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Re: Lisa Bunn

Verfasst: Mo 19. Jan 2026, 23:20
von Schönibert
Lisa Bunn 2022 Pinot Noir trocken

Ich bleib hier bei meiner ersten Einschätzung vom Anfang Dezember. Klasse Wein, eine Zierde in seiner Kategorie.

Re: Lisa Bunn

Verfasst: Di 20. Jan 2026, 18:51
von Schönibert
2024 Bunn Strebel Sauvignon Blanc

Der ballert aber heftig auf der Frucht, au weia! Ein bisschen ist das zwar auch mit grünen Kräuten korianderartig unterlegt, aber das spielt hier unter der fast schon brutalen Frucht eine absolute Statistenrolle. In der Tat ist der Wein sensorisch knacketrocken, was eine echt nette Spannung zu dem anfänglich mit der Tür ins Haus fallenden Obstsalat herstellt. In der Länge zieht der Wein dann sogar noch einen etwas salzig-felsigen Einschlag hinter sich her. Insgesamt sehr erfrischend, find ich den Wein alles andere als uninteressant.

Wenn man länger tief hineinriecht kommt dann in der Nase doch recht klar die Zuordnung ins Sauvignon-Lager der gewürzigen Aromenfamilie durch.

Edit: Je länger der an der Luft ist, um so mehr kommt der zusammen. Fand am Anfang die in die Flasche gepresste Kohlensäure fast schon aufdringlich. Und diese Frontalfrucht. Das ist jetzt sogar recht schmelzig und ich schmecke tatsächlich auch Holz heraus (20% laut Bunn), aber weniger als Vanille, so wie sie es selber beschreiben, sondern eher als frische weiße Eiche. Nächste Flasche geht erstmal direkt in die Karaffe.

Re: Lisa Bunn

Verfasst: Di 20. Jan 2026, 23:04
von Schönibert
2021 Bunn Strebel Lisas Lila-Rot

Find das eigentlich ein sehr gelungenes Cuvée, die frische kirschige Frucht und Säure vom Spätburgunder zusammen mit den eher dunkelroten und schwarzen Früchten des Portugiesers und St. Laurent (wenn er denn reif wird wie hier), und dem durchaus merklichen Holzfass machen mir jedenfalls Spaß. Auf der Mittelstrecke auch ein bisschen Pfeffer.

Für Restsüße 0,6 ist das insgesamt sensorisch trotzdem recht vollmundig.

Ja, das kann ein Wein von irgendwoher sein, aber es ist ein sehr schöner Daily Drinker der auch Solo ne gute Figur macht und wenn das hier vor der Haustür gemacht wurde, nehm ich das lieber, als was aus dem Supermarktregal.

Kann mir gut vorstellen, dass der auch noch etwas auf der Langstrecke gewinnt. Trotz Schrauber.

Der Markenname Lisas Lila-Rot spricht mich überhaupt nicht an, aber vielleicht gibt es ja eine rührselige Geschichte dazu. Als Lisa Bunn Rouge hätte ich den Wein besser placiert gesehen, auch mit den laut Liste sehr stimmig bepreisten 9,90. Mit dem Holzfass meinetwegen noch ein Réserve dazu packen, französisch passt doch auch sehr gut zu Rheinhessen.

Re: Lisa Bunn

Verfasst: Mi 21. Jan 2026, 08:12
von EThC
Schönibert hat geschrieben: Di 20. Jan 2026, 23:04 Der Markenname Lisas Lila-Rot spricht mich überhaupt nicht an
...vermutlich bist Du auch gar nicht die primäre Zielgruppe ;)
Die Bunn-Strebels gehören ja noch zur jüngeren Generation und wollen sicher auch diese ganz gezielt ansprechen. Vermutlich sind sie in und um Nierstein mit ihren Weinen auch in Edeggas & Co. vertreten, da sticht ein "Gewürzschlawiner", "Fleißiges Lieschen" (gibt's die noch?) oder auch der "Lisas Lila-Rot" sicher aufgrund der Aufmachung etwas mehr aus der Menge heraus. Ich denke schon, daß das einen spürbaren Effekt auf die Verkaufszahlen hat. Und die Namensgebungen sind ja noch recht dezent verglichen mit den unsäglichen eines Emil Bauer...

Re: Lisa Bunn

Verfasst: Mi 21. Jan 2026, 19:50
von Schönibert
2024 Bunn Strebel Rosé

Frontal erstmal volle Ladung Vanille und durchaus Spätburgunderfrucht „Light“ untermalt mit pinker Grapefruit. Sehr trocken, minimal Gerbstoffe, flacht das aber leider recht schnell ab und wird stahlig und geradezu dünn. Kann eiskalt zum Frühstück an einem zu warmen Sommermorgen seinen Job machen und dich erfrischen, aber so ist das jetzt nicht sonderlich interessant.

