Vorsicht! Ich hatte oben einen Denkfehler! Das sind Halbjahreszahlen. Durch das zweite Halbjahr mit Weihnachtsgeschäft kann sich der Cashflow natürlich wesentlich verbessern!
Zu Markus: Ja, das ist sicherlich nicht für jeden Weinhändler repräsentativ. HAWESKO ist meines Wissens der größte Weinhändler Europas. Habe mal gehört, dass der an einem Tag rund 20.000 Pakete zur Weihnachtszeit sogar 50.000 Pakete versendet.
Allerdings ist der Weinumsatz bei Lidl + Aldi meines Wissens noch größer. Aber genaue Zahlen kenne ich nicht.
Trotzdem fand die die kleine Gewinnmarge bei so einem großen Händler bemerkenswert und auch, dass er nicht mehr Umsatz um jeden Preis macht sondern zu Gunsten von Ertrag auf Umsatz verzichtet.
Absatzrückgang Wein
Re: Absatzrückgang Wein
Man muss immer etwas haben, worauf man sich freut. (Eduard Mörike)
- Rieslingfan
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Re: Absatzrückgang Wein
Tom, ich schätze deinen Beitrag durchaus und mein Hinweis war keineswegs abwertend gemeint.
Gruß Markus
Re: Absatzrückgang Wein
Zusätzlicher Umsatz ohne einen positiven Beitrag zur Marge ist nicht nur dumm, sondern regelrecht gefährlich - insbesondere wenn die Marge schon so niedrig ist wie hier. Insofern ist diesbezüglich nichts bemerkenswert.
Was die EBIT-Marge vom Umsatz betrifft: mit nicht einmal 2% ist die grottenschlecht, und bereits minimale Änderungen der Randbedingungen können die Zahlen da ganz schnell tiefrot werden lassen. Der negative free cashflow ist eh schon ein Alarmzeichen.
Die Börse weiß schon, was davon zu halten ist. Die Aktie hat Ende Juni ein Zwanzigjahrestief markiert.
Symptomatisch für den Gesamtmarkt ist das schon. HAWESKO bedient mit einem Riesenvolumen alle Marktsegmente: B2B, B2C, Präsenzhandel, Versandhandel, und das in sämtlichen Qualitäts- und Preiskategorien vom Massenwein bis hin zum ultrateuren Luxusprodukt. Insofern: repräsentativer geht es wohl kaum.
Gruß
Ulli
- Rieslingfan
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Re: Absatzrückgang Wein
Inwieweit Erzeuger davon profitieren sollten, wenn es Hawesko schlecht geht, erschließt sich mir nicht.Rieslingfan hat geschrieben: ↑Mi 12. Aug 2026, 19:39 Dennoch können andere Erzeuger/Händler profitieren.
Was die Händler betrifft, ist ein Blick auf den Gesamtmarkt in Deutschland interessant. Und da meldet das DWI:
Natürlich können einzelne Marktteilnehmer auch bei einem insgesamt schrumpfenden Markt noch Zuwächse erzielen. Nur wird das die Minderheit sein. Die meisten leiden, und einige werden in existentielle Not geraten.Die Ausgaben für Wein in Deutschland gingen im ersten Halbjahr 2026 um 5,8 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 zurück, für heimische Weine gaben die Deutschen 7,2 Prozent weniger aus, für ausländische Weine 4,5 Prozent weniger. Der Umsatz ist jeweils noch deutlicher gesunken als der Absatz, was für niedrigere Stückerlöse spricht – also gesunkene Preise. Die Ausgaben gingen dabei in beiden Quartalen gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal zurück, im ersten Quartal um 4,7 Prozent (deutsche Weine –6,9%, ausländische Weine –2,8%), im zweiten dann um 6,6 Prozent (deutsche Weine –6,4%, ausländische Weine –6,8%).
Gruß
Ulli
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Re: Absatzrückgang Wein
Ich habe nie geschrieben, dass es Hawesko schlecht geht, ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass man diese Zahlen nicht als allgemeingültig betrachten kann.
Gruß Markus
Re: Absatzrückgang Wein
Ich geb's jetzt lieber auf...Rieslingfan hat geschrieben: ↑Mi 12. Aug 2026, 20:07Ich habe nie geschrieben, dass es Hawesko schlecht geht, ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass man diese Zahlen nicht als allgemeingültig betrachten kann.
Gruß
Ulli
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Lars Dragl
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Re: Absatzrückgang Wein
Hallo!
Zu HAWESKO: Bei mir kamen in den letzten 15 Jahren jedes Jahr 1 - 2 Kisten von dort. Bei Weinen die mir sehr gut gefallen haben, waren es auch mal mehr. Nachdem ich online oft Weine von renommierten Erzeugern nehme, sind mir gerade dort ziemliche Preiserhöhungen aufgefallen. Das gilt allerdings nicht für alle Betriebe. Den AB-Hof-Preis gibt es schon auch noch und der ist vor allem dann interessant, wenn Gutscheine mit am Start sind. Solche sind mir in letzter Zeit allerdings weniger und als niedriger aufgefallen. Die Rabatte sind somit oft nicht wirklich interessant und wenn der Keller voll ist, dann zuckt man eben auch nicht.
Was ich aber schon länger schreiben wollte: Für mich ist das alkoholfreie Bier ebenfalls für den Absatzrückgang bei Wein mit verantwortlich. Wo in unserem Freundeskreis früher nur Wein/Sekt getrunken worden wäre, fliest heute gerne dieses. Zu den Temperaturen und der generell besseren Bekömmlichkeit kommt auch noch die gestiegene Qualität und die gleichzeitig höherer Akzeptanz der Konsumenten. Wenn eine Party gefeiert wird, dann trinken bei uns einige bleifrei und man hört schon lange keine Sprüche mehr. Zwar sind die Margen für die Brauer aufgrund der kostspieligen Entalkoholisierung kleiner, aber dort wo das Produkt schmeckt, ist auch die Nachfrage da.
