Bordeaux 2025

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
Matthias Hilse
Beiträge: 465
Registriert: Di 30. Nov 2010, 18:12
Kontaktdaten:

Re: Bordeaux 2025

Beitrag von Matthias Hilse »

Dominik Mueller hat geschrieben: Fr 12. Jun 2026, 18:01 Das finde ich ein interessantes Thema, weil ich diesen hartnäckigen Trend zu mehr und mehr Terroir (im Sinne des Bodens oder der Lage) so gar nicht mehr verstehe.

Während die deutschen Winzer unisono vom "kontrollierten Nichtstun" sprechen und sich damit in der Außendarstellung doch eigentlich mit ihren Wettbewerbern mit Besitz in denselben Lagen auf eine Stufe stellen, anstatt sich von diesen durch besseres Weinmachen abheben zu wollen, hatte ich bei Frankreich doch eher den Eindruck gehabt, der Winzer selbst sehe sich mit seinem Zutun und Wissen mindestens ebenso wichtig wie das geografische Terroir. Dies gerade im Bordeaux, wo die Kunst der Assemblage mit im Mittelpunkt steht. Stellen sich jetzt einzelne Châteaux an, dem ein historisches Terroir voranzustellen, finde ich das eher fragwürdig.
An dieser Stelle möchte ich kurz auf den Begriff eingehen, der möglicherweise für Verwirrung sorgt; "historisches Terroir" soll hier vor allem bedeuten: die historischen Parzellen. Denn eins sollte klar sein: 1855 liegt 171 Jahre zurück, da kann es um keine "Personalunion" in dem Begriffssegment von "Terroir" gehen, das sich um die involvierten Personen müht. Viel wichtiger: die damaligen Reben, also quasi die "Hardware" wird schwerlich die gleiche sein können. "Historisches Terroir" kann hier nur in Bezug auf die Historie selbst (also 1855) gemeint sein und Terroir als "Geologie". Insofern bitte ich das Inverkehrbringen einer zweifelhaften Semantik zu entschuldigen.
Ich bin ein wenig irritiert ob der Aussage, was die deutschen Winzer zum Begriff "Terroir" äußern. Dann müßte aber doch jeder Hipping (das liegt bei mir um die Ecke, daher kenne ich den Roten Hang ziemlich gut) zumindest qualitativ in einer ähnlichen Liga spielen....naja...

Herzliche Grüße,
Matthias Hilse
Benutzeravatar
Dominik Mueller
Beiträge: 278
Registriert: Sa 8. Jul 2023, 17:48
Wohnort: Deutschland
Kontaktdaten:

Re: Bordeaux 2025

Beitrag von Dominik Mueller »

Ich habe schon verstanden, wie Sie den Begriff verwendet haben, aber danke sehr für die Klarstellung.

Zu meiner Wahrnehmung -- man mag diese auch als "Behauptung" bezeichnen --, deutsche Winzer überhöhten den Terroir-Begriff völlig, verweise ich auf die einschlägigen Podcasts, bei denen diese zu Gast sind. Es tut mir Leid, aber ich kann es halt nicht mehr hören. Was mich viel eher interessieren würde, könnte ich die Winzer fragen: "Was haben Sie im Weinberg getan, um mit den Gegebenheiten des Jahrgangs umzugehen? Was unterscheidet Sie von Weingut XY? Wie arbeiten Sie im Keller, welche Werkzeuge setzen Sie ein?" Vielleicht sind Sie, Herr Hilse, da als Weinhändler, wenn auch auf Bordeaux spezialisiert, in einer anderen Situation. Mir als Konsument und somit Zielkunde wird doch meist angedichtet, das Terroir spiele die tragende Rolle. Ist ja auch einfach, das Terroir ist, was es ist. Da gibt es Nichts zu rechtfertigen.
Matthias Hilse hat geschrieben:Dann müßte aber doch jeder Hipping (das liegt bei mir um die Ecke, daher kenne ich den Roten Hang ziemlich gut) zumindest qualitativ in einer ähnlichen Liga spielen....naja...
Genau darauf spiele ich ja an. Es gibt sie, die Unterschiede, und zwar teils deutlich. Wieso dann nicht stolz sein auf die eigene Arbeit und diese in der Kundenkommunikation in den Vordergrund stellen, anstelle des Terroirs? Aber das geht thematisch am Bordeaux-Thema vorbei, daher belasse ich es mal hierbei. :)
Meine Wein-Notizen
Ihr findet mich außerdem in den wineBANKs, zumeist im Rheingau.
Antworten

Zurück zu „Bordeaux und Umgebung“