Naturkork vs. Schraubverschluss

Von Korken, Kapseln, Kellermessern
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EThC
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Re: Naturkork vs. Schraubverschluss

Beitrag von EThC »

Gerald hat geschrieben: Do 18. Dez 2025, 18:03 Nachhaltigkeit ist sicher ein gutes Argument. Aber wenn es den Wein ungünstig beeinflusst (vorsichtig ausgedrückt), dann ist man mit einer noch nachhaltigeren Lösung besser beraten, nämlich Leitungswasser, das in AT (und sicher auch DE) ja hervorragende Qualität hat
...ok, so weit würde ich jetzt nicht gehen wollen... :mrgreen:

Das mit der Nachhaltigkeit ist ja schön und gut, wird ja auch gerne verwendet, wenn einem die sonstigen Pros ausgehen. Ich finde das vor allem dann wunderbar argumentiert, wenn der nachhaltige Korken dann einen 800 Gramm-Boller verschließt... :roll:
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
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Rieslingfan
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Re: Naturkork vs. Schraubverschluss

Beitrag von Rieslingfan »

Anlässlich Weihnachten habe ich nach längerer Zeit mal wieder zwei mit Naturkork verschlossene 1G Weine geöffnet und wie nicht anders erwartet, gab es auch diesmal keinerlei Beanstandung bzgl. der Korken.

Inzwischen kann ich sagen, dass mir seit mindestens 25 Jahren keine mit Naturkork verschlossene Weinflasche mehr untergekommen ist, bei der es im Bezug auf den Kork eine Beanstandung gegeben hat.
Gruß Markus
amateur des vins
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Re: Naturkork vs. Schraubverschluss

Beitrag von amateur des vins »

Rieslingfan hat geschrieben: Sa 27. Dez 2025, 19:22 Inzwischen kann ich sagen, dass mir seit mindestens 25 Jahren keine mit Naturkork verschlossene Weinflasche mehr untergekommen ist, bei der es im Bezug auf den Kork eine Beanstandung gegeben hat.
Dann bist du entweder sehr glücklich oder hast eine hohe Toleranz ggü. Weinfehlern.
Besten Gruß, Karsten
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Rieslingfan
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Re: Naturkork vs. Schraubverschluss

Beitrag von Rieslingfan »

Ich bin absolut sicher, dass ich gegenüber Weinfehlern extrem empfindlich reagiere.

Ich glaube kaum, dass ich in all den Jahren einfach Glück gehabt habe. Vermutlich spielt dabei auch der jeweilige Winzer eine große Rolle, bzw. welche Naturkorken er einsetzt.
Gruß Markus
amateur des vins
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Re: Naturkork vs. Schraubverschluss

Beitrag von amateur des vins »

Rieslingfan hat geschrieben: Sa 27. Dez 2025, 20:00 Vermutlich spielt dabei auch der jeweilige Winzer eine große Rolle, bzw. welche Naturkorken er einsetzt.
Sehr wahrscheinlich!
Besten Gruß, Karsten
Lars Dragl
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Re: Naturkork vs. Schraubverschluss

Beitrag von Lars Dragl »

Rieslingfan hat geschrieben: Sa 27. Dez 2025, 19:22 ...
Inzwischen kann ich sagen, dass mir seit mindestens 25 Jahren keine mit Naturkork verschlossene Weinflasche mehr untergekommen ist, bei der es im Bezug auf den Kork eine Beanstandung gegeben hat.
Hallo!

Wenn man keine einzige Fl. aufzieht, dann halte ich das für möglich! Wenn man allerdings tatsächlich regelmäßig was trinkt und angenommene 2-3 Fl./Wo. konsumiert, dann halte ich das für praktisch unmöglich.

