La Dame de Montrose, Château Montrose, 2015
Nach einem Wochenende Paris hatte ich gestern Frischkäse und Terrine zum Abendessen und dazu eine Flasche des Zweitweines von Château Montrose geöffnet.
Da steckt schon viel Qualität drin: direkt aus der Flasche ein schönes Bouquet nach etwas Vanille, Holz, dunkle Früchten und etwas Würze (ich würde sagen Gewürznelke und Kräuter). Am Gaumen eine frische Säure, wieder würzig, Tannine noch spürbar, aber schon sehr fein, alles harmonisch und elegant. Ich mag solche feinen und eleganten Weine sehr, vor allem auch mit der Frische.
Bordeaux 2015
Re: Bordeaux 2015
Gruss, Sascha
„Riesling geht immer“!
„Riesling geht immer“!
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pessac-léognan
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Re: Bordeaux 2015
Malartic-Lagravière Pessac-Léognan 2015
GCC de Graves
"Nach einem Durchhänger vor ziemlich genau 5 Jahren (siehe meine Notiz von Dezember 2019) und einer allmählichen Steigerung über die letzten Jahre hinweg scheint der Wein nun, nach gut 10 Jahren, zu seiner Höchstform aufzulaufen. Die Tannine sind fast vollständig abgeschmolzen, das Holz schön integriert, die Frucht in hochkomplexer Symbiose mit einer wunderschönen Pessac-Würze mit reifer Cassisfrucht und Schwarzkirsche wohl dosiert und abgerundet, mit etwas dunkler Schokolade und einer Spur Tabak im langen Abgang. Nichts von Brandigkeit, die Anfang Jahr hier im Forum im Anschluss an eine Verkostung von NM diskutiert wurde, der Alkohol kaum spürbar. Ein sehr feiner Wein, mit Druck und Kontur und ohne Schwere. [...]
95(-96) Aus heutiger Sicht besteht keine Eile, aber jetzt ab und zu eine Flasche zu öffnen, ist gewiss kein Fehler." (16.11.2025)
Ein halbes Jahr später präsentiert sich der Wein in einer ähnlich guten Verfassung, vielleicht mit einer Spur weniger Frische, aber wunderbar zu trinken, in einer seltenen Mischung von Gefälligkeit und Komplexität. 94(+)
Es bleiben noch 4 Flaschen aus einer 12er Kiste. Wenn die sich ähnlich offen zeigen, darf man mit dem Wein mehr als zufrieden sein.
GCC de Graves
"Nach einem Durchhänger vor ziemlich genau 5 Jahren (siehe meine Notiz von Dezember 2019) und einer allmählichen Steigerung über die letzten Jahre hinweg scheint der Wein nun, nach gut 10 Jahren, zu seiner Höchstform aufzulaufen. Die Tannine sind fast vollständig abgeschmolzen, das Holz schön integriert, die Frucht in hochkomplexer Symbiose mit einer wunderschönen Pessac-Würze mit reifer Cassisfrucht und Schwarzkirsche wohl dosiert und abgerundet, mit etwas dunkler Schokolade und einer Spur Tabak im langen Abgang. Nichts von Brandigkeit, die Anfang Jahr hier im Forum im Anschluss an eine Verkostung von NM diskutiert wurde, der Alkohol kaum spürbar. Ein sehr feiner Wein, mit Druck und Kontur und ohne Schwere. [...]
95(-96) Aus heutiger Sicht besteht keine Eile, aber jetzt ab und zu eine Flasche zu öffnen, ist gewiss kein Fehler." (16.11.2025)
Ein halbes Jahr später präsentiert sich der Wein in einer ähnlich guten Verfassung, vielleicht mit einer Spur weniger Frische, aber wunderbar zu trinken, in einer seltenen Mischung von Gefälligkeit und Komplexität. 94(+)
Es bleiben noch 4 Flaschen aus einer 12er Kiste. Wenn die sich ähnlich offen zeigen, darf man mit dem Wein mehr als zufrieden sein.
- Schönibert
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Re: Bordeaux 2015
Lanessan 2015
Da strömt richtig was aus der Flasche raus, Schokolade, Espresso, vielleicht etwas Lakritz, der Wein wirkt absolut nicht 10 Jahre alt, oder am ehesten noch dadurch, dass alles jetzt recht gut aufeinander abgestimmt und der Wein hier definitiv offen für den Genuss ist. Ran an den Speck!
