So, heute abend gab es nun den Lapin aux Pruneaux, kein ganzes Kaninchen, sondern "nur" Keulen. Das Rezept ist ganz einfach:
Zutaten (für 2, eine Keule ist aber noch übrig):
2-3 Kaninchenkeulen
50 g Butter
200 g Trockenpflaumen (am besten aus Agen)
500 ml Weißwein
300 ml Geflügelfond
150 g durchwachsener Speck
1 Knoblauchzehe
2 Schalotten
Salz, Pfeffer
1. Kaninchenkeulen salzen und pfeffern
2. Butter in einer Kasserole zerlassen
3. Kaninchenkeulen von beiden Seiten goldbraun braten, aus der Kasserole nehmen
4. Speck knusprig braten und ebenfalls herausnehmen, rechtzeitig die Hitze reduzieren
5. gehackte Schalotten und Knoblauch glasig schwitzen (notfalls die Kasserole kurz abkühlen lassen)
6. Mit etwas Weißwein und Fond ablöschen, Bratensatz ablösen
7. Kaninchenkeulen, Speck und die Backpflaumen in die Kasserole geben, restlichen Fond und Weißwein angießen.
8. 2 Stunden schmoren, falls zu viel Flüssigkeit verdampft noch etwas Weißwein oder weiteren Fond angießen.
9. Servieren
[album]2331[/album]
Da wir beide keine Riesenlust auf Wein hatten, haben wir nur den Rest des Kochweins ausgetrunken, ein
2007 St. Joseph "Les Oliviers" von
Ferraton Père & Fils (50% Marsanne, 50% Roussanne).
[album]2332[/album]
Der Wein passte durchaus zum Essen, leider war nur der Wein Mist. 14,5% Alkohol, die sich deutlich zeigten. Entweder ist der Wein gerade in einer schwierigen Phase oder er kommt nie wieder. Jedenfalls schienen sich die meisten Elemente außer - leider - des Alkohols verabschiedet zu haben. Der Wein wirkte dünn und brandig. Deshalb tippe ich darauf, dass er nie gut sein wird, höchstens in der Jugend gut war.
Wie gesagt ist noch eine Keule übrig und dazu werde ich wohl noch den Chapoutier La Sizeranne aufmachen morgen. Insgesamt scheint mir Rotwein durchaus eine gute Wahl zum Essen zu sein, aber sowohl weiß wie rot scheint mir hier eine gute Wahl zu sein.
Von den hier genannten Tipps wäre mir ein roter Priorato deutlich zu kräftig zu dem Gericht, ein Châteauneuf du Pape ebenfalls. Priorat in Weiß ist eh nicht so mein Fall. Roten Veltliner kenne ich nicht. Eine trockene Scheurebe wäre mir zu aufdringlich in der Aromatik. Meine Favoriten wären wohl neben einem besseren weißen Nordrhône-Weißwein und (hoffentlich) Syrah von der nördlichen Rhône entweder ein nicht zu alkoholstarker Côtes du Rhône mit Grenache und Syrah, gekühlt serviert, ein Moulin-à-Vent oder ein Bordeaux vom rechten Ufer.
Bibbel, darf ich fragen, wie du das Gericht zubereitest? Mir gefiel die Sauce mit Weißwein sehr gut, aber eine Sauce mit Rotwein kann ich mir durchaus vorstellen.