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Re: Hilfe, ich trinke Rose, stimmt was nicht mit mir?
Verfasst: Mo 22. Dez 2025, 07:10
von Oberpfälzer
Hallo Bernd,
das Thema Wein hat für mich an Priorität verloren, vielleicht war die Zeit zu intensiv und irgendeinmal kehrt sich das Ganze um aber das "Virus" lässt mich letztlich nicht wirklich los
Erinnere mich recht gut und gerne an die intensiven Zeiten hier im Forum wie auch an so viele Treffen mit einigen "Infizierten". Das Schicksal führt gelegentlich zu neuen Wegen, ob man will oder nicht, und Liebgewonnenes bleibt zurück. Muss ja nicht für immer sein
Muss auch zugeben, dass mir i.d.R. ein Wein mit größerem Preisschild besser schmeckt als "kleine Weine". Doch auf der Suche nach passenden "Kleinen" werde ich gelegentlich fündig.
Bis demnächst mal wieder und stets einen guten Tropfen im Glas.
Servus.
Wolfgang
Re: Hilfe, ich trinke Rose, stimmt was nicht mit mir?
Verfasst: Fr 16. Jan 2026, 21:59
von Ralf Gundlach
Schöner Rose:
2024 Rose Costieres de Nimes Chateau Vessiere
Nach dem guten, aber anstrengenden, weil zu jungen Szapary von Jalits aus dem Burgenland brauchte ich noch mal was schönes, unkompliziertes, aber gutes. Und ja, warum nicht einen Rose aus Südfrankreich.
Und das passt. Würzig, mit schöner, zurückhaltender Frucht (Himbeere, Walderdbeeren) und einer dezenten, aber passenden Lakritznote. Das alles nicht zu schlank ausgebaut, sondern mit etwas Fülle. Aber auch mit genügend Frische für den Sommer. Der würde auch ausgezeichnet zu hellen Geflügelfleisch passen, aber auch zum Wiener Kalbsschnitzel. Absolut trockenes Geschmacksbild.
Für mich sind alle Weine von Chateau Vessiere eine Bank. Und der hier bildet keine Ausnahme.
89 Punkte. Kostet bei Wein Kern 9,90 Euro.
Gruß
Ralf
Re: Hilfe, ich trinke Rose, stimmt was nicht mit mir?
Verfasst: Do 12. Feb 2026, 10:46
von Nora
Gestern hatte ich die Möglichkeit, mit dem Winzerpaar Laura Seufert und Matthias Wörner ein paar Weine zu verkosten.
Sehr gut hat mir der
Natural Rosé "When two origins merge into one" 2023
gefallen.
Laura liest gemeinsam mit Matthias auf dessen Weingut in Durbach/Baden die Spätburgundertrauben per Hand und hatte sie in den vergangenen Jahren dann bei sich in Iphofen/Franken ausgebaut. Dieser Jahrgang ist der erste, den sie (wenn ich es richtig verstanden habe aus familiären Gründen) in Durbach gemacht hat.
Der Rosé reift in kleinen Barriquefässern und wird unfiltriert abgefüllt.
Der Wein ist völlig weg von lieblicher, kitschiger Frucht, sondern sehr seriös. In der Nase zunächst ganz zurückhaltende rotfruchtige Nuancen hauptsächlich nach Himbeeren. Geruchlich eingebunden ist die Frucht in Erdigkeit und Würzigkeit.
Auch am Gaumen gibt es eine eher zurückhaltende Frucht neben feinen erdigen und eleganten holzigen Noten. Geprägt ist der Wein von seiner hervorragenden Struktur: In der Mitte mit einiger Substanz und einer subtilen Cremigkeit, hinten heraus mit einer recht präsenten, aber nicht überbordenden Säure und äußerst feinen Tanninen, die zu einer eleganten Phenolik und Gripp führen. Das hat Zug und Energie und ist dabei ungemein trinkig.
Ein schöner Wein, den ich mir auch sehr gut als Essensbegleiter vorstellen kann. Auch im Sommer zum Grillen wird er für den anspruchsvollen Weintrinker passend sein.
Ein ungemein sympathisches Winzerpaar, dass eine ganz klare Vorstellung davon hat, wie ihre naturnahen Weine gemacht werden und sein sollen. Beeindruckend, wie sie es schaffen, zwei entfernt voneinander liegende Weingüter und die familiären Belange unter einen Hut zu bekommen.
VG Nora