Heymann-Löwenstein, Winningen
Riesling Hatzenporter Kirchberg Große Lage 2018
13%
€ 25
Ein Riesling vom grauen Schluffschiefer, im großen Holzfaß ausgebaut.
Ein mittleres Goldgelb im Glas.
In der Nase eine schöne Würze, leicht rauchig, der Schieferboden ist präsent. Dezent Petrol, vor allem aber eine sehr edle, blonde Tabaknote, dann reifes, dunkelwürziges Steinobst, ohne daß ich das näher zuordnen könnte. Auch etwas Ingwer läßt sich erahnen. Dazu eine leicht tänzelnde, ätherische Note.
Angeblich ist der Hatzenporter Kirchberg ja eine der heißesten Lagen an der Mosel, was am Gaumen durchaus zu spüren ist: der Wein ist sehr tiefgründig und dunkelwürzig, überhaupt nicht aufgeregt, sondern leise und in sich gekehrt. Gedörrte Früchte sind schmeckbar, ein wunderbarer, runder Schmelz, begleitet von einer eher milden Säure. Am Gaumen dann eher gelbe Früchte und weniger Steinobst als in der Nase.
Eigentlich ist diese Stilistik eher nicht so meins. Das hier ist aber dermaßen stimmig und faszinierend, wenn auch schwer zu beschreiben. Sättigend oder behäbig ist hier nichts, weil die griffigen und mürben Gerbstoffe dann wieder für Balance, Spannung und Zug sorgen.
16,5/20
Heymann-Löwenstein, Winningen
Riesling Hatzenporter Stolzenberg Große Lage 2018
13%
€ 26,50
Im Glas ein mittleres Gelb.
In der Nase etwas Steinobst, Nektarine und für mich überraschend Orangen, leicht florale Eindrücke, zurückhaltende Mineralik.
Im Mund dann zuerst zitrusfruchtig, die Säure lebendig-frisch, jetzt entwickeln sich auch die Mineralik und die feinen Schiefernoten, die in der Nase nur leicht vorhanden waren. Die Mineralik schon auf der steinigen Seite, aber doch auch mit einer kreidigen Note. Insgesamt bewegt sich der Wein eher in die griffig-straffe Richtung.
16/20
Jedenfalls sehr interessant, wie unterschiedlich der Wein im Vergleich zum vor einiger Zeit getrunkenen Hatzenporter Kirchberg ausfällt. Obwohl der Stolzenberg von seiner Art her mehr in meine Richtung gehen müßte, empfand ich den Kirchberg als komplexeren und vielschichtigeren und auch in sich stimmigeren Wein. Diese für mich für einen Riesling sehr markante Dunkelwürzigkeit des Kirchberg war im Stolzenberg gar nicht zu spüren.