Seite 9 von 10

Re: Weingut Rainer Schnaitmann

Verfasst: Sa 31. Jan 2026, 22:37
von Bernd Schulz
Nora hat geschrieben: Sa 31. Jan 2026, 22:21 Es kam mir immer so vor, dass es von einem Wein Flaschen mit deutlichen animalischen Noten und andere mit weniger deutlichen gibt. Lediglich am Rand erwähnte Rainer Schnaitmann, dass es am Korken liegen könnte...
Wenn ich als Winzer in Betracht ziehen würde, dass der Korken auf eine deutlich unterschiedliche Art und Weise den Geschmack eines meiner Weine beeinflussen könnte, würde ich diesen Wein nicht mit einem Korken verschließen. Denn mein Wunsch wäre ja, dass der Wein so schmeckt, wie er schmeckt, und nicht wie es sich durch den Willens des jeweiligen Korkens mal so und mal so ergibt....

Bitte nicht missverstehen: Das soll keine Fundamentalkritik an Rainer Schnaitmann sein! Die wenigen Weine, die ich von ihm getrunken habe, waren alle von richtig guter Qualität. Aber trotzdem verstehe ich nicht, warum man am Korken festhält, wenn man der Meinung ist, dass dieser Verschluss größere Flaschenvarianzen hervorruft/hervorrufen kann.

Herzliche Grüße

Bernd

Re: Weingut Rainer Schnaitmann

Verfasst: Sa 31. Jan 2026, 22:53
von EThC
Bernd Schulz hat geschrieben: Sa 31. Jan 2026, 22:37 Wenn ich als Winzer in Betracht ziehen würde, dass der Korken auf eine deutlich unterschiedliche Art und Weise den Geschmack eines meiner Weine beeinflussen könnte, würde ich diesen Wein nicht mit einem Korken verschließen.
...u.a. ein Grund, warum z.B. Hans-Josef Becker vom Weingut J.B. Becker auf die Glasstöpsel setzt. Hat er mal in einem Interview entsprechend erläutert.

Re: Weingut Rainer Schnaitmann

Verfasst: Sa 31. Jan 2026, 23:38
von Kle
Bernd Schulz hat geschrieben: Sa 31. Jan 2026, 22:37 Wenn ich als Winzer in Betracht ziehen würde, dass der Korken auf eine deutlich unterschiedliche Art und Weise den Geschmack eines meiner Weine beeinflussen könnte, würde ich diesen Wein nicht mit einem Korken verschließen.
wenn die Spielräume, in denen sich die Unterschiede bewegen, genehm oder interessant sind, gibt es dafür keinen Grund.

Re: Weingut Rainer Schnaitmann

Verfasst: Sa 31. Jan 2026, 23:46
von EThC
Kle hat geschrieben: Sa 31. Jan 2026, 23:38 wenn die Spielräume, in denen sich die Unterschiede bewegen, genehm oder interessant sind, gibt es dafür keinen Grund.
...na ja, wenn man mal davon ausgeht, daß ein Winzer zuerst alles Mögliche anstellt, um einen Wein nach seinen Vorstellungen möglichst gut zu vinifizieren, warum sollte er sein Werk schlußendlich einer sehr diffus / gestreut wirkenden Komponente übergeben?

Re: Weingut Rainer Schnaitmann

Verfasst: Sa 31. Jan 2026, 23:55
von Bernd Schulz
Kle hat geschrieben: Sa 31. Jan 2026, 23:38
Bernd Schulz hat geschrieben: Sa 31. Jan 2026, 22:37 Wenn ich als Winzer in Betracht ziehen würde, dass der Korken auf eine deutlich unterschiedliche Art und Weise den Geschmack eines meiner Weine beeinflussen könnte, würde ich diesen Wein nicht mit einem Korken verschließen.
wenn die Spielräume, in denen sich die Unterschiede bewegen, genehm oder interessant sind, gibt es dafür keinen Grund.
Das sehe ich anders. Auch bei genehmen oder interessanten Spielräumen bin ich nicht der Auffassung, dass der Verschluss nach dem Zufallsprinzip den Wein auf seine (meinethalben genehme oder interessante) Art interpretieren sollte. Dem Korken wird hier eine Rolle eingeräumt, die ihm nicht zusteht.

Und davon abgesehen ist die Grenze zwischen "genehm/interessant" und "unangenehm/deutlich beeinträchtigt" im Falle des Naturkorkens stark fließend (wenn man mal ganz von den eindeutigen TCA-Katastrophen komplett absieht).