Re: Lisa Bunn

Verfasst: Mi 21. Jan 2026, 19:58
von Schönibert
EThC hat geschrieben: Mi 21. Jan 2026, 08:12 Und die Namensgebungen sind ja noch recht dezent verglichen mit den unsäglichen eines Emil Bauer...
Ja gut, Erich, da ist abstoßend schon ein Euphemismus, Point taken.

Und ja, vielleicht bin ich nicht Marketing-Zielgruppe aber ein nicht ganz unwichtiger (Privat-)Kunde bin ich schon. ich hab da viel gekauft und mir hat vieles auch sehr gut gefallen. Einen gar nicht mal so kleinen vierstelligen Betrag hab ich auf deren Bücher jedenfalls schon überwiesen.

Re: Lisa Bunn

Verfasst: Mi 21. Jan 2026, 20:35
von EThC
...marketingmäßig spricht halt die Aufmachung der Weine unterschiedliches Klientel an; man ist da sicher nicht drauf aus, jemanden mit dem ein oder anderen Weinetikett zu vergraulen, sondern versucht halt, für diejenigen, die hinsichtlich ihrer Kaufentscheidung sich mehr vom Äußeren leiten lassen, auch was zu bieten.

Re: Lisa Bunn

Verfasst: Mi 21. Jan 2026, 21:48
von Bernd Schulz
EThC hat geschrieben: Mi 21. Jan 2026, 20:35 ...marketingmäßig spricht halt die Aufmachung der Weine unterschiedliches Klientel an; man ist da sicher nicht drauf aus, jemanden mit dem ein oder anderen Weinetikett zu vergraulen, sondern versucht halt, für diejenigen, die hinsichtlich ihrer Kaufentscheidung sich mehr vom Äußeren leiten lassen, auch was zu bieten.
Die Aufmachung des "Lila-Rot" ist ja eher (angenehm) unspektakulär; vergrault wird durch sie bestimmt keiner, aber ich sehe an ihr auch nichts, was spezielle Käuferschichten besonders anziehen könnte. Was dann den Namen anbelangt, bin ich weitgehend bei Schöni, denn ich finde ihn verflixt ungeschickt gewählt. Die Klientel, die beim Roten besonders auf lila-rote Farbe aus ist, zahlt nicht unbedingt knappe 10 Euro für einen lila-roten Wein, sondern kauft den von ihr begehrten Stoff lieber zum halben Kurs im Discounter, während Weinheinis wie ich oder auch Schöni durch den Namen, der unterschwellig eine gewisse Banalität suggeriert, erst einmal abgestoßen werden. Bestellt hätte ich den 21er, obwohl er auch seinen regulären Kurs locker wert ist, gewisse nicht, wenn er nicht im megagünstigen Paket enthalten gewesen wäre. Und angesichts des Namens wäre ich auch nie auf die Zusammensetzung der Cuvée gekommen - vermutet hätte ich hier eher so etwas wie eine Kombi von Dornfelder und Regent.

Meiner Auffassung nach tut sich Lisa Bunn mit der Bezeichnung "Lisas Lila-Rot", die einen gelungenen Rotwein ohne Not in eine banale Ecke rückt, überhaupt keinen Gefallen. Und einmal mehr verhält es sich ja offensichtlich so, dass dieser 21er bislang keinen besonders reißenden Absatz gefunden hat, weder in den "Edeggas" rund um Nierstein noch bei uns Weinverrückten, die sich die Sachen quer durch Deutschland schicken lassen. Denn ansonsten wäre dieses mich durchaus überzeugende Getränk ein paar Jahre nach seiner Entstehung jetzt nicht zum Schleuderpreis im Monatspaket enthalten, oder?

Herzliche Grüße

Bernd

Re: Lisa Bunn

Verfasst: Mi 21. Jan 2026, 23:00
von Schönibert
However, nicht mein Problem, der Wein schmeckt. Der Rest an T+1 baut etwas ab, aber der stand auch einfach offen draußen.

@Bernd, hast du den Rosé aufgemacht?

Re: Lisa Bunn

Verfasst: Mi 21. Jan 2026, 23:30
von Schönibert
2022 Bunn Strebel Wintersheim Riesling trocken

Ok, das ist einfach nix. Insbesondere im Vergleich zu vorherigen Jahrgängen des Wintersheim. Und das wird auch nichts mehr. Wohlwollend könnte man das einen sehr sensiblen Wein für empfindliche Gaumen nennen. Also was für Wassertrinker. Andererseits ist dafür zu viel Säure drin. Ciao.