nach meinen tiflisaufenthalt haben steinmeister, bettina, erdener prälat und ich eine kleine georgien probe gestern gemacht. die weine wurde mir von führenden weinläden vor ort als besondere weine empfohlen. preislich lagen sie so um die 20 euro - auch mal bis 30 euro.
alle weine sind aus der rebsorte saperavi hergestellt. ich glaube fast alle weine sind amphorenweine - also in quevris http://de.wikipedia.org/wiki/Quevri .
vg, martin
Dateianhänge
Zuletzt geändert von sociando am Mo 26. Nov 2012, 19:07, insgesamt 1-mal geändert.
es lebe die freiheit! es lebe der wein! (johann wolfgang von goethe, faust, auerbachs keller)
das war in der Tat eine interessante Probe. Alle Weine hatten leicht oxidative Töne, feine Gerbstoffe, einen moderaten Alkoholgehalt (bei zu vermutender Voll-bis Überreife) eine angenehme Säure und eine tiefe, dunkle Farbe.
Badagoni Kakhetian Noble, Saperavi 2010
Brombeerfrucht, etwas flüchtige Säure, leichter Bitterton, feine Säure , angenehme Gerbstoffe, nicht allzu lang. 84 Punkte Winiferia, Saperavi 2010
Pflaume, Quittenmus, Rumtopf. Intensivere, aber ebenso feine Tannine wie der vorige Wein. Wirkt etwas portig, aber nicht alkoholisch. Länger als der vorige Vertreter. 87 Punkte Satrapezo, Saperavi 2010
Warme, dunkle Beerenfrucht. Differenziert und komplex. Sehr feine Gerbstoffe. Schöne Länge. 90 Punkte Mildiani, Saperavi Cuvee Special Limited Edition 2005
Deutlich gereift in der Nase, Gewürze, etwas Tee. Auch hier die Portweinassoziation. Am dritten Tag etwas Champignon. Sehr feine Gerbstoffe, diffrenziert, strukturiert und lang. 91 Punkte. Die extrem große und schwere Flasche trägt den Vermerk "Production Date 22.10.2012"
Danke auch für den Einblick in die georgische Küche und die musikalische Darbietung am Schluss.
Birte, hast Du das denn schon gehört? Bloß keine Vorurteile.
Diesmal bin ich der letzte. Ich habe dann mal wieder nicht ganz so euphorisch gewertet. Die Weine sind schon unfallfrei genießbar. Man merkt, daß hier Ambitionen gepflegt wurden. Aber insgesamt ist mir das doch ein wenig zu kellertechniklastig und ergibt dann doch zu austauschbare Weine. Wenn man nach den Amphoren noch ordentlich Neuholz dazugibt, ist für mich das Traditionelle wieder nivelliert. Die wirklich interessante Weine kamen dann doch zum Schluß. Ich führe der Vollständigkeit halber die drei Nicht-Georgier auf.
Diesen Wein habe ich zuhause nachverkostet; darauf gehen Beschreibung und Bewertung dann letztendlich zurück. Bei der Probe hatte ich den Wein deutlich besser eingeschätzt, aber mich offenbar durch irgendetwas blenden lassen.
Ein großer Wurf, wie viele 08er von Christoffel. Da schließe ich mich den schon publizierten Wertungen von Sociando und Niers-Runner an. Und habe endlich mal nicht das Streichergebnis geliefert:-)
Erdener Prälat hat geschrieben:
Und habe endlich mal nicht das Streichergebnis geliefert:-)
das war dann diesmal ich, und zwar für den Christoffel. Mit dem konnte ich nichts anfangen. Unangenehmer Schwefelwasserstoffton in der Nase, am Gaumen ein dünnes mit Restzucker zugekleistertes Weinchen. Vielleicht wird der ja mal gut?
Erdener Prälat hat geschrieben: Aber insgesamt ist mir das doch ein wenig zu kellertechniklastig
Um einen "klassischen" restsüßen Moselriesling zu produzieren braucht es davon (Kellertechnik) sicher ebensoviel.
P.S.
Der Traminer hat mich auch enttäuscht. Da hat mir der anderswo besprochene Schulze-Traminer aus gleichem Jahrgang deutlich besser gefallen.