Seite 17 von 150
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mo 8. Apr 2013, 20:36
von Bernd Schulz
Seit ich Muellens Weine kenne, waren die riesigen Flaschenvarianzen ein Problem
Die Flaschenvarianzen waren in der Tat ein Problem, und Martin Müllen hat das natürlich auch gewusst. Er konnte sich aber über lange Zeit schlichweg keine bessere Abfüllanlage leisten; inzwischen hat er in ein modernes Gerät investiert, und seitdem sind die Schwierigkeiten beseitigt. Ab dem Jahrgang 2008 halten sich die Flaschenvarianzen nach meinen Erfahrungen - und ich trinke ja nicht so ganz wenige Müllen-Rieslinge

- in mit allen möglichen anderen Winzern vergleichbaren Grenzen.
und bezueglich der Alterungsfaehigkeit der Weine bin ich eher skeptisch
Zu Unrecht - Martins Weine sind fast alle enorm lagerfähig. Es mag seltene Ausnahmen geben, die die Regel bestätigen.
Am WE und nochmal nach 2 Tagen gab es die Spätlese Hühnerberg 2004. Schon deutlich, aber angenehm reif. Vielleicht lag es an der einzelnen Flasche. Sehr gut!
Ich mag den Jahrgang 2004 sehr gerne, aber Martin Müllen ist mit ihm vielleicht nicht ganz so gut zurechtgekommen wie mit vielen anderen Jahren (grandios präsentieren sich interessanterweise viele Müllensche 03er!).
Vielleicht sollten wir in Berlin eine Müllen-Probe organieren.
Wenn ihr in Berlin eine Müllen-Probe organisieren würdet, würde mich das sehr freuen! Die für den Betrieb ganz harten Jahre sind zwar inzwischen Geschichte, aber noch mehr Publicity kann das Weingut nach wie vor gut gebrauchen.
Beste Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mo 8. Apr 2013, 21:53
von Charlie
Und erst Recht, was man in Berlin alles probiert.
Die Spätlese 2004 war tatsächlich gut, aber auch schon deutlich, angenehm reif. Ich kann zum Reifepotentiel der Weine also nichts sagen. Allerdings glaube ich, dass Martin sich bei zweifelhaftem Reifepotential nicht der "altweinprobe" stellen würde und die Berichte klangen auch ganz gut.
Wie auch immer, was ich sicher weiss: am Ostersamstag haben wir zu viert ziemlich schnell 5 Flaschen vom Paradies Kabinett trocken 2011 verputzt. Die sechste hat es nur überlebt weil wir noch voll taktisch denken konnten.
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mo 8. Apr 2013, 21:54
von Bernd Schulz
Der Thread hat mir jetzt ganz viel Lust auf einen 2004er von Martin Müllen gemacht. Im Keller fand sich dann auch noch etwas:
Vielleicht muss ich meine obenstehende Aussage über den Jahrgang 2004 im Hause Müllen doch zurücknehmen. Jedenfalls trinke ich diese Spätlese in ihrer klassisch-schlanken, kammermusikalisch anmutenden Moselstilistik unglaublich gerne - der Flaschenpegel ist leider viel zu schnell gesunken....
Beste Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mo 8. Apr 2013, 22:05
von Charlie
Bernd, genauso hätte ich meine Flasche auch beschreiben können.
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mo 8. Apr 2013, 22:52
von sorgenbrecher
auf seiner altweinprobe vor einigen wochen gab es sehr schöne weine, ich habe bei einigen weinen zugeschlagen und hatte zuletzt die sehr guten 1997er auslese trocken!!! und die 1998er spätlese trocken vom kröver paradies sowie den wunderbar frischen und mineralischen 1996er trockenen kabinett vom kröver steffensberg mit sehr viel spaß im glas.
alle weine ohne ausfälle, aber mit grenzwertiger korkqualität, gelobt sei der spngenkorkenzieher, mit dem sich die flaschen unfallfrei öffnen ließen...
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mo 8. Apr 2013, 23:06
von Bernd Schulz
Weil es eben so schön war, habe ich noch einen Müllen-Riesling seines Zapfens beraubt. Diesmal handelt es sich um ein etwas

älteres Exemplar:
In punkto Feinheit kommt diese Spätlese sicherlich nicht an etliche 1992er der besten M-S-R-Winzer heran. Wenn man aber bedenkt, dass Martin Müllens Weingut damals gerade mal zwei Jahre alt war, handelt es sich um eine sehr beachtliche Leistung - genug Trinkvergnügen bietet der problemlos gereifte Wein heute immer noch!
Beste Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mo 15. Apr 2013, 11:41
von mha71
Nachdem hier ja immer sehr positiv über Müllen geschrieben wird, habe ich nun vor kurzem auch mal ein paar Flaschen von ihm besorgt.
Das Gute bei Müllen ist ja (zumindest für uns Konsumenten, für den Winzer vermutlich weniger gut..), dass man dort auch gereifte Weine bekommt.
Die erste geöffnete Flasche meines Probepakets - mein erster Müllen - war dann auch gleich ein Volltreffer, die 2007'er Kröver Letterlay Spätlese* trocken.
Zu dem gibt es ja schon eine VKN von Bernd Schulz :
http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_d ... p?ID=41012
Da kann ich mich nur anschliessen. Wirklich ein toller Wein, sehr mineralisch schon in der Nase als auch später im Mund, reife Pfirsichfrucht aber auch noch eine sehr frische Säure, was mich erstaunt hat. Hätte blind wohl nicht vermutet, dass der Wein bereits vor 5 1/2 Jahren gelesen wurde - super Trinkfluss. Den Rest habe ich dann npch über 2 Tage beobachtet : am 2. Tag noch sehr gut, am 3. Tag hat der Wein dann etwas abgebaut und die Frische war nicht mehr so präsent. Jetzt wohl ideal zu trinken, kann man aber auch noch liegen lassen.
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mo 22. Apr 2013, 21:54
von Bernd Schulz
Freut mich sehr, dass dir die trockene 07er Letterlay-Spätlese* gut gefallen hat, Mark!
Bei mir liegt gerade eine (nicht sehr) restsüße 94er Letterlay Spätlese im Glas:
Wie schon in der VKN geschrieben handelt es sich auch hier nicht um einen Ausbund an Filigranität, aber viel Trinkfreude bereitet mir der Wein trotzdem. Bei Gelegenheit muss ich mal nachfragen, ob es ihn noch ab Hof zu kaufen gibt!
Beste Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Verfasst: So 12. Mai 2013, 21:45
von Ralf Gundlach
Ich habe gerade den
011er Kabinett aus dem Hühnerberg im Glas , da könnte ich mich reinsetzen, in der Nase der perfekte Riesling für Floristen mit einem angenehmen Spontistinker , am Gaumen pikant, Pfirsich, etwas weiße Johannisbeere, mineralisch, mit der besonderen floralen Note des Hühnerbergs dabei eine perfekt integrierte Säure, fast hedonistisch für Müll`ensche Verhältnisse, nicht filigran, sondern eher saftig, regelrecht erotisch

, dabei sehr komplex, was für ein toller Kabinett, 90-91 Punkte,
Viele Grüsse
Ralf
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mo 13. Mai 2013, 00:50
von Bernd Schulz
Hallo Ralf,
der Hühnerberg ist schon eine faszinierende Lage! Anlässlich eines Besuchs bei meinen Eltern hatte ich heute wieder mal den Hühnerberg Kabinett trocken aus 2009 im Glas, und ich war von dem Wein begeisterter denn je: Kabinettig-schlank, aber alles andere als grün oder spitz wirkend, subtile Blütennoten, null Klümpchensfrucht, straffe Mineralität, perfekte, weder zu schlaffe noch zu agressive Säure, mit 11 Umdrehungen ausgesprochen leicht im Alkohol, trotzdem substanzreich und dazu fein, elegant und in sich stimmig.
Viele deutsche Winzer, die einen trockenen Leichtwein auf diesem Niveau hinbekommen, kenne ich nicht. Und ich kenne auch nicht viele Lagen, die in einem eher üppigen Jahr wie 2009 einen solchen Wein hergeben.
Beste Grüße
Bernd