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Re: Languedoc - Vin de Pays und Vin de Table

Verfasst: Fr 16. Jan 2026, 22:54
von Schönibert
EThC hat geschrieben: Fr 16. Jan 2026, 22:36 Viele Kunden lieben es offenbar auch beim Rotwein schön süß
Früher tranken sie alle Spätlese. Ich bin die Generation trocken dazwischen. 77 geboren. Scheit aber sowas wiederkehrendes deutsches zu sein.

Re: Languedoc - Vin de Pays und Vin de Table

Verfasst: Fr 16. Jan 2026, 23:08
von Bernd Schulz
EThC hat geschrieben: Fr 16. Jan 2026, 22:36 ..einer der am meisten verkauften Rotweine in D, der "Doppio Passo" hat ja auch 17 g/l RZ, kein Wunder also...
Den "Doppio Passo" habe ich ebenfalls vor nicht allzu langer Zeit geschenkt bekommen - der liegt auch noch in irgendeiner Ecke herum. Manchmal war ich schwer versucht, ihn weiter zu verschenken :twisted:, aber ich denke, dass das wieder ein Fall für die nächste Schweinebäckchensauce werden wird....

Die Schweinebäckchen, die ich online bei einem bayrischen Metzger bestellt habe, sind übrigens eine geniale Angelegenheit! Hocharomatisches und nach einigem Schmoren butterzartes Fleisch, welches zudem viel Flüssigkeit für eine herrliche Sauce abgibt - und dazu überhaupt nicht teuer! Kann ich nur empfehlen!

Herzliche offtopische Grüße

Bernd

Re: Languedoc - Vin de Pays und Vin de Table

Verfasst: Fr 16. Jan 2026, 23:19
von Schönibert
Ich wollte Schweinebäckchen nie in Abrede stellen. Ich kaufe sie hier beim Heininger in der City, ein alteingesessener Metzger. Langsam geschmort in welchem Wein auch immer oder sogar ein nicht so hopfiges Bier, ist das für mich ein Festessen. Auch als eine Art Eintopf, bei dem Kartoffeln und Karotten im Topf mit schmoren.

Re: Languedoc - Vin de Pays und Vin de Table

Verfasst: Fr 16. Jan 2026, 23:19
von EThC
Bernd Schulz hat geschrieben: Fr 16. Jan 2026, 23:08 Die Schweinebäckchen, die ich online bei einem bayrischen Metzger bestellt habe, sind übrigens eine geniale Angelegenheit!
...gibt's die bei Euch nicht so ohne weiteres, daß Du sie online bestellen mußt? Ist hier in meinem Umfeld gar kein Problem...

Re: Languedoc - Vin de Pays und Vin de Table

Verfasst: Fr 16. Jan 2026, 23:21
von Schönibert
EThC hat geschrieben: Fr 16. Jan 2026, 23:19
Bernd Schulz hat geschrieben: Fr 16. Jan 2026, 23:08 Die Schweinebäckchen, die ich online bei einem bayrischen Metzger bestellt habe, sind übrigens eine geniale Angelegenheit!
...gibt's die bei Euch nicht so ohne weiteres, daß Du sie online bestellen mußt? Ist hier in meinem Umfeld gar kein Problem...
Ist nicht immer so einfach. Ist schon ein Nischenprodukt leider. Geht vermutlich oft in die Wurst.

Re: Languedoc - Vin de Pays und Vin de Table

Verfasst: Fr 16. Jan 2026, 23:42
von Bernd Schulz
EThC hat geschrieben: Fr 16. Jan 2026, 23:19 ...gibt's die bei Euch nicht so ohne weiteres, daß Du sie online bestellen mußt? Ist hier in meinem Umfeld gar kein Problem...
Bei uns in der kulinarischen Wüste, die das Rheinland nun mal darstellt, gibt es Schweinebäckchen bestenfalls auf Vorbestellung. Überhaupt ist das Metzgerhandwerk hier nur auf eine überaus traurige Art vertreten; auch Wurst bestelle ich immer wieder online (mit Vorliebe in Nordhessen), um Produkte, die mir wirklich schmecken, essen zu können.

Südlich des Weißwurstäquators herrschen in puncto Fleisch und Wurst oft paradiesische Zustände, ohne dass sich die dortigen Eingeborenen, die es nicht anders kennen, dessen richtig bewusst sind (wobei Nordhessen natürlich nicht südlich des Weißwurstäquators liegt, sondern eine besondere, die Regel bestätigende Ausnahme darstellt)....

Herzliche Grüße

Bernd

Re: Languedoc - Vin de Pays und Vin de Table

Verfasst: Fr 16. Jan 2026, 23:58
von Schönibert
Kann ich bestätigen Bernd. Auch in Westfalen, meiner ehemaligen Heimat, ist das echt dünn. Tönnies wohin man guckt. Ok, auf dem Markt in Münster sieht das anders aus aber das muss man sich leisten können. Es gab da schon in den 70/80ern viele industrielle Wurstfabriken. Das ist was andreres als nordhessische Stracke oder Ahle.

