Diverse Winzer

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sociando
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von sociando »

letzte woche gleich noch einen erbes im glas gehabt:
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cheers, martin
es lebe die freiheit! es lebe der wein!
(johann wolfgang von goethe, faust, auerbachs keller)
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Oh Dae-Su
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von Oh Dae-Su »

Hallo alle zusammen,

Achtung Weingutfandung ;) !
Kenn von euch Moselspezialisten jemand das Weingut Franz Ludes in Dhron (whrs. Neumagen-Dhron)?
Gibt es das überhaupt noch? Mir sagt der Namen gar nichts und per Internetsuche hab ich auch nix finden können!
Habt ihr Erfahrungen mit den Rieslingen von Ludes? Was für welche?

Ich hatte vor nicht all zu langer Zeit einen Dhroner Hofberg Riesling Spätlese 1976 der mich total überrascht hat. Natürlich gut gealtert, aber immernoch fantastisch frisch, klare und kräftige Fruchtaromen, nicht sehr Rauchigkeit und dennoch anständige mineralische Anklänge. Für 8 Euro hat sich dieser Zufalls-Risiko-Kauf in einer kleinen Weinhandlung allemal gelohnt :) .

Gruss

Chris
Bernd Schulz
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von Bernd Schulz »

Eigentlich hatte ich ja dem kalten Wetter entsprechend Lust auf einen schönen Roten, aber da sich so wenig Rote in meinem Keller befinden, ging es dann doch erst einmal einem leichten Möselchen an den Kragen:

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Kein wirklich schlechter und auch grundsätzlich gut gealterter Wein, aber trotzdem ging mir beim Trinken irgendwann ganz unwillkürlich die Assoziation "eingeschlafene Füße" durch den Kopf.

Hat irgendjemand hier eigentlich schon mal einen absolut überzeugenden Wein von "den Bischöfen" getrunken? Mir blieb diese Erfahrung bislang versagt - und infolgedessen halte ich den klerikalen Betrieb für eher überschätzt.

Beste Grüße

Bernd
Ralf Gundlach
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von Ralf Gundlach »

Hallo Bernd,

hab ich schon getrunken, 71er Piesporter Goldtröpchen Auslese Goldkapsel :P, das war grosses Kino, nach einem halben Jahr habe ich in einer selbst abgefüllten Probeflasche einen Rest gefunden, stand neben der Heizung :oops: , trotzdem war das Zeug nach diesem Zeitraum und dieser miesen Behandlung noch immer verdammt gut dabei
Aber über die aktuellen Qualitäten muss man, glaube ich, nicht viel sagen...

Gruß

Ralf
Bernd Schulz
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von Bernd Schulz »

Hallo Ralf,

gut, 1971 liegt ja jetzt schon lange genug zurück, und wenn es dann noch eine Goldkapsel-Auslese war...

In diesem Jahrtausend hat die Qualität wohl nochmals nachgelassen, aber auch die von mir probierten Weine aus den 90ern konnten mich nicht überzeugen; sie gingen alle in eine gleichermaßen eindimensionale und irgendwie leblose Richtung.

Beste Grüße

Bernd
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thvins
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von thvins »

Bernd Schulz hat geschrieben:Eigentlich hatte ich ja dem kalten Wetter entsprechend Lust auf einen schönen Roten, aber da sich so wenig Rote in meinem Keller befinden, ging es dann doch erst einmal einem leichten Möselchen an den Kragen: ...



Beste Grüße

Bernd
Hallo Bernd,

hast du meine schon alle getrunken? Ich hab mich ja über deine fleißigen Notizen dazu schon desöfteren gefreut, meine auch irgendwo das Wort Nachkaufliste vernommen zu haben - aber für die derzeit anrollende Kältewelle ist es leider zu spät. Die neue Lieferung ist glücklicherweise dank des Engagements der Fahrer noch in den "Kasten" gekommen, aber verschicken kann ich erst mal nichts weiter, da es ja doch richtig knackig werden soll jetzt. In Bernburg hielt es sich noch im Rahmen, am Dienstag beim Gang über den Wochenmarkt empfand ich es noch als "leicht winterlich" (liegt auch nicht wirklich Schnee bei uns), aber man fühlt, dass da noch was kommen wird... Und 70 km weiter östlich laufen sie schon auf Skiern durch den Fläming am kommenden Wochenende. Ich richte mich auf Rotweine im warmen Zimmer und vielleicht Sauna ein...
Beste Grüße

Torsten

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Bernd Schulz
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von Bernd Schulz »

hast du meine schon alle getrunken?
Nein, zwei der teureren Flaschen habe ich mir aus Gründen des Geizes noch aufgespart.
aber für die derzeit anrollende Kältewelle ist es leider zu spät.
Naja, ich kaufe sicherlich nach, aber es eilt nicht. Zum einen fällt mein Hauptsponsor in Sachen Wein künftig aus, zum anderen heißt mein großes Problem bei Bestellungen Zeit und Pappe. Es klingt zwar verrückt, aber da die Papercontainer hier abgeschafft wurden, weiß ich nicht, wohin ich mit den ganzen Kartonagen soll.
Ich richte mich auf Rotweine im warmen Zimmer und vielleicht Sauna ein...
Und ich richte mich auf nach wie vor bescheurtes, ganztägiges Schuften in den trauten vier Wänden ein.... :cry: .

