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Re: Absatzrückgang Wein

Verfasst: So 12. Okt 2025, 17:45
von jxs
Rieslingfan hat geschrieben: So 12. Okt 2025, 16:24 Andere Quellen schreiben dagegen -> Deutsche Weine legen leicht zu, Importe verlieren kräftig.
Nach Herkunftsregionen betrachtet, gewinnt Deutschland Marktanteile: Der Anteil am gesamten Weinkauf stieg um 0,8 Prozentpunkte, während Italien (–0,9 %), Spanien (–1,2 %) und Frankreich (–1,4 %) Anteile verloren. Im Detail zeigt sich ein differenziertes Bild: Bei Weißweinen verliert Deutschland leicht (–1,1 %), Spanien (+0,9 %) und sonstige Herkünfte (+4,1 %) legen dagegen zu. In der Kategorie Rotwein gewinnt Deutschland (+1,5 %), Spanien verliert (–3,7 %). Auch bei Roséwein greifen die Verbraucher öfter zu Weinen aus Deutschland (+2,9 %), und weniger zu Rosés aus Frankreich (–2,3 %).
Ein zunehmender Marktanteil bedeutet nicht automatisch, dass die Absatzmenge steigt! Wenn die Gesamtmenge stark sinkt, dann sinkt auch der Absatz des deutschen Weines. Und so steht es auch im verlinkten Artikel
Nachfrage nach deutschen Weinen in der Menge nur um 1,4 Prozent zurückging
Ohnehin geht es in diesem Faden eh um den Gesamtweinabsatz „in Europas größten Märkten“, wenngleich zwischendrin auch mal einzelne Länder diskutiert wurden.

Re: Absatzrückgang Wein

Verfasst: So 12. Okt 2025, 18:37
von Rieslingfan
jxs hat geschrieben: So 12. Okt 2025, 17:45 Ohnehin geht es in diesem Faden eh um den Gesamtweinabsatz „in Europas größten Märkten“, wenngleich zwischendrin auch mal einzelne Länder diskutiert wurden.
In der im Eingangsbeitrag verlinkten Studie geht es in erster Linie um alkoholische Getränke.
Gerald hat geschrieben: Sa 11. Okt 2025, 07:23 Neue Studie - zwar nicht explizit auf Wein bezogen, sondern auf alkoholische Getränke allgemein

Re: Absatzrückgang Wein

Verfasst: So 12. Okt 2025, 19:27
von UlliB
jxs hat geschrieben: So 12. Okt 2025, 17:45 Ein zunehmender Marktanteil bedeutet nicht automatisch, dass die Absatzmenge steigt! Wenn die Gesamtmenge stark sinkt, dann sinkt auch der Absatz des deutschen Weines. Und so steht es auch im verlinkten Artikel
Ja, so ist das. Die abgesetzte Weinmenge sinkt in Deutschland deutlich, auch die des deutschen Weins, nur verlieren andere Länder noch mehr Volumen und Erlöse, so dass man dann im Ländervergleich relativ betrachtet irgendwie doch als Gewinner dasteht. Nur kann sich von dieser Art "Gewinn" niemand etwas kaufen.

Es ist bezeichnend für den verzweifelten Zustand der Wein-assoziierten Medien, den tatsächlichen Verlust an Volumen und Wertschöpfung unter dem Titel "Deutsche Weine legen leicht zu" zu verkaufen. Aber offensichtlich fallen auch gleich ein paar Leute drauf rein. Nützen tut das allerdings den Erzeugern gar nichts.

Gruß
Ulli

Re: Absatzrückgang Wein

Verfasst: So 12. Okt 2025, 19:40
von Rieslingfan
Nur zur Klarstellung, ich habe den Artikel "Deutsche Weine legen leicht zu" lediglich verlinkt um aufzuzeigen wie unterschiedlich man etwas in den Medien präsentieren kann.

Unabhängig davon bin ich aber der Ansicht, dass es den deutschen Winzern mit Direktvermarktung im Allgemeinen weiterhin alles andere als schlecht geht. Dies ist zumindest meine Vermutung.

