Bordeaux 2016

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
Kle
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Kle »

Jochen R. hat geschrieben: Sa 1. Aug 2026, 10:08 Jedenfalls empfand ich die Nase weder als verhalten, noch als pauillacig - sie war geradezu intensiv mit viel Heidelbeerjoghurt, ultramodern und überhaupt nicht BDX-typisch.
dass die Flasche jetzt gut genießbar ist, war wieder ein super Tip von dir, Jochen!
Du beschreibst den Duft als „Heidelbeerjoghurt“, ich als „Cassis“. Ich muss mal wieder kräftig Cassis einatmen, um mich zu überprüfen. Es ist jedenfalls eine spezielle Duftnote (und der Yoghurt-Zusatz passt für mich sehr gut), die ich bei einigen Pontet-Canets fand. Geht es dir mit deiner Heidelbeere auch so oder findest du sie nicht unbedingt charakteristisch für neuere Jahrgänge?

Gruß, Kle
„Wenn man die Augen zumacht, schmeckt er noch bitterer, es ist phantastisch.“
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Jochen R.
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Jochen R. »

Kle hat geschrieben: Sa 1. Aug 2026, 11:16
Jochen R. hat geschrieben: Sa 1. Aug 2026, 10:08 Jedenfalls empfand ich die Nase weder als verhalten, noch als pauillacig - sie war geradezu intensiv mit viel Heidelbeerjoghurt, ultramodern und überhaupt nicht BDX-typisch.
dass die Flasche jetzt gut genießbar ist, war wieder ein super Tip von dir, Jochen!
Du beschreibst den Duft als „Heidelbeerjoghurt“, ich als „Cassis“. Ich muss mal wieder kräftig Cassis einatmen, um mich zu überprüfen. Es ist jedenfalls eine spezielle Duftnote (und der Yoghurt-Zusatz passt für mich sehr gut), die ich bei einigen Pontet-Canets fand. Geht es dir mit deiner Heidelbeere auch so oder findest du sie nicht unbedingt charakteristisch für neuere Jahrgänge?

Gruß, Kle
Hallo Kle,
danke!
Leider steht in meiner VKN zum 2016er nur der Früchtekorb - Details weiß ich nicht mehr, dass da auch Cassis dabei war, liegt bei dem Cabernet S.-Anteil ja nahe.
Den Heidelbeerjoghurt / laktische Noten + kompottige/eingekochte Frucht finde ich tatsächlich bei jung getrunkenen P-C der neueren Machart immer wieder. Bis vor kurzen dachte ich: wie kann man so etwas kaufen? Die Pontet-Canet Probe im Januar hat mich hier leicht Umdenken lassen - so fand ich z. B. den 2015er bei Arrivage einfach nur furchtbar, die Flasche im Januar war toll. Ein Fan dieses Stils werde ich aber trotzdem nie werden.

Viele Grüße,
Jochen
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Kle
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Kle »

Freut mich, Jochen, wie treffend du auch mein Empfinden und Befremden über die Note beschreibst - von den zuletzt probierten PC´s fiel sie mir nur beim 17er nicht auf. Eine eventuell fortgeschrittenere Entwicklung der obigen 16er mag übrigens daran liegen, dass meine Lagerbedingungen sicher schlechter als deine sind.

Gruß, Kle
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Nora
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Nora »

Auch von mir danke für deine Rückmeldung Jochen.

Bei meiner Flasche gab es weder Heidelbeerjoghurt noch sonst irgendwelche laktischen Noten, auch keine kompottige oder eingekochte Frucht. Sowohl in der Nase als auch am Gaumen wirkte die Frucht eher zurückhaltend, dabei aber auch recht klar. Es stand eher Fleisch und Würze im Vordergrund. Ganz anders als insbesondre beim 19er PC, den ich für misslungen halte.

Ein bisschen ist noch vom 16er in der Flasche, ich werde heute Abend noch einmal verstärkt darauf achten.

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Nora
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Nora »

Ok, mit viel Konzentration darauf, vielleicht doch ein Hauch von Laktik. Aber gekocht oder kompottig ist die Frucht in meinem Wein nicht.

Aber was für eine Entwicklung! Heute präsentiert sich der Wein am schönsten und ausgewogensten. Sehr gut!

