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Re: Schäfer-Fröhlich
Verfasst: Mo 16. Feb 2026, 09:11
von mixalhs
Zum Thema junger vs. gereifter SF-Spätlesen möchte ich auch meinen Senf beitragen. Das Felseneck 2010 gehört zu den Weinen, die ich über viele Jahre verfolgt habe. Zugegebenermaßen ist 2010 ein sehr spezielles Jahr gewesen (an der Nahe das kühlste und nasseste der der letzten 25 Jahre) das Manfred Klimek seinerzeit, insbesondere wegen der beißenden Säure der meisten Rieslinge, mit dem Epitheton "Arcshjahr"* belegt hat. Daher werden sich meine Erfahrungen wohl nicht auf das warme Jahr 2023 mit seinem Superseptember übertragen lassen, aber bemerkenswert finde ich es trotzdem, wie sich aus einem hässlichen Entlein ein wunderschöner Schwan entwickelt hat. Eine allerletzte Flasche dieses Weins habe ich vielleicht noch.
Herzliche Grüße, Michael
* Sorry für die Orthographie, aber bei korrekter Rechtschreibung sorgt die automatische Zensur von Fäkalsprache in diesem Forum dafür, dass an dieser Stelle "xxxxx" steht.
Wetterdaten für Norheim/Nahe im Anhang. Quelle:
https://www.wetter.rlp.de/Internet/AM/N ... eRow=2.6#2.
Re: Schäfer-Fröhlich
Verfasst: Sa 28. Mär 2026, 00:04
von Gaston
Neulich im Glas:
Riesling Schiefergestein 2022
12% vol. Nach dem Öffnen zunächst sehr defensiv, leicht staubige Nase, recht verschlossen. Nach ca. einer Stunde dreht er dann auf. Fruchtseitig reduziert, dafür ganz viel dunkle Mineralik, Salz, prägnante Würze, fein zieselierte, exakte Säure, der Schiefer springt einen regelrecht an, aber nie überwältigend, sondern harmonische Balance, Säure und Mineralik in einem gleichberechtigten, unentschiedenen Duell, mundfüllende Textur, hat Tiefe und Länge, beeindruckender Nachhall, sehr guter Riesling. (91+)
Das erste Glas war noch leicht zwiespältig, aber mit jeder Minute wurde es besser und beeindruckender, das letzte Glas, wie so oft, das Beste. Fazit: Mit ausreichend Luft jetzt schon grossartig, kann und sollte wohl aber noch liegen. Im Moment jedoch deutlich besser und zugänglicher als der 21er, dem man noch mehr Zeit gönnen sollte.
Re: Schäfer-Fröhlich
Verfasst: Sa 28. Mär 2026, 09:35
von EThC
Gaston hat geschrieben: ↑Sa 28. Mär 2026, 00:04
Im Moment jedoch deutlich besser und zugänglicher als der 21er, dem man noch mehr Zeit gönnen sollte.
...22er hab ich gar nicht von S-F, aber einiges aus 21 und 23. Wobei ich letztere so langsam mal angehen möchte, erstere aber -bis auf die Gutsweine- auch noch liegen lasse. Hast Du schon Erfahrung mit 23ern?
Re: Schäfer-Fröhlich
Verfasst: Sa 28. Mär 2026, 10:45
von Gaston
EThC hat geschrieben: Hast Du schon Erfahrung mit 23ern?
23er habe wiederum ich nicht...
Re: Schäfer-Fröhlich
Verfasst: Mi 27. Mai 2026, 13:44
von EThC
...warum 21 kein Fehler war:
2021er Riesling – Bockenauer
[Felseneck] – Schiefergestein – trocken –
[VDP.Ortswein]

