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Re: Brunello di Montalcino

Verfasst: Fr 12. Dez 2025, 11:52
von olifant
... mal wieder Anteprima, mal wieder war auch Jens Priewe dort ...

m.E. ein guter Schnelldurchlauf zum Brunello-Jahrgang 2020.
https://www.weinkenner.de/2020-brunello ... rona-jahr/

Re: Brunello di Montalcino

Verfasst: So 14. Dez 2025, 12:08
von Jochen R.
Nachdem sich die letzte Flasche schon arg Fortgeschritten präsentiert hatte, ist diese hier (Demi) ganz toll ...
Il Poggione - BdM 2009:
Geniale, mind. mittelkräftige, Nase: Herbstlaub, Tabak, florale Noten, Kirschen, frische Minze im Hintergrund.
Mittelgewichtig, wunderbare Kirschfrucht, frische Säure, würzig/tabakig, schöne Adstringenz, Trinkfluss, langer Abgang.
Profitiert von Luftzufuhr. 92-93 P.

Viele Grüße,
Jochen

Re: Brunello di Montalcino

Verfasst: So 14. Dez 2025, 13:29
von Jochen R.
olifant hat geschrieben: Fr 12. Dez 2025, 11:52 ... mal wieder Anteprima, mal wieder war auch Jens Priewe dort ...

m.E. ein guter Schnelldurchlauf zum Brunello-Jahrgang 2020.
https://www.weinkenner.de/2020-brunello ... rona-jahr/
Hallo Ralf,
der von mir vorher beschriebene Il Poggione und der von dir verlinkte Artikel haben mich mal wieder angefixt. 2019 sollte man wohl eher kaufen ...
... Was einen großen Brunello di Montalcino ausmacht, das haben die 2020er nicht: Charisma und Langlebigkeit. An die packenden 2019er kommt kaum ein 2020er Brunello heran. Beim 2021er, der nächstes Jahr freigegeben wird, wird der Unterschied noch deutlicher zu Tage treten. ...
bei meinem Favorit Il Poggione stehen nach kurzer Internet-Recherche aber 15 %-Vol. auf dem Etikett. Für mich ist das mittlerweile ein Ausschlusskriterium, denn der nächste Tag macht dann halt nicht mehr so viel Spaß. Ich bin hier bei manchen Notizen immer wieder beeindruckt, wie gut eingebunden der Alkohol war :mrgreen:
Ich werde dann wohl eher 2020 kaufen, o.k. 14,5 % :mrgreen: , aber irgendwo muss man ja die Grenze ziehen.

Viele Grüße,
Jochen

Re: Brunello di Montalcino

Verfasst: So 14. Dez 2025, 13:50
von amateur des vins
Jochen R. hat geschrieben: So 14. Dez 2025, 13:29 Ich bin hier bei manchen Notizen immer wieder beeindruckt, wie gut eingebunden der Alkohol war :mrgreen:
"Alk. gut eingebunden" bedeutet i.d.R., daß er nicht vorschmeckt (weil soviel Anderes im Wein ist, das ihn überdeckt), und nicht, daß er seine Wirkung nicht entfalte.

Re: Brunello di Montalcino

Verfasst: So 14. Dez 2025, 13:58
von Jochen R.
Danke Karsten für die Richtigstellung!
Ich habe diese Beschreibung für mich auch schon öfters benutzt, (inzwischen) wohlwissend mich da (am Ende) in die eigene Tasche zu Lügen.

Re: Brunello di Montalcino

Verfasst: So 14. Dez 2025, 19:40
von Sauternes
Meine letzten gekauften Brunello waren die 19er von Colleoni, Annata sowie Riserva, da bin ich echt froh drüber, denn das kleine Weingut scheint sehr gefragt zu sein, und der 20er war sehr schnell ausverkauft.
Was mir besonders gefällt, der niedrige Alkohol von 13,5%, bei Brunello schon eine Seltenheit.
Wer also davon was findet, darf den gerne mal probieren, ein absoluter Genuss.

Gruß Heiko

Re: Brunello di Montalcino

Verfasst: Mi 24. Dez 2025, 17:50
von Hasi
Unsere Weihnachtsbrunellos sind mal „auf dem Papier” legendär. Der 2004 Annata von Biondi Santi wurde von den Grafen selbst als eine der besten Annata ihrer Geschichte hervor gehoben, Parker gab damals 94P und der 2010-er von Baricci ist eine Klasse für sich, ein unbeschreiblich guter Sangiovese von der Grand Cru Montosoli.
Ich werde berichten ...
Frohe Weihnachrten
wünscht
Hasi

Re: Brunello di Montalcino

Verfasst: Do 25. Dez 2025, 11:10
von Alba
Hallo,

Anfang Dezember in kleiner Freundesrunde ein paar Kaliber geöffnet, wenn schon denn schon - und großartig wars.
Aus der Toskana dabei meine erste Flasche des Überjahrgangs (angeblich) Brunello 2016 von Salvioni und zuvor, sozusagen als "Vorbereitung" ein 19er von Gianni (Laura) Brunelli.
Der Brunelli Brunello in seiner extremen Feinheit (wenn man will - auch farblich, einfach burgundisch im besten Sinne) - großartig (lockere 94 P.) und am Tisch auch bei den Mittrinkern hoch gelobt.
Trotzdem dann chancenlos gegen des Altmeisters 16er. Ein klares zeitloses Meisterwerk, das natürlich seinen Preis hat und in 10+ Jahren noch ganz anders aufblühen wird. Auch hier die typische Salvioni Eleganz und, man glaube es oder nicht, auch jetzt schon mit hohem Genuss zu trinken - gefährlicher Trinkfluss. Dahinter aber dann eine subtile Power und Komplexität die ich auf dem Niveau bei Sangiovese selten finde. Diese Kombi aus Eleganz / Trinkigkeit , Komplexität und Kraft ist für mich da A & O eines wirklich großen Weines (und da waren noch 3 weitere an dem Abend, in Bord. 03 und 19 zu finden).
Für mich mit das Beste je in der Toskana getrunkene - Salvioni eben. 98 P, wenn man will mit ++ dahinter :)

