Neusiedlersee-Hügelland / Leithaberg DAC

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amateur des vins
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Re: Neusiedlersee-Hügelland / Leithaberg DAC

Beitrag von amateur des vins »

UlliB hat geschrieben: So 11. Feb 2024, 11:46 Kollwentz gilt in Österreich als einer der besten Chardonnay-Produzenten, und diese Flasche bestätigt die Einschätzung:

Chardonnay Ried [Kleinhöfleiner] Katterstein 2019 (Kollwentz) 14%Vol. Helles Gold. Intensive, offene Nase, da ist Holz, durchaus viel Holz, aber dieses verdeckt nicht die tolle Frucht und die feste Mineralik. Im Gaumen kräftig, fast schon mächtig, aber überhaupt nicht schwerfällig, auch hier ziemlich perfektes Zusammenspiel von Frucht, Holz und Mineralik, dazu schöne Säure, sehr langer sauberer Nachklang.

Das ist schon große Klasse, jetzt am Anfang der Trinkreife. Leider sind die Kollwentz-Weine im lokalen Kontext sehr teuer (im internationalen Vergleich passt es dann aber wieder).
Kann gut sein, daß ich Deine Notiz irgendwo im Unterbewußtsein vergraben hatte; immerhin habe ich schon etliche schöne Anregungen von Dir mitgenommen und bestätigt gefunden. Aber - isch schwör! - diese Flasche gelangte als völlig naiver Beifang den Weg zu mir, weil Kollwentz bisher bei mir nicht stattfand und ich meinte, das sei mal an der Zeit.

Kollwentz, Katterstein 2022
        Chardonnay


Um es kurz zu machen: Der Wein hat die (für mich) typisch "warmgelbe Morillonreife"; Chardonnay, wie ich ihn nur von hier kenne. Kraftvoll, nicht direkt breit. Ordentlich gemacht. Nur leider total langweilig. Keine Spannung, sehr verhaltene Säure. Den Preis hatte ich zunächst nicht mehr im Kopf; ich kann mich erinnern, daß ich ihn "objektiv" in der 20-25-€-Liga sah, aber auch dafür nicht nachkaufen würde, weil er in mir nichts Positives auslöste.

Ich hatte den Wein über drei Tage, und er präsentierte sich für mich konstant, so daß ich es diesmal auch nicht auf meine Tagesform schieben würde. Und weil ich sonst eine große Übereinstimmung zwischen unseren Verkostungen zu sehen meine, bleibt mir eigentlich nur anzunehmen, daß die Jahrgangsunterschiede hier gewaltig sein müssen.

Nachkauf würde ich höchstens aus akademischem Interesse in Erwägung ziehen; vielleicht ja, wenn mir mal 2019 und 2022 gemeinsam irgendwo günstig über den Weg laufen. Wenn Chardonnay aus Österreich, dann gerne Sabathi oder Tement. Auch der Hirtzberger war erheblich besser.
Besten Gruß, Karsten
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