Entweder gabs ein Gratis-Ragout dazu oder €€€€€€€€€€€€€Hat denn jemand von euch eine Erklärung dafür, dass ein Weinjournalist mit professionellem Anspruch für diese Qualität 87 Punkte zückt?
Michel Rolland bei Edeka. Na, wer traut sich?
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MichaelWagner
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Re: Michel Rolland bei Edeka. Na, wer traut sich?
wenns läuft, dann läufts. Aber bis es läuft, dauerts...
- octopussy
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Re: Michel Rolland bei Edeka. Na, wer traut sich?
Naja, Gerald. Man sollte da die Kirche im Dorf lassen. Was sagt denn Mario Scheuermann in seiner Notiz? Der Wein ist korrekt gemacht, bietet das Erwartbare und kriegt 87 Punkte. Seien wir doch mal ehrlich: der Wein schmeckt den Leuten hier im Forum (mich eingeschlossen) nicht sonderlich, aber er ist korrekt gemacht. Meine Freundin fand ihn zum Beispiel viel besser als ich. Ich finde ihn für 7,99 Euro alles andere als ein Schnäppchen und kenne Bordeaux, die für das gleiche Geld mehr Genuss versprechen. Aber der Wein ist halt keine Katastrophe. Ich finde 87 Punkte in Verbindung mit der Notiz von Mario Scheuermann sowohl vertretbar als auch nachvollziehbar. Ich persönlich und die anderen hier, die den Wein probiert haben, sind halt anderer Meinung.Gerald hat geschrieben:und dafür lieber seinen Ruf als zuverlässiger und neutraler Verkoster riskieren?...was aber im Zweifel nicht daran liegen wird, dass jemand 7,99 Euro gespart hat, sondern eher daran, dass man es sich mit der Promoagentur, die den Wein verschickt hat, nicht verscherzen will.OK, für den hobbymäßigen Blogger mag das vielleicht kein großes Thema sein, für einen Profi aber meiner Ansicht nach sehr wohl ...
Beste Grüße, Stephan
- Gerald
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Re: Michel Rolland bei Edeka. Na, wer traut sich?
Ich denke auch, dass das reine Geschmackssache ist, der eine bewertet den Wein höher, der andere niedriger. Einen Zusammenhang mit den gesparten 8 Euro oder der Agentur halte ich - wie gesagt - für unwahrscheinlich, da ein Profi sich so etwas schon aus eigenem Interesse nicht leisten kann und wird.
Die Sache zeigt nur, dass eine Weinbewertung eine höchst subjektive Sache ist - eine persönliche Meinung, aber kein "Gutachten" im landläufigen Sinn.
Grüße,
Gerald
Die Sache zeigt nur, dass eine Weinbewertung eine höchst subjektive Sache ist - eine persönliche Meinung, aber kein "Gutachten" im landläufigen Sinn.
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Gerald
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Bernd Schulz
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Re: Michel Rolland bei Edeka. Na, wer traut sich?
Ich weiß ja nicht, wie du bewertest (so ähnlich wie Torsten), aber 87 Punkte sind jedenfalls 5 Punkte mehr, als hier von den Threadteilnehmern im besten Falle vergeben wurden...Zu den 87P. ...ähm ich sehe die als nicht soviel an, oder? Sind 87P viel?
Und ich für mein Teil trinke im Alltag nicht dauernd irgendwelche Granaten, sondern sehr gerne und mit viel Genuss auch etwas kleinere Weine. Die bedenke ich, wenn sie richtig gut sind, so mit 85 - 87 Punkten. Und das dürfte auch dem Standard der meisten Weinführer und Weinkritiker so einigermaßen entsprechen.
Tja, deshalb bleibt da auch für mich ein gewissses..und dafür lieber seinen Ruf als zuverlässiger und neutraler Verkoster riskieren?OK, für den hobbymäßigen Blogger mag das vielleicht kein großes Thema sein, für einen Profi aber meiner Ansicht nach sehr wohl ...
Hier haben aber sehr viele - um nicht zu sagen alle - den Wein deutlich niedriger bewertet. Insofern relativiert das den Punkt "Geschmackssache" dann doch etwas, oder? Wobei ich einen Zusammenhang mit gesparten 8 Euro auch für sehr unwahrscheinlich halte....Ich denke auch, dass das reine Geschmackssache ist, der eine bewertet den Wein höher, der andere niedriger. Einen Zusammenhang mit den gesparten 8 Euro oder der Agentur halte ich - wie gesagt - für unwahrscheinlich
Viele Grüße
Bernd
- Gerald
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Re: Michel Rolland bei Edeka. Na, wer traut sich?
Nein, das relativiert es meiner Ansicht nach keineswegs. Siehe auch die Diskussion in diesem Thread.Hier haben aber sehr viele - um nicht zu sagen alle - den Wein deutlich niedriger bewertet. Insofern relativiert das den Punkt "Geschmackssache" dann doch etwas, oder?