VG Nora
jojojo_berlin
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von jojojo_berlin »

Chateau L'Ambroisie 2016

Einer meiner ersten Weine, die ich bei Lobenberg 2020, als ich während Corna meine Leidenschaft für Bordeaux entdeckte, bestellt hatte. Leider nur eine Flasche:( Lalande Pomerol, 100% Merlot!
Lobenberg hat ja ein Faible für nischige Weine. Klar bewertet und beschreibt er die Weine auf seine eigene Art, aber ich wurde bisher selten enttäuscht (wenn man die Bewertungen richtig einzuschätzen weiß).
Der Wein ist in einem perfekten Trinkfenster meiner Meinung nach. Schon der Duft im Glas ist sensationell. Schwarze Kirche, Pflaume, alles sehr reif und super fein und dicht, mit einer tollen Länge. Damit hätte ich gar nicht gerechnet!
Leider bekommt man den Wein scheinbar nicht mehr. Tolles PLV!
93/100
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weingollum33
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von weingollum33 »

Ok, mit viel Konzentration darauf, vielleicht doch ein Hauch von Laktik. Aber gekocht oder kompottig ist die Frucht in meinem Wein nicht.
Ich finde es erstaunlich, wie unterschiedlich die Wahrnehmung von Aromen oder Geschmacksnoten grundsätzlich ist. Wenn ich manchmal Verkostungsnotizen lese, bin ich überrascht, was einzelne Personen wahrnehmen und insbesondere als sortentypisch deklarieren. Ich denke dann manchmal, trinkt die Person einen anderen Wein oder warum ist die Wahrnehmung so unterschiedlich. Insofern finde ich es fast überraschend, dass beim 2016 Pontet Canet (den ich im Übrigen nicht kenne) zumindest einiges an Übereinstimmung wahrgenommen wird. Wenn man sich die Verkostungsnotizen der Profis anschaut, dann sind mE die Schnittmengen hinsichtlich der wahrgenommen Aromen auch eher begrenzt, bei gleichem Wein im selben Jahrgang zeitnah verkostet.
Gruß Tobias
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Kle »

weingollum33 hat geschrieben: So 2. Aug 2026, 18:59
Ok, mit viel Konzentration darauf, vielleicht doch ein Hauch von Laktik. Aber gekocht oder kompottig ist die Frucht in meinem Wein nicht.
Ich finde es erstaunlich, wie unterschiedlich die Wahrnehmung von Aromen oder Geschmacksnoten grundsätzlich ist. Wenn ich manchmal Verkostungsnotizen lese, bin ich überrascht, was einzelne Personen wahrnehmen und insbesondere als sortentypisch deklarieren. Ich denke dann manchmal, trinkt die Person einen anderen Wein oder warum ist die Wahrnehmung so unterschiedlich. Insofern finde ich es fast überraschend, dass beim 2016 Pontet Canet (den ich im Übrigen nicht kenne) zumindest einiges an Übereinstimmung wahrgenommen wird. Wenn man sich die Verkostungsnotizen der Profis anschaut, dann sind mE die Schnittmengen hinsichtlich der wahrgenommen Aromen auch eher begrenzt, bei gleichem Wein im selben Jahrgang zeitnah verkostet.
Gruß Tobias
...hinzu kommt Chateau Babel. Wenn mir Begriffe wie Pflaume einfallen - sogar vermeintlich zwingend - stelle ich mir öfter vor, wie es wäre, wenn ich jetzt diese Frucht essen würde und wundere mich mitunter über die Diskrepanz. Bevor ich „ansatzweise kompottig“ schrieb, zögerte ich, da ich wusste, dass es für Weine ein relativ drastischer Begriff ist, der als allzu charakterisierend gelesen werden könnte. Doch er war für die Fruchtanmutung zu einem bestimmten Zeitpunkt „ansatzweise“ treffend. Im Dialog mit Jochen glaubte ich wiederum, eine PC-Duftnote besser zu verstehen- aber wie bei vielen rätselhaften Phänomen sind mehrere Interpretationen möglich.

Gruß, Kle
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Jochen R.
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Jochen R. »

Wenn wir jetzt alle die gleiche Flasche unter den selben Bedingungen verkostet hätten, wäre ich mehr überrascht. Beim Fazit zur Qualität waren wir ja nicht allzu weit auseinander.
Ich finde diese Experimente spannend!

Ich persönlich halte übrigens nichts davon, so junge BDX zu dekantieren oder über mehrere Tage zu verkosten. Aber das soll jetzt bitte nicht in den falschen Hals kommen - für Nora war ja gerade Tag 4 am schönsten. Und so soll es sein.

Viele Grüße.
Jochen
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Kle »

Jochen R. hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 16:58 Ich persönlich halte übrigens nichts davon, so junge BDX zu dekantieren oder über mehrere Tage zu verkosten.
wenn eine Flasche nicht an einem Tag ausgetrunken werden kann, ist es natürlich schön, wenn sie sich kaum oder zum Besseren verändert. Aber dein Vorbehalt ist sehr interessant. Wie meinst du es? Dass der jugendliche Elan nicht aufgebrochen oder gedehnt werden sollte?

Gruß, Kle
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