Seite 9 von 149
Re: Martin Müllen
Verfasst: Di 10. Jan 2012, 08:33
von Bernd Schulz
Ich kaufe Müllens gereifte Rieslinge, die natürlich nicht alle auf dem gleichen Niveau stehen, immer wieder gerne.
Meine besonderen Tipps sind die 92er Auslese und die 94er Auslese trocken aus dem Kröver Paradies.
Aber auch die kleineren und damit deutlich preiswerteren Antiquitäten kann man bedenkenlos ordern. Die Weine sind alle in Relation zu ihrem Alter gut in Schuss (es dürfte ja jedem hier klar sein, dass ein 96er jetzt deutlich anders schmeckt als ein 2010er

).
Beste Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Verfasst: Di 10. Jan 2012, 08:36
von sorgenbrecher
besten dank für die info.
Bernd Schulz hat geschrieben:(es dürfte ja jedem hier klar sein, dass ein 96er jetzt deutlich anders schmeckt als ein 2010er

).
ja.

Re: Martin Müllen
Verfasst: So 22. Jan 2012, 20:12
von Oberpfälzer
Hallo zusammen,
gestern und heute habe ich 2 schöne Kabi im Glas. Einerseits
Kröver Paradies Riesling Kab. trocken 2009 und den mir derzeit noch etwas besser gefallenden
Trabener Würzgarten Riesling Kab. trocken 2008. Letzteren sehe ich wie folgt:
Beide Weine waren auch nach 24 Stunden beinahe unverändert. Sie scheinen beinahe ewiges Leben gepachtet zu haben. SIe sind das, was ich mir unter einem Kabinett vorstelle - schlank und nicht voluminös im Extrakt. Beide Korken waren etwas durchnässt - hier würde ich mir (bescheiden wie ich bin) Schrauber wünschen. Für ab Hof unter 7,- für mich ein gutes PGV.
Re: Martin Müllen
Verfasst: So 22. Jan 2012, 23:16
von Oberpfälzer
Und weil es mir so gut gefiel, hier noch einer:
Aber Vorsicht ist angesagt. Ist kein Schmeichler, eher für hartgesottene Trocken-Riesling-Fans.
Re: Martin Müllen
Verfasst: So 22. Jan 2012, 23:31
von Bernd Schulz
Beide Weine waren auch nach 24 Stunden beinahe unverändert. Sie scheinen beinahe ewiges Leben gepachtet zu haben.
Die meisten Müllen-Rieslinge sind auf jeden Fall sehr langlebig. Das gilt auch für die kleinen Weine.
SIe sind das, was ich mir unter einem Kabinett vorstelle - schlank und nicht voluminös im Extrakt.
Martin Müllen handhabt das Prädikatssystem ziemlich konsequent (seltene Ausnahmen bestätigen die Regel). Und dann macht es auch im trockenen Bereich plötzlich Sinn!
... hier würde ich mir (bescheiden wie ich bin) Schrauber wünschen.
Ich auch!!
Beste Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mo 23. Jan 2012, 20:38
von Oberpfälzer
Hallo zusammen,
und heute ein etwas gereifterer Riesling:
Kommt an die beiden vom Wochenende nicht ganz heran. Vielleicht kommt dies aber noch/wieder? Was mir auffällt, ist die Korkqualität, die IMHO der Langlebigkeit der Weine nicht gerecht wird. Bei o.g. Wein war der Kork ebenfalls komplett durchtränkt und zeigte einen schwarzen (schimmeligen?) Belag auf der Seitenwand.
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mo 23. Jan 2012, 21:02
von Bernd Schulz
Hallo Wolfgang,
Martin Müllen hat sich meines Wissens schon um gute Korkqualitäten bemüht; das Problem bestand wohl in der Abfüllanlage. Trotzdem hatte ich insgesamt bei den Altweinen noch nicht viele verschlussbedingte Verluste, wobei ich die Flaschen möglichst stehend aubewahre.
Demnächst komme ich wieder ins Weingut - dann werde ich die Verschlussfrage erneut ansprechen. Ein paar Müllen-Rieslinge mit Schrauber gibt es ja inzwischen...
Beste Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mo 23. Jan 2012, 21:21
von Bernd Schulz
Jetzt habe ich plötzlich auch Lust auf einen Wein von Martin Müllen bekommen. Im Keller stolperte ich über die folgende Flasche:
Für diese schöne Spätlese zückte der GM seinerzeit gut nachvollziehbare 89 Punkte. Bei Wein-Plus war man leider einmal mehr mit der Stilistik überfordert und kam auf satte 79 Punkte

.
Beste Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mo 23. Jan 2012, 21:22
von Oberpfälzer
Hallo Bernd,
für eine bessere Korkqualität wäre ich gerne bereit, ein paar 10 Cent mehr zu bezahlen. Vor allem für Weine, die ich über viele Jahre weglegen würde und das kann man bei Müllen selbst bei den Kabi wohl problemlos tun. Schrauber wären mir bei den "kleineren" Weinen auch willkommen.
Bin mal gespannt, welche Eindrücke Du bei Deinem nächsten Besuch bei Müllen mitbringst. Ich finde, dass Müllen seiner Stilistik über die Jahre recht treu blieb. Ich kann mich noch gut an unseren gemeinsamen Besuch auf seiner "Hausmesse" in Traben-Trarbach vor einigen Jahren erinnern. Auch seine reifen Weine zeigten bereits die Stikistik, wie ich sie in den jüngeren wiederfinde. Was mich interessieren würde ist, ob Martin Müllen das so weiter machen will oder ob er auch etwas neue Wege gehen will. Ich meine damit, ob er sich in Sachen Eleganz und Finesse weiterentwickeln will oder ob er seine kantigen Charakterweine so beibehalten will. Das (kantige Charakterwein) will ich nicht negativ verstanden wissen.
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mo 23. Jan 2012, 21:43
von Bernd Schulz
Ich meine damit, ob er sich in Sachen Eleganz und Finesse weiterentwickeln will oder ob er seine kantigen Charakterweine so beibehalten will.
Martin probiert immer wieder neue Wege aus, aber ich denke, im Großen und Ganzen wird er seinem Stil treu bleiben. Seine Weine sind sicherlich nicht die feinsten, die man an der Mosel finden kann - sie haben immer eine etwas ungeschliffene Seite, wirken halt absolut "wie im Weinberg gewachsen". Aber mit dieser Stilistik hat sich ja inzwischen viel Erfolg bei den Weinkritikern (Pigott, Fassbender, auch der GM zieht allmählich nach) eingestellt; eigentlich gibt es keinen Grund, die bisherige Linie aufzugeben.
Die etwas "kantigere" Art ist eventuell auch dem Charakter der Kröver und Trarbacher Lagen geschuldet. Der Hühnerberg ist trotz verschiedener Parallelen eben doch keine Wehlener Sonnenuhr, das Kröver Paradies kein Graacher Domprobst. Und Martin gehört sicherlich nicht zu den Winzern, die versuchen, aus ihren Lagen etwas herauszuholen, was nicht in ihnen steckt.
Beste Grüße
Bernd