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Re: Bordeaux 2019

Verfasst: Do 1. Jan 2026, 16:29
von Trotzki
Insgesamt sehr trinkfreudig. Ich finde komplex, sehr elegant und doch einfach zu trinken (im positiven Sinn gemeint). 19/20 Punkten.
Kann ich vollumfänglich unterschreiben! Bin grosser Fan vom C. Klar, man muss die Stilistik mögen und über die Punktevergabe kann man auch streiten, aber für mich wären das auch 19/20 in Sachen "Drinkability" und Preis-Leistung.
Ähnlich Spass, aber (leider) bei höherem Preis und ebenfalls aus Pessac, macht der Chateau Seguin 2019, der etwas beschwingter und leichtfüssiger (positiv gemeint) daher kommt, als z.B. die 2015/2016 er.

Gestern Laroque 2019 im Glas gehabt. Natürlich ganz andere Stilistik. Bei dem ging mir die Trinkfreudigkeit fast völlig ab. Natürlich ein schöner Wein, intensive Kirscharomatik, etwas Rauch/Speck? Sehr geschmeidig und konzentriert, Tannine und Säure schön stützend, eigentlich auch nicht zu süss, aber für mich war der Alkoholgehalt zu sehr präsent.

Happy New Year allen Weinfreunden (und -Freundinnen)!

Re: Bordeaux 2019

Verfasst: Do 1. Jan 2026, 16:46
von pessac-léognan
2 X Saint-Julien, einer in beginnender Trinkreife aus dem mittleren Jahrgang 2014, der andere noch sehr jung aus dem (angeblich, im Forum häufig geäußert) "verschlusslosen" großen Jahrgang 2019 (mit - außer PV beim einen - sehr vergleichbarer Rebsortenzusammensetzung).
Léoville Poyferré 2014 (13.5% ABV)
61% CS / 27% M / 8% PV / 4% CF
Langoa Barton 2019 (14% ABV)
67% CS / 26% M / 7% CF
Voraus erst einmal die Feststellung: Beide Weine können es bezüglich aktuellem Trinkgenuss nicht mit dem an Weihnachten getrunkenen Pauillac GPL aus dem ziemlich mittelmäßigen 2012 aufnehmen, der erstaunlicherweise (für mich) zumindest an der Schwelle zu einem großen Wein (95) "gekratzt" hat.
Beide Weine sind sicher oberhalb der 90 Punkte anzusiedeln (herauszustreichen ist in beiden Fällen der wohltuend zurückhaltende Holzeinsatz), auch wenn der LB 2019 sich aus meiner Sicht (trotz Notizen auf CT und o.e. Jahrgangsdefinitionen) noch nicht wirklich gefunden hat. Nasal kommt er sehr ungestüm daher, wenn auch seine Rotbeerigkeit (mit einem Kontrapunkt von Cassis) ihren Reiz hat. Am Gaumen zeigt sich die Säure sehr straff und das Tanningerüst recht ungehobelt. Tabak und Frucht sind in einem ziemlich schroffen Kontrast - von Schluck zu Schluck mit unterschiedlicher Dominanz, weit von harmonischem Zusammenspiel. Der mittellange Abgang auf rauchigen Noten auf einer noch etwas spitzen Graphitschiene weiß dagegen bereits zu gefallen.
Für mich 91 Punkte
Der LP 2014 steht in seiner sehr dunkel purpurnen Farbe an Jugendlichkeit dem LB kaum nach. Dasselbe gilt für die Säure, die aber doch eine Spur weniger straff daherkommt und besser in den Weinkörper integriert ist. Die Tannine sind spürbar, aber feiner und leicht abgeschmolzen. Insgesamt ist der LP 2014 sowohl nasal als auch palatal abgerundeter, zeigt etwas mehr Fruchtnuancen (auch gegen die rote Kirsche zu), ist für mich aber auch insgesamt gefälliger und schmeichlerischer. Der Wein ist "weiter" (entwickelt), aber trotzdem noch sehr jung. Beide Weine sind noch nicht ansatzweise auf einem Weg ins Tertiäre (was für mich kein Mangel ist). Wer letzteres möchte, muss auch beim LP 2014 noch 5 Jahre warten, außer er hat viel davon und kann ihn regelmäßig in seiner Entwicklung verfolgen. Für mich 92(-93) Punkte.
P.S. Meine Frau sieht den LB 2019 leicht höher ("feiner" als LP 2014)
Ich bin gespannt, einmal - in einigen Jahren - den kleinen und den großen Barton, den LP und den Lagrange aus 2019 horizontal zu vergleichen. Und von Ducru B halt nur den La Croix

Auch von mir allen Mitlesern und -schreibern hier alles Gute fürs 2026!

