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Re: Tschechien
Verfasst: Di 17. Okt 2023, 17:20
von EThC
...krasser Schaum aus Südmähren:

Re: Tschechien
Verfasst: Mi 20. Mär 2024, 20:22
von EThC
...schräger wie eigenwilliger Naturwein < 10 Euronen (wenn man ihn vor Ort kauft...):

Re: Tschechien
Verfasst: Mo 1. Apr 2024, 21:59
von EThC
...braucht wohl noch etwas, fand ich aber auch jetzt schon recht schön (was nicht jeder am Tisch so sah):

Re: Tschechien
Verfasst: Do 20. Mär 2025, 19:24
von Gaston
Im Gegensatz zu Erich bin ich eher im "Mainstream" unterwegs, wobei ich das Weingut Dobrá vinice in der Vergangenheit schätzte, allerding bevor sie auf die "Naturschiene" übergingen, dann wars nix mehr für mich.
Auf den folgenden Wein hat mich ein Bekannter aufmerksam gemacht, und um es vorwegzunehmen, ich finde ihn durchaus bemerkenswert. Das Weingut selbst würde ich zum "gehobenen Mainstream" zählen, also klassische Rebsorten in "klassischer" Vinifizierung, Einzelheiten kenne ich aber nicht. Wir befinden uns im Anbaugebiet Znaim (Znojemská vinařská podoblast), wo vornehmlich Grüner Veltliner, Sauvignon blanc und Riesling zu Hause sind.
Nun aber zum konkreten Wein:
Piálek & Jäger, 2019 Chardonnay GR No.14
GR steht für Grand Reserva, wofür die No. 14 steht, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Im Glas ein glänzend goldener Saft. Relativ zurückhaltende, aber sehr elegante, zarte und relativ vielschichtige Nase mit gelber Frucht (Birne, Zitronenschale), leisen würzigen und auch kräterigen Elementen, alles sehr fein und nahezu schüchtern, aber äusserst einnehmend. Am Gaumen ganz ähnliche Eindrücke, subtile feine Frucht, gewisse Würzigkeit, nur ganz dezent holzig-vanillige Aromen, alles fein verwoben und federleicht wirkend, der Wein scheint fast zu schweben. Gänzlich trocken (0,2g RZ) mit ausreichend Säure für einen vitalen Frische-Eindruck. Insgesamt sehr harmonisch mit einer guten Länge. Sehr schöner Chardonnay.
Interessehalber hier die Beschreibung aus dem E-Shop des Weinguts (Überetzung deepL):
Die wahre Spitze unserer Produktion. Ein erstaunlicher Chardonnay, in dem sich die Zeit im Weinberg und die Reifung widerspiegeln. Der Wein wird vergoren und reift 24 Monate lang in 500-l-Eichenfässern, wo er seine Fülle und Tiefe erhält. Die Farbe ist tiefgelb mit goldenen Reflexen, die reife Nase hat würzige und vanillige Noten mit einem Hauch von getrockneten Orangen. Der Geschmack ist ein wahrer Genuss, vollmundig, würzig und sehr lang. Reif mit Noten von getrockneten und kandierten Früchten und würzigen Untertönen. Ein wirklich großer Wein im burgundischen Stil.
Das mit dem burgundischen Stil find ich gar nicht falsch, erinnert durchaus an einen guten Basis-Burgunder aus besserem Hause, nicht weit entfernt von einem unlängst getrunkenen Hautes Cotes de Beaune von Colin-Morey.
Preislich sind wir hier bei umgerechnet 24 Euro ab Hof; das ist ambitioniert, aber meiner Meinung nach nicht unangemessen.
Re: Tschechien
Verfasst: Do 1. Mai 2025, 21:05
von EThC
...ich denke, preisleistungskrachermäßig ist dies in diesem Jahr mein aktuelles Highlight:

Re: Tschechien
Verfasst: Fr 15. Aug 2025, 18:29
von EThC
...forderndes Wetter erfordert fordernden Schaum:

Re: Tschechien
Verfasst: So 23. Nov 2025, 19:58
von EThC
...wieder mal mährische Amphore:
2017er Vlassky Ryzlink – Qvevri Georgia – Naturel Orange – Premium – Moravské zemské víno, Dobrá Vinice, Morava

Re: Tschechien
Verfasst: Mi 11. Feb 2026, 20:53
von Gaston
Wein sollte man in tschechischen Supermärkten grundsätzlich nicht kaufen. In den Regalen dominiert
billige Massenware von grossen Weinfabriken, für den tschechischen Normalkonsumenten ist der Preis das entscheidende Kriterium,
dementsprechend kann man keine grosse Qualität erwarten.
Einer dieser Grossproduzenten ist Chateau Valtice, mit ca. 600 Hektar Fläche und jährlich ca. 4 Millionen abgefüllten Flaschen einer der grössten mährischen Produzenten. Ein Bekannter wies mich vor einiger Zeit aber auf einen angeblichen "sehr guten" Wein dieses Produzenten hin, und so bin ich irgendwann vor Weihnachten in den örtlichen Kaufland gestiefelt und erwarb 2 Flaschen dieses Weines:
2022 Rulandské modré, pozdní sběr, Chateau Valtice
13% vol., 0,4 g RZ; 5,4 g Säure. Lage: Ořechová hora. Rulandské modré = Blauer Ruländer, und also Spätburgunder. "Pozdní sběr" = Spätlese. Klassische hellere Farbe. Eher unauffällige Nase mit ein wenig Kirsche und Würze. Am Gaumen klar als Spätburgunder erkennbar, Kirsche und etwas Erdbeere, leichte Würze, mineralische Anklänge, gute Säure, trockener Charakter mit einem Hauch (angenehmer) Fruchtsüsse, überzeugende Struktur, gute Balance aus Frucht, Würze und Säure, rebsortentypische Aromatik, leichter bis mittlerer Körper, im Nachgang nochmal schöne Würze und Mineralität.
Das ist richtig gut gemachter Spätburgunder, den ich mit einigem Vergnügen getrunken habe. Viel viel vergnüglicher als beispielsweise der Spätburgunder von Josef Walter, mit dem ich ja so einige Schwierigkeiten hatte. Hier ist wirklich nichts rustikal, sondern wirklich eine (im Rahmen der Preisklasse) klassische Spätburgunder-Feinheit. Besondere Tiefe und Komplexität hat der Wein nicht, aber für rund 8 Euro ein absolut überzeugender Alltags-Pinot. Gut und gerne 88 Punkte.
Wer also mal in die Verlegenheit kommen sollte, in einem tschechischen Supermarkt Wein zu kaufen, dem rate ich zu einem der "teureren" (8-12Euro) Weine dieses Produzenten, offenbar versteht man dort bei den höheren Reihen eine ansprechende Qualität auf die Flasche zu bringen. Dies ist jedoch nur eine Vermutung auf der Grundlage dieser Erfahrung, ob das für andere Weine dieses Produzenten auch gilt, weiss ich nicht.