Südtirol - die Rotweine

olifant
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Re: Südtirol - die Rotweine

Beitrag von olifant »

... das vergangenen WE im Glas ...

Jura Pinot Nero 2016, KG Nals/Margreid - Nals, NK, 13,5°alc., 12 Mon. Barrique

mitteldunkles transparentes Rubinrot mit leicht ziegelbraun-rotem Rand; mürbe würzige Waldbeeren- und Wildkirschfrucht, Waldboden, etwas Weihrauch-/Gewürznoten; am Gaumen gutes Mittelgewicht, mürbe Frucht korrespondierend zur Nase, feine und komplexe Gewürznoten mit immer wieder aufblizenden Weihrauch-Assoziationen, mit Tabak, Unterholz, immer leicht changierend - (... eine Mischung aus Tertiärnoten und Barrique-Einflüssen), etwas kalkige Mineralik, seidig gereiftes Tannin mit schönem Rest-Gripp, feines tragendes Säuregerüst, angenehme Tiefe, schmeichelnder Trinkfluss mit angenehmen Grip, wirkt fein; langer Abgang auf gereifte Frucht und gereiften Tannin mit feiner Säure - 17,5/20 op

Jetzt im besten Trinkstadium (für meinen Geschmack), bereitet hohen Genuss.
Kommt nicht aus der Mazzoner Ecke, sondern aus dem Überetscher Raum. Die PN von hier haben m.M. nicht die üppige Kraft und Konzentration die einem gerne auf der Mazzoner Seite begegnet, aber die gepflegte Feinheit die hier (Überetsch) bei verschiedenen PN innewohnt ist auch nicht zu verachten.

Ganz was anderes ...
Ich musste feststellen, dass die rührigen Genossen der KG Kurtatsch das Portofolio mal wieder deutlich gestrafft haben.
Leider hat dabei mein geliebter Cabernet Kirchhügel die Rote Karte bekommen :( ..., ebenso wie der nicht uncharmante Lagrein Frauenrigl.
Statt dessen neu, der Cabernet Franc Ventis und der Lagrein Fluvia ... mal schaun. Weis jemand was zum Hintergrund?
Grüsse

Ralf

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dylan
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Re: Südtirol - die Rotweine

Beitrag von dylan »

olifant hat geschrieben: Mi 11. Mär 2026, 13:08
Ich musste feststellen, dass die rührigen Genossen der KG Kurtatsch das Portofolio mal wieder deutlich gestrafft haben.
Leider hat dabei mein geliebter Cabernet Kirchhügel die Rote Karte bekommen :( ..., ebenso wie der nicht uncharmante Lagrein Frauenrigl.
Die Cabernet Riserva Kirchhügel 2021 bekam ich im vergangenen Jahr erstmals ins Glas.
Ein sehr schöner und unkompliziter Wein, gastronomisch im besten Sinne.
Von daher kann ich deine Enttäuschung gut verstehen. Aber da die Kurtatscher ihr Handwerk verstehen besteht doch
die Hoffnung, dass auch die Neuschöpfungen zu überzeugen wissen.

Beste Grüße

dylan
olifant
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Re: Südtirol - die Rotweine

Beitrag von olifant »

Hallo dylan,

nein, Angst, dass kein adäquater Ersatz im Portofolio ist, denke ich nicht. Der neue Cab Franc wird da schon vergleichbare Qualität bieten.
Ich kenne den Wein halt nun so ca. 30 Iahre, eine lange Zeit ... und eigentlich immer ein authentischer Rotweingenuss des Südtiroler Südens.
Ein sehr schöner und unkompliziter Wein, gastronomisch im besten Sinne.
Böse Zungen würden am Ende noch "gefällig" ins Spiel bringen. Der Wein ist in den letzten Jahren sicher stilistisch etwas Modernisiert worden, blieb aber immer einer der wenigen Südtiroler Cabernet mit "Geschichte". Viele andere Gewächse hatten meist weniger Format oder waren deutlich aufgemotzter - der Kirchhügel blieb über die Jahre hinweg irgendwie "geerdet".
Evtl. wurde ja auch der Weinberg neu bestockt ... mal schaun, wann ich wieder mal vorbeikomme.
Grüsse

Ralf

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UlliB
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Re: Südtirol - die Rotweine

Beitrag von UlliB »

Zehn Jahre in der Flasche sind für einen Vernatsch meistens zu viel, aber der hat es ganz anständig überlebt:

Vernatsch "Galea" 2015 (Nals Margreid) 13%Vol. Transparentes Ziegelrot, für einen Vernatsch auffallend viel Depot. Die Sorte ist noch eindeutig zu erkennen, keine Oxidationsnoten, das Alter macht sich vor allem durch eine Malznote im Rückaroma bemerkbar, die aber nicht allzu sehr stört. Lässt sich durchaus noch mit Genuss trinken, wäre aber vor ein paar Jahren bestimmt besser gewesen.

Der "Galea" wird aus alten Reben erzeugt; noch älter sind wohl die Reben für den "Gschleier" der Kellerei Girlan. Beide zählen zu meinen Lieblingsvertretern aus dieser Sorte, die ich für unterschätzt halte. Und beide können ein paar Jahre Lagerung vertragen, aber übertreiben sollte man es damit nicht.

