Bordeaux 2015

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
Benutzeravatar
innauen
Beiträge: 3519
Registriert: Mi 3. Nov 2010, 11:33
Wohnort: Berlin

Re: Bordeaux 2015

Beitrag von innauen »

Hallo,

Subskription in Zeiten der Niedrigzinspolitik :D
Trinkfreude hat geschrieben:
  • - je mehr die Chateaux in den Subskriptionspreisen bereits denkbare zukünftige Wertsteigerungen antizipieren und abschöpfen,
Nö. Da wird nichts abgeschöpft. So lange die Subskription für einen Wein unter dem am Markt verlangten Preis für einen Referenzjahrgang liegt wird, wird nichts abgeschöpft. Denn die Preise werden steigen - mindestens auf das Niveau vergleichbarer alter Jahrgänge.
Trinkfreude hat geschrieben:- je größer die in den Chateaux zurückgehaltenen Mengen sind, die irgendwann später auf den Markt kommen,
Nö. Das Zurückhalten von großen Mengen an Wein wird auf Latour und Yquem praktiziert. Daneben haben noch einige Weingüter, die es sich leisten können, mit der Vorratswirtschaft begonnen. Bei den Weinen, die bislang auf den Markt gekommen sind (mit Ausnahme von Lafleur, Clerc- Milon und ein paar anderen) übernimmt die Lagerhaltung jedoch der Negociant. Bei Batailley zB kann man davon ausgehen, dass die innerhalb von wenigen Tagen, wenn nicht Stunden die komplette Ernte verkaufen (so war es 2009).

Klar. 250.000 Flaschen für ein Chateau ist schon viel. Aber die Chateaus verkaufen mittlerweile weltweit. Wenn Deutschland, Russland, China in diesem Jahr kein Markt ist, dann sind es eben die USA. Erst eine Weltwirtschaftskrise würde an dieser Absatzlage etwas verändern.
Trinkfreude hat geschrieben: - und je transparenter diese Mechanismen den Konsumenten in der Breite werden.
Nö. Außer dem Winesearcher kenne ich kein Transparenzinstrument in der Weinwelt. Die Chateaus geben keine Geschäftsziffern heraus. Intransparenz ist eines der Erfolgsmechanismen in der Bordeaux.

Und. Die Subskription läuft. Die Preise für die kommenden Weine werden sogar noch höher werden. Ich bin gespannt, wie sich in Folge der Preis zB für einen Pape Clement, Tertre Roteboeuf und Gazin noch während der Kampagne entwickeln wird. ;)

Grüße,

Wolf
„Es war viel mehr.“

Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
Trinkfreude
Beiträge: 349
Registriert: Mi 19. Jan 2011, 21:49
Wohnort: München

Re: Bordeaux 2015

Beitrag von Trinkfreude »

innauen hat geschrieben:Da wird nichts abgeschöpft. So lange die Subskription für einen Wein unter dem am Markt verlangten Preis für einen Referenzjahrgang liegt wird, wird nichts abgeschöpft. Denn die Preise werden steigen - mindestens auf das Niveau vergleichbarer alter Jahrgänge.
Ja eben - wir reden doch gerade von einem Szenario, wo das nicht mehr der Fall ist. Wenn Batailley 15 preislich den Armailhac überholt und über 40€ EVP kostet, dann ist das eben nicht mehr so. 2010 gibt's für unter 40€. Bei diesem Pricing wird komplett abgeschöpft- außer man geht von insgesamt noch weiter steigenden EVPs aus, und meine These war, dass daran immer weniger Kunden glauben.
innauen hat geschrieben:Bei den Weinen, die bislang auf den Markt gekommen sind (mit Ausnahme von Lafleur, Clerc- Milon und ein paar anderen) übernimmt die Lagerhaltung jedoch der Negociant.
Ok, einverstanden, ist aber aus Endkundensicht auch schnuppe, welche Stufe da Vorräte hält. Solange es irgendwer tut, stärkt das die Erwartung der Kunden, dass sie den Wein später auch ungefähr zum gleichen Preis bekommen werden.
innauen hat geschrieben:Außer dem Winesearcher kenne ich kein Transparenzinstrument in der Weinwelt. Die Chateaus geben keine Geschäftsziffern heraus. Intransparenz ist eines der Erfolgsmechanismen in der Bordeaux.
Es geht doch nicht um die Geschäftsziffern der Chateaux, sondern um die Relationen zwischen aktuellen Subs-Preisen und Preisen älterer Jahrgänge. Liv-ex bereitet das ja immer sehr schön auf, viele Händler tun inzwischen das gleiche. Wenn ich's nicht halte wie die drei Affen, dann wird mir als Kunde sehr schnell klar, wo die Sub lohnt und wo nicht. Das ist für den, der's wissen will, mehr als ausreichend transparent.

So, aber zurück zu den Dingen, die uns wirklich interessieren - schauen wir mal, was heute so rauskommt. Lunelles und Monbousquet sind ja mal ein nettes warm-up, aber so langsam könnte sich mal einer der Großen raustrauen, sonst wird's bald langweilig.
Benutzeravatar
innauen
Beiträge: 3519
Registriert: Mi 3. Nov 2010, 11:33
Wohnort: Berlin

Re: Bordeaux 2015

Beitrag von innauen »

Hallo,

genau. Warten wir mal auf die Big Shots und auf das Pricing von Batailley. Klar. Solange es den 2010er noch irgendwo für 40 Euro zu kaufen gibt, wird ein höherer Preis nicht akzeptiert werden. Aber in welchen Quantitäten gibt es den Wein noch zu diesem Preis? Etliche Händler verlangen schon 50 Euro für den 2009er sogar 60 Euro - und der Wein wird zu diesem Preis verkauft. Ich denke, da geht der Preis hin - nicht bei der Subskription, aber langfristig am Markt.

Grüße,

Wolf
„Es war viel mehr.“

Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
Trinkfreude
Beiträge: 349
Registriert: Mi 19. Jan 2011, 21:49
Wohnort: München

Re: Bordeaux 2015

Beitrag von Trinkfreude »

Lafon Rochet kommt. Steuert auch auf EVP 40 zu, wird aber wohl nicht drüberspringen.
Benutzeravatar
octopussy
Beiträge: 4405
Registriert: Do 23. Dez 2010, 10:23
Bewertungssystem: Auf Benutzername klicken
Wohnort: Hamburg

Re: Bordeaux 2015

Beitrag von octopussy »

Trinkfreude hat geschrieben:Lafon Rochet kommt. Steuert auch auf EVP 40 zu, wird aber wohl nicht drüberspringen.
Der ex négociant Preis liegt jedenfalls +27,7% über dem des 2014ers. Bei in etwa gleichen Bewertungen der maßgeblichen Verkoster. Wer's braucht...
Beste Grüße, Stephan
Benutzeravatar
octopussy
Beiträge: 4405
Registriert: Do 23. Dez 2010, 10:23
Bewertungssystem: Auf Benutzername klicken
Wohnort: Hamburg

Re: Bordeaux 2015

Beitrag von octopussy »

Draußen sind jetzt auch Quinault l'Enclos (knapp unter 30 Euro EVP), den Farr Vintners empfehlen. Und Fonbel (ca. 15 Euro EVP), von dem ich wohl ein paar Flaschen kaufen werde.
Beste Grüße, Stephan
Matthias Hilse
Beiträge: 437
Registriert: Di 30. Nov 2010, 18:12
Kontaktdaten:

Re: Bordeaux 2015

Beitrag von Matthias Hilse »

Trinkfreude hat geschrieben:Ja eben - wir reden doch gerade von einem Szenario, wo das nicht mehr der Fall ist. Wenn Batailley 15 preislich den Armailhac überholt und über 40€ EVP kostet, dann ist das eben nicht mehr so. 2010 gibt's für unter 40€. Bei diesem Pricing wird komplett abgeschöpft- außer man geht von insgesamt noch weiter steigenden EVPs aus, und meine These war, dass daran immer weniger Kunden glauben....
Wer hier das Internet für transparent hält, meint womöglich auch, es bevorrate Wissen. Da es zwischen Meinen und Wissen einen substantiellen Unterschied gibt, kann man m.E. nur meinen, dass es eine hinreichend plausible Korrelation zwischen dem Preis eines lieferbaren Jahrgangs und dem für die aktuelle Primeurkampagne gibt. Batailley z.B. wird exklusiv über einen Negociant vertrieben. Das ist SEHR wichtig und sonst in Bordeaux nicht mehr so arg üblich. Wenn es für den 2010er Batailley im Internet Preise um ca. EUR 43,00 gibt, wage ich die Behauptung, dass diese Preise keine großen Geldseiten aushalten. Es sind in Relation zum Angebot an 2015 Peanuts. Ein realistischer Preis für 2010 liegt bei etwa 50 EUR - und für den 2009er bei etwa 60, einfach weil es hier Mengen gibt. Es ist doch immer das Gleiche: es gibt eine günstige Briefseite im Internet. Oft handelt es sich dabei um Offerten von 1 bis 3 Flaschen. Die Mengen sind nicht nachfrageresistent und zeichnen ein Preisbild, das einfach so nicht stimmt.
Was Batailley betrifft, weiss ich ziemlich gut, worüber ich rede :)

Herzliche Grüße,
Matthias Hilse
Benutzeravatar
octopussy
Beiträge: 4405
Registriert: Do 23. Dez 2010, 10:23
Bewertungssystem: Auf Benutzername klicken
Wohnort: Hamburg

Re: Bordeaux 2015

Beitrag von octopussy »

Matthias Hilse hat geschrieben:Ein realistischer Preis für 2010 liegt bei etwa 50 EUR - und für den 2009er bei etwa 60, einfach weil es hier Mengen gibt. Es ist doch immer das Gleiche: es gibt eine günstige Briefseite im Internet. Oft handelt es sich dabei um Offerten von 1 bis 3 Flaschen. Die Mengen sind nicht nachfrageresistent und zeichnen ein Preisbild, das einfach so nicht stimmt.
In UK gibt es zahlreiche Angebote für 12er OHKs Batailley 2009 und 2010, bei denen der Preis sich in etwa bei GBP 325 in bond bewegt. Plus Duty plus VAT und in Euro umgerechnet sind das knapp unter 45 Euro.
Beste Grüße, Stephan
Matthias Hilse
Beiträge: 437
Registriert: Di 30. Nov 2010, 18:12
Kontaktdaten:

Re: Bordeaux 2015

Beitrag von Matthias Hilse »

octopussy hat geschrieben: In UK gibt es zahlreiche Angebote für 12er OHKs Batailley 2009 und 2010, bei denen der Preis sich in etwa bei GBP 325 in bond bewegt. Plus Duty plus VAT und in Euro umgerechnet sind das knapp unter 45 Euro.
Und wenn Sie dann noch die Versandkosten draufrechnen, liegen wir sicherlich nicht mehr weit auseinander. Es ist ja auch ziemlich wurscht. Wenn ich Ihre Beitrage richtig lese, kaufen Sie aber doch gar keine Kisten, sondern Einzelflaschen, resp. Mengen, die nicht der Handelseinheit entsprechen, auf die Sie sich beziehen. Da würden Ihnen dieses UK-Angebote doch aber garnichts nützen.
Meine Angaben beziehen sich auf den Markt, in dem sofort kontrahiert werden kann. Diese UK-Bond-Geschichten habe ich hier nicht im Blick, insofern haben Sie einen Punkt angesprochen, auf dem ich eher blind bin - weil es ohnehin nur die Jahrgänge 2009 und 2010 sind, die noch auf Käufer warten, damit die Einlagerer noch eine kleine Rendite erzielen können.
Herzliche Grüße,
Matthias Hilse
Benutzeravatar
harti
Beiträge: 2614
Registriert: Mo 9. Aug 2010, 15:49
Wohnort: Deutschland

Re: Bordeaux 2015

Beitrag von harti »

Matthias Hilse hat geschrieben:
octopussy hat geschrieben: In UK gibt es zahlreiche Angebote für 12er OHKs Batailley 2009 und 2010, bei denen der Preis sich in etwa bei GBP 325 in bond bewegt. Plus Duty plus VAT und in Euro umgerechnet sind das knapp unter 45 Euro.
Und wenn Sie dann noch die Versandkosten draufrechnen, liegen wir sicherlich nicht mehr weit auseinander. Es ist ja auch ziemlich wurscht. Wenn ich Ihre Beitrage richtig lese, kaufen Sie aber doch gar keine Kisten, sondern Einzelflaschen, resp. Mengen, die nicht der Handelseinheit entsprechen, auf die Sie sich beziehen. Da würden Ihnen dieses UK-Angebote doch aber garnichts nützen.
Meine Angaben beziehen sich auf den Markt, in dem sofort kontrahiert werden kann. Diese UK-Bond-Geschichten habe ich hier nicht im Blick, insofern haben Sie einen Punkt angesprochen, auf dem ich eher blind bin - weil es ohnehin nur die Jahrgänge 2009 und 2010 sind, die noch auf Käufer warten, damit die Einlagerer noch eine kleine Rendite erzielen können.
Herzliche Grüße,
Matthias Hilse
Hallo Matthias,

es geht letztendlich darum, dass im Einzelhandel noch größere Mengen Batailley 2009/2010 für 400-410 € netto in der 12er OHK angeboten werden, ob das jetzt in England, Frankreich oder Deutschland ist, spielt m.E. keine wesentliche Rolle.

Sollte Batailley in 2015 zum gleichen Preis (also etwa 40 € EVP) auf den Markt kommen, wäre dieser Wein zu teuer (sofern man identische Qualitäten unterstellt).

Grüße

Hartmut
Antworten

Zurück zu „Bordeaux und Umgebung“