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Re: Martin Müllen
Verfasst: So 27. Jan 2013, 22:57
von Bernd Schulz
Heute ist der nächste 2011er von Martin Müllen an der Reihe:
Was "A§J" bedeutet, muss ich den Winzer noch mal fragen. Ansonsten habe ich den größten Teil des Weins zur Nachverkostung im Laufe der nächsten Woche aufgehoben. Etwas Luft wird diesem momentan doch ziemlich sperrig wirkenden Riesling ganz sicher nicht schaden....
Beste Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mo 28. Jan 2013, 00:06
von sorgenbrecher
Bernd Schulz hat geschrieben:
Was "A§J" bedeutet, muss ich den Winzer noch mal fragen.
Bernd
ich habe in erinnerung, dass dies für den wein aus den alten und jungen reben des trabacher hühnerbegs steht.
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mo 28. Jan 2013, 20:48
von Bernd Schulz
Danke für die einleuchtende Erklärung, Marko! Ich frage aber sicherheitshalber noch mal bei Martin Müllen nach....
Aus dem "A&J" wurde über Nacht ein völlig anderer Wein:
Es stellt sich natürlich die Frage, ob solche Rieslinge in den einschlägigen Weinführern vernünftig bewertet werden (können)? Welcher Verkoster ist willens bzw. auch nur in der Lage, einem derartigen Kandidaten die nötige Luft zu gönnen?
Beste Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mo 28. Jan 2013, 21:05
von octopussy
Bernd Schulz hat geschrieben:Es stellt sich natürlich die Frage, ob solche Rieslinge in den einschlägigen Weinführern vernünftig bewertet werden (können)? Welcher Verkoster ist willens bzw. auch nur in der Lage, einem derartigen Kandidaten die nötige Luft zu gönnen?
Hallo Bernd,
das ist wahrscheinlich das Schicksal der Produzenten, nicht dem Schema F entsprechender Weine. Im Zweifel bauen sich diese aber auch ohne Unterstützung durch die Weinführer ihre Fanbasis auf. Ich kenne mich mit Müllen-Weinen so gar nicht aus, habe neulich überhaupt zum ersten Mal einen Müllen-Wein probiert. Es war der
1993 Riesling Beerenauslese (ein Geschenk). Vor mittlerweile mehr als drei Wochen geöffnet, fand ich den Wein ganz gut, aber auch nicht unbedingt überwältigend (es fehlte mir etwas an Spannung und v.a. Säure). Erstaunlich fand ich aber Folgendes: nachdem der Wein so eine Weile im Kühlschrank vor sich hin gammelte, habe ich gestern den letzten Rest getrunken. Und siehe da: er war jedenfalls ein kleines bisschen spannender als drei Wochen zuvor. Oxidationsnoten waren überhaupt keine zu spüren. Das fand ich schon erstaunlich.

Re: Martin Müllen
Verfasst: Mo 28. Jan 2013, 21:25
von Bernd Schulz
Hallo Stephan,
Im Zweifel bauen sich diese aber auch ohne Unterstützung durch die Weinführer ihre Fanbasis auf.
Das stimmt sicherlich. Trotzdem werden über die Weinführer schlicht und einfach größere Umsätze generiert....
Ich kenne mich mit Müllen-Weinen so gar nicht aus, habe neulich überhaupt zum ersten Mal einen Müllen-Wein probiert. Es war der 1993 Riesling Beerenauslese...
Hmm....wenn ich ehrlich bin, haben mich unter Martin Müllens Altweinen die Höchstprädikate jenseits der Auslese nie so sonderlich beeindruckt. Die überzeugenden Treffer fanden sich immer in der darunterliegenden Range (bis hinab zum QbA) - und zwar im restsüßen wie auch im trockenen (!) Bereich!
Beste Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Verfasst: Do 21. Feb 2013, 23:06
von Bernd Schulz
Heute frisch eingetroffen und aus Gründen der Neugier gleich ins Glas befördert:
Bei wenig Alkohol viel Riesling (in trocken) zu einem vergleichsweise günstigen Kurs!
Angesichts der für den Jahrgang erstaunlich weichen Säure bin ich versucht, auf BSA zu tippen - aber wenn biologischer Säureabbau zu einem derart in sich stimmigen Ergebnis führt, kann man in keinster Weise moppern!
Beste Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Verfasst: Fr 22. Feb 2013, 19:30
von Ralf Gundlach
Hallo Bernd,
an BSA glaub ich bei dem 08er Würzgarten nicht, die Säure hat sich m.E. nur unglaublich gut integriert und harmonisiert.
Gruß
Ralf
Re: Martin Müllen
Verfasst: Fr 22. Feb 2013, 21:33
von Ralf Gundlach
Aromatisch etwas verschlossen präsentiert sich momentan der 011er Hühnerberg Kabinett trocken *, der in seinen Anlagen allerdings zeigt, warum Martin Müllen diese Aufstufung bei einem Kabinett einführte, dieser Hühnerberg ist nämlich schlank wie ein Kabinett ( 11,5% Alkohol) , wartet aber dabei mit einer Extraktdichte auf, die seinesgleichen sucht, die Säure hält sich eher im Hintergrund, den werde ich mal am Sonntag weiter trinken, denn morgen abend sitzen wir beim Ostbelgier und schlürfen diverse Altweine,
Gruß
Ralf
Re: Martin Müllen
Verfasst: Fr 22. Feb 2013, 22:18
von Bernd Schulz
Ralf, den besternten 2011er Hühnerberg Kabi trocken habe ich gestern auch noch aufgezogen

, und die Nachverkostung heute bestätigt deinen Eindruck voll und ganz. Der Wein verfügt bei immer noch moderatem Alkohol (generell bringt der Hühnerberg vergleichsweise niedrige Oechslewerte!) über eine enorme Substanz, aber ist jetzt noch deutlich zu jung. Auch im trockenen Bereich finden Martin Müllens Weine meistens erst nach ein paar Jahren zu ihrer eigentlichen Hochform wie z.b. diese ebenfalls besternte trockene Spätlese aus 07:
Die meisten VDP-Erzeuger würden einen solchen Riesling wohl unter der GG-Flagge segeln lassen - und das sicherlich nicht zu Unrecht! Dass dieser Wein, der ab Werk zu knapp 11 Euronen angeboten wird, immer noch erhältlich ist, kann ich nicht verstehen. Angesichts des Kurses müssten ihn die Freunde eines kraftvollen, charakterstarken und nicht extrem säurebetonten Rieslingstils dem Winzer geradezu aus den Händen reißen.
Beste Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Verfasst: Fr 22. Feb 2013, 22:40
von Allegro
Hi,
den Hühnerberg Kabinett trocken * 2011 habe ich heute auch aufgezogen
Bei meiner letzten Flasche vor ein paar Wochen mal hatte ich schon den Eindruck, dass er etwas verschlossen war ... heute finde ich ihn im Gegensatz zu damals ein wenig "offener", wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht ... die Idee, ihn noch etwas stehen zu lassen, ist natürlich auch nicht schlecht ... aber ob da zwei Tage schon deutlich helfen ?