Also wenn geübte Verkoster ein- und denselben Wein (nur an anderer Stelle in der Verkostungsreihenfolge) mit durchschnittlich 4 Punkten anders bewerten, dann sind solche Unterschiede für die Bewertung durch verschiedene Verkoster (gleich ob Profis oder Weinliebhaber) sicher nichts Ungewöhnliches - auch wenn das der eine oder andere mit seinem "Unfehlbarkeitsanspruch" nicht wahr haben möchte.
Ich darf noch einmal Armin Kobler zitieren:
Grüße,Was ich damit sagen will: Wenn (wirkliche oder angenommene) Weinexperten sich oft wegen zwei Punkten streiten oder einen Wein mit 90 Punkten als deutlich besser einstufen als einen mit 87, dann sollte man sich als Leser an die Abweichungen zwischen gleichen Proben erinnern. Das hilft deutlich der Entspannung.
Gerald
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Bernd Schulz
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Re: Michel Rolland bei Edeka. Na, wer traut sich?
Na, Kobler hat schon recht, aber zwischen einer Abweichung von 87 zu 90 oder von 82 (im Höchstfall!) zu 87 sehe ich einen erheblichen Unterschied - einen weit höheren, als der rein numerische Abstand auf den ersten Blick vermuten lässt. In dem einen Fall ist es der Unteschied zwischen einem guten und einem etwas besseren Wein, in dem anderen der zwischen einem ziemlich schwachen und einem guten Produkt. Auf Deutsch gesagt: Wir fanden den Wein alle lausig bis gerade mal erträglich, Mario Scheuermann fand ihn alles andere als übel.
Aber wie auch immer....
Beste Grüße
Bernd
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Bernd
- Gerald
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Re: Michel Rolland bei Edeka. Na, wer traut sich?
Vieles zu dem Thema ist ohnehin schon im verlinkten Thread geschrieben worden, aber "zur Sicherheit" nocheinmal:
Es macht auch einen sehr großen Unterschied, ob ihr (ich habe den Wein ja leider in Ö nicht bekommen) nur diesen Wein an einem Abend getrunken habt oder ob ein Profi - mal angenommen - vorher schon 10 andere Weine probiert hat. In letzterem Fall ist der Gaumen natürlich noch von den zuvor probierten Weinen "belegt" und man kann sicher nicht alle Facetten des Weins am Gaumen mehr so wahrnehmen wie wenn es nur ein Wein ist. Ein Profiverkoster hat sogar einmal gemeint, dass man in größeren Verkostungen fast nur den Geruchseindruck bewerten kann, nicht aber das Mundgefühl.
So gesehen wundert mich die hier beschriebene Diskrepanz nicht wirklich ...
Grüße,
Gerald
Es macht auch einen sehr großen Unterschied, ob ihr (ich habe den Wein ja leider in Ö nicht bekommen) nur diesen Wein an einem Abend getrunken habt oder ob ein Profi - mal angenommen - vorher schon 10 andere Weine probiert hat. In letzterem Fall ist der Gaumen natürlich noch von den zuvor probierten Weinen "belegt" und man kann sicher nicht alle Facetten des Weins am Gaumen mehr so wahrnehmen wie wenn es nur ein Wein ist. Ein Profiverkoster hat sogar einmal gemeint, dass man in größeren Verkostungen fast nur den Geruchseindruck bewerten kann, nicht aber das Mundgefühl.
So gesehen wundert mich die hier beschriebene Diskrepanz nicht wirklich ...
Grüße,
Gerald
- sociando
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Re: Michel Rolland bei Edeka. Na, wer traut sich?
wie sah ihn eigentlich der captain? hat jemand einen link?
ps: man sollte die 87 ms punkte für diesen wein wohl mit anderen weinen, die auch 87p bei ms bekommen haben, vergleichen oder?
pps: ich sah den wein so bei 84 punkten und habe seit dem ersten glas nicht weiter getrunken. kann aber gut verstehen - ob des mainstream charakters, dass viele ihn gar nicht so schlecht finden - ausserhalb des forums.
ps: man sollte die 87 ms punkte für diesen wein wohl mit anderen weinen, die auch 87p bei ms bekommen haben, vergleichen oder?
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es lebe die freiheit! es lebe der wein!
(johann wolfgang von goethe, faust, auerbachs keller)
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- Gerald
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Re: Michel Rolland bei Edeka. Na, wer traut sich?
http://www.captaincork.com/Weinleute/mi ... empfehlungwie sah ihn eigentlich der captain? hat jemand einen link?
Aber wenn er ihn verkostet hätte, wären es wahrscheinlich die üblichen 93 Punkte geworden.Keine Captains Punkte, weil er ihn nicht verkostet hat.
Grüße,
Gerald
- sociando
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Re: Michel Rolland bei Edeka. Na, wer traut sich?
"Bordeaux mal billig!" als überschrift? hmmm....
es lebe die freiheit! es lebe der wein!
(johann wolfgang von goethe, faust, auerbachs keller)
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