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Re: Martin Müllen
Verfasst: Mi 7. Jan 2026, 22:38
von Bernd Schulz
Sascha, besser als Erich hätte ich nicht antworten können, wobei ich noch einmal betonen möchte, dass die Abstufung mittels Sternen an der Mosel durchaus nicht unüblich ist. So gab es z.b. bei Kajo Christoffel immer wieder Auslesen mit zwei, drei und fünf Sternen. ---
Im Glas habe ich gerade einen kleinen 24er von Martin Müllen. Wenn man bei einem als trocken etikettierten Riesling mit einem gewissen Zuckerschwanz (der die anderen Geschmackskomponenten keineswegs überkleistert) gut leben kann, bekommt man mit diesem Qualitätswein ohne Lagenangabe ziemlich viel Mosel zu einem noch einstelligen Kurs:
Mein Credo ist ja schon seit langem, dass man die richtig guten Winzer vor allem auch an ihren Basisprodukten erkennen kann.
Herzliche Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mi 7. Jan 2026, 22:58
von EThC
Bernd Schulz hat geschrieben: ↑Mi 7. Jan 2026, 22:38
Mein Credo ist ja schon seit langem, dass man die richtig guten Winzer vor allem auch an ihren Basisprodukten erkennen kann.
...so ganz in Dein Credo einstimmen kann ich nicht, auch wenn ich's gut nachvollziehen kann.
Es ist natürlich -auch für mich- der Idealfall, wenn das ganze Sortiment bemerkenswert ist, bei Müllen trifft das durchaus zu. Allerdings gibt's auch nicht wenige Winzer, die in den unteren Ligen eher "auf Nummer sicher gehen", um die Miete mit Weinen einzufahren, die dem mehrheitlichen Kundengeschmack folgen oder aus welchen sonstigen Gründen auch immer. Das schmälert aus meiner Sicht nicht das Können eines Winzers, wenn er's nur bei den höheren Weihen einsetzt. Auch wenn's im Einzelfall natürlich schade für die anspruchsvolleren Genießer ist...
Re: Martin Müllen
Verfasst: So 11. Jan 2026, 12:08
von TroisLacs
Freitag war es soweit, habe meinen ersten Müllen-Wein getrunken, zusammen mit einem Raclette. Hat übrigens wunderbar zum geschmolzenen Käse mit Pellkartoffeln gepasst.
2021 Hühnerberger Riesling trocken
Klare, sehr schöne goldgelbe Farbe.
In der Nase erst deutliche Zitrusnoten, nach und nach kommen roter Apfel und Birne hinzu, etwas später noch Aprikose (interessanterweise reifes Aprikosenfleisch, weniger die Haut). Und irgendwie die ominöse "mineralische" Note.
Am Gaumen fällt eine gewisse Crèmigkeit auf. Sehr fruchtig, zu Beginn eine sehr frische, rassige Säure. Von den Fruchtnoten vor allem wieder Apfel und Birne. Der Wein entwickelt sich im Glas äusserst positiv, wird immer "geschmeidiger" und eleganter, die Säure irgendwie runder.
Ein wirklich herrlicher Wein, komplex, interessant und ein schöner Trinkfluss. Denke, in einigen Jahren könnte der noch mehr bieten.
19/20 Punkten. Macht Lust, noch weitere Weine von Müllens zu entdecken.
Abgesehen vom Restzuckergehalt erinnert mich der Wein geschmacklich etwas an den feinherben Ockfener 2021 von Van Volxem. Ich bin selber erstaunt, ich weiss, dass Bockstein und Hühnerberg nicht nebeneinander liegen

Re: Martin Müllen
Verfasst: So 11. Jan 2026, 13:18
von EThC
TroisLacs hat geschrieben: ↑So 11. Jan 2026, 12:08
2021 Hühnerberger Riesling trocken
...welcher genau? Kabinett, Spätlese, Auslese...
Re: Martin Müllen
Verfasst: So 11. Jan 2026, 13:46
von TroisLacs
EThC hat geschrieben: ↑So 11. Jan 2026, 13:18
TroisLacs hat geschrieben: ↑So 11. Jan 2026, 12:08
2021 Hühnerberger Riesling trocken
...welcher genau? Kabinett, Spätlese, Auslese...
Erich, der heisst nur so.
Wein-Nr. 1688
Re: Martin Müllen
Verfasst: So 11. Jan 2026, 13:56
von EThC
...oh, interessant! Den kannte ich noch gar nicht. Hab mich auch schon über den Namen "Hühnerberger" gewundert, normalerweise heißen die Weine lagenmäßig "Trarbacher Hühnerberg". Vielen Dank!
Re: Martin Müllen
Verfasst: So 11. Jan 2026, 14:18
von TroisLacs
Bitte, bitte!
Es gibt nur einen Händler in der Schweiz, der führt etwa 6-7 verschiedene Müllen-Weine, da habe ich mal 3x2 Flaschen bestellt.
Also, wenn ich da mal auf dem Weingut bin, brauch ich einen Wegweiser durch Lagen, Prädikate, Ausbau und Jahrgänge (und einen grossen Kofferraum

).
Re: Martin Müllen
Verfasst: So 11. Jan 2026, 14:56
von EThC
...das würden Dir die Müllens dann schon entsprechend erläutern. Nicht alle Weine gibt's übrigens in jedem Jahr, es wird da wohl jedesmal neu entschieden, was man sinnvollerweise aus den Trauben macht, das führt dann auch mal zu Weinen, die es namensmäßig nur einmal gibt. Mir fällt da gerade der "Abbi 10.8" aus dem Kröver Paradies ein, den's wohl nur einmalig in 2021 gab. Ist das mit dem "Hühnerberger" vielleicht ähnlich? Weiß da jemand mehr?
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mo 19. Jan 2026, 07:37
von TroisLacs
Der zweite Müllen-Wein aus meinem Probierpaket:
2023 Kröver Paradies Kabinett trocken
Schöne, hell-goldgelbe Farbe.
In der Nase dominiert ganz klar der Apfel, und daneben etwas Zitrusfrucht (Limette) und ein deutlicher Schieferton.
Der Apfel ist ebenfalls am Gaumen präsent, daneben etwas Quitte. Und dann ist eine kräftige, spritzige Säure im Vordergrund.
Der Wein ist noch etwas jung, etwas ungestüm, aber bereits schön zu trinken.
Am 2. Abend - analog des Hühnerbergers Riesling trocken - hat sich der Wein deutlich weiterentwickelt. Ruhiger, ausgewogener, die Säure feiner. Sowohl im Bouquet wie am Gaumen kommt eine Birnennote dazu.
Ein paar Jährchen werden/würden dem Wein sicher noch gut tun.
18+/20 Punkten.
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mi 21. Jan 2026, 11:43
von TroisLacs
Bernd Schulz hat geschrieben: ↑Mi 7. Jan 2026, 22:38
Mein Credo ist ja schon seit langem, dass man die richtig guten Winzer vor allem auch an ihren Basisprodukten erkennen kann.
Herzliche Grüße
Bernd
Übrigens Bernd, Anfang März habe ich einen Besuch bei Müllens organisiert, zu Viert werden wir uns durchkosten
