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Re: Robert Weil

Verfasst: So 2. Nov 2025, 14:44
von Weinschlürfer
letztens einen 2011 Gräfenberg GG aufgemacht. Großes Kino. Für mich der Wein des Abends gewesen.

Re: Robert Weil

Verfasst: So 2. Nov 2025, 18:00
von Schönibert
Nice. Was lief denn sonst so an dem Abend. Ist sonst etwas schwer einzuordnen.

Re: Robert Weil

Verfasst: So 25. Jan 2026, 20:27
von Dominik Mueller
2021 Robert Weil Riesling Kabinett halbtrocken
Blasses, leuchtendes Zitronengrün. Attraktives Bukett mittlerer Intensität mit weißem Pfirsich, Limettenzeste, Apfel sowie zarten floralen und hefigen Noten. Am Gaumen frisch und leicht. Hohe Säure, balancierte Restsüße, niedriger Alkohol. Einladend. Wieder helle Frucht, diesmal zitrischer (Limettensaft), dazu reife Trauben, grüner Apfel und brauner Zucker. Der Abgang ist etwas kurz, zeigt aber animierende Apfel- und Zitrusnuancen. Gut gemacht.

Re: Robert Weil

Verfasst: Do 29. Jan 2026, 20:19
von Schönibert
2023 Robert Wein Riesling QbA trocken

Nett für einen Entry-Level-Wein, mit einer leichten Schiefernase, am Gaumen ist der Wein aber wirklich sehr, sehr leicht und, freundlich gesagt rein und erfrischend. Für den Listenpreis ist das allerdings indiskutabel.

Re: Robert Weil

Verfasst: Do 29. Jan 2026, 20:41
von Schönibert
2022 Robert Weil Kiedricher Turmberg Riesling trocken

Das hat Format. In solchen Weinen spielt wohl die Musik bei RW. Der ist sofort sowas von da und beschäftigt dich schon in der Nase eine ganze zeitlang. Du weißt gar nicht, ob du schon bereit bist, davon zu trinken. Diverse Zitrusfrüchte und Zitronenschale mit etwas von der weißen Unterschale auf schwarzem Fels oder Schiefer, so, dass es geradezu adstringierend wird. Untergelegt mit ordentlich Druck von weißer Frucht wird das richtig vielschichtig. Hiermit ist man noch lang nicht fertig.

Verglichen zum Basiswein QbA trocken ist der hier gerade mal doppelt so teuer - aber 20 mal besser.

Re: Robert Weil

Verfasst: Fr 30. Jan 2026, 15:07
von Dominik Mueller
Das sehe ich ähnlich. Bei Weil interessiere ich mich nur für Ortswein aufwärts. Der Turmberg steht auch im Vergleich zum Gräfenberg gut da (aus Erinnerung basierend auf den Jahrgängen 18 und 19). Jüngere Jahrgänge habe ich noch nicht geöffnet.

Re: Robert Weil

Verfasst: Fr 24. Jul 2026, 18:18
von Schönibert
2015 Weingut Robert Weil Kiedricher Gräfenberg Riesling Großes Gewächs

Vielen Dank für die Ausführungen sowie Eure persönlichen Eindrucke zu dem Wein weiter oben. Das hat mir geholfen, ihn von Beginn an verstehen zu können. Natürlich ist auch einem wie mir das hier sofort - also direkt mit der ersten Nase - ganz klar, dass sich hier im Glas etwas besonderes abspielt und man einen Wein von Format vor sich hat. Aber das ist schon auch recht anspruchsvoll im Sinne von komplex und ich brauche etwas Zeit, um das alles erstmal zu sortieren.

Sehr subtil aber gleichzeitig glasklar riech- und schmeckbar von Schiefer unterlegt, bewegt sich das zunächst zwischen einer mandarinigen Fruchtigkeit mit sanft gebrochenen Säurespitzen, Heidehonig, weißen Blüten. Ich bin noch auf der Suche nach dem Jasmintee, aber Jasminblüten habe ich schon gefunden. Es geht nach einiger Zeit jetzt auch mehr über in weißfleischige Früchte. Die ätherischen Noten aus der Mandarinenschale sind nun jedenfalls verflogen. Und der Wein baut in der Länge jetzt richtig auf.

Re: Robert Weil

Verfasst: Fr 24. Jul 2026, 18:37
von EThC
Schönibert hat geschrieben: Fr 24. Jul 2026, 18:18 Das hat mir geholfen, ihn von Beginn an verstehen zu können.
...ich hab den Wein einst eher nicht verstanden bzw. nicht wirklich würdigen können, ist aber auch schon etwas her. Wirklich gut, ja, aber berührt hat er mich nicht mal im Ansatz, hab ihn damals bei den "1ern" eingereiht...

Re: Robert Weil

Verfasst: Fr 24. Jul 2026, 20:20
von Schönibert
Interessant, deine VKN von 10/21 zu lesen, Erich. Das unterscheidet sich schon nicht undeutlich von den hier im Forum stehenden. Den Funk der Weine deiner Freaks gibt’s hier aber - für mich zum Glück - in der Tat nicht. Das spielt auf einem anderen Kontinent - und das ist auch gut so.

Ich finde, der Wein liefert deutlich mehr ab als ein typischer [,guter] 20 Euro Rheingau Riesling. Da muss ich sagen, der hier kostet Liste jetzt vielleicht knapp das dreifache, aber er schmeckt auch dreimal so geil. Ich habe geradezu lächerliche 36 bezahlt.

Bin hier jetzt wieder deutlich orangig-gelb unterwegs, der Wein macht an der Luft eine spannende Wandlung durch. Eine Seitentür öffnet sich und da heraus duftet es irgendwie nach Mandel-Macarons. Und: hier riecht nichts alt, der Wein steht ohne jegliche Anwandlungen in dieser Richtung da, auch wenn ich dagegen prinzipiell nichts hätte nach 10y+ und das reizvoll finde, wenn Riesling würdevoll altert, hier aber Zero, der Wein läuft wohl noch ne ganze Weile.

However, diese Flasche trink ich jetzt mit Freude aus.

Re: Robert Weil

Verfasst: Fr 24. Jul 2026, 20:36
von EThC
Schönibert hat geschrieben: Fr 24. Jul 2026, 20:20 However, diese Flasche trink ich jetzt mit Freude aus.
...das sei Dir von Herzen gegönnt!
Schönibert hat geschrieben: Fr 24. Jul 2026, 20:20 Den Funk der Weine deiner Freaks gibt’s hier aber - für mich zum Glück - in der Tat nicht.
...ich hatte ja auch schon genügend "Klassik"-GGe -auch aus dem Rheingau- im Glas, die mich erheblich mehr beeindruckt haben, vielleicht hab ich den 15er einst zum falschen Zeitpunkt erwischt, andererseits habe ich aber auch schon damals einige deutlich mehr begeisterte Notizen als meine gelesen...