Re: Languedoc - Vin de Pays und Vin de Table

Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 07:53
von EThC
Bernd Schulz hat geschrieben: Fr 16. Jan 2026, 23:42 in der kulinarischen Wüste, die das Rheinland nun mal darstellt
...hätt ich mir einerseits aufgrund frühkindlicher Erfahrung auch denken können (wobei Osnabrück nochmal eine Ecke weiter ist...), aber irgendwie ging ich wohl davon aus, daß die kulinarische Globalisierung auch in den einst minderbemittelten Ecken einen gewissen Einzug gehalten hätte. Und meine wenigen geschäftlichen Termine in Stolberg in letzter Zeit habe ich nicht für kulinarische Rahmenprogramme genutzt...

Re: Languedoc - Vin de Pays und Vin de Table

Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 09:54
von UlliB
Bernd Schulz hat geschrieben: Fr 16. Jan 2026, 22:08 Was soll Kaliumsorbat im Wein? Reichen die üblichen Schwefelverbindungen nicht zur Konservierung?
Grundsätzlich kann ein Wein, der vergärbaren Zucker enthält, wieder in Gärung übergehen. Das kann durchaus auch erst nach der Abfüllung in der Flasche passieren. Und nein, die "üblichen Schwefelverbindungen" (konkret: schweflige Säure) reichen nicht in jedem Fall - die haben zwar eine gewisse konservierende Wirkung, aber sehr stark ist die nicht. Aus Sicherheitsgründen kann da entschieden werden, zusätzlich noch Sorbinsäure / Kaliumsorbat einzusetzen. Gewissermaßen Gürtel plus Hosenträger ;)

Noch vor dreißig Jahren war die Verwendung von Kaliumsorbat bei restsüßen Weinen auch in Deutschland weit verbreitet, und ich bin sicher, dass du sehr viele Weine getrunken hast, ohne zu wissen, dass sie diesen Stoff enthalten. Deklarationspflichtig war der bis vor kurzem nicht. Inzwischen dürfte die Verwendung in Deutschland selten geworden sein, weil Kellerhygiene und Filtrationstechnik besser geworden sind und durchweg neue Flaschen direkt aus der Glashütte verwendet werden. Vielleicht verwendet der eine oder andere Betrieb aber immer noch Kaliumsorbat, jetzt wird man's ja sehen.
Und die Nummer mit dem konzentrierten Traubenmost ("Süßreserve") scheint eine Spezialität der Genossenschaft zu sein, denn den findet man in allem möglichen und unmöglichen Erzeugnissen des Betriebs, der auch Weißweine mit viel "dienendem Restzucker" produziert.
Zunächst mal: konzentrierter Traubenmost und Süßreserve sind nicht das selbe. Süßreserve ist sterilisierter und stabilisierter Traubensaft, da wird nichts konzentriert.

Konzentrierter Traubenmost kann ähnlich wie Süßreserve zum Süßen eines Weins verwendet werden, man braucht halt weniger davon, eben weil konzentriert. Aber konzentrierter Traubenmost kann auch bei der Erzeugung völlig trockener Weine zum Einsatz kommen, nämlich als Alternative zu Saccharose (Rüben- bzw. Rohrzucker) zur Chaptalisierung. Vielleicht ist es eine Kostenfrage, wofür man sich entscheidet, vielleicht aber auch eine rechtliche Bestimmung. Ich meine mich vage zu erinnern, dass in manchen Gegenden in Europa die Chaptalisierung mittels Zucker verboten ist, nicht aber die mit Traubenmostkonzentrat.

Gruß
Ulli

Re: Languedoc - Vin de Pays und Vin de Table

Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 11:44
von Bernd Schulz
UlliB hat geschrieben: Sa 17. Jan 2026, 09:54 Noch vor dreißig Jahren war die Verwendung von Kaliumsorbat bei restsüßen Weinen auch in Deutschland weit verbreitet, und ich bin sicher, dass du sehr viele Weine getrunken hast, ohne zu wissen, dass sie diesen Stoff enthalten.
Ich bin ja kein Chemiker, aber ich habe immer wieder gehört, dass im Deutschland der 80er Jahre gerne "Sorbinsäure" zum Wein gegeben wurde; selbst ein Kajo Christoffel soll kurzfristig damit hantiert haben. Angeblich führte das nicht selten zu Fehltönen ("Geranienton"),was mit ein Grund dafür sein soll, dass die deutschen Weine aus der ersten Hälfte der 80er Jahre selten von guter Qualität sind (es gab dafür natürlich auch noch andere, nämlich klimatische Ursachen). --

Den Rest des "Les Ormiéres" habe ich übrigens im Ausguss entsorgt. Das geschieht bei mir aus Gründen der Sparsamkeit sehr selten, aber diese süßliche Plörre möchte ich beim besten Willen nicht trinken.

Herzliche Grüße

Bernd