Die Teilnehmer, die etwas getrunken hatten, taten sich später schwer mit der Konzentration.
wie erwähnt ist das auch meine Erfahrung. Das fällt vielleicht bei manuellen oder kommunikativen Tätigkeiten nicht so auf, bei der Softwareentwicklung ist der Rechner aber beinhart und zeigt die fehlende Konzentration durch Fehlfunktionen oder Abstürze gnadenlos auf
Also wenn bei der nächsten Erweiterung der Forensoftware nichts mehr geht, dann weiß man warum
Ich möchte das Thema aber selbstverständlich nicht in Verbindung mit dem Relaunch anderer Wein-Seiten im Web bringen
Ich kann mit einem rigorosen Alkoholverbot zur Arbeitszeit ganz gut leben. Ich erinnere mich noch an Zeiten, in denen es üblich war, zu jedem Geburtstag um 10 Uhr morgens ein "Gläschen Sekt" zu trinken - in einer großen Abteilung ist das kein seltenes Ereignis. Das endete bei mir jedesmal in weitgehender Unfähigkeit, irgendwelche anspruchsvolleren Arbeiten in den nächsten zwei oder drei Stunden zu erledigen, und die mussten dann natürlich irgendwann nachgeholt werden. Wohlgemerkt - ich trinke seit gut 35 Jahren Wein, und bestimmt nicht wenig - aber morgens und mittags "haut es mich um", und steht jedenfalls konzentrierter Arbeit im Wege.
Dazu fällt mir nur ein Zitat einer amerikanischen Famillie ein, die am Sonntag Mittag den Chardonnay aufzog: "It's always five o'clock somewhere"
Ich geniesse durchaus die französische Tradition der ausgiebigen Geschäftsessen auch mit vernünftigem Wein dazu. Es gibt den Verhandlungen und Diskussionen des öfteren eine neue Richtung . Allerdings fällt auch mir auf, dass sich diese Tradition in Frankreich auf dem Rückzug befindet.
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Salute - und immer einen guten Wein im Glas wünscht
In meiner Werkstatt gibt es zwar kein generelles Alkoholverbot , aber genauso wie Ulli trinke ich tagsüber keinen Alkohol (von diversen Ausnahmen im seltenen Urlaub abgesehen).
Mittäglicher Weinkonsum macht mich für längere Zeit unkonzentriert und müde; außerdem bringt es mir kaum Genuss, zum Gemüseeintopf oder zum Kabeljau mit Bratkartoffeln ein Glas von irgendeinem Allerweltstropfen zu schlürfen.
Ganz übel bekommt mir Alkohol vor irgendwelchen instrumentalen Engagements. Während meiner Aushilfstätigkeit im hiesigen Stadttheater sah ich diversen Orchestermusikern schon in der Vormittagspause bei ihrem Bierchen oder Schnäpschen zu - und zwar mit einem gewissen Grausen! Nun ist das sicherlich noch eine andere Nummer als der mittägliche Weinritus á la francaise, aber im Grunde genommen halte ich auch letzteren für eine ziemliche Unsitte....
Wein ist für mich ganz klar ein Abendgetränk. Tagsüber erkunde ich lieber die Geschmacksnuancen diverser Grüntee- oder Oolongsorten.
Vielleicht muss man es noch einmal eigens erwähnen. Der Weinkonsum lag pro Person bei einem Glas also 100 bis 125 ml dazu Wasser in mindestens dreifacher Menge und anschließend ein Kaffee (und bei nicht wenigen die Zigarette im "Raucherghetto", was immerhin noch mit frischer Luft verbunden war). Die Wirkung des Alkohols ist da wirklich relativ schnell wieder verflogen. Und sich im Kreis drehenden Verhandlungen gab es oft genug neuen Schwung. Allerdings, als allein selig machendes möchte ich es auch nicht verstanden wissen.
lieben Gruß
susa
Red wine with fish. Well, that should have told me something. James Bond in From Russia with Love
Also nach meinem Halb- (oder Viertel- ) wissen in Physiologie ändern weder Kaffee, Wasser, frische Luft, Bewegung oder Schlaf irgendetwas an der Geschwindigkeit, mit der der Alkoholspiegel abgebaut wird. Die Empfehlung, genug Wasser zu trinken, hat einen anderen Hintergrund: Alkohol hemmt die Ausscheidung des Hormons ADH aus der Hypophyse, das den Wasserhaushalt im Körper kontrolliert. Dadurch wird mehr Wasser über die Nieren ausgeschieden als es eigentlich sinnvoll ist, was man am nächsten Tag als Kopfschmerzen aufgrund Dehydrierung spürt. Durch zusätzliches Trinken von Wasser kann man das zumindest teilweise verhindern.