Auch an T+1 richtig Power drin, wird sogar noch fruchtiger aber auch bissig chillischarf.
Da strömt richtig was aus der Flasche raus, Schokolade, Espresso, vielleicht etwas Lakritz, der Wein wirkt absolut nicht 10 Jahre alt, oder am ehesten noch dadurch, dass alles jetzt recht gut aufeinander abgestimmt und der Wein hier definitiv offen für den Genuss ist. Ran an den Speck!
Auch an T+1 richtig Power drin, wird sogar noch fruchtiger aber auch bissig chillischarf.
Viele Grüße,
Euer Schöni
Euer Schöni
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pessac-léognan
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- Registriert: Fr 11. Jan 2019, 10:57
Re: Bordeaux 2015
Château Gazin Pomerol 2015 (14.5% ABV)
95% M / 5% CF
Dieser tiefdunkel purpurne Pomerol beeindruckt in seinem elften Jahr nicht mehr durch sein blumiges, veilchendominiertes Bouquet. Die Nase ist vielmehr sehr zurückhaltend, überhaupt nicht mehr auf Inszenierung bedacht.
Der Wein legt alles, was er hat, in seine palatalen Qualitäten. Und so kleidet er den Gaumen, Schluck für Schluck, wie mit Samt und Seide aus, ohne in irgendeiner Weise schwer zu sein. Vielmehr ist es die Seide, die kühl und wie mit einer Vogelfeder den Gaumen kitzelt und erst ganz allmählich ein samtenes Gewand an den Tag legt, an das sich exotische Gewürze und ebensolche Hölzer elegant anheften - zusammen mit einem Hauch jener ursprünglichen Blumigkeit, die quasi in Form von leicht angewelkten Blütenblättern eine timide Renaissance feiern. Das alles ist mundfüllend und doch von edler Leichtigkeit. Die trinkanimierende Säure trägt das alles mithilfe eines nurmehr erahnbaren Gerüsts ultrafeiner Tannine in einen langen Abgang, in dem sich retronasal dann doch wieder die Blüten, Veilchen voran, in einer entzückenden Frische zurückmelden, eine Art vollendete agonale Dekadenz, als trüge in einem quasireligiösen Zeremoniell sich zu Grabe, wozu Traubigkeit überhaupt in der Lage sein kann - und hier muss dann wohl, selbst als Anhänger der Cabernets, der Merlot alle Ehre erwiesen werden - postum.
Kurz: ein Pomerol aus dem mittleren Segment, der gerade jetzt richtig groß sich zeigt. 95(-96)
Und noch etwas: Die 14.5% Alkohol sind bestens integriert, und trotzdem trinke ich den Wein lieber bei 16/17° als bei 18+. Den 15er habe ich nicht mehr, bin jedoch gespannt auf den 2019er. Die Kiste bleibt aber wohl noch etwa 2 Jahre zu.
95% M / 5% CF
Dieser tiefdunkel purpurne Pomerol beeindruckt in seinem elften Jahr nicht mehr durch sein blumiges, veilchendominiertes Bouquet. Die Nase ist vielmehr sehr zurückhaltend, überhaupt nicht mehr auf Inszenierung bedacht.
Der Wein legt alles, was er hat, in seine palatalen Qualitäten. Und so kleidet er den Gaumen, Schluck für Schluck, wie mit Samt und Seide aus, ohne in irgendeiner Weise schwer zu sein. Vielmehr ist es die Seide, die kühl und wie mit einer Vogelfeder den Gaumen kitzelt und erst ganz allmählich ein samtenes Gewand an den Tag legt, an das sich exotische Gewürze und ebensolche Hölzer elegant anheften - zusammen mit einem Hauch jener ursprünglichen Blumigkeit, die quasi in Form von leicht angewelkten Blütenblättern eine timide Renaissance feiern. Das alles ist mundfüllend und doch von edler Leichtigkeit. Die trinkanimierende Säure trägt das alles mithilfe eines nurmehr erahnbaren Gerüsts ultrafeiner Tannine in einen langen Abgang, in dem sich retronasal dann doch wieder die Blüten, Veilchen voran, in einer entzückenden Frische zurückmelden, eine Art vollendete agonale Dekadenz, als trüge in einem quasireligiösen Zeremoniell sich zu Grabe, wozu Traubigkeit überhaupt in der Lage sein kann - und hier muss dann wohl, selbst als Anhänger der Cabernets, der Merlot alle Ehre erwiesen werden - postum.