Herzliche Grüße

Bernd

Re: Weingut Rainer Schnaitmann

Verfasst: So 1. Feb 2026, 00:02
von Kle
EThC hat geschrieben: Sa 31. Jan 2026, 23:46
Kle hat geschrieben: Sa 31. Jan 2026, 23:38 wenn die Spielräume, in denen sich die Unterschiede bewegen, genehm oder interessant sind, gibt es dafür keinen Grund.
...na ja, wenn man mal davon ausgeht, daß ein Winzer zuerst alles Mögliche anstellt, um einen Wein nach seinen Vorstellungen möglichst gut zu vinifizieren, warum sollte er sein Werk schlußendlich einer sehr diffus / gestreut wirkenden Komponente übergeben?
Zwischen Vorstellung und Wirklichkeit gibts ja auch eine Kluft. Und zwischen den Flaschen nach Abfüllung. Wenn jedenfalls ein Winzer Flaschenviarianzen bewusst in Kauf nimmt, scheint dies zu seinem Stil/ästhetischen Konzept zu gehören. Und falls durch Erfahrung gestützt, muss es ja nicht wild experimentell sein.

Re: Weingut Rainer Schnaitmann

Verfasst: So 1. Feb 2026, 00:09
von Kle
Bernd Schulz hat geschrieben: Sa 31. Jan 2026, 23:55
Kle hat geschrieben: Sa 31. Jan 2026, 23:38
Bernd Schulz hat geschrieben: Sa 31. Jan 2026, 22:37 Wenn ich als Winzer in Betracht ziehen würde, dass der Korken auf eine deutlich unterschiedliche Art und Weise den Geschmack eines meiner Weine beeinflussen könnte, würde ich diesen Wein nicht mit einem Korken verschließen.
wenn die Spielräume, in denen sich die Unterschiede bewegen, genehm oder interessant sind, gibt es dafür keinen Grund.
Das sehe ich anders. Auch bei genehmen oder interessanten Spielräumen bin ich nicht der Auffassung, dass der Verschluss nach dem Zufallsprinzip den Wein auf seine (meinethalben genehme oder interessante) Art interpretieren sollte. Dem Korken wird hier eine Rolle eingeräumt, die ihm nicht zusteht.

Und davon abgesehen ist die Grenze zwischen "genehm/interessant" und "unangenehm/deutlich beeinträchtigt" im Falle des Naturkorkens stark fließend (wenn man mal ganz von den eindeutigen TCA-Katastrophen komplett absieht).

Herzliche Grüße

Bernd
in Noras posting kommt der Korken auch nur am Rande als möglicher Versucher vor. WAS eine vom Winzer erwünschte Divergenz auslöst, wäre mir aber egal... eine möglicherweise erwünschte Divergenz. Das ist jetzt alles sehr spekulativ, ich finde es aber interessant.

Gruß, Kle

Re: Weingut Rainer Schnaitmann

Verfasst: So 1. Feb 2026, 00:22
von Bernd Schulz
Den Gedanken an eine vom Winzer erwünschte Flaschendivergenz finde ich auf den ersten Blick ganz schön abwegig, auf den zweiten Blick dann aber doch nicht völlig uninteressant. Zur jetzigen späten Stunde kann ich mich aber nicht mehr in einer auch nur einigermaßen hinreichenden Klarheit mit diesem Thema auseinandersetzen :oops: - mehr dazu eventuell :?: morgen.......

Herzliche Grüße

Bernd

Re: Weingut Rainer Schnaitmann

Verfasst: So 1. Feb 2026, 01:01
von Kle
…vielleicht auch weniger erwünscht als hingenommen, da es mehr Freiheit verschafft...

Re: Weingut Rainer Schnaitmann

Verfasst: So 1. Feb 2026, 08:54
von Jochen R.
Nora hat geschrieben: Sa 31. Jan 2026, 22:21 Kle, so ist es. Es kam mir immer so vor, dass es von einem Wein Flaschen mit deutlichen animalischen Noten und andere mit weniger deutlichen gibt. Lediglich am Rand erwähnte Rainer Schnaitmann, dass es am Korken liegen könnte und daran, dass der Wein nicht filtriert worden sei. Leider habe ich nicht vertiefend nachgefragt.

VG Nora
Hallo Nora,
das ist mir bei deiner Beschreibung gleich in den Sinn gekommen! Die Korken-Qualität hat m. M. noch vor 10-15 Jahren zu Wünschen übrig lassen, was dann bei längerer Lagerung zu deutlichen Varianzen führte - ich meine aber, dass sich das verbessert hat.

Jedenfalls danke für die tolle Notiz, den werde ich mir auch besorgen!

Viele Grüße,
Jochen