Re: Schäfer-Fröhlich
Verfasst: Sa 6. Jun 2026, 22:49
von amateur des vins
Mme kredenzte einen Salat von verschiedensten "Asia-Salaten" (die ziemlich viele Senföle haben, aber hier nur dezent eingesetzt wurden), Rucola, rotem Eichblatt u.a.m., gepaart mit einigen Tomaten und kleinen Pfirsichscheiben (!). Das Dressing war eine klassische Vinaigrette, aufgepeppt mit Sanddornsenf (wenig aufregend) und Orangen-Anis-Essig (grandios!). Eigentlich hatten wir den Salat solo (die Weine zum Hauptgang paßten sicherlich nicht!). Im "Live-Austausch" sinnierte Nora sinngemäß: "Dazu einen Kabi...!".
Selber wäre ich auf die Idee nicht gekommen, vertraute aber gerne ihrer Idee. Der einzige Kabi in der Kühlung war
Schäfer-Fröhlich, Felseneck Kabinett 2021
Sehr helle Robe. Gletscherbach mit ordentlich Mineralik und feiner Würze. Ziemlich der Typus "Spätlese light". Aber zum Salat "zündete" er: Die Süße wurde von Pfirsich und Vinaigrette auf gerade das richtige Maß moderiert, und der Wein ging eine wunderbare Verbindung mit dem Salat ein. Toll, jedes für sich und zusammen!
Danke, Nora, für die schöne Idee!
Re: Schäfer-Fröhlich
Verfasst: Sa 6. Jun 2026, 23:15
von Bernd Schulz
amateur des vins hat geschrieben: ↑Sa 6. Jun 2026, 22:49
Der einzige Kabi in der Kühlung war
Schäfer-Fröhlich, Felseneck Kabinett 2021
Du meinst wohl den hier:
Der gehört zu den besten Kabis, die ich je getrunken habe (und ich habe nicht ganz wenige Kabis getrunken). Richtig große Kunst in seiner Gewichtsklasse ist/war das für mich!
amateur des vins hat geschrieben: ↑Sa 6. Jun 2026, 22:49
Ziemlich der Typus "Spätlese light".
Nö, aus meiner Perspektive nicht. Kabinettstilistik ist Kabinettstilistik, Spätlesestilistik ist Spätlesestilistik - und dieser Wein entspricht (für mich) ganz eindeutig dem klassischen Kabinett-Typ.
amateur des vins hat geschrieben: ↑Sa 6. Jun 2026, 22:49
Toll, jedes für sich und zusammen!
Dieses Statement hingegen kann ich (auch wenn ich den Salat leider nicht näher kennenlernen durfte) bestens nachvollziehen!
Herzliche Grüße
Bernd
Re: Schäfer-Fröhlich
Verfasst: Mi 17. Jun 2026, 19:39
von amateur des vins
Was für ein Genuß!
Schäfer-Fröhlich, Felseneck GG 2015
Ganz, ganz fein, mit bester Amalfi-Zitrone. Nur zart beginnende Reife bringt einen Hauch oranger Aromen ein. Unangestrengte Frische, vollendete Balance.
Ganz großes Kino, und eines der besten Felsenecks, die ich je hatte - und ich hatte schon einige grandiose! Es gab auch Momente, die mich glauben machten, S-F reifte nicht gut. Dazu ist dieser hier der Gegenentwurf.
Altweinfreunde brauchen keine Panik zu bekommen: Da ist noch reichlich Luft. Für meinen Geschmack jedoch befindet sich der Wein im Zenit. Toll! Aber nu sind sie ausgetrunken, die 2015er. Schön war's!
Hatte den Wein parallel zum 2017 Rehbolz Mandelberg WB, und selten hatte ich gleichzeitig zwei dermaßen grandiose Weine im Glas.
Re: Schäfer-Fröhlich
Verfasst: Mi 17. Jun 2026, 20:27
von EThC
amateur des vins hat geschrieben: ↑Mi 17. Jun 2026, 19:39
Schäfer-Fröhlich, Felseneck GG 2015
...einen hab ich noch

Re: Schäfer-Fröhlich
Verfasst: Mi 17. Jun 2026, 20:57
von amateur des vins
EThC hat geschrieben: ↑Mi 17. Jun 2026, 20:27
amateur des vins hat geschrieben: ↑Mi 17. Jun 2026, 19:39
Schäfer-Fröhlich, Felseneck GG 2015
...einen hab ich noch

Enjoy!