Ried Kirchweingarten 2021 (Gerhard Markowitsch) 13,5%Vol. Zweigelt, einer von den teuren. Vor eineinhalb Jahren gefiel mir der Wein überhaupt nicht, da gabs plumpe Kirschfrucht plus ordentlich Neuholz. Der Wein hat sich jetzt erstaunlich gut entwickelt, das Holz ist gut eingebunden und stört nicht, die Frucht ist dezenter und auch etwas vielschichtiger geworden. Immer noch üppiger Stil, aber nicht fett, gut zu trinken, aber nicht unbedingt etwas für den Hochsommer, den wir gerade hier haben. Und für mich ist der zu teuer, ähnliches dürfte in Österreichs östlichen Anbaugebieten für die Hälfte des Preises zu finden sein.
Gruß
Ulli
Carnuntum
Re: Carnuntum
Einer der Weine, bei denen ich zwischen Begeisterung und leisem Widerwillen schwanke:
Ried Bärnreiser 2022 (Grassl) 14,5%Vol. Carnuntum DAC. Eine Cuvée aus 40% Blaufränkisch, 30% Zweigelt, 28% Merlot und 2% Cabernet Sauvignon. Sehr dunkle Farbe. Intensive Frucht, Brombeere, Preiselbeere, etwas Cassis, auch dunkle Kirsche, frisch und überhaupt nicht kitschig. So auch am Gaumen, dazu lebendige, passende Säure, alles untermalt von einem feinem, unaufdringlichen Neuholzeinsatz. Alles passt perfekt zusammen, hier hat ein Könner gearbeitet.
So weit, so gut. Was mich stört: das ist ein Weltwein, der auch von irgendwo anders kommen könnte, wo man Rotweintrauben reif bekommt und den richtigen Önologen zur Hand hat. Ob nun Carnuntum, Südwestfrankreich, Norditalien oder Neue Welt, mit der passenden "Rezeptur" bekommt man ein entsprechendes Ergebnis.
Wem die gefühlte "Herkunftslosigkeit" nichts ausmacht, bekommt hier allerdings für knapp 40 Euro einen Rotwein, der die 95 Punkte ganz locker reißt und damit eher günstig bepreist ist.
Gruß
Ulli
Ried Bärnreiser 2022 (Grassl) 14,5%Vol. Carnuntum DAC. Eine Cuvée aus 40% Blaufränkisch, 30% Zweigelt, 28% Merlot und 2% Cabernet Sauvignon. Sehr dunkle Farbe. Intensive Frucht, Brombeere, Preiselbeere, etwas Cassis, auch dunkle Kirsche, frisch und überhaupt nicht kitschig. So auch am Gaumen, dazu lebendige, passende Säure, alles untermalt von einem feinem, unaufdringlichen Neuholzeinsatz. Alles passt perfekt zusammen, hier hat ein Könner gearbeitet.
So weit, so gut. Was mich stört: das ist ein Weltwein, der auch von irgendwo anders kommen könnte, wo man Rotweintrauben reif bekommt und den richtigen Önologen zur Hand hat. Ob nun Carnuntum, Südwestfrankreich, Norditalien oder Neue Welt, mit der passenden "Rezeptur" bekommt man ein entsprechendes Ergebnis.
Wem die gefühlte "Herkunftslosigkeit" nichts ausmacht, bekommt hier allerdings für knapp 40 Euro einen Rotwein, der die 95 Punkte ganz locker reißt und damit eher günstig bepreist ist.
Gruß
Ulli
- EThC
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- Wohnort: ...mal hier, mal dort...
- Kontaktdaten:
Re: Carnuntum
...baut schon deutlich ab:
2020er Zweigelt - [Höfleiner] - Rubin Carnuntum - trocken - Carnuntum DAC, Artner

2020er Zweigelt - [Höfleiner] - Rubin Carnuntum - trocken - Carnuntum DAC, Artner

Viele Grüße
Erich
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.
https://ec1962.wordpress.com/
Erich
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officertommy
- Beiträge: 80
- Registriert: Di 25. Nov 2014, 19:12
Re: Carnuntum
Mir war an einem Sommertag nach einem gereiften roten, und so musste der Zweigelt Redmann-Steingarten 2006 von Jörg Bretz dran glauben…. Seine Weine sind ja nicht sehr verbreitet, Kenner schätzen sie aber. Auf wenigen Hektar im Carnuntum produziert er Weine, die nur gereift in den Handel kommen. Die Blaufränkisch sind m.E. schon sehr komplexe "High-End-Naturweine" . Der Zweigelt hatte 84 Monate Barrique u. 48 Monate grosses Holz sowie mind 1 Jahr in der Flasche hinter sich. Lehmboden prägt seinen Charakter, in der Nase dunkelrote Früchte, etwas Holz, Waldboden,Rauch,Wacholder, am Gaumen dezente (Frucht-)Süße und wieder nasser Waldboden…Mit Luft u Wärme veränderte er sich und wird etwas tiefgründiger. Karrafiert und aus einem großen Glas drehte er dann voll auf.Große Freude!
Beste Grüße
Jörg
Jörg
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Bernd Schulz
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- Registriert: Sa 11. Dez 2010, 23:55
Re: Carnuntum
Bevor es für mich nach und nach an die von Ralf mitgebrachten Burgenländer gehen wird, jetzt noch ein kurzes Intermezzo aus dem Carnuntum:

Das ist ein Beispiel für einen Wein, den ich gut trinken kann, ohne dass auch nur ein Hauch von Begeisterung (die ich für besonders gelungene Basisweine von entsprechend ambitionierten Erzeugern ja durchaus immer wieder empfinden kann) aufkommt. Nicht verkehrt, aber auch nicht wirklich dolle - Nachkauf = 1 von 3.
Herzliche Grüße
Bernd

