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Re: Weingut Holger Koch
Verfasst: Mo 15. Sep 2025, 21:12
von amateur des vins
Heute brauchte ich schnell irgendwas Vorgekühltes. Nach kurzem Blick in den Weinkühlschrank griff ich zum
Holger Koch, Chardonnay *** 2023
Ich war ein wenig verblüfft, den dort vorzufinden. Vermutlich war es die "Opferflasche zur Arrivage", und es kam irgendetwas dazwischen. Gut, daß er heute da war.
Mein erster Impuls beim Schnuppern: Oh nein, Reduktion - jetzt nicht auch noch Holger Koch! Irgendwie scheint der Marktdruck nicht unerheblich zu sein. Glücklicherweise ist sie hier aber maßvoll, so daß sie mich nicht weiter stört. Großartig Frucht ist trotzdem keine in der Nase; ein wenig Steinfrucht in weiß und gelb. Am Gaumen ist der Wein fruchtmäßig unterwältigend und wirkt dadurch ein wenig latschert, trotz unauffällig schöner Säure.
Guter Wein, aber ich meine mich zu erinnern, daß Holger Koch das schon deutlich besser hinbekam - auch jenseits meiner Reduktionsaversion.
Re: Weingut Holger Koch
Verfasst: Di 21. Apr 2026, 21:46
von amateur des vins
Mme kam mit dem Goisot nicht klar. Spontan aufgezogene Alternative:
Holger Koch, Chardonnay *** 2020
Hmm, ziemlich dunkel: eher hellbernsteinfarben als sattgolden.
In der Nase deutlich gereift, aber (noch) ohne Sherrynoten: deutliche Orangen- und Kräuternote.
Am Gaumen ist das auch schon recht weit, aber noch völlig ok: Aromatik wie in der Nase, mit angenehm frischer Säure.
Hmm... Die Quote weitentwickelter Holger-Koch-Weine ist bei mir in letzter Zeit ziemlich hoch. Andere, gleichgelagerten Weine halten da besser (der Goisot war gerade ein Paradebeispiel!). Muß das mal beobachten, aber derzeit schlägt das Pendel bei HK bei mir Richtung "eher bald trinken" aus...
Re: Weingut Holger Koch
Verfasst: So 26. Apr 2026, 23:23
von Créot
Gefällt mir gerade richtig gut:
Holger Koch Pinot Noir S 2013
Im ersten Moment steht die Säure im Vordergrund und ich dachte schon, dass ich diesen Wein zu lange gelagert hätte – doch nach 10 Minuten sieht alles anders aus. Die Nase ist nicht sonderlich intensiv, aber sehr schön mit kandierter Kirsche, Lakritze und etwas Teer. Im Mund mittelgewichtig, guter Druck, schöne Balance, rote Kirschfrucht, etwas rote Johannisbeere, Wald, sehr fein ausdifferenziert, tolle Länge mit etwas Lakritz im Rückaroma und keine Angst, dass der Wein in den nächsten 3-5 Jahren auseinanderfällt. Würde blind m.E. auch die meisten guten Bourgogne rouge schlagen und wildert für mich im Villagebereich. Toller Wein mit außerordentlichem PLV (damals 14,50 Euro).
Re: Weingut Holger Koch
Verfasst: Mo 27. Apr 2026, 00:20
von amateur des vins
Interessant! Eine Frage der Flaschenvarianz?
Re: Weingut Holger Koch
Verfasst: Mo 27. Apr 2026, 08:34
von EThC
...Varianz gegenüber was

