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Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Di 14. Jun 2011, 16:43
von susa
Frankie Wilberforce hat geschrieben:.... Irgendwie ist heuer die Stimmung komplett anders als noch vor einem Jahr (bei den Preisen aber auch nicht wirklich verwunderlich :|..... :roll: )
DAS ist in der Tat der Hauptunterschied, im letzten Jahr machte die Kampagne trotz exorbitant hoher Preise Lust, einzusteigen und auch ein wenig über die Stränge zu schlagen. Dieses Jahr nicht. Und das sicher nicht nur, weil sich jeder Hype irgendwann abnudelt und irgendwann Jahrhundert- oder Jahrtausendjahrgänge die Norm werden oder wir alle die Keller gut voll haben. Hatten wir das nicht letztes Jahr auch? ;). Ich glaube, es sind noch nicht mal (nur) die Preise, die sind vielleicht das Tüpfelchen auf dem i, es ist die Gesamtsituation, bei der Wert und Preis einfach nicht mehr zusammen passen wollen.

Ein klein bisschen mach ich mit, damit halt ein paar Flaschen im Keller liegen, wo 2010 drauf steht, aber großen Spaß macht es dieses Jahr wirklich nicht.

lieben Gruß
susa
wartet auf Haut Bailly, Riechsalz bereit haltend

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Di 14. Jun 2011, 17:03
von tubermagnatumpico
susa hat geschrieben: susa
wartet auf Haut Bailly, Riechsalz bereit haltend
*lol* :mrgreen:

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Di 14. Jun 2011, 17:30
von UlliB
innauen hat geschrieben: An die Preise scheint man sich mittlerweile auch gewöhnt zu haben, denn nach der Pontet-Canet-Empörungswelle schwabbt die Diskussion hier wieder etwas ab.
Hallo Wolf,

unter gewöhnt stelle ich mir schon etwas anderes vor. Nur überraschen tut es jetzt keinen mehr, und so schaut man mit mit etwas gelangweiltem Interesse zu, ob die jetzt noch verbliebenen Weine mit 20, 30 oder noch mehr Prozenten Aufschlag rauskommen.

Auch beim Rückblättern habe ich übrigens gar nicht viel echte Empörung über den Preis von P-C gefunden, eher noch ein gewisses Verständnis und die Einschätzung, dass der Wein auch mit diesem Preis laufen wird (was wohl richtig ist).

Gruß
Ulli

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Di 14. Jun 2011, 18:03
von susa
Jetzt habt aber bitte auch mal ein wenig Mitleid mit der anderen Seite, deren Leben in Zeiten der 2010er Sub ist auch kein Zuckerschlecken. ;) *haben wir keinen Clown Smiley?*

http://networkedblogs.com/j8z9q

Lieben Gruß
susa

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Di 14. Jun 2011, 18:20
von UlliB
susa hat geschrieben:Jetzt habt aber bitte auch mal ein wenig Mitleid mit der anderen Seite, deren Leben in Zeiten der 2010er Sub ist auch kein Zuckerschlecken. ;) *haben wir keinen Clown Smiley?*

http://networkedblogs.com/j8z9q
Ja, das Leben kann schon echt hart sein. :mrgreen:

Im Übrigen müssen die natürlich im Training bleiben. Sollte nämlich irgendwann niemand mehr Bordeaux kaufen, weil infolge totaler Selbstreferenz bei der Preisfestsetzung die Tarife selbst für neureiche Chinesen und russische Millionäre zu hoch geworden sind, müssen die ihr Zeug ganz alleine aussaufen :o

Gruß
Ulli

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Di 14. Jun 2011, 19:40
von Desmirail
Tja, die Preisaufschläge, mal abgesehen ob nun 09 und 10 Zwillinge sind und ob Säure und oder Tannin besser oder was auch immer ist, macht diese Subskription echt keinen/doch Spaß. Ich sage das durchaus mit Humor, da es schon auch lustig ist zu sehen, wie die Chateaus durchdrehen bei den Preisen und man durch Nichtkauf viel Geld sparen kann. :mrgreen:

Der nächste Jahrgang kommt und ob es dann noch BDX sein wird ... wer weiß, wer weiß. Alternativen gibt es reichlich und wenn man nicht immer nur den Namen trinken und auf Graf Koks machen will, da gibt es wirklich guten Stoff sowohl in als auch außerhalb von BDX. 8-)

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Di 14. Jun 2011, 20:13
von Matthias Hilse
Mr. I hat geschrieben:

ich finde es - die gesamte Kampagne betrachtend - zwar wenig überraschend, aber auch irgendwie schade und auch etwas unverständlich, dass keines der "größeren" Châteaux bzw. der Cru Classé Weine auf die Idee kam, sich bewusst für den europäischen Mark zu entscheiden!

Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle niedrigklassifizierten Gewächse in Asien "ziehen" wie die ganz bekannten Namen; ich denke da an HBL, Ferriere, etc, auch Langoa, Lagrange sowie Weine wie Gloria und Phelan-Segur.
Wenn von diesen einer seinen Preis im Verhältnis zu 09 um 10-15% reduziert hätte (anstatt ihn entsprechend zu erhöhen), kann ich mir gut vorstellen, dass dieser Wein - schon ob dieses Alleinstellungsmerkmals - sich in "Good Old Europe" gut verkauft hätte, wahrscheinlich sogar sehr schnell vollständig ausverkauft wäre - was ich mir bei den derzeitigen Preisen nicht so vorstellen kann. Und so hätte man sich auch einen "Sympathiebonus" bei der europäischen Kundschaft erwerben können, welcher einem Château in einem schlechteren Jahr vielleicht sehr hilfreich wäre... aber es habe sich alle für die Taube auf dem Dach entschieden...

naja, ich kann es nicht ändern, bin aber immerhin stolz auf mich, dass ich an meinem Vorsatz, keinen preiserhöhten Wein zu subsen, festgehalten hab *aufdieschulterklopf* :mrgreen:
Hallo Mr. I,

das, was Sie nicht zu finden meinen, gibt es am prominentesten bei Ch. Sociando Mallet. Und man wird nicht sagen dürfen, das sei ein kleines oder unbedeutendes Gut.

Es wird hier interessanterweise gar nicht diskutiert, was denn mit den Weinen (wie eben Sociando Mallet) passiert, die nun nicht mehr von den Einkäufern der "grande distribution (Leclerc, Cora, Carrefour etc)" aufgesogen werden.

Während der Begriff "Grand Cru" offensichtlich fast synonym mit "starker Preisanstieg" gebraucht werden kann, hier jedenfalls eine signifikante Korrelation zu beobachten ist, machen die bürgerlichen Gewächse auch preislich ihrem Namen alle Ehre. Man vergisst das leicht bei all den Schreckensmeldungen :roll:

Herzliche Grüße,
Matthias Hilse

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Di 14. Jun 2011, 20:30
von dazino
Es wird wohl einige in diesem Forum geben die die lobenswerte Preisreduktion von Sociando Mallet durch eine Sub gedankt haben. Man darf aber nicht vergessen, dass gerade dieses Chateau in der letzten Kampagne massiv abgestraft wurde weil der Preis viel zu hoch war.

Gruss David

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Di 14. Jun 2011, 20:48
von innauen
Desmirail hat geschrieben: Alternativen gibt es reichlich und wenn man nicht immer nur den Namen trinken und auf Graf Koks machen will, da gibt es wirklich guten Stoff sowohl in als auch außerhalb von BDX. 8-)
ja klar gibt es ausserhalb von BDX auch guten Wein, aber wer will den trinken? :D :lol: :oops: Wir sind nun mal bekennende BDX-süchtige. Kein anderer Wein weckt bei JEDER Kampagne so viel Leidenschaft in mir. Wenn die Gran Cru Classe und eine Handvoll Güter vom rechten Ufer jetzt massiv im Preis steigen, muss ich mich nach anderen, preisWERTEN Weinen umsehen.

Das war übrigens immer schon so. Nach dem Preisanstieg in den 80er Jahren (mit dem Preis-Höhepunkt 1989) hat man auch schon gezielt nach Bordeaux-Cuvee außerhalb von BDX gesucht und ist nicht wirklich dauerhaft fündig geworden. Statt dessen stimmt, was ein namhafter BDX-Händler zuletzt geschrieben hat: Es gibt - weniger trotz, als vielmehr wegen der hohen Preise (denn die sind Ansporn für andere) in BDX das beste Preis-Leistungsverhältnis. Man muss allerdings Mut zum Wandel haben.

Die unter uns, die in den 80ern von den Premiers lassen mussten, wissen vielleicht noch wie sich das angefühlt hat. Genauso geht es mir jetzt, wenn ich mir diese Jahr Gruaud Larose oder Pontet Canet sparen muss, weil ich schon letztes Jahr über die Preisstränge gesprungen bin. Was aber bei Senejac, Lamothe-Bergeron, Malescasse, Escurac oder Poujeaux an Qualität und Reifefähigkeit ins Glas kommt, dafür muss man anderswo lange suchen (was nicht heisst, dass man nicht fündig werden würde, aber in Jahren wie 2005 oder 2009 kann man am linken Ufer relativ blind kaufen. 2010 würde ich von dieser Regel nicht ausnehmen wollen). Ich meine auch, dass sich hier die Subs lohnt. Was es jetzt für 12,50 Euro gibt, kostet später gerne bis zu 20 Euro. Und kosten kann ich auch dann das meiste nicht.

Grüße,

wolf

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Di 14. Jun 2011, 20:50
von UlliB
Matthias Hilse hat geschrieben:
Während der Begriff "Grand Cru" offensichtlich fast synonym mit "starker Preisanstieg" gebraucht werden kann, hier jedenfalls eine signifikante Korrelation zu beobachten ist, machen die bürgerlichen Gewächse auch preislich ihrem Namen alle Ehre.
Wobei allerdings einige "bürgerliche" Gewächse ziemliche grand cru-Allüren zeigen. Prominentestes Beispiel ist jetzt wohl Gloria, aber d'Angludet ist im Bezug auf die prozentuale Preiserhöhung auch nicht besser und jetzt auch nicht mehr wirklich "bon marché".

Im übrigen muss man mit der Optik von Preiserhöhungen ein weing aufpassen. Eine Anhebung z.B. von 12,50 auf 13,80 fällt absolut betrachtet kaum ins Auge - satte 10% sind das aber auch.

Aber es stimmt natürlich schon: der Markt läuft auseinander; die Preisspanne wird auch unterhalb der Premiers immer größer. Das Image des Gebietes hängt aber (wie überall) an den Topweinen, und der Ruf des Bordelais, hoffnungslos überteuert zu sein, wird sich nach dieser Kampagne weiter verfestigen. Pech für die Kleinen.

Gruß
Ulli