Bei alkoholfreiem Wein sehe ich diese Entwicklung noch nicht so. Das kann aber noch kommen. Alkoholfreien Sekt bekomme ich gerade öfters angeboten und dieser ist für mich auch besser geworden. Der ist allerdings natürlich auch (wie das alkoholfreie Bier) ein mehr oder weniger industriell hergestelltes Produkt.
Herzliche Grüße und hoffentlich regnet es bald und hagelt nicht
Lars
Zu HAWESKO: Bei mir kamen in den letzten 15 Jahren jedes Jahr 1 - 2 Kisten von dort. Bei Weinen die mir sehr gut gefallen haben, waren es auch mal mehr. Nachdem ich online oft Weine von renommierten Erzeugern nehme, sind mir gerade dort ziemliche Preiserhöhungen aufgefallen. Das gilt allerdings nicht für alle Betriebe. Den AB-Hof-Preis gibt es schon auch noch und der ist vor allem dann interessant, wenn Gutscheine mit am Start sind. Solche sind mir in letzter Zeit allerdings weniger und als niedriger aufgefallen. Die Rabatte sind somit oft nicht wirklich interessant und wenn der Keller voll ist, dann zuckt man eben auch nicht.
Was ich aber schon länger schreiben wollte: Für mich ist das alkoholfreie Bier ebenfalls für den Absatzrückgang bei Wein mit verantwortlich. Wo in unserem Freundeskreis früher nur Wein/Sekt getrunken worden wäre, fliest heute gerne dieses. Zu den Temperaturen und der generell besseren Bekömmlichkeit kommt auch noch die gestiegene Qualität und die gleichzeitig höherer Akzeptanz der Konsumenten. Wenn eine Party gefeiert wird, dann trinken bei uns einige bleifrei und man hört schon lange keine Sprüche mehr. Zwar sind die Margen für die Brauer aufgrund der kostspieligen Entalkoholisierung kleiner, aber dort wo das Produkt schmeckt, ist auch die Nachfrage da.
Bei alkoholfreiem Wein sehe ich diese Entwicklung noch nicht so. Das kann aber noch kommen. Alkoholfreien Sekt bekomme ich gerade öfters angeboten und dieser ist für mich auch besser geworden. Der ist allerdings natürlich auch (wie das alkoholfreie Bier) ein mehr oder weniger industriell hergestelltes Produkt.
Herzliche Grüße und hoffentlich regnet es bald und hagelt nicht
Lars
Re: Absatzrückgang Wein
Bei uns in der Südpfalz ist die Lage nach Aussage einiger Winzer weiterhin sehr schwierig. Die Fassweinwinzer haben noch große Bestände in den Fässern und am Montag geht bei uns die Lese schon wieder los. Wenn überhaupt noch jemand etwas abnimmt, werden 10 bis 20 Cent pro Liter bezahlt. Einige können nur durch Quersubventionierung aus anderen Betriebsteilen (z. B. Brennerei) oder Lohnarbeiten überleben. Die Stimmung ist ziemlich mies und wenig hoffnungsvoll.
-
Weinschlürfer
- Beiträge: 559
- Registriert: Do 16. Jul 2015, 17:18
Re: Absatzrückgang Wein
Was Händler angeht ist es wie in jedem Schweinezyklus.
Wer genug Eigenkapital hat (weil evtl. auch quersubventioniertes Geschäft) um auch mal 2-3 Jahre ohne gutes Geschäft zu überleben -> der hält duch.
Andere eben nicht und liquidieren. Dazu kommt, dass die Spekulation teils endet und mehr Bestände (auch von Sammlern)
auf den Markt geschmissen werden.
Was dann eben dazu führt, dass Händler weniger einkaufen / sich nichts mehr zusätzlich auf Lager legen...
Um eben die 2-3 Jahre durchzuhalten.
Und was Hawesko angeht.. Bei der EBIT Marge würde ein privater Händler das Geschäft faktisch einfach aufgeben.
Ist ja sinnlos. Trotz allem kann es in guten Zeiten eine Strategie sein als großer Konzern Umsatz mit wenig Marge zu kaufen.
Typischer Deckungsbeitrags / Gemeinkosten besser verteilen Case. Das kann sich in gewissen Limits lohnen (Skaleneffekte).
Aber eben nicht in einer Krise mit unbekanntem Ende.
Wer genug Eigenkapital hat (weil evtl. auch quersubventioniertes Geschäft) um auch mal 2-3 Jahre ohne gutes Geschäft zu überleben -> der hält duch.
Andere eben nicht und liquidieren. Dazu kommt, dass die Spekulation teils endet und mehr Bestände (auch von Sammlern)
auf den Markt geschmissen werden.
Was dann eben dazu führt, dass Händler weniger einkaufen / sich nichts mehr zusätzlich auf Lager legen...
Um eben die 2-3 Jahre durchzuhalten.
Und was Hawesko angeht.. Bei der EBIT Marge würde ein privater Händler das Geschäft faktisch einfach aufgeben.
Ist ja sinnlos. Trotz allem kann es in guten Zeiten eine Strategie sein als großer Konzern Umsatz mit wenig Marge zu kaufen.
Typischer Deckungsbeitrags / Gemeinkosten besser verteilen Case. Das kann sich in gewissen Limits lohnen (Skaleneffekte).
Aber eben nicht in einer Krise mit unbekanntem Ende.