Re: Weingut Holger Koch
Verfasst: Mo 27. Apr 2026, 09:41
von amateur des vins
EThC hat geschrieben: ↑Mo 27. Apr 2026, 08:34
...Varianz gegenüber was
Varianz ist ja nicht gegenüber irgendwas, sondern innerhalb einer Stichprobe. Die Stichprobe ist "Weine von HK". Dachte, der Kontext wäre klar:
amateur des vins hat geschrieben: ↑Di 21. Apr 2026, 21:46
Die Quote weitentwickelter Holger-Koch-Weine ist bei mir in letzter Zeit ziemlich hoch.
...und jetzt schreibt Créot von einem 13er und gibt ihm nochmal 3-5 oder mehr Jahre. Das paßt nicht zu meinen Beobachtungen, und ich frage mich, woran das liegt.
Re: Weingut Holger Koch
Verfasst: Mo 27. Apr 2026, 11:25
von Créot
Moin Karsten,
ich glaube es sind weniger Flaschenvarianzen (vielleicht auch ein bisschen, aber nicht entscheidend), als unser total verschiedener Geschmack, wann ein Wein am leckersten ist. Mir fällt das immer auf, wenn du über Joblot schreibst. Den trinke ich auch sehr regelmäßig, aber wenn du sagst: hinüber - dann fange ich langsam an. Ich trinke da immer noch mit viel Genuss die 2009er in rot. Bis 2013 oder 2024 würde ich auch mal was aufmachen, aber nichts jüngeres (gerade die Joblots nicht, weil die für mich erst etwas Fett verlieren müssen). Oder letztens hast du glaube ich etwas zu Goisot gepostet: auch diederen Lagenchardonnays trinke ich gerne mit 10-12 Jahren. Kurz: ich sehe immer wieder, dass wir eine Vorliebe für einige Winzer teilen, aber uns selten über den besten Zeitpunkt zum Korkenzieher einig wären.
Grüße
Stefan
Re: Weingut Holger Koch
Verfasst: Mo 27. Apr 2026, 11:40
von Ollie
Créot hat geschrieben: ↑Mo 27. Apr 2026, 11:25
wenn du sagst: hinüber - dann fange ich langsam an.
Das erklärt auch, weshalb du die Weine noch für mehrere Jahre auf diesem Niveau siehst:
https://youtu.be/GGWwiqbBZzM?si=ogeaG0G_7wiwM3Hx&t=19
Vielleicht sind die Unterschiede aber auch im Keller begründet, und die Weine reifen langsamer und harmonischer?
Cheers,
Ollie
Re: Weingut Holger Koch
Verfasst: Mo 27. Apr 2026, 11:54
von amateur des vins
Moin Stefan,
Créot hat geschrieben: ↑Mo 27. Apr 2026, 11:25
ich glaube es sind weniger Flaschenvarianzen (vielleicht auch ein bisschen, aber nicht entscheidend), als unser total verschiedener Geschmack, wann ein Wein am leckersten ist. Mir fällt das immer auf, wenn du über Joblot schreibst. Den trinke ich auch sehr regelmäßig, aber wenn du sagst: hinüber - dann fange ich langsam an. Ich trinke da immer noch mit viel Genuss die 2009er in rot. Bis 2013 oder 2024 würde ich auch mal was aufmachen, aber nichts jüngeres (gerade die Joblots nicht, weil die für mich erst etwas Fett verlieren müssen). Oder letztens hast du glaube ich etwas zu Goisot gepostet: auch diederen Lagenchardonnays trinke ich gerne mit 10-12 Jahren. Kurz: ich sehe immer wieder, dass wir eine Vorliebe für einige Winzer teilen, aber uns selten über den besten Zeitpunkt zum Korkenzieher einig wären.
Ja, vielleicht ist es so "einfach".
...mit der Ergänzung oder Einschränkung, daß ich von "hinüber" eigentlich nur dann schreibe, wenn ein Wein deutliche(!) Oxidationsnoten zeigt. Würde mich wundern, wenn Dein Optimum für alle Weine die Große Sherrykonvergenz wäre.

Die Jahreszahl ist mir herzlich egal, wenn's für den Wein zulange war. Aber stimmt schon, ich bin eher Mittelalttrinker und sicher kein ausgewiesener Altweinfan; habe ich ja auch oft genug so geschrieben.
Re: Weingut Holger Koch
Verfasst: Mo 27. Apr 2026, 20:59
von Créot
amateur des vins hat geschrieben: ↑Mo 27. Apr 2026, 11:54
Moin Stefan,
Ja, vielleicht ist es so "einfach".
...mit der Ergänzung oder Einschränkung, daß ich von "hinüber" eigentlich nur dann schreibe, wenn ein Wein deutliche(!) Oxidationsnoten zeigt. Würde mich wundern, wenn Dein Optimum für alle Weine die Große Sherrykonvergenz wäre.

Die Jahreszahl ist mir herzlich egal, wenn's für den Wein zulange war. Aber stimmt schon, ich bin eher Mittelalttrinker und sicher kein ausgewiesener Altweinfan; habe ich ja auch oft genug so geschrieben.

Lasst mich doch ein bisschen übertreiben