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Re: Burgund 2022

Verfasst: Sa 27. Dez 2025, 21:12
von Nora
Ich denke, dass hängt eher mit der strengen Vermarktungsstrategie von DRC zusammen. Meine Informationen dazu sind: Die Weine werden über einen Importeur (in Deutschland z.B. Kierdorf) über ein strenges Zuteilungssystem an die gehobene Gastronomie verteilt. Die Preise für die Gastronomie sollen dabei erheblich unter dem Marktwert liegen. Im Gegenzug erwarte die Domaine, dass diese Preisvorteile teilweise an den Gast weitergegeben werden. Leere Flaschen müssen zerstört, die Korken an das Weingut zurückgegeben werden. Die Weine dürfen wohl auch nicht zu überhöhten Preisen an die Gäste weitergegeben bzw. an andere Dritte weiterverkauft werden, in dem Falle würde der Gastronom wohl seine Zuteilung verlieren. So erging es zumindest einem recht bekannten Weinbarbesitzer aus Deutschland, der ein paar Flaschen an Ed Sheeran verkauft hat.

VG Nora

Re: Burgund 2022

Verfasst: Sa 27. Dez 2025, 22:01
von UlliB
EThC hat geschrieben: Sa 27. Dez 2025, 19:34 Oder schlechter Jahrgang? Wie 2004? Wo im Burgund nicht wenig nach Maikäfer schmeckt, vielleicht sogar DRC...?
Das waren keine Maikäfer, sondern Marienkäfer, die zur Lesezeit massenhaft eingefallen waren und dann häufig mit ins Lesegut kamen und mit dem zusammen eingemaischt wurden, was zu charakteristischen Pyrazinnoten im fertigen Wein geführt hat. Ich hatte einige 2004er im Glas, die diese Note hatten, aber bei Weitem nicht alle hatten diesen Fehlton. Vermutlich eine Frage der Sorgfalt des Winzers. Die fehlerfreien 2004er waren gar nicht mal so schlecht, jedenfalls viel besser als der Ruf des Jahrgangs.

Bei der DRC gehe ich davon aus, dass da jeder einzelne Marienkäfer händisch aus dem Lesegut herausgefummelt wurde. Leisten können die sich das, und sie schulden das ja auch ihrem Ruf.

Gruß
Ulli

Re: Burgund 2022

Verfasst: So 28. Dez 2025, 09:50
von EThC
...Du hast recht, die schmeiße ich namentlich gerne durcheinander (bezeichnenderweise erst letzte Woche wieder :oops: :oops: :oops: ), Zoologie war noch nie ein Spezialgebiet von mir.
Aber wahrscheinlich dürfte sich das geschmacklich wenig nehmen... :mrgreen:

Re: Burgund 2022

Verfasst: So 28. Dez 2025, 16:49
von Dominik Mueller
Die Preise für DRC (und viele Burgunder) auf WS sind zumindest für Deutschland wahrscheinlich zu hoch und nach meiner Erfahrung kein verlässlicher Marktwert. Es ist richtig, dass DRC exklusiv mit Importeuren arbeitet. Kierdorf gibt da sicherlich vereinbarte Margen weiter, um das Mandat zu behalten und die Flaschen auch in den Konsum zu bringen, was im Interesse des Weinguts sein wird. Es sei aber auch gesagt, dass sie dafür auf Koppelgeschäfte setzen dürfen, um an anderer Stelle noch Umsatz zu generieren.

So, mehr kann ich zum Wissenstransfer aber nicht beitragen, hatte den Wein ja nicht bestellt, und aktuell auch nichts zum Jahrgang 2022.


Ich kann aber noch auf das Restaurant hinweisen, es soll ja kein Geheimnis sein. Es war Maltes Hidden Kitchen in Baden-Baden. Die Sommelière hat uns einen schönen Abend bereitet. Neben den Weinen auch mit einer empfehlenswerten, selbst zubereiteten alkoholfreien Begleitung.