Das ist ein Beispiel für einen Wein, den ich gut trinken kann, ohne dass auch nur ein Hauch von Begeisterung (die ich für besonders gelungene Basisweine von entsprechend ambitionierten Erzeugern ja durchaus immer wieder empfinden kann) aufkommt. Nicht verkehrt, aber auch nicht wirklich dolle - Nachkauf = 1 von 3.
Herzliche Grüße
Bernd
-
Hasi
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- Wohnort: Leobersdorf (Weinbaugebiet Thermenregion)
Re: Carnuntum
Bruck an der Leitha: Jetzt also auch in Niederösterreich angekommen - die „Goldgelbe Vergilbung” ... hört sich ja fast romantisch an, tatsächlich handelt es sich um eine Rebkrankheit, deren Dimensio noch keiner offen aussprechen will, aber in richtig Reblaus gehen könnte, und zdie Apokalypse für den europäischen Weinbau bedeuten würde!
https://www.vinaria.at/magazin/artikeld ... reich-wien
Hasi
https://www.vinaria.at/magazin/artikeld ... reich-wien
Hasi
- austria_traveller
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- Registriert: Mo 6. Dez 2010, 06:52
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Re: Carnuntum
Stellt sich die Frage was die Amis machen?
Die haben ja auch Weinreben dort, wie haben die reagiert ?
Beste Grüße
Gerhard aus Wien
Gerhard aus Wien
-
Lars Dragl
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- Registriert: Mo 3. Okt 2016, 23:24
Re: Carnuntum
Hallo!Hasi hat geschrieben: ↑Mi 19. Aug 2026, 22:08 Bruck an der Leitha: Jetzt also auch in Niederösterreich angekommen - die „Goldgelbe Vergilbung” ... hört sich ja fast romantisch an, tatsächlich handelt es sich um eine Rebkrankheit, deren Dimensio noch keiner offen aussprechen will, aber in richtig Reblaus gehen könnte, und zdie Apokalypse für den europäischen Weinbau bedeuten würde!
https://www.vinaria.at/magazin/artikeld ... reich-wien
Hasi
In Deutschland wurde die Goldgelbe Vergilbung letztes Jahr zum ersten mal in Südbaden festgestellt. Das ist natürlich ein riesiges Thema, das ebenso große Ängste befeuert. Mir hat ein Winzer davon erzählt und der war schon sehr in Sorge. Im Herbst bin ich wieder in Auggen und hoffe, dass das Wetter und die frühe Lese die größten Probleme in 2026 waren, aber das ist wohl eine eher unbegründete Hoffnung. Es gibt gerade ja so viele Baustellen für die Winzer.
Herzliche Grüße
Lars
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Hasi
- Beiträge: 730
- Registriert: Sa 16. Nov 2013, 23:18
- Wohnort: Leobersdorf (Weinbaugebiet Thermenregion)
Re: Carnuntum
... also hinter vorgehaltener Hand sprechen einige Biowinzer in NÖ und im Burgenland, die ich gut kenne vom Verkauf und meinen das sei nicht aufzuhalten ... dazu komme eine völlige Trendumkehr beim Weingenuss der jungen Generation und ein aktuelles Sitzen auf vielen Millionen Litern an Wein (ein befreundeter, sehr trendiger Vinothekar/Grosshändler aus der Schweiz, der sich ausschliesslich auf Bioweingüter rund um den Planeten spezialisiert hat, meinte heuer im Februar zu mir, er habe einen Umsatzrückgang von mehr als 20%, Tendenz steigend!). Diese Weinbauern meinen, wenn sie jetzt die Notbremse ziehen würden, sei der Aufprall möglicherweise nicht letal.
Experten dazu sehr ausführlich: Die Flavescence dorée der Weinrebe (FD) zählt zu den schwerwiegendsten Rebenkrankheiten in Europa und stellt eine existenzielle Bedrohung für den gesamten europäischen Weinbau dar. Obwohl sie sich äußerlich durch ein symptomatisches Vergilben der Blätter und ein allmähliches Absterben der Rebstöcke zeigt, handelt es sich in Wirklichkeit um einen komplexen biologischen Prozess, bei dem ein hoch spezialisierter intrazellulärer Mikroorganismus – ein Phytoplasma – die zentrale Rolle spielt. Weiter zum Bericht: https://slovplant.sk/shop/de/blog/goldg ... -weinberge
... zwei Biobauern meinten in einem gestrigen Gespräch „das kann jetzt sehr schnell gehen, wie eine Lawine” ...
das ist eher ernüchternd
Hasi
Experten dazu sehr ausführlich: Die Flavescence dorée der Weinrebe (FD) zählt zu den schwerwiegendsten Rebenkrankheiten in Europa und stellt eine existenzielle Bedrohung für den gesamten europäischen Weinbau dar. Obwohl sie sich äußerlich durch ein symptomatisches Vergilben der Blätter und ein allmähliches Absterben der Rebstöcke zeigt, handelt es sich in Wirklichkeit um einen komplexen biologischen Prozess, bei dem ein hoch spezialisierter intrazellulärer Mikroorganismus – ein Phytoplasma – die zentrale Rolle spielt. Weiter zum Bericht: https://slovplant.sk/shop/de/blog/goldg ... -weinberge
... zwei Biobauern meinten in einem gestrigen Gespräch „das kann jetzt sehr schnell gehen, wie eine Lawine” ...
das ist eher ernüchternd
Hasi