amateur des vins hat geschrieben: ↑So 19. Jul 2026, 14:13
Das Tüpfelchen auf dem i wäre jedoch, wenn Du das in aussagekräftige Graphen verpackt hättest - ich habe nicht den Nerv, mich durch die "Wand aus Text" zu arbeiten. Wie wurde uns im Studium eingetrichtert: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Irgendeine Chance, daß Du Dir die Mühe auch noch machst?
Ich finde die "Wand aus Text" ist durchaus zumutbar (wenn auch didaktisch nicht ideal), aber hier nochmal in etwas leicht verdaulicherer Form die Kernaussagen der Ergebnisse.
- Weine enthalten durchschnittlich mehr Zusatzstoffe je günstiger sie sind
- Das gilt auch beim Vergleich von Weinen innerhalb derselben VDP-Klassifikation
- Für jeden einzelnen Zusatzstoff sind Weine, die diesen Zusatzstoff enthalten, im Schnitt günstiger als die, die ihn nicht enthalten
- Die VDP-Klassifikationsstufe scheint keinen großen Einfluss auf die Anzahl an Zusatzstoffen zu haben.
- Bei ähnlichem Preis haben Weine höherer VDP-Klassifikationsstufen sogar eher mehr Zusatzstoffe.
- Am häufigsten aufgesäuert wird in Franken (61%), am häufigsten chaptalisiert in Rheinhessen (52%).
- Am häufigsten aufgesäuert wird Silvaner (62%), am häufigsten chaptalisiert Riesling (33%).
- Fast die Hälfte der Hersteller hat entweder Zusatzstoffe in keinem Wein oder in allen Weinen. Das (u.a.) legt die Vermutung nahe, dass zumindest manche Zusatzstoffe primär von Herstellervorlieben abhängen und ggf nur sekundär von Lage/Umweltbedingungen.
- Auch bei 200€ Weinen wird chaptalisiert und aufgesäuert.
Wie bereits erwähnt, basieren alle Zahlen nur auf dem Lobenberg Sortiment deutscher Weine aus 2024 und den Zutatenangaben im Lobenberg-Onlineshop (die zT unvollständig sind).
Nora hat geschrieben: ↑So 19. Jul 2026, 16:53
Auf Dr. Loosens Homepage steht auf den jeweiligen Zutatenlisten aller Weine, einschließlich der Prädikatsweine, folgender Eintrag:
„Trauben, Saccharose, Carboxymethylcellulose, Enthält geringe Mengen an Fett, gesättigten Fettsäuren, Eiweiß und Salz“.
Danke für den Hinweis, das stimmt für die Angabe direkt auf der Produktseite, aber auf dem darunter verlinkten E-Label (zB
https://www.glvweuz.de/25761626525.htm) ist das nicht so. Die unterscheiden sich tatsächlich pro Wein und hier fehlt bei Spätlesen die Saccharose. Bei den GGs ist die Saccharose auch auf dem E-Label.
Bernd Schulz hat geschrieben: ↑So 19. Jul 2026, 17:18
Und mal ganz abgesehen vor der Tradition, aus der der VDP eigentlich herkommt, [...]
Für mich passt es auch abseits der Tradition nicht zusammen, dass die VDP-Mitglieder hohe 1G/GG-Preise mit ihrer lagenbasierten Qualitätsklassifikation rechtfertigen und dann mit Hilfsmitteln über Teile des Lagencharakters im jeweiligen Jahr drüberbügeln.
Bernd Schulz hat geschrieben: ↑So 19. Jul 2026, 17:18
Martin Müllen hat mal gesagt, früher hätte sich der Winzer nach Kräften mühen müssen, um ein möglichst hohes Mostgewicht in die Trauben zu bekommen. Heute sei es dagegen gerade umgekehrt - die Kunst des Winzers bestünde darin, mit allen geeigneten Maßnahmen bei guter physiologischer Reife möglichst niedrige Oechslegrade zu erzielen.
Bei den paar nicht-Prädikaten die Müllen anbietet, wurde 2024 und 2025 laut Müllens Online-Shop übrigens auch chaptalisiert. Die werden ja aber auch nicht als Lagenweine vermarktet und sind in einem Preisbereich in dem mich persönlich das nicht stört.