Re: Burgund 2022

Verfasst: So 28. Dez 2025, 17:36
von amateur des vins
Dominik Mueller hat geschrieben: So 28. Dez 2025, 16:49 Ich kann aber noch auf das Restaurant hinweisen, es soll ja kein Geheimnis sein. Es war Maltes Hidden Kitchen in Baden-Baden. Die Sommelière hat uns einen schönen Abend bereitet. Neben den Weinen auch mit einer empfehlenswerten, selbst zubereiteten alkoholfreien Begleitung.
Danke, Dominik!

Vermutlich werde ich dort niemals vorbeikommen, aber solche Tips sind die Würze dieses Forums! Und die eine oder andere Perle, Restaurant oder Winzer, konnte ich so schon kennenlernen.

Re: Burgund 2022

Verfasst: Mi 31. Dez 2025, 05:21
von glauer
EThC hat geschrieben: Sa 27. Dez 2025, 17:03 ...ich bin beileibe kein DRC-Wissender, hab nur mal beim Wine-Searcher nachgesehen, da sind akuelle Jahrgänge > 2k Euronen gelistet, deshalb die Fragezeichen, wie das in der Gastronomie dann so erheblich günstiger angeboten werden kann... :roll:
Die Preise für limitierte Raritäten auf wine-searcher sind die, die selbst von nicht besonders preissensitiven Menschen genau nicht mehr bezahlt werden, sonst wären die Flaschen ja längst verkauft. Ausserdem haben Gastronomiekunden mit langjähriger Allokation nochmal ganz andere Preise und deshalb auch oft die Auflage Flaschen nur zum Verbrauch im Restaurant abzugeben. Gerade bei Burgundern landet ein guter Teil der aufgeblähten Preise eben nicht beim Winzer sondern bei Importeuren und Händlern. Ich hatte es an anderer Stelle schon mal geschrieben, bis vor kurzem waren fast alle Weine von Raveneau ab Domäne noch zweistellig. Und selbst in diesem Jahr habe ich das ein oder andere Mal gerade in Frankreich die Premier Crus auf Weinkarten für unter 150 Euro gesehen. Auf die Zahl würde man nach Befragung von wine-searcher ganz sicher nicht kommen.

Re: Burgund 2022

Verfasst: Mi 31. Dez 2025, 10:21
von boromir
2022 DRC Corton war der "Günstigste" zu 400 sfr,Echezeaux 540 sfr.,La Tache 1560 sfr..
Im 2015 JG war z.Bsp. der Corton noch 280 sfr. ,echezeaux war 400 sfr...
Das sind Preise vom Exklusivimporteur...
Die wenigen die DRC direkt von der Domaine bekommen,werden noch tiefere Preise haben,nehme ich mal an.

Re: Burgund 2022

Verfasst: Mi 31. Dez 2025, 18:35
von vanvelsen
Liebe Weinfreunde

das die Preise auf dem Sekundärmarkt crazy sind ist klar. Selbst als Erstkäufer (wenn man das Glück hat, dazuzugehören) sind die Preise von DRC sehr hoch, aber durchaus erschwinglich, wenn man sich dieses Weingut einmal gönnen möchte. Der Corton beginnt im Einkauf bei ca. 350 Franken und der La Tache kostet ca. 1300... Romanée Conti und Montrache sind deutlich teurer.

Wie oben erwähnt kann man DRC in vielen Restaurants (v.a. in Frankreich) teils sehr günstig konsumieren. Ich hatte letztes Jahr in Gigondas einen Echezeaux für 550 Euro auf der Karte - natürlich, noch immer kein günstiger Tischwein - aber in meinen Augen jeden Cent wert, wenn man top Burgund mag oder sich einfach mal nen "DRC" leisten möchte.

Mein Tipp: schaut euch mal im Elsass, Jura und in Südfrankreich in den Restaurantkarten um. Da gibt's teils echte "Schnäppchen" DRC und andere Trouvaillen (z.B. Rayas für 320 Euro)...

Cheers.

Adrian