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Re: Bordeaux 2023

Verfasst: Sa 23. Mai 2026, 16:02
von Ingo
Jochen, Leoville Barton und Carmes Haut Brion waren die beiden anderen Probanden.
Der LeoB war „dünner“, hatte weniger Fleisch am Knochen als der LynchB. Für mich waren beide unbewertbar (zu jung) und haben in mir nichts bewegt. Den Barton fand ich regelrecht blass.
Auf einer ganz andren Ebene enttäuschte der CHB: ich mag die Rebsortenzusammensetzung einfach nicht, der Wein ist mir zu gemüsig, kein Fehlton, aber eine ganz andere Stilistik als die, die ich von Bdx kenne und erleben möchte. Der „Fehler“ liegt natürlich bei mir, weil ein Großteil der Weinkenner Hosianna ruft. Ich verstehe den Wein einfach nicht, was aber auch gut so ist. Zu jung war er mir übrigens auch.
Mein letzter Versuch startet in Kürze, wenn ich meinen Lieblingswein, Baron, öffne.
Wenn das mit dem bei mir auch nichts wird, liegt es vielleicht doch am Jahrgang und nicht nur an mir?

Re: Bordeaux 2023

Verfasst: Sa 23. Mai 2026, 16:16
von Jochen R.
Danke Ingo,
mich hat der Leo Barton auch nicht vom Hocker gerissen und was du zum LCHB schreibst (23 hatte ich nicht im Glas!) kann ich komplett nachvollziehen (diejenigen die den Wein zum ersten Mal trinken dann vielleicht auch mal irgendwann :mrgreen: ).

Bitte berichte zum Baron!

Viele Grüße,
Jochen

Re: Bordeaux 2023

Verfasst: Sa 23. Mai 2026, 19:22
von pessac-léognan
Gestern und heute im Glas

Château Kirwan Margaux GCC 2023 (13% ABV)
65% CS / 23% M / 6% PV / 5% CF / 1% Carmenère
Der dunkle pupurgranatene Wein hat am ersten Tag durch seine Frische überzeugt. Blumige Margaux-Nase mit Damaszener Rose, Pfingstrose und Veilchen. Auch am Gaumen dominieren diese Blumen anfänglich stark, bevor dann doch auch (rote) Frucht zum Vorschein kommt: Granatapfelsaft und rote Johannisbeeren, nach einer Weile auch (nicht ganz reife) Brombeere. Am hinteren Gaumen eine Spur Arvenharz auf Schwarzbrot. Sehr frisch und mit feinkörnigen Tanninen. Gestern hätte ich so 92 Punkte gezückt, heute dann aber hat sich der Wein in einen ziemlichen Säurepanzer zurück gezogen und steht an Trinkfreude einiges hinter dem gestrigen Eindruck zurück. Positiv bleibt: der kaum merkbare Alkohol.

Von den bisherigen 23ern hat mich einzig Batailley restlos überzeugt, Jean Faure war vielversprechend, PGA kann wohl nicht mit hervorragenden Jahrgängen wie 2010 mithalten, Kirwan muss man nach einer (wahrscheinlichen) Verschlussphase wohl neu verkosten, um sich ein Urteil zu bilden.
Pontet-Canet, Montrose, HBL und La Conseillante habe ich noch nicht getestet (und bin nach Kirwan heute nicht sicher, ob ich sie jung überhaupt öffnen sollte), Clos du Clocher, BSB und Durfort-Vivens habe ich noch nicht geliefert bekommen.