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Re: Bordeaux 2016
Verfasst: Sa 6. Sep 2025, 22:48
von amateur des vins
Heute zu Lammkotelettts mit Rosmarin-Blechkartoffeln aufgezogen:
Ch. Capbern 2016
Hmm, zuerst ein Stinker, dann volatile Säure. Oder doch nicht? Ist da viel CF im Spiel? Nee, 69 CS, 25 M, 4 CF, 2 PV. Dann isses wohl doch VA. Zum Glück ist sie genau das: volatil, d.h. mit der Zeit wird es (deutlich) besser.
Ansonsten zeigt der Wein kaum Alterung, weder von der Robe, noch vom Bouquet her. Ziemlich blaufruchtig, mit einigen floralen Noten und ein wenig Cranberry. Unauffällig sowohl von der Säure wie von den Tanninen (heißt nicht: da fehlt was; drängt sich nur nicht auf). Die bei den ersten Flaschen erwähnte Schoko-Mokka-Note finde ich genausowenig wie den Eukalyptus: Das scheint sich integriert zu haben.
Ganz schöner Wein, balanciert und zugänglich. Hätte karaffiert gehört, denn er wurde über den Abend immer besser. Harmonierte erwartungsgemäß gut mit dem Lamm. Gemessen an dieser Flasche, erstaunlich jung: hätte besser noch ein paar Jahre gelegen. Kein Vergleich zum großen Bruder, der mich zumindest bei der Arrivage total geflasht hat, aber für's kleine Geld echt schön.
Re: Bordeaux 2016
Verfasst: Do 25. Dez 2025, 16:42
von Schönibert
2016 La Bastide Dauzac Margaux
Von Anfang an präsent mit dunkelroter Frucht trägt und hält der durch und macht eine gute Figur zu gebratenem Rinderfilet. Find den hier eigentlich besser, als den - in der Tat aber einzigen - anderen mir von denen bekannten und geradezu peinlich simpel geratenen 2013er Chateau Dauzac Grand Cru Classé. Und zwar nicht nur vom PLV her, sondern auch unabhängig davon.
Re: Bordeaux 2016
Verfasst: Do 25. Dez 2025, 18:27
von Sauternes
Schönibert hat geschrieben: ↑Do 25. Dez 2025, 16:42
2016 La Bastide Dauzac Margaux
Von Anfang an präsent mit dunkelroter Frucht trägt und hält der durch und macht eine gute Figur zu gebratenem Rinderfilet. Find den hier eigentlich besser, als den - in der Tat aber einzigen - anderen mir von denen bekannten und geradezu peinlich simpel geratenen 2013er Chateau Dauzac Grand Cru Classé. Und zwar nicht nur vom PLV her, sondern auch unabhängig davon.
Der Vergleich ist aber fast unfair, 2013, der bekanntermaßen schlechteste Jahrgang der Dekade, gegen 2016, der bekanntermaßen beste Jahrgang der Dekade, da kann 2016 nur besser abschneiden, und deine Notiz ist der beste Beweis, das selbst kleine Weine aus großen Jahrgängen einfach schön sind

.
Gruß Heiko
Re: Bordeaux 2016
Verfasst: Do 25. Dez 2025, 18:41
von Schönibert
Hallo Heiko, dass ausgerechnet diese beiden Jahrgänge auch noch so weit auseinanderliegen, war mir ja gar nicht bewusst. Aber dein Fazit teile ich in Anbetracht dieser Erfahrung absolut, qed, oder so. Schöne Weihnachten, cheers.
Re: Bordeaux 2016
Verfasst: Do 25. Dez 2025, 19:12
von Jochen R.
Sauternes hat geschrieben: ↑Do 25. Dez 2025, 18:27
..., und deine Notiz ist der beste Beweis, das selbst kleine Weine aus großen Jahrgängen einfach schön sind