Re: Absatzrückgang Wein

Verfasst: So 12. Okt 2025, 19:57
von EThC
UlliB hat geschrieben: So 12. Okt 2025, 19:27 nur verlieren andere Länder noch mehr Volumen und Erlöse, so dass man dann im Ländervergleich relativ betrachtet irgendwie doch als Gewinner dasteht.
...interessant unter Beachtung der auch schon gefallenen Argumentation, daß deutsche Winzer insbesondere im Faßweinbereich ein Zurückdrängen durch günstigere ausländische Weine hinnehmen müßten...
Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst manipuliert erstellt hast! :mrgreen:
Rieslingfan hat geschrieben: So 12. Okt 2025, 19:40 Unabhängig davon bin ich aber der Ansicht, dass es den deutschen Winzern mit Direktvermarktung im Allgemeinen weiterhin alles andere als schlecht geht. Dies ist zumindest meine Vermutung.
...zumindest für Wittmann dürfte das vermutlich sogar zutreffen... :o

Re: Absatzrückgang Wein

Verfasst: So 12. Okt 2025, 20:31
von jxs
Rieslingfan hat geschrieben: So 12. Okt 2025, 19:40 Unabhängig davon bin ich aber der Ansicht, dass es den deutschen Winzern mit Direktvermarktung im Allgemeinen weiterhin alles andere als schlecht geht. Dies ist zumindest meine Vermutung.
Da bin ich anderer Meinung. Wenn wir über Wittmann, Keller, Molitor und Konsorten reden, vermutlich schon. Einige andere haben ihre Einstiegsinvestitionen eh an anderer Stelle „erwirtschaftet“ (bspw. Van Volxem, Niederberger Gruppe). Ich vermute aber, dass nicht wenige Winzer der gehobenen Klasse bzw. solche die stark aufgestiegen sind hohe Investsummen über Kredite finanziert haben. Da reicht es nicht 10 wunderbare Jahre zu haben…

Der ein oder andere Betrieb hat ja auf Grund seiner Rechtsform veröffentlichungspflichtige Bilanzen. Da kann man ja mal einen Blick reinwerfen.

Re: Absatzrückgang Wein

Verfasst: So 12. Okt 2025, 20:55
von EThC
jxs hat geschrieben: So 12. Okt 2025, 20:31 Der ein oder andere Betrieb hat ja auf Grund seiner Rechtsform veröffentlichungspflichtige Bilanzen. Da kann man ja mal einen Blick reinwerfen.
...wenn sich jemand die Mühe machen will, wäre grundsätzlich sicher interessant. Nur: ob man daraus zum jetzigen Zeitpunkt schon was Relevantes rauslesen kann :?: :?

Außerdem wird's auf eher wenige Weingüter zutreffen, da entweder keine Kapitalgesellschaft oder Bilanzsumme zu gering...

Re: Absatzrückgang Wein

Verfasst: Di 14. Okt 2025, 16:41
von Rieslingfan
jxs hat geschrieben: So 12. Okt 2025, 20:31 Da bin ich anderer Meinung. Einige andere haben ihre Einstiegsinvestitionen eh an anderer Stelle „erwirtschaftet“ (bspw. Van Volxem ....
Das Anwesen von Van Volxem erweckt aber keineswegs den Eindruck, als ob es am notwendigen Kapital gefehlt hat.

Re: Absatzrückgang Wein

Verfasst: Di 14. Okt 2025, 16:46
von bordeauxlover
Hallo Markus,

das habe ich anders verstanden - als Anspielung auf den Umstand, dass van Volxem der Brauereidynastie entstammt, die u.a. Bitburger Pils herstellt. Geld also von daher genug vorhanden ist.

Schöne Grüße
Armin

Re: Absatzrückgang Wein

Verfasst: Di 14. Okt 2025, 16:53
von maha
Rieslingfan hat geschrieben: Di 14. Okt 2025, 16:41
jxs hat geschrieben: So 12. Okt 2025, 20:31 Da bin ich anderer Meinung. Einige andere haben ihre Einstiegsinvestitionen eh an anderer Stelle „erwirtschaftet“ (bspw. Van Volxem ....
Das Anwesen von Van Volxem erweckt aber keineswegs den Eindruck, als ob es am notwendigen Kapital gefehlt hat.
Das war ja genau gemeint. Roman Niewodniczanski kommt aus der Bitburger Dynastie und hat dadurch schon ordentlich Kapital mit ins Weingut gebracht.