Re: Bordeaux 2019

Verfasst: Do 1. Jan 2026, 17:47
von TroisLacs
Trotzki hat geschrieben: Do 1. Jan 2026, 16:29
Ähnlich Spass, aber (leider) bei höherem Preis und ebenfalls aus Pessac, macht der Chateau Seguin 2019, der etwas beschwingter und leichtfüssiger (positiv gemeint) daher kommt, als z.B. die 2015/2016 er.
Vom Seguin habe ich den 2022-er im Keller, da freue ich lich doch gleich noch etwas mehr.

Re: Bordeaux 2019

Verfasst: Do 1. Jan 2026, 17:51
von pessac-léognan
Nach mehr als 6 Stunden in der offenen Flasche hat der Langoa Barton 2019 zugelegt. Jetzt durchaus 92(-93).

Re: Bordeaux 2019

Verfasst: Do 1. Jan 2026, 20:39
von Trotzki
Nachtrag Laroque: Am zweiten Tag deutlich frischer, harmonischer und trinkiger. Doch froh, habe ich noch sechs Flaschen im Keller.

Re: Bordeaux 2019

Verfasst: Do 1. Jan 2026, 21:16
von pessac-léognan
Danke für den Nachtrag zum Laroque 2019. Dann sollte ich auch wieder mal eine testen, nachdem ich von der Flasche bei der Arrivage nicht ganz so angetan war wie einige Profis.

Re: Bordeaux 2019

Verfasst: Sa 3. Jan 2026, 13:07
von pessac-léognan
pessac-léognan hat geschrieben: Do 1. Jan 2026, 17:51 Nach mehr als 6 Stunden in der offenen Flasche hat der Langoa Barton 2019 zugelegt. Jetzt durchaus 92(-93).
Am 3. Tag hat sich der Wein weiter verbessert und hat nun gegenüber dem letzten Glas des LP 2014 gestern die Nase leicht vorn. Richtig elegant und klar 93 Punkte. Da kann man gespannt sein auf das, was noch kommt.

Re: Bordeaux 2019

Verfasst: So 4. Jan 2026, 17:01
von pessac-léognan
pessac-léognan hat geschrieben: Sa 3. Jan 2026, 13:07
pessac-léognan hat geschrieben: Do 1. Jan 2026, 17:51 Nach mehr als 6 Stunden in der offenen Flasche hat der Langoa Barton 2019 zugelegt. Jetzt durchaus 92(-93).
Am 3. Tag hat sich der Wein weiter verbessert und hat nun gegenüber dem letzten Glas des LP 2014 gestern die Nase leicht vorn. Richtig elegant und klar 93 Punkte. Da kann man gespannt sein auf das, was noch kommt.
Grandios: Am 4. Tag kratzt der Langoa Barton an den 94 Punkten. Hat sich weiter gerundet und kombiniert nun jugendliche Frische mit wundervollen Aromen von dunkler Schokolade gegen den (mittellangen) Abgang hin. Alles sehr mild, nichts drängt sich in den Vordergrund. Der Wein ist zu gut, um ein letztes halbes Glas in deren Flasche zu lassen und auf den 5. Tag zu warten...

Re: Bordeaux 2019

Verfasst: Mo 5. Jan 2026, 15:19
von vanvelsen
pessac-léognan hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 17:01
pessac-léognan hat geschrieben: Sa 3. Jan 2026, 13:07
pessac-léognan hat geschrieben: Do 1. Jan 2026, 17:51 Nach mehr als 6 Stunden in der offenen Flasche hat der Langoa Barton 2019 zugelegt. Jetzt durchaus 92(-93).
Am 3. Tag hat sich der Wein weiter verbessert und hat nun gegenüber dem letzten Glas des LP 2014 gestern die Nase leicht vorn. Richtig elegant und klar 93 Punkte. Da kann man gespannt sein auf das, was noch kommt.
Grandios: Am 4. Tag kratzt der Langoa Barton an den 94 Punkten. Hat sich weiter gerundet und kombiniert nun jugendliche Frische mit wundervollen Aromen von dunkler Schokolade gegen den (mittellangen) Abgang hin. Alles sehr mild, nichts drängt sich in den Vordergrund. Der Wein ist zu gut, um ein letztes halbes Glas in deren Flasche zu lassen und auf den 5. Tag zu warten...
Das deckt sich mit meinem Eindruck damals... 2019, Château Langoa Barton (67% Cabernet Sauvignon, 26% Merlot, 7% Cabernet Franc): Ausdruckstark, würzig, dunkelfruchtig, Tabak und Tee, Brombeere. Der Gaumen ist voluminös, der Wein zeigt Körper, eine reife Frucht, gut integriertes Holz, modern in der Machart, stilsicher, mit Charme. Sehr solide! 2025-2044. 94 vvPunkte

Gruss,

Adrian

Re: Bordeaux 2019

Verfasst: So 11. Jan 2026, 21:03
von Schönibert
2019 Saintayme

Cassis, ordentlich Tannin, sehr muskuliert, das ist erstmal fast schon zu breit aber hier läuft die Uhr für einen denke ich.