pauillac hatte keine Chance. Vor 2 Jahren zuletzt im Glas, da war er wie vernagelt. Auch heuer anfangs nur grün, Holz und Würze in der Nase. Fing sich im Laufe des Abends, um nicht kampflos aufgeben zu müssen. Natürlich perfekter Cabernet-Stil, für ein großes Jahr wie 96er aber erstaunlich ‚leicht’. 18 nP
Schlicht perfekt präsentierte sich Guigal, La Moulin 1995, Cote-Rotie Ich habe nur 20nP notiert und genossen. Nörgler gaben ‚nur’ 98 Punkte. Ok, der ist noch nicht so ganz ausgereift wie der grandiose 1983er, aber lieber führe ich mein Punktesystem ad absurdum als einen Jota von der Wertung abzuweichen
6. Flight
Kontrapunkt. Jetzt betraten die reifen filigranen Florettfechter die Bühne.
Gaja Barbaresco Sori Tildin 1989, Langhe und Ch. Margaux 1989, Margaux
Während einige Bdx geprägte Mittrinker mit dem Stil des Gaja nicht ganz so viel anfangen konnten, habe ich mich in Ruhe darauf eingelassen. Ging mir früher ehrlich gesagt genauso. Mittlerweile mag ich diesen Stil. Feinster Tabak in der vielschichtigen Nase, dunkle Früchte, Trockenblumen, leider auch schon ein Hauch Liebstöckl. Störte aber nicht weiter. Am Gaumen fragil aber sehr mit stabilem süßen Kern. Schlank und druckvoll bis zum langen süßen und komplexen Finale. Großer Wein
19 nP. Wertungen bis 98 Punkte von denen, die es zu schätzen wussten.
Der Margaux ebenfalls sehr fein aber nicht so süß und seidig, eher feinkörnig und mineralisch. Selbstredend sehr komplex in der Nase und am Gaumen. Mit einem Glas davon könnte ich allein einen spannenden ganzen Abend verbringen. Ebenfalls 19nP.
7. Flight
Zwei 82er Bdx unter sich. Vom Niveau ging es jetzt etwas zurück. Das lag zum einem am Duhart-Milon 1982, der zwar mit Power aber etwas plump daherkam (Nase nach süßer fast überreifer Frucht, Bratensaft, am Gaumen ebenfalls etwas plump, wenig Struktur, 17 nP), sowie daran, dass Ducru-Beaucaillou 1982 einen leichten Kork hatte
. Am Gaumen traumhaft komplex und strukturiert, leider schlägt dann der Kork im Abgang wieder zu, macht ihn kurz und hart.
8. Flight
Intermezzo von zwei Altweinen. Montrose 1934 Erstaunlich intakte Farbe, wenig Nase nach Kräutern Zedernholz, Zigarrenkiste, kaum Frucht aber schon noch etwas süß. Tannine weitgehend abgebaut, etwas säurebetont, im Abgang etwas muffig, sonst Kräuter und Zedernholz. Altweinkenner gaben bis 92 Punkte, ich habe mich mit einer Wertung zurückgehalten, was nicht bedeutet, dass ich die Tropfen nicht geschätzt habe. Auch bei Gruaud Larose 1921 kam ich auf meine Kosten. Bernsteinfarben mit braunem Kern, in der Nase intensiv Kokos und Kräuter. Am Gaumen Säure und Kokos, im etwas saurem Abgang was wohl? Kokos und Kräuter. Wurde etwas schwächer bewertet aber auch dieser lässt sich noch einwandfrei und (für mich) mit Genuss trinken.
9. Flight
Gruaud Larose 2000 zeigt sich für mich immer in einer anderen Art von noch zu jugendlich und ‘unfertig’. Manchmal mehr, manchmal weniger charamant. Diesmal wieder weniger 17,5+ nP
Canon-La-Gaffeliere 2000 Konnte mit diesem Gut und auch diesem Jahrgang noch nie viel anfangen. Welch Überraschung:zwar dicht bepackt und konzentriert aber mittlerweile antrinkbar. Mein alter Bdx-Freund konnte nicht nachvollziehen, dass ich eingeknickt bin. Für ihn ging er gar nicht.