Beste offtopische Grüße

Bernd
Zuletzt geändert von Bernd Schulz am Do 2. Feb 2012, 11:38, insgesamt 1-mal geändert.
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thvins
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von thvins »

Hallo Bernd,

naja, einen Trost hat es - es kommen weitere Kältewellen und die Zeit dazwischen kann zum Aufstocken der Rotweinvorräte auch genutzt werden.

Vom Billo hab ich aufgrund deiner guten Kritik ja auch noch mal paar Kisten nachgeholt.

Papier und Pappe wird bei uns sogar einmal im Monat abgeholt - ist in den pauschalen Müllgebühren mit drin. Naja, die sind ja auch nicht grad wenig. Aber da kann man sich nicht gegen wehren. Also sollen sie auch was mitnehmen fürs Geld.

Naja, ich werd auch nicht das ganze Wochenende vorm Rotwein sitzen bleiben - werde vielleicht wieder mal mehr drüber schreiben, hat sich ja bissel angestaut...
Beste Grüße

Torsten

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drmamue
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von drmamue »

Bernd Schulz hat geschrieben:Eigentlich hatte ich ja dem kalten Wetter entsprechend Lust auf einen schönen Roten, aber da sich so wenig Rote in meinem Keller befinden, ging es dann doch erst einmal einem leichten Möselchen an den Kragen:

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Kein wirklich schlechter und auch grundsätzlich gut gealterter Wein, aber trotzdem ging mir beim Trinken irgendwann ganz unwillkürlich die Assoziation "eingeschlafene Füße" durch den Kopf.

Hat irgendjemand hier eigentlich schon mal einen absolut überzeugenden Wein von "den Bischöfen" getrunken? Mir blieb diese Erfahrung bislang versagt - und infolgedessen halte ich den klerikalen Betrieb für eher überschätzt.

Beste Grüße

Bernd
Hallo Bernd,

du wirst dich jetzt sicherlich nicht wundern, dass ich dazu was sage; ich habe aber dein Post erst jetzt gesehen.

Ich bin mit bischöflichen Weinen quasi sozialisiert worden, was Riesling betrifft und kenne alle Jahrgänge seit 1988 aus eigener Erfahrung (nur z.T. für Beerenauslesen aufwärts). Ich habe das Glück gehabt, über meinen Vater, der für das Bistum gearbeitet hat, Weine beziehen zu können, daher ist das PLV für mich günstiger ausgefallen als normal, wenngleich ich die Preise für insgesamt noch OK halte (dafür hatte ich z.B. aber auch praktisch nie Ärger mit den Korken).

Dabei habe ich quer durch alle Stufen überzeugende Weine getrunken: den 88er Seminar Riesling trocken, knackig und bissig, eine 90er Kaseler Kehrnagel Auslese, deren letzte Flasche mich 2009 sehr glücklich gemacht hat, eine tänzerische, federleichte Goldtröpfchen Spätlese aus 1997, die es zur Hochzeit gab und deren letzte Flasche 5 Jahre später immer noch top war, eine 99er Eitelsbacher Marienholz Auslese GK (allerdings mit Flaschenvarianzen) etc. Viele Weine aus 01, 02, 04 und 05 könnte ich hier noch nennen bis hin zum 08er Nieschen Kabinett trocken (der letzte Jahrgang von Helmut Plunien) mit toller Struktur, dabei trotzdem noch leicht. Natürlich habe ich auch deutlich weniger überzeugende Weine getrunken (v.a. aus 03, 06, z.T. 07, bei den älteren Jahrgängen 91, z.T. 93, auch 95), aber die positiven Erfahrungen überwiegen bei mir sehr deutlich.

Die Literweine mussten sich nie verstecken, die Rieslingsekte gehören für mich zu den besten an der Mosel und sind auch vom PLV her überzeugend (so um 10 €/Fl.).

Ich habe den Eindruck, dass bei vielen auch die Größe des Betriebs ein Problem ist, nach dem Motto 130ha Steillage können ja gar nicht vernünftig bearbeitet werden.

Mit der absoluten Gebietsspitze können die Bischöfe auch nicht ganz mithalten, aber von der Kritik stiefmütterlich behandelt werden sie. Die Abstufung im GM auf eine Traube im letzten Jahr ist m.E. ein Witz und hat für meine Begriffe mit dem Weggang des beim GM (durchaus nicht zu Unrecht) geschätzten Helmut Plunien zu tun. Mit 2-3 Trauben ginge die Einstufung nach meiner Auffassung in Ordnung.

Viele Grüße
Markus
Ein ganzer Kerl - dank Chablis!
Bernd Schulz
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von Bernd Schulz »

Hallo Markus,

vielen Dank für deine Zeilen! Auf eine derartige, von anderen als meinen eigenen Erfahrungen ausgehende Replik hatte ich gehofft; ich muss nämlich nicht für alle Zukunft auf meiner einmal vorgefassten Meinung sitzen bleiben.
Ich habe den Eindruck, dass bei vielen auch die Größe des Betriebs ein Problem ist, nach dem Motto 130ha Steillage können ja gar nicht vernünftig bearbeitet werden.


Die Betriebsgröße hat sicherlich psychologische Auswirkungen - das will ich gar nicht abstreiten.

Die gereiften bischöflichen Weine, die ich bislang kennengelernt habe, schienen mir in Relation zu vergleichbaren Produkten von meinethalben M.F. Richter oder Peter Geiben immer merkwürdig charakterschwach zu sein. Aber es liegen schon noch drei oder vier Bischöfe im Keller - die werde ich dann demnächst mit deiner Position im Hinterkopf verkosten!

Herzliche Grüße

Bernd
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