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Re: Minervois - ketzerisches Land, ketzerische Weine?

Verfasst: Fr 14. Mär 2025, 11:36
von Dilbert
Hallo Stefane,

wenn Dir dieser Stil gefällt, dann probiere mal die Weine von Jean-Baptiste Senat aus dem Minervois.
Das geht auch sehr richtig Naturwein, sehr trinkig (glou glou im besten Sinne), aber trotzdem mit Anspruch.
La Nine ist ein gutes Beispiel für diese Richtung, freakiger wird's dann beim Amalgame, der Le Bois de Merveilles ist ein wirklicher toller Wein.

Wir sind jährlich mehrere Wochen in der Region. Da tut sich gerade sehr viel, weg von den dicken und marmeladigen Weinen, hin zu fruchtbetonten schlankeren Typen. Eine neue Winzergeneration löst sich hier gerade von den tradierten Weinvorstellungen.

Sehr spannend!!

VG
Jochen

Re: Minervois - ketzerisches Land, ketzerische Weine?

Verfasst: Fr 14. Mär 2025, 14:24
von Winedom
glouglou --- Wieder was gelernt.

Die Weine von Brunnhilde Claux - Domaine de Courbissac habe ich immer wieder im Glas. Top.
Bin damals über den Filmemacher Ari Kaurismäki darauf aufmerksam geworden.
Die Weine wurden tatsächlich immer definierter und klarer im Ausdruck.
Hatte allerdings auch schon einmal eine Sonderedition. Das war mir dann zu dünn.
Auf jedenfall ist das eine hervorragende Region die eigentlich hochreicht bis zu den Terasses de Larzac.
In meinen Augen sind dort viele Böden für maximale Qualität gut, wenn alles zusammenpasst.

"Die Mazeration erfolgt ohne mechanische Extraktion, die Trauben werden nicht entrappt." Das ist schon eine neue Zeit.

Re: Minervois - ketzerisches Land, ketzerische Weine?

Verfasst: Sa 15. Mär 2025, 15:31
von stefane
Dilbert hat geschrieben: Fr 14. Mär 2025, 11:36 wenn Dir dieser Stil gefällt, dann probiere mal die Weine von Jean-Baptiste Senat aus dem Minervois.
Das geht auch sehr richtig Naturwein, sehr trinkig (glou glou im besten Sinne), aber trotzdem mit Anspruch.
La Nine ist ein gutes Beispiel für diese Richtung, freakiger wird's dann beim Amalgame, der Le Bois de Merveilles ist ein wirklicher toller Wein.
Vielen Dank für den Hinweis. Werde ich mal auf die Liste nehmen.

Wie ich den "Les Farradjales" final für mich einordnen soll, weiß ich noch nicht. Beginne gerade erst, mich für diese Richtung zu interessieren.
Womit ich etwas Probleme habe, ist die Schwierigkeit der Zuordnung zu Rebsorte und Herkunft. Bin mir nicht sicher, aber vermutlich hätte ich "blind" weder die Rebsorte Cinsault noch die Herkunft aus dem Minervois erkannt.

Re: Minervois - ketzerisches Land, ketzerische Weine?

Verfasst: Sa 29. Nov 2025, 19:24
von Schönibert
Domaine de l‘Ostal Grand Vin Minervois la Livinière 2021

Im Glas Schwarze Tinte. Vollreife Frucht, Cassis, schwarze Johannisbeere, stark, aber nicht lang.

Dieser Wein geht in die Breite, nicht in die Tiefe. Er blufft, aber ich bin ihm nicht böse, er schmeckt ja. Kommt halt ein bisschen großkotzig daher.

Re: Minervois - ketzerisches Land, ketzerische Weine?

Verfasst: Fr 30. Jan 2026, 20:42
von Schönibert
Domaine de l‘Ostal Grand Vin Minervois la Livinière 2021

Januar 26, alles wie gehabt, ein Wein zum heranführen von Bier- oder Schnappstrinkern an die Weinwelt insgesamt. Einen Veganer wird man auf dem Level nicht von gebratener Gänsestopfleber überzeugen aber einen Pils- und Doppelwacholdertrinker könnte der Wein durchaus interessieren und neugierig machen.

Re: Minervois - ketzerisches Land, ketzerische Weine?

Verfasst: So 12. Apr 2026, 21:17
von Bernd Schulz
Diese Cuvée aus Carignan, Syrah und Grenache habe ich unlängst bei K&U erworben:

Bild

Der Händler beschreibt/bewirbt den Wein auf seiner Website wie folgt:"La Transformation. Die Umwandlung. Um sie geht's im Wein: Vom Boden über die Traube ins Glas. Aus den drei großen roten Rebsorten des französischen Südens: Carignan (50%), Syrah und Grenache. Die dickschalige und deshalb farbintensive Carignan verarbeitet Jullien Salles mit Stiel und Stängel per Kohlensäuregärung, um die Gerbstoffe sanft zu extrahieren; Syrah und Grenache vergärt er traditionell. Die drei Sorten fügt er nach deren Gärung zusammen, baut sie in kleinen Stahltanks lange auf der Hefe aus, ohne Schönung, ohne Filtration und nur rudimentär geschwefelt. Traditionelles Winzerhandwerk für preislich maximal reellen Genuss. Die Ausnahme auf dem Markt in einem Wein, der zu diesem Preis eine kleine Sensation in Extraktion, Gerbstoff-Qualität und Feeling ist: Pralle würzige Frucht und geschmeidige Frische in einem Mundgefühl dicht wie Samt und kühl wie Seide. Gekonnte Transformation."

Dicht wie Samt und kühl wie Seide" halte ich schon für eine etwas überzogene Formulierung, aber für gerade mal 11 Euro bekommt man hier einen verflixt guten Rotwein, der zudem, obwohl er unter dem Etikett "Naturwein" angeboten wird, auch ziemlich mehrheitsfähig sein dürfte. Es gibt sie schon noch, die wirklich schönen Südfranzosen für vergleichsweise kleines Geld - Nachkauf = 3 von 3!

Herzliche Grüße

Bernd