Kurz: ein Pomerol aus dem mittleren Segment, der gerade jetzt richtig groß sich zeigt. 95(-96)
Und noch etwas: Die 14.5% Alkohol sind bestens integriert, und trotzdem trinke ich den Wein lieber bei 16/17° als bei 18+. Den 15er habe ich nicht mehr, bin jedoch gespannt auf den 2019er. Die Kiste bleibt aber wohl noch etwa 2 Jahre zu.
Re: Bordeaux 2015
Die kleinen 2015er machen jetzt offenbar richtig Spaß:
Chateau d‘Escurac
jedenfalls hat die letzten Jahre gut genutzt, ist in sich gegangen und geht jetzt voll aus sich heraus. Stimmig, rund, angenehme Süße, dunkle Schokolade. Zum Grill und zum nach dem Grill einfach gut. Fantastisches PLV, ich hatte mit EUR 12,95 im Einkauf notiert!
Chateau d‘Escurac
jedenfalls hat die letzten Jahre gut genutzt, ist in sich gegangen und geht jetzt voll aus sich heraus. Stimmig, rund, angenehme Süße, dunkle Schokolade. Zum Grill und zum nach dem Grill einfach gut. Fantastisches PLV, ich hatte mit EUR 12,95 im Einkauf notiert!
Viele Grüße,
Christoph
Christoph
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pessac-léognan
- Beiträge: 1117
- Registriert: Fr 11. Jan 2019, 10:57
Re: Bordeaux 2015
Ein knappes Jahr später zeigt sich dieser Pomerol auf eine sehr schöne Art weiterentwickelt. Zu den erwähnten Geschmacksnoten gesellen sich edle Hölzer und dunkle Schokolade, auch ein Hauch Nougat. Die Rotkirschigkeit hat sich leicht zu schwarzen Kirschen hin verschoben, auch etwas Maulbeeren kommen zum Vorschein. Der Nachhall ist ausdauernder, wenn auch weniger die Veilchen herauszulesen sind.pessac-léognan hat geschrieben: ↑So 27. Jul 2025, 17:382. Tag: Nach einem Tag im WKS hat sich die Säure gemäßigt und der Wein ist jetzt ein richtig guter Pomerol. 92(-93)pessac-léognan hat geschrieben: ↑Sa 26. Jul 2025, 19:41 Château Nenin Pomerol (14.3% ABV)
67% M / 33% CF
Der dunkelpurpurne, aber nicht opake Pomerol reicht nach 10 Jahren nicht ganz an die enorme Überschwänglichkeit seiner Jugend unmittelbar nach der Arrivage heran, bietet aber doch einen schönen Trinkgenuß.
Nase: Rote Kirschen und Griottes, auf einem zarten Teppich blumiger Noten: Veilchen und etwas Rosen.
Am Gaumen ebenfalls klar (rot-)kirschbetont, kaum Cassis. Gewürze wie Kardamom, etwas Anis und Zimt, getragen von einer durchaus spürbaren Säure, gegen den mittellangen Abgang hin. Die Säure lässt auf ein Alterungspotenzial von mindestens 10 Jahren schließen. Der Wein trinkt sich jetzt aber schön, und mehr als einen Punkt wird er kaum gewinnen. [...]
Fazit: kein großer, aber ein schöner Pomerol im Bereich von knapp 92 Punkten.
So kann er gerne bleiben. 4 Flaschen sind immerhin noch da.
Den Wein würde ich aktuell zwischen 93 und 94 Punkten bewerten und meine Prognose von Juli 2025 würde ich dahingehend revidieren, dass ich das Entwicklungspotential deutlich höher einschätze. Dem Rückgrat aus 1/3 CF sei Dank. Das Säuregerüst ist vielversprechend - Eile ist hier nicht angezeigt. Da kann noch ein Punkt, vielleicht auch 2 dazukommen.
In Vergleich mit dem kürzlich getrunkenen Gazin 2015 schwingt aktuell der Gazin noch (leicht) obenauf, aber auf die Länge kann dieser Nénin dem merlotdominierten Gazin den Rang ablaufen...