Gruß
Ulli
olifant
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Re: Südtirol - die Rotweine

Beitrag von olifant »

dylan hat geschrieben: Mi 11. Mär 2026, 15:55
olifant hat geschrieben: Mi 11. Mär 2026, 13:08
Ich musste feststellen, dass die rührigen Genossen der KG Kurtatsch das Portofolio mal wieder deutlich gestrafft haben.
Leider hat dabei mein geliebter Cabernet Kirchhügel die Rote Karte bekommen :( ..., ebenso wie der nicht uncharmante Lagrein Frauenrigl.
Die Cabernet Riserva Kirchhügel 2021 bekam ich im vergangenen Jahr erstmals ins Glas.
Ein sehr schöner und unkompliziter Wein, gastronomisch im besten Sinne.
Von daher kann ich deine Enttäuschung gut verstehen. Aber da die Kurtatscher ihr Handwerk verstehen besteht doch
die Hoffnung, dass auch die Neuschöpfungen zu überzeugen wissen.

Beste Grüße

dylan
War vor Kurzen beim Verkosten vor Ort ...

... das Substitut des Kirchhügel Cabernet heisst Ventis und ist ein "sortenreiner" Cabernet Franc Riserva DOC. Die Machart entspricht dem derzeitig gepflegten Rotweinstil der Kellerei. Klare saubere Frucht, feine reife Tannine, gute Balance mit stimmiger Säure, dabei aber nicht ins dropsige kitschige abgleitend. Also quasi im besten Sinn gastronomisch, könnte man im derzeitigen Stadium natürlich auch gefällig nennen, ich fand's schlicht und ergreifend recht gelungen für einen Cabernet Franc dieser Herkunft... mir fällt aber grad' auch kein anderer Winzer oder Produzent ein, der den in dieser Region reinsortig auffährt.
Ebenso Substituiert im Portofolio wurde der Lagrein Frauenrigl, der sich jetzt Fluvia nennen darf.

Aber wenn schon bei Rotwein allgemein ...
für meinen Gaumen angenehm waren die verkosteten
Vernatsch Sonntaler Alte Reben ... sehr schöner ernster und gleichzeitig beschwingter Vernatsch, schöne Würze und klare Frucht, für mich klarer Kauf, ansonsten Regionalsieger beim jährlichen Vernatschcup und 95p vom Decanter
Mazzon und Glen, die aktuellen Blauburgunder Riserva, von denen der Glen mein Gefallen fand, nicht weil er "besser" war, sondern einfach deutlich trinkiger und zugänglicher, der Mazzon hatte "mehr" von allem, was mir an diesem Tag vielleicht zu viel war.
Der SOMA, die Cabernet-Merlot-Cuvée der Terroir-Linie, quasi der Mini-TRES, (die Topp-Cuvée der Kellerei), war auch nicht verkehrt, aber nichts was mich bei 37° im Schatten angesprungen hätte :lol: .
Bei einer Verkostung im Herbst wäre die Wahl evtl. auf andere Weine gefallen ;)

Wirklich zufällig kamen wir bei der Verkaufsstelle von Castelfeder in der Neumarkter Altstadt vorbei.
Spontan wurden die 3 Lagen Pinot Nero der Pinot Nero Selection verkostet: Buchholz, Glen und Mazon, jeweils aus ausgewählten Weinbergen der namensgebenden Lagen. Aubau für alle 2 Weine gleich mit Maischung/Gärung imEdelstahk, 12 Monate im Barrique und 3 Monate auf der Flasche.
Anscheinend war ich auf Leichtigkeit gepolt, sodass der duftigste der Dreien, nämlich der Buchholz, mich am direktesten ansprach. Zusammen mit dem Vernatsch Alte Reben im Beifang.
Grüsse

Ralf

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olifant
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Re: Südtirol - die Rotweine

Beitrag von olifant »

UlliB hat geschrieben: Di 19. Mai 2026, 18:12 Zehn Jahre in der Flasche sind für einen Vernatsch meistens zu viel, aber der hat es ganz anständig überlebt:

Vernatsch "Galea" 2015 (Nals Margreid) 13%Vol. Transparentes Ziegelrot, für einen Vernatsch auffallend viel Depot. Die Sorte ist noch eindeutig zu erkennen, keine Oxidationsnoten, das Alter macht sich vor allem durch eine Malznote im Rückaroma bemerkbar, die aber nicht allzu sehr stört. Lässt sich durchaus noch mit Genuss trinken, wäre aber vor ein paar Jahren bestimmt besser gewesen.

Der "Galea" wird aus alten Reben erzeugt; noch älter sind wohl die Reben für den "Gschleier" der Kellerei Girlan. Beide zählen zu meinen Lieblingsvertretern aus dieser Sorte, die ich für unterschätzt halte. Und beide können ein paar Jahre Lagerung vertragen, aber übertreiben sollte man es damit nicht.

Gruß
Ulli
Hallo Ulli,

die beiden deinerseits geschätzten Vernatsch, Gschleier und Galea, halte auch ich für stets gut und beständig in der Qualität und schätze diese sehr, auch deren Qualität, was Lagerfähigkeit / Reife anbelangt.

Nicht zu unterschätzen in Sachen, "die können schon etwas reifen", darf ich aktuell auch ein paar andere Vernatsch empfehlen.
Glögglhof / Franz Gojer, St. Magdalener "Vigna Rondell"
Erbhof Unterganzer / Josephus Mayer, St. Magdalener Klassisch
KG Bozen, St. Magdalener Moar
Pranzegg / Martin Gojer, CamXXXl

Die Weine dürften dir ja nicht unbekannt sein.
Grüsse

Ralf

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UlliB
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Re: Südtirol - die Rotweine

Beitrag von UlliB »

olifant hat geschrieben: Di 7. Jul 2026, 15:55 Nicht zu unterschätzen in Sachen, "die können schon etwas reifen", darf ich aktuell auch ein paar andere Vernatsch empfehlen.
Glögglhof / Franz Gojer, St. Magdalener "Vigna Rondell"
Erbhof Unterganzer / Josephus Mayer, St. Magdