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Re: Bordeaux 2025

Verfasst: Di 19. Mai 2026, 17:28
von Ollie
Ach so, endlich komme ich zur Korrektur:
Ollie hat geschrieben: Di 12. Mai 2026, 14:14 Corbin
Auf Cantemerle verkostet. Hübscher, sehr gefälliger St-Emilion (87-89).
Es handelt sich hier bei um Grand Corbin, nicht um Corbin, sorry für den Übertragungsfehler. Gerald, vielleicht könntest du das korrigieren, ich komme ja nicht mehr an den Beitrag ran? Lieben Dank!

medoc hat geschrieben: Di 19. Mai 2026, 13:54 Ollie schrieb ja schon, kauft nicht nach Punkten :mrgreen:
Oha, da habe ich wohl was angefangen. :lol:

Bei HBL, d'Armailhac und Batailley kann man ja schon üben und nur das kaufen, was einem selbst - und völlig unanhängig von Punkten - schmeckt, preislich ist das ja kein sooo großer Unterschied, auch wenn der Moo-Tung Clan natürlich einen auf Statement macht und unter 40 Euro EVP geht. Aber stellt euch nur das Gesicht eurer Nachbarn vor, wenn ihr die Kiste d'Armailhac in den Keller tragt! Grün und blau vor Neid werden diese Pédesclauxplebejer werden, grün und blau! :mrgreen:

Cheers,
Ollie

Re: Bordeaux 2025

Verfasst: Mi 20. Mai 2026, 08:59
von Zaccetti
Château Canon La Gaffelière 51.80.- Fr / 58.60 Euro, leicht höher wie 2024 (56.60 Euro)

Re: Bordeaux 2025

Verfasst: Mi 20. Mai 2026, 09:49
von Matthias Hilse
Man könnte es so formulieren: wer einen guten Grund sucht, seiner "Subskriptionssucht" Herr zu werden, der ist mit Leoville Barton auf jeden Fall besser dran als mit Gruaud Larose :D
Leo B 2025: € 52,80 ex negoce....

Herzliche Grüße,
Matthias Hilse

Re: Bordeaux 2025

Verfasst: Mi 20. Mai 2026, 10:06
von pessac-léognan
Die Barton- und Neipperg-Weine sind draußen. LB ca. 10CHF über Gruaud-Larose. (64.20)

Re: Bordeaux 2025

Verfasst: Mi 20. Mai 2026, 10:26
von Matthias Hilse
Vielleicht an dieser Stelle eine kurze Anmerkung zu Leoville Barton/Gruaud Larose.
Beide Weingüter habe ich "einzeln" besucht - das ist immer dann wichtig, wenn es um die Nuancen - weniger bei der eigentlichen Verkostung - als bei der Besprechung des Jahrgangs geht. Damien Barton offenbarte hier deutlich seine und seiner Familie Jahrgangsvorliebe für 2016 gegenüber 2018, 2019, 2020 und 2022, die er zwar als "great vintage" bezeichnet - aber gleichwohl nicht so hoch einschätzt wie eben 20216. Also ist es nur natürlich, wenn er den Jahrgang 2025 nicht auf dem gleichen Niveau anbietet wie im Vorjahr - schließlich bietet er ihn ja günstiger an als weiland 2016 zur Subskription.

Bei Gruaud Larose wiederum ist man sich durchaus bewusst, derzeit etwas hinter dem historischen Ruf "hinterher zu laufen"; das Beste, was ein Weingut ja selbst tun kann, um dagegen "anzustinken" ist halt, einen großen Jahrgang zu einer ganz ausserordentlichen Opportunität in den Markt zu bringen.

Naturgemäß ist es nun aber so, dass sich diese Opportunität nicht allen Marktteilnehmern in gleichem Maß offensichtlich macht - und so kann man das, was ich hier zu skizzieren versuche, natürlich auch mit Beispielen "bereichern", die ganz andere St. Juliens ins Rampenlicht stellen.

Ich weise hier zur Verdeutlichung auf die Bewertungen des Lafite 2025 (der gleich an den Markt kommen wird) von William Kelley vs Colin Hay hin. Während meine eigene Wahrnehmung des Weins gut auf einer Linie mit Hay liegt (ich wüßte einfach nicht, wie man den Wein irgendeiner Inferiorität unterworfen sehen kann und ihm damit keine Perfektion attribuiert), sieht Kelley das ganz anders.

Wen es interessiert, um 14 Uhr wird das Video, das auf Leoville/Langoa-Barton entstanden ist, auf Youtube hochgeladen. Da kann man die Ausführungen von Damien, die ich hier referiere, von ihm selbst vernehmen.https://www.youtube.com/@MatthiasHilse

Herzliche Grüße,
Matthias Hilse

Re: Bordeaux 2025

Verfasst: Mi 20. Mai 2026, 11:10
von Ollie
Matthias Hilse hat geschrieben: Mi 20. Mai 2026, 10:26 Bei Gruaud Larose wiederum ist man sich durchaus bewusst, derzeit etwas hinter dem historischen Ruf "hinterher zu laufen"; das Beste, was ein Weingut ja selbst tun kann, um dagegen "anzustinken" ist halt, einen großen Jahrgang zu einer ganz ausserordentlichen Opportunität in den Markt zu bringen.
Nun, Gruaud muss auch sicherstellen, daß der Verkauf des 2025ers ein durchschlagender Erfolg wird, und deshalb nicht nur in Qualität, sondern auch im Preis massiv "overdelivern". Sonst führen sie später Gäste durch die dunklen, langen Hallen und sagen "hier lagern wir die 100.000 unverkauften Flaschen unseres Super-Duper-300-Jahre-Jubiläumsweins, den wir nur zu ganz besonderen Anlässen im Familienkreis öffnen, weil die teure Spezialflasche so lichtempfindlich ist". :mrgreen:

Nächstes Jahr haben die Bartons dann die Ehre (200 Jahre Besitz von Léoville). (Oh shit, den muss ich dann ja auch noch kaufen. Na sowas.)

Cheers,
Ollie

Re: Bordeaux 2025

Verfasst: Mi 20. Mai 2026, 11:32
von pessac-léognan
"Kein Mensch muss müssen", Ollie. Da hat Lessing zwar wohl nicht an Wein gedacht - aber das siècle des lumières hat ja schließlich auch Zeiten Platz gemacht, wo Vernunft nicht mehr weiter hilft und man eher den Flaschen zuspricht. Und Gruaud-Larose und Konsorten haben da doch immerhin mehr zu bieten als die Politiker-Flaschen...

Re: Bordeaux 2025

Verfasst: Mi 20. Mai 2026, 11:35
von pessac-léognan
Carruades de Lafite zu 163 CHF

Re: Bordeaux 2025

Verfasst: Mi 20. Mai 2026, 11:39
von pessac-léognan
pessac-léognan hat geschrieben: Mi 20. Mai 2026, 11:35 Carruades de Lafite zu 163 CHF
Lafite zu 392!

Re: Bordeaux 2025

Verfasst: Mi 20. Mai 2026, 12:14
von Ollie
pessac-léognan hat geschrieben: Mi 20. Mai 2026, 11:32 "Kein Mensch muss müssen", Ollie. Da hat Lessing zwar wohl nicht an Wein gedacht - aber das siècle des lumières hat ja schließlich auch Zeiten Platz gemacht, wo Vernunft nicht mehr weiter hilft und man eher den Flaschen zuspricht. Und Gruaud-Larose und Konsorten haben da doch immerhin mehr zu bieten als die Politiker-Flaschen...
Aufklärung, Schmaufklärung. Nicht die Flaschen sind das Problem, sondern die Menschen, die sie kaufen, da bin ich ganz bei Sartre. Und weil auch ich mich durch die (wohlkuratierte) Sicht Anderer auf mich definiere, komme ich aus der Nummer auch nicht mehr raus - ich muss gutes Geld gutem Wein hinterherwerfen. Sind halt Schicksalsjahre einer B'scheisserin. :lol:

Cheers,
Ollie

PS: Falls jemand Absolution braucht: Lafite ist sechs Mal besser als Léoville Barton. *löck*