Herzliche Grüße

Lars
JPO
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Re: Naturkork vs. Schraubverschluss

Beitrag von JPO »

Rieslingfan hat geschrieben: Sa 27. Dez 2025, 19:22 Inzwischen kann ich sagen, dass mir seit mindestens 25 Jahren keine mit Naturkork verschlossene Weinflasche mehr untergekommen ist, bei der es im Bezug auf den Kork eine Beanstandung gegeben hat.
Du trinkst Deine Weine zu jung!
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EThC
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Re: Naturkork vs. Schraubverschluss

Beitrag von EThC »

Rieslingfan hat geschrieben: Sa 27. Dez 2025, 20:00 Ich bin absolut sicher, dass ich gegenüber Weinfehlern extrem empfindlich reagiere.
...was macht Dich so sicher? Wobei TCA ja kein ursächlicher Weinfehler ist, sondern in erster Linie ein Verschlußfehler, der negative Auswirkungen auf den Wein haben kann bzw. meistens hat, entweder als relativ einfach wahrzunehmender TCA-Muff oder als fieser Korkschleicher, den man häufig nur mittels Konterflasche identifizieren kann.
Ich z.B. weiß von mir, daß ich relativ sensibel auf TCA-Fehler reagiere, weil wir in Weinrunden schon entsprechende Fälle hatten, bei denen andere Teilnehmer den Muff deutlich weniger oder gar nicht wahrgenommen haben. Man braucht schon eine Möglichkeit, sich selbst entsprechend kalibrieren zu können.
Was die aus meiner Sicht viel schwerwiegendere Unzulänglichkeit des Korkens angeht, nähmlich die hohen Varianzen hinsichtlich der Eigenschaft als Diffusionssperre: das tritt naturgemäß vermehrt bei länger gelagerten Weinen zutage und Du hast ja selbst mal geäußert, daß Du Deine Weine eher jung trinkst.

Übrigens war ich vor ein paar Tagen beim Weingut Rothe in Nordheim, da werden alle (Still-) Weine verschraubt, egal ob die Flasche 9 oder 45 Euronen kostet, auch die Magnums. Manfred Rothe meinte sinngemäß, daß man, wenn man ernsthaft über die Eigenschaften des Verschlusses hinsichtlich der Weinreifung nachdenkt, gerade bei den höheren Qualitäten, die entsprechend lange reifen können / sollen, Schrauber, Glasstöpsel etc. den Vorteil der gleichmäßigen Reifung ausspielen können, bei den jung zu trinkenden Sachen wär's -abgesehen vom TCA-Risiko- relativ egal...
Viele Grüße
Erich

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Rieslingfan
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Re: Naturkork vs. Schraubverschluss

Beitrag von Rieslingfan »

EThC hat geschrieben: So 28. Dez 2025, 10:33 ...was macht Dich so sicher?

...Was die aus meiner Sicht viel schwerwiegendere Unzulänglichkeit des Korkens angeht, nähmlich die hohen Varianzen hinsichtlich der Eigenschaft als Diffusionssperre: das tritt naturgemäß vermehrt bei länger gelagerten Weinen zutage und Du hast ja selbst mal geäußert, daß Du Deine Weine eher jung trinkst.
Sicher, da ich einen feinen Geschmackssinn habe und davon ausgehe, dass ich derartige Fehler bemerken würde.

Es stimmt, dass ich meine Weine eher jung trinke, d. h. mein aktuell ältester Jahrgang ist 2021

Wie ich bereits an anderer Stelle geschrieben habe, sind mir damals, als noch nahezu sämtliche Weine mit Naturkork verschlossen wurden, vergleichsweise viele Korkfehler, d. h. in erster Linie dieser muffige Geschmack begegnet. Zum Glück hat sich dies aber ausgehend von meinen Erfahrungen inzwischen deutlich verbessert.
Gruß Markus
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Rieslingfan
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Re: Naturkork vs. Schraubverschluss

Beitrag von Rieslingfan »

Das häufig erwähnte "Plopp" bei dem Öffnen einer mit Naturkork verschlossenen Weinflasche tangiert mich so gut wie gar nicht, zumal es bei meiner Methode der Öffnung mit dem Durand, d. h. nur durch Verwendung der Federzungen, kein oder nur ein ganz dezentes "Plopp" ergibt.

Dagegen gibt der Schraubverschluss mitunter ein deutliches "Plopp" von sich, was sich insbesondere beim Wittmann Estate 2024 deutlich bemerkbar macht.

Ich vermute das liegt an der Einlage im Deckel?
Zuletzt geändert von Rieslingfan am Di 30. Dez 2025, 20:36, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß Markus
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