10. Flight
Lafite Rothschild 1996 Musste nach dem ersten Schnuppern noch mal auf die Flasche schauen, ob da nicht doch Sociando Mallet draufsteht. Konnte auch nicht viel mehr bieten als ein guter Sociando. Für einen sehr guten Sociando war die Paprika zu grün
. Wenn ich nicht wüsste, dass der Wein vom Händler aus seiner Sub stammte, hätte ich auf eine Kopie getippt. 17 nP
Chaputier, Le Pavillion 1995, Ermitage
Überkonzentriertes Monster, ging gar nicht. Schon die Nase eine Qual. Mit dem Wein am Gaumen lernt man wieder beten, nämlich dass dieser Moment hoffentlich ganz schnell vorbeigeht. Was mache ich mit dem restlichen Wein im Glas?
11. Flight
Endlich wieder richtiger Wein
mit Rauzan Segla 1989 und Cos d’Estournel 1986
Ihr merkt, die Notizen werden kürzer, der Verkoster immer voller
Beide wunderbar gereifte Exemplare auf ihre Art. Cos sehe ich leicht vorne 17,5 nP zu 18 nP
12. Flight
Sassicaia 1988, Toskana Eigentlich kein Bdx-Kombattant. Eher das Nummerngirl, das kurz aufreizt, man aber gleich wieder vergisst, wenn es in die nächste Runde geht. Schöner CS, hier stört nichts, ist aber auch nicht aufregend 17 nP
Mangels weiterer Bdx stieg ein Penfolds Grange 1991 in den Ring. Der rüttelt noch mal auf
Ganz eigene Aromatik, Früchtecocktail, Eukalyptus, Zigarre, Schokolade, Würze. Frisch und rassig. Mittlerer Körper, rassige feine Säure, feines Tannin. So komplex im langen Nachhall wie in der Nase. Ungemein trinkanimierend, obwohl ich langsam genug habe 18,5nP
13. Flight
Kann man nach solch einem Marathon mit angeknocktem Gaumen jetzt noch einen Burgunder genießen? Ja, wenn es ein Leroy ‚Les Vignots’ Pommard1996 ist. Eine komplexe Nase zum Reinknien, zum großen Burgunder fehlt aber dann doch noch etwas Tiefe. Am Gaumen perfekt balanciert und sogar mit passablem Druck, mittellanger Abgang. Ok, wird doch schwer zu bewerten. Den hätte ich gerne eingangs gehabt.
Mit dem abschließenden Dom. Janasse ‚Vieilles Vignes’ 2007 kann man es kurz machen. Aroma wie ein Gemüsesaft, überkonzentriertes Monster. Kann Chapoutier die Hand geben.
In 2er Flights musste sich Bdx gegen andere Gebiete behaupten. Ob das immer gelang, da gingen die Meinungen naturgemäß auseinander.An solch einem Abend genießt man ausgiebig und schreibt wenig.
Die ersten beiden Flights zum Eintrinken
Fombrauge 2009, St. Emilion. Erst vor 4 Wochen in der Probe gehabt, da mochte ich ihn nicht, weil nicht mein Stil und noch unfertig. Wirkt überraschend harmonischer, frische dunkle Früchte, feine Würze. Am Gaumen schöne Fruchtsüße, gute Länge 17nP.
Kommt wohl deshalb so gut weg, weil Canon-La-Gaffeliere 2009, St. Emilion – schon gar nicht mein Stil!- dazu ein unharmonischer uncharmanter Brocken ist. Wirkt unreif in der Frucht und endet bitter. Wird sehr lange Zeit brauchen. Derzeit 16nP
Monbousquet 1998, St. Emilion Normal auch nicht meine Welt. Dieser Jahrgang bildet aber eine Ausnahme. Schon oft im Probenglas, da ein Lieblingswein des Händlers. Schwankt in der Qualität. Der Wein ist reif und auf dem Punkt, sollte jetzt aber allmählich ausgetrunken werden. Etwas schwächere Flasche. Nase mit vielen bedenklichen Reifetönen, am Gaumen dann aber stabil und konzentriert mit einer außergewöhnlichen Komplexität im langen und süßen Abgang. Verführerischer Schmelz. Milchkaffee, Schokolade, Würze und Fruchtsüße im Wechselspiel. 18 nP. Wertungen bis 95 Punkten
Sanctus 2003, St. Emilion Hatte keine Chance. Keine Notizen, ein nichtssagendes harmloses Weinchen für dieses Feld. Kaum Kommentare von den Mittrinkern, ein schlechtes Zeichen.