.
Gruß Heiko
Apropos Heiko, wie war denn der Clos Louie 2005?
Viele Grüße,
Jochen
Re: Bordeaux 2016
Verfasst: Do 25. Dez 2025, 21:11
von Sauternes
Jochen R. hat geschrieben: ↑Do 25. Dez 2025, 19:12
Apropos Heiko, wie war denn der Clos Louie 2005?
Hallo Jochen,
es gab eine Änderung in der Weinauswahl, der CL wartet also noch, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
In Gedenken an unseren lieben Thorsten ( Thvins) fiel die Wahl kurzfristig auf einen 2015 Priorat, den ich bei ihm gekauft und auch persönlich abgeholt habe.
Ein entsprechender Bericht folgt dann in der passenden Kategorie.
Weihnachtlichen Gruß Heiko
Re: Bordeaux 2016
Verfasst: Sa 27. Dez 2025, 19:19
von pessac-léognan
Tourelles de Longueville Pauillac 2016 (13.5% ABV)
58% M / 25% CS / 12% CF / 5% PV
Neben dem Griffon Zweitwein von Pichon Longueville Baron, mit für Pauillac hohem Merlotanteil.
Die 58% Merlot sind vor allem zu Beginn unverkennbar. Interessanterweise setzt sich gegen die Schwarzfruchtigkeit (schwarze Kirschen, leicht angedorrt, sehr reife Heidelbeeren, etwas laktisch) mit der Zeit das Tabakig-Rauchige von Pauillac, mit einer steinigen Note, unterstützt von einer immer noch recht markanten Säure, die aber den Trinkgenuss eher erhöht, doch wieder durch. Die Tannine sind fast abgeschmolzen, und der Wein trinkt sich zu Beginn seines 10. Jahres sehr gut, wird aber wohl noch ein paar Jahre diesen Genuss bieten. Am hinteren Gaumen flacht der Wein allerdings recht schnell ab, der Abgang ist entsprechend eher kurz und ein wenig unbestimmt.
91(-92)
Am 3. Tag sind das satte 92(+)! Der Tourelles ist nun ungemein trinkig, gegen das Rauchig-Tabakige hat sich eher wieder die Schwarzfruchtigkeit durchgesetzt, mit deutlich längerem Abgang auf einer interessanten Schiene von sehr dunkler Schokolade auf steinigem Untergrund. Ein wunderbar zu trinkender Wein (während der Erstwein wohl noch ein Jahrzehnt braucht?)
Re: Bordeaux 2016
Verfasst: Sa 27. Dez 2025, 20:41
von Sauternes
Jochen R. hat geschrieben: ↑Do 25. Dez 2025, 19:12
Apropos Heiko, wie war denn der Clos Louie 2005?
Hallo Jochen,
da ich nun selbst sehr neugierig war, gab es den CL 2005 spontan heute Abend, ausführlich behandeln werde ich den Wein dann im passenden Thema, aber nur soviel vorweg, perfekte Flasche und für mich ein perfekter Wein, bekomme die Nase kaum aus dem Glas raus

, was für ein Jahresabschluss, großartig

.
Gruß Heiko
Re: Bordeaux 2016
Verfasst: Sa 27. Dez 2025, 22:32
von Jochen R.
Hallo Heiko,
Toll, das freut mich, danke fürs Feedback!
Viele Grüße,
Jochen
Re: Bordeaux 2016
Verfasst: Do 5. Feb 2026, 19:17
von Jochen R.
Von diesem Jahrgang war ich - von "klein" bis "groß - bei Arrivage schwer beeindruckt. Die ersten Eindrücke zum Jahresbeginn - 10 years after - finde ich schon mal (für meinen Geschmack!) vielversprechend ... Belgrave 93-94+, Pontet-Canet 97 und heute
Senejac 2016 zum Rostbraten:
Florale Noten, Zedern, nasses Leder, Eucalyptus, Tabak. Tolle Entwicklung mit wenig Luftzufuhr. Mittelgewichtig, Bittermandeln, herb/würzig, nicht so schlechte Tanninstruktur, tabakig, Brombeeren, mittellanger bis langer Abgang. Null Fett, keine Schminke notwendig, Trinkfluss, hervorrangend. 91+ P.
Viele Grüße,
Jochen