Rieslingfan hat geschrieben: ↑Sa 27. Dez 2025, 20:00
Ich bin absolut sicher, dass ich gegenüber Weinfehlern extrem empfindlich reagiere.
...was macht Dich so sicher? Wobei TCA ja kein ursächlicher Weinfehler ist, sondern in erster Linie ein Verschlußfehler, der negative Auswirkungen auf den Wein haben kann bzw. meistens hat, entweder als relativ einfach wahrzunehmender TCA-Muff oder als fieser Korkschleicher, den man häufig nur mittels Konterflasche identifizieren kann.
Ich z.B. weiß von mir, daß ich relativ sensibel auf TCA-Fehler reagiere, weil wir in Weinrunden schon entsprechende Fälle hatten, bei denen andere Teilnehmer den Muff deutlich weniger oder gar nicht wahrgenommen haben. Man braucht schon eine Möglichkeit, sich selbst entsprechend kalibrieren zu können.
Was die aus meiner Sicht viel schwerwiegendere Unzulänglichkeit des Korkens angeht, nähmlich die hohen Varianzen hinsichtlich der Eigenschaft als Diffusionssperre: das tritt naturgemäß vermehrt bei länger gelagerten Weinen zutage und Du hast ja selbst mal geäußert, daß Du Deine Weine eher jung trinkst.
Übrigens war ich vor ein paar Tagen beim Weingut Rothe in Nordheim, da werden alle (Still-) Weine verschraubt, egal ob die Flasche 9 oder 45 Euronen kostet, auch die Magnums. Manfred Rothe meinte sinngemäß, daß man, wenn man ernsthaft über die Eigenschaften des Verschlusses hinsichtlich der Weinreifung nachdenkt, gerade bei den höheren Qualitäten, die entsprechend lange reifen können / sollen, Schrauber, Glasstöpsel etc. den Vorteil der gleichmäßigen Reifung ausspielen können, bei den jung zu trinkenden Sachen wär's -abgesehen vom TCA-Risiko- relativ egal...