Dass die genannte Menge (1/8 l) bei Verhandlungen oder ähnlichen kommunikativen Tätigkeiten kein Hindernis ist, kann ich mir vorstellen. Bei technisch-wissenschaftlichen Tätigkeiten aber nach meiner Erfahrung (von Ulli ja auch bestätigt) aber sehr wohl.
das Problem an sich ist ja nicht einmal diese kulturelle Veränderung in der französischen Mittagspausengestaltung.
Ich selbst brauche das auch nicht, aber das ist mein persönlicher Weg. Ich kann mittags gern nur eine Kleinigkeit essen, die berüchtigten Pausenbrote schmecken auch ohne Wein... Aber wenn schon ein gutes Menü, dann auch gern bitte mit einem passenden Wein - und das dann eben lieber abends, weil es da meist eh zu dunkel ist, um noch irgendwas draußen zu machen...
Wenn ich mittags in Frankreich (oder auch Spanien) in der Gaststätte ein Menü esse, tut es mir oft leid um die lange Zeit, die man damit verbringt und oft mag ich auch gar nicht so üppig am Mittag speisen. Grad in den Monaten, wo es nicht bis ultimo hell ist, muss ich nicht mehr als eine Stunde irgendwo sitzend opfern, um drei Gänge + Kaffee zu haben, daher mach ich lieber ein kleines Picknick und kann in einer halben Stunde wieder weiter...
Wenn man dagegen irgendwo zu Gast ist, dann passe ich mich natürlich in den Zeitrahmen ein - und dann ist es, wie von Susa beschrieben, das Glas Wein zum Essen stört nicht, es hebt nur den Genuss, wenn es den entsprechend ausreichend guter Wein ist. Wie gesagt, gestört hat es nie, ich wäre aber auch nie auf die Idee gekommen, einen Computer zu programmieren...
Was mich jedoch so wahnsinnig auf die Palme bringt, ist diese Dreistigkeit, jetzt den Bürgern - und auch uns Durchreisenden gnadenlos in die Tasche zu fassen. Dazu noch die Möglichkeit, polizeilicher Willkür hoffnungslos ausgesetzt zu sein. Man mag sagen, zwei bis fünf Euro sind kein Geld. Nur rechnet mal aus, wieviele Leute das bezahlen müssen - das ist schon Wirtschaftsförderung für die Firma, die das Zeug herstellt und für den französischen Staat zusätzliches Steuergeld.
Und man braucht ja mindestens zwei dieser Sets, wenn man genötigt wird, eines zu benutzen, musst du eigentlich sofort auch nachts jemanden finden, der dir ein Neues verkauft... - nur um vor der Polizeiwillkür geschützt zu sein, falls wenige Kilometer später im nächsten Department wieder kontrolliert wird. Selbst, wenn man nicht kontrolliert wird, dann kann es sein, dass man stets neue Teile braucht, weil sie eben relativ schnell verfallen. Selbst all die nicht genutzten abgelaufenen Sanikästen sind am Ende sinnlos ausgegebenes Geld, weil sie ungenutzt weggeworfen werden müssen. Und die hat man wenigstens eine Zeitlang im Gegensatz zu den Röhrchen...
Und bei der Einreise muss man sich als erstes nun um solche Teile kümmern, wie früher um einen Geldautomaten, der Francs ausspuckt (Falschgeld inklusive)... Nur hätte einen früher niemand belangt, wenn man erstmal ein paar hundert Kilometer tief ins Land ohne französisches Geld rein fährt...
Ein einziges Mal in meinem Leben wurde ich bisher aufgefordert, zu blasen - nachts in der Autobahnabfahrt von Toul. Wie üblich hatte ich nachmittags noch versucht, aus Deutschland raus zu kommen und habe gegen 23.00 Uhr in Luxemburg getankt, bissel Brot gegessen und Kaffee getrunken, um dann noch mal zwei bis drei Stunden fahren zu können... - bis Toul blieb ich dann auf der kostenfreien Autobahn...