3. Flight
Pichon Baron 2000, Pauillac Wirft als erster den Fehdehandschuh: umwerfende expressive Nase nach Cassis, Leder, Lakritz, Zedernholz. Auch am Gaumen diese Aromatik, sehr gut balanciert und strukturiert, langer Abgang 18,5+ nP. Wertungen bei 95..96 Punkten.
Guigal, La Landonne 2001, Cote-Rotie nahm die Herausforderung an: sehr feine süße hellbeerige Nase, auch animalische Noten. Trotz der Jugend schon ein Nasenwein. Am Gaumen feinste Süße, feinstes Tannin, etwas säurebetont, was mancher Mittrinker kritisierte. Sehr langer Abgang. 19+ nP Wertungen 95..96 Punkten.
Uneinheitliche Meinung, wer nun vorne liegt. Der verspielte Baron, der wie ein Chamäleon immer wieder neue Facetten zeigt, was natürlich genau das ist, was der Bdx-Liebhaber schätzt, oder die erhabene monolitische Erscheinung des Guigal. Einigkeit, was das Niveau der beiden Weine betrifft. Beim Potential traut man naturgemäß dem Guigal etwas mehr zu
4. Flight
Als nächstes stieg Mouton Rothschild 2000, Pauillac für Bdx in den Ring. „Nasenmonster“ tönte es aus der Runde. Erhabene Feinheit und Dichte in der komplexen Nase und am Gaumen. Asketischer, schlanker, als der Baron, leider merklich kürzer im Abgang. Sehr subtil und unspektakulär. Wehe wenn er losgelassen. Derzeit nicht mehr als 18 nP. Wertungen bis 95 Punkte.
Leichtes Spiel für Guigal, La Turque 2003, Cote-Rotie? Jein. Ok, der Wein haut einen um, aber was ist das für ein Stil? „Flüssige Trauben-Nuss-Schokolade“ meinte jemand und brachte es auf den Punkt. „Mit mon-cherie“ könnte man noch anfügen. Unglaublich süße Nase nach Rosinen, Trockenfrüchten, am Gaumen ebenfalls sehr süß und wieder diese Rosinen. Ewig lang und immer noch diese Süße. Aber keinesfalls plump oder kitschig. Feinste Tanninstruktur inklusive. Blind wäre man beim Verorten ziemlich hilflos. Weil man weiß, dass es ein LaLa ist, muss es einmal ganz groß werden
5. Flight
Klare Sache für die Rhone. Latour 1996, Pauillac hatte keine Chance. Vor 2 Jahren zuletzt im Glas, da war er wie vernagelt. Auch heuer anfangs nur grün, Holz und Würze in der Nase. Fing sich im Laufe des Abends, um nicht kampflos aufgeben zu müssen. Natürlich perfekter Cabernet-Stil, für ein großes Jahr wie 96er aber erstaunlich ‚leicht’. 18 nP
Schlicht perfekt präsentierte sich Guigal, La Moulin 1995, Cote-Rotie Ich habe nur 20nP notiert und genossen. Nörgler gaben ‚nur’ 98 Punkte. Ok, der ist noch nicht so ganz ausgereift wie der grandiose 1983er, aber lieber führe ich mein Punktesystem ad absurdum als einen Jota von der Wertung abzuweichen
6. Flight
Kontrapunkt. Jetzt betraten die reifen filigranen Florettfechter die Bühne.
Gaja Barbaresco Sori Tildin 1989, Langhe und Ch. Margaux 1989, Margaux
Während einige Bdx geprägte Mittrinker mit dem Stil des Gaja nicht ganz so viel anfangen konnten, habe ich mich in Ruhe darauf eingelassen. Ging mir früher ehrlich gesagt genauso. Mittlerweile mag ich diesen Stil. Feinster Tabak in der vielschichtigen Nase, dunkle Früchte, Trockenblumen, leider auch schon ein Hauch Liebstöckl. Störte aber nicht weiter. Am Gaumen fragil aber sehr mit stabilem süßen Kern. Schlank und druckvoll bis zum langen süßen und komplexen Finale. Großer Wein
Der Margaux ebenfalls sehr fein aber nicht so süß und seidig, eher feinkörnig und mineralisch. Selbstredend sehr komplex in der Nase und am Gaumen. Mit einem Glas davon könnte ich allein einen spannenden ganzen Abend verbringen. Ebenfalls 19nP.
7. Flight
Zwei 82er Bdx unter sich. Vom Niveau ging es jetzt etwas zurück. Das lag zum einem am Duhart-Milon 1982, der zwar mit Power aber etwas plump daherkam (Nase nach süßer fast überreifer Frucht, Bratensaft, am Gaumen ebenfalls etwas plump, wenig Struktur, 17 nP), sowie daran, dass Ducru-Beaucaillou 1982 einen leichten Kork hatte
8. Flight
Intermezzo von zwei Altweinen. Montrose 1934 Erstaunlich intakte Farbe, wenig Nase nach Kräutern Zedernholz, Zigarrenkiste, kaum Frucht aber schon noch etwas süß. Tannine weitgehend abgebaut, etwas säurebetont, im Abgang etwas muffig, sonst Kräuter und Zedernholz. Altweinkenner gaben bis 92 Punkte, ich habe mich mit einer Wertung zurückgehalten, was nicht bedeutet, dass ich die Tropfen nicht geschätzt habe. Auch bei Gruaud Larose 1921 kam ich auf meine Kosten. Bernsteinfarben mit braunem Kern, in der Nase intensiv Kokos und Kräuter. Am Gaumen Säure und Kokos, im etwas saurem Abgang was wohl? Kokos und Kräuter. Wurde etwas schwächer bewertet aber auch dieser lässt sich noch einwandfrei und (für mich) mit Genuss trinken.
9. Flight
Gruaud Larose 2000 zeigt sich für mich immer in einer anderen Art von noch zu jugendlich und ‘unfertig’. Manchmal mehr, manchmal weniger charamant. Diesmal wieder weniger 17,5+ nP
Canon-La-Gaffeliere 2000 Konnte mit diesem Gut und auch diesem Jahrgang noch nie viel anfangen. Welch Überraschung:zwar dicht bepackt und konzentriert aber mittlerweile antrinkbar. Mein alter Bdx-Freund konnte nicht nachvollziehen, dass ich eingeknickt bin. Für ihn ging er gar nicht.
10. Flight
Lafite Rothschild 1996 Musste nach dem ersten Schnuppern noch mal auf die Flasche schauen, ob da nicht doch Sociando Mallet draufsteht. Konnte auch nicht viel mehr bieten als ein guter Sociando. Für einen sehr guten Sociando war die Paprika zu grün
Chaputier, Le Pavillion 1995, Ermitage
Überkonzentriertes Monster, ging gar nicht. Schon die Nase eine Qual. Mit dem Wein am Gaumen lernt man wieder beten, nämlich dass dieser Moment hoffentlich ganz schnell vorbeigeht. Was mache ich mit dem restlichen Wein im Glas?
11. Flight
Endlich wieder richtiger Wein
Ihr merkt, die Notizen werden kürzer, der Verkoster immer voller
12. Flight
Sassicaia 1988, Toskana Eigentlich kein Bdx-Kombattant. Eher das Nummerngirl, das kurz aufreizt, man aber gleich wieder vergisst, wenn es in die nächste Runde geht. Schöner CS, hier stört nichts, ist aber auch nicht aufregend 17 nP
Mangels weiterer Bdx stieg ein Penfolds Grange 1991 in den Ring. Der rüttelt noch mal auf
13. Flight
Kann man nach solch einem Marathon mit angeknocktem Gaumen jetzt noch einen Burgunder genießen? Ja, wenn es ein Leroy ‚Les Vignots’ Pommard1996 ist. Eine komplexe Nase zum Reinknien, zum großen Burgunder fehlt aber dann doch noch etwas Tiefe. Am Gaumen perfekt balanciert und sogar mit passablem Druck, mittellanger Abgang. Ok, wird doch schwer zu bewerten. Den hätte ich gerne eingangs gehabt.
Mit dem abschließenden Dom. Janasse ‚Vieilles Vignes’ 2007 kann man es kurz machen. Aroma wie ein Gemüsesaft, überkonzentriertes Monster. Kann Chapoutier die Hand geben.