Wir machen ab und zu mit einigen Freunden eine kleine Blinddegustation zu einem bestimmten Thema. Jeder bringt einen Wein mit und zusammen wird dann schwadroniert und beurteilt und bewertet, immer mit passenden Häppchen dazu. Das Ganze soll in erster Linie Spass machen, aber immer in der Hoffnung, vielleicht etwas Neues zu entdecken. Am Wochenende hatten wir nun "Piemont" als Thema.
Zum Apéritif hatten wir:
- Alta Langa, 2021, aus Arneis und etwa 10% Moscato, trocken, pQlin (direkt vom Weingut importiert): erfrischender Schaumwein, nach der Metodo Classico produziert, für meinen Geschmack zum Glück nur wenig Hefe spürbar, trinkt sich gut und passt ausgezeichnet
- Assobianco von La Mondianese, 2023, eine Assemblage aus Riesling, Sauvignon Blanc und Timorasso: eigener, etwas spezieller Wein, aber sehr spannend, für mich auch ungewöhnliche Assemblage. Vielleicht fast etwas zu aromatisch.
Bei den Roten hatten wir (Reihenfolge von weniger gut zu gut):
- La Luna e i Falo Barbera d'Asti, 2022, Vite Colte: banaler Barbera, nicht mehr als etwas Pflaume, am Gaumen etwas säuerlich. Trinkspass stellt sich nicht ein.
- Barù, 2022, La Mondianese: Assemblage aus Rucché und Barbera, hatte leider etwas Bitteres im Abgang
- Barolo del Comune di La Morra, 2018, Cristian Boffa: ein feiner, recht eleganter Einstiegsbarolo, ich fand den sehr trinkig, die anderen hatten etwas Mühe mit den Tanninen. War übrigens der einzige Nebbiolo im Lineup.
- Elena Barbera d'Alba, 2021, Roberto Sarotto: klassischer Barbera, hatte schon einige ältere Jahrgänge, bei diesem dominierte sowohl in der Nase wie am Gaumen sehr viel Vanille und Marzipan.
- Sandrone Barbera d'Alba, 2022, Luciano Sandrone: schöne Frucht, einige florale Noten, insgesamt sehr edel und ausgewogen, mit CHF 35 aber auch im oberen Preissegment. Für mich mit dem Barolo bester Wein des Abends.
- Sieger des Abends war der Colline La Mora Barbera d'Asti, 2023, Crivelli, mit satten 15.5%: in der Nase für mich störender Geruch nach Blech und etwas Mineralöl, am Gaumen aber, im positiven Sinne "easy drinking", sehr gefällig. Und für EUR 15 ab dem Weingut okay, aber kaufen würde ich den nicht.
War einmal mehr spannend, ich hätte mir etwas mehr Vielfalt gewünscht. Aber die Bandbreite ist schon recht gross ... und in der Gruppe sind auch "Nicht-Weinnerds"

dabei. Daher kommen z.B. der Elena und der Colline La Mora recht gut weg, weil sie vielleicht einen mehrheitsfähigen Geschmack treffen. Und das ist ja durchaus auch positiv zu werten.
Mit Parmigiana, Carne Cruda, Focaccia etc. aber waren alle Weine trinkbar