Dieses Szenario würde nun zu einem sofortigen Bußgeld führen, eingetrieben nach der Manier von Raubrittern und Wegelagerern... Und zu einem Zwangsaufenthalt, um innerhalb der nächsten fünf Tage den Kauf des Gerätes nachzuweisen - oder eine noch drastischere Strafe in Kauf zu nehmen... Dabei hab ich auf der Durchreise nach Spanien noch nicht mal vor, während des Fahrens was zu trinken - aus oben benannten Gründen.
Auf gut Glück würde ich auch nicht mehr setzen - die Polizei in Frankreich wird immer präsenter und Kontrollen, grad auch ausländischer Fahrzeuge sind keine Seltenheit. Sagt also nicht, es sei doch alles nicht weiter schlimm - ich finde es eine immense Freiheitsbeschneidung, was da geplant ist. Ich werde dann vielleicht diesen Sommer voraussichtlich letztmalig nach Frankreich/Spanien in den Urlaub fahren, dann muss ich mir eine neue Himmelsrichtung suchen anstelle von West oder Südwest.
Nur leider muss ich dann immer noch durch Frankreich, um ins Priorat zu kommen. Also muss ich mich der Willkür sicher ebenso unterwerfen, wie alle anderen, die durch Frankreich müssen. Nach Frankreich wollen - wie so lange Jahre - das wird wohl erst mit Aufhebung dieses sinnlosen Gesetzes wieder kommen.
Und man braucht ja mindestens zwei dieser Sets, wenn man genötigt wird, eines zu benutzen, musst du eigentlich sofort auch nachts jemanden finden, der dir ein Neues verkauft... - nur um vor der Polizeiwillkür geschützt zu sein, falls wenige Kilometer später im nächsten Department wieder kontrolliert wird.
auf der von Susa verlinkten Seite des ADAC steht aber
Es dürfen sowohl Einwegtests auf chemischer Basis als auch elektronische Atemalkoholmessgeräte mitgeführt werden.
Wenn es keine bestimmten Zulassungsvorschriften für die elektronischen Alkoholmessgeräte gibt (im Link steht nichts davon), dann ist das sicherlich die sinnvollste Lösung. Gibt es im Elektronikfachhandel für wenig Geld und erspart dir das genannte Problem mit der Neubeschaffung.
Ich habe mir vor einiger Zeit spaßhalber so ein Ding zugelegt (wird dann beim nächsten Frankreichaufenthalt eingepackt), witzigerweise hat das Gerät bisher immer Werte deutlich unter 0,5 Promille angezeigt - auch in Situationen wo ich nie im Leben auf die Idee gekommen wäre, noch Auto zu fahren Ob das Gerät schlecht misst oder ich einfach allzu verantwortungsvoll bin sei dahingestellt.
das klingt ja jetzt sehr dramatisch. Da keine personelle Aufstockung der Polizei mit dieser Maßnahme verbunden ist, können sie ja nicht gleichzeitig Röhrchen kontrollieren UND den ruhenden Verkehr überwachen oder die Zebrastreifen im Auge halten .
Der Grundgedanke hinter der Sache ist erst mal, dass man sich vor Fahrtantritt testet, ob man überhaupt noch fahrtauglich ist und dann eventuell eine Fahrt erst gar nicht antritt. Die Idee finde ich durchaus sinnvoll.
Wahrscheinlich wird es dann auch gleich eine findige Industrie geben, diese Röhrchen mit Werbeaufdruck als Giveaways anzubieten, zum Beispiel gleich hinter der Peage (das machen andere Branchen ja auch, da kriegst Du schon mal ein Pröbchen Kaltgetränk oder eine Bonus-CD eines Radiosenders etc.). Oder Gastwirte bieten zum Kaffee statt Schokolädchen oder Keks ein Röhrchen an oder haben eines für den Gast, dem gerade einfällt, dass er keines mehr hat. Oder anstatt Werbekulis.
Wie dem auch sei, es steht eindeutig die Disziplinierung des eigenes Auto fahrenden Volkes im Vordergrund. Und die ist wohl wirklich notwendig. Was ich in drei bis sechs Wochen vor Ort an zT schwersten Unfällen schon miterlebt habe, vor allen von diesen Motos, wo die Jungs halsbrecherisch ohne Helm und nur in Shorts und Badelatschen gekleidet über die schmalsten Bergstraßen rasen, den Joint im Mundwinkel, das seh ich hier im ganzen Jahr nicht und meine Gegend ist auch nicht ohne. Da helfen wohl wirklich nur drastische Maßnahmen, weswegen auch nicht wenige Verkehrssünder dort inzwischen gnadenlos in den Knast wandern.