LG
Manfred

Re: Brunello di Montalcino

Verfasst: So 28. Dez 2025, 14:59
von Hasi
DANKE Manfred für Deine superfeine Einschätzung! Ich kenne beide Weine und würde dem Salvioni glatte 100 geben!

Zu unseren Weinhnachtsbrunellos: Auch hier große Freude- und eben das zu Erwartende ist Eingetreten. Baricci-Brunello 2010 fast schon eine heilige Messe der hohen Sangiovese-Kunst von der Cru Montosoli. Nellos Enkelsöhne zeigen hier bereits entprechend „auf” und was sie vom legendären Opa gelernt haben. Möglicherweise befindet sich der 2010-er auf einem ersten Höhepunkt, wenn man die Weine des Hauses kennt, weiß man aber dass er bestimmt noch 10 - 20 Jahre vor sich hat!
Völlig andere Geschichte dann der 2004-er Annata von Biondi Santi, dem Haus, das den Brunello „erfunden” und weltberühmt gemacht hat. Auch hier, ein GANZ typischer Sangiovese von „il Greppo”!! VIELE würden hier jetzt die Nase rümpfen oder sich gar abwenden. Aber erneut hatten wir einen Sangiovese des Hauses im Glas, der genausogut 1955 abgefüllt werden hätte können oder 1995. Knochentrocken, verschlossen, fast unzugänglich, sehr straff, streng und adelig, und beim ersten Schluck sah ich Franco Biondi Santi vor mir, als er mir erklärte „unsere Weine brauchen Zeit, sehr viel Zeit”. Dieser Brunello öffnete sich fast überhaupt nicht, er blieb „der strenge Herr”, auch am nächsten Tag bei der Nachverkostung, bewies allerdings die „Unverwüstlichkeit” und eben, dass er „für die Ewigkeit” gemacht war. Sehr viel klassischer kann ein Brunello aus Montalcino nicht schmecken, man muß sich nur damit anfreunden können.
Interessante Anmerkung: Franco Biondi Santi, dessen Mutter nach seiner Geburt (11.1.1922) keine Milch geben konnte, wurde von der Mama Nello Briccis (geboren 21.5.1921) als Amme gestillt. Der adelige Franco bekam die überlebensnotwendige Muttermilch von einer der ärmsten Frauen Montalcinos, später wurden beide, Nello & Franco zu DEN Kultfiguren des Brunellos. Der einfache Bauer Nello Baricci als Gründungsmitglied mit der Nr. 1 im Consorzio (1967) und der edle Graf Franco Biondi Santi als weltweiter Botschafter Montalcinos.

P.S.: Wir haben gestern mit einem Altesino Riserva 2010 Weihnachten noch so richtig gekrönt. Dies war mit Sicherheit einer der 10 besten Brunellos meines Lebens. Sollte man den noch nachkaufen können - bitte UNBEDINGT zuschlagen!! (Othmar Kiem hat in einem Tasting 2016 geschrieben: Glänzendes Rubin mit feinem Granatrand. Sehr intensive und einladende Nase mit satten Noten nach Himbeeren und frisch gepressten Brombeeren, betörend und klar. Saftig und rund in Ansatz und Verlauf, entfaltet sich mit viel feinmaschigem Tannin, im Finale satter Druck, sehr geschliffen.) Ich würde das nach weiteren 9 Jahren in der Flasche noch dramatisieren und mit „wie Nerz auf nackter Haut” oder „wie mit Samt und Seide zugebettet” ausschmücken!

Heute gehts schon zum nächsten Fest mit viel Freunden & Weinen, wir bringen auch einige Brunellos mit, ich berichte...

Ciao

Hasi

Re: Brunello di Montalcino

Verfasst: Mo 29. Dez 2025, 12:33
von Hasi
gestern weinseliger Abend zu sechst, mit immerhin 9 zur Strecke gebrachten Flaschen von 2 Champagner über Naturwein (NICHT mein Ding), einer deutschen Weißwein-Cuvee (Bernhard Schlumber - ist MIR zu langweilig gewesen), einem feinen Südtiroler Weissburgunder Terlan bis zu unseren mitgebrachten Sangiovese.
Der Rosso dM 2020 von La Fiorita war ein wunderschöner Vertreter seiner Zunft, da passte einfach alles. Der Fattoi Brunello 2010 war wie nicht anders zu erwarten ein „sicheres Pferd” und wie immer ausgesprochen wohlschmeckend, kann vermutlich noch weiter 10 Jahre reifen. Der Uccelliera Brunello 2007 hatte seinen Höhepunkt ganz dezent überschritten, präsentierte sich als schöner alternder Brunello, sollte aber in den kommenden Monaten bis maximal 2-3 Jahren ausgetrunken sein, so jemand noch Bestände hat. Den dann noch nachgeschossenen Refosco aus dem Collio habe ich nicht mehr verkostet.

Ciao
Hasi