Ich bin davon überzeugt, bei Touristen und Durchreisenden werden ganz andere Maßstäbe angelegt (die will man nicht vergraulen), zumindest so lange man nicht betrunken irgendwelchen Unsinn anstellt (und dann hab ich kein Mitleid).
lieben Gruß
susa
Red wine with fish. Well, that should have told me something. James Bond in From Russia with Love
in dem ADAC Artikel steht schon, dass nicht jegliches Gerät gilt, sondern es irgendwelchen französischen Normen entsprechen muss, einfach entsprechend runterscrollen... - eigentlich ist mein Hass auch erst nach dem kompletten Lesen des gesamten ADAC - Artikels so hochgekocht. Auch beim Lesen der angedrohten Bussgelder und der Geltung auch für Durchreisende und Touristen.
Hallo Susa,
Vor zwei Jahren glaub ich, war es, als ich zur Fira runter wollte, da traf ich abends beim Biwak ein deutsches Pärchen, die dann auch irgendwo übernachteten, am nächsten Tag nach dem Stopp beim Bäcker waren die plötzlich vor mir, vormittags - im Kreisel dann Polizei, sie wurden rausgewunken, damit war die Polizei beschäftigt und ich wurde nicht angehalten. Später hatte ich irgendwo gestoppt und so waren sie wieder an mir vorbei, da hatte ich sie wieder vier, fünf Autos vor mir fahren - erneut ein großer Kreisel mit Polizei drin... - als ich am erneut gestoppten Pärchen vorbei fuhr, da guckten sie nicht sonderlich happy...
Sicher Susa, hast du damit recht, dass es viele gibt, die wie die Hirnis unterwegs sind (aber die gibt es in D auch und sicher auch in allen anderen Ländern.) - auch dass die Strafen für die wirklichen Sünder härter sein müßten, da sind wir uns schnell einig. Schwere Unfälle hab ich in D bislang öfter gesehen als in F, aber ich fahre in F eh eher über Land, als über Bezahlautobahnen (hab daher auch noch nie derartige "giveaways" bekommen...) - und in den Provinzen außerhalb der Ballungsräume fährt man sehr entspannt und ohne großen Verkehr... - In D ist einfach die Verkehrsdichte ganz anders und all die Drängler auf den Autobahnen (- selbst wenn sie nichts getrunken haben, was ich voraussetze) hierzulande machen mir mehr Angst als der bekiffte Opa mit 60 vor mir auf der Landstraße oder der Jugendliche mit Mofa ohne Helm in F.
Im Rausch (und hier nicht nur Alkohol) fahrende Deutsche nach der Disko gibt es nach wie vor genug, nur das deswegen in Brandenburg oder Mecklenburg auf den Alleenstraßen die Geschwindigkeit runtergesetzt wird, damit die zugedröhnten Jugendlichen sich nicht mehr mit 100 um den Baum wickeln sondern nur noch mit 80 ist eine ebenso verkehrt gedachte Massnahme wie die Pflicht, Pusteröhrchen dabei zu haben.
Die Franzosen haben sich gegen die Einführung der Blitzer vor ein paar Jahren gewehrt, indem massenhaft solche Teile abmontiert oder zerstört wurden, heute haben sie sich dran gewöhnt, fahren immer noch wie sonstwas und bremsen nur kurz scharf vorm Blitzer, um hinterher wieder zu fahren, was sie wollen, egal was sie dürfen. Man arrangiert sich halt...
Sicher rege ich mich derzeit innerlich sehr über diese Geschichte auf, aber ich weiß auch, dass sich damit die Dinge auch nicht ändern werden. Und wahrscheinlich werde ich in ein paar Jahren auch das Lotto mitspielen, in der Hoffnung, nicht erwischt zu werden, wenn ich nachts rein komme ohne gültiges oder anerkanntes Gerät und ich auf Giveaways hoffe, um wieder ein aktuelleres Teil zu bekommen..., statt nachts den Dorfapotheker heraus zu klingeln.
Wohler wäre mir dennoch, wenn die Franzosen sich wieder um eine vernünftigere Regierung mühen, die sinnlose Gesetze kippt und stattdessen sinnvolle macht, statt mit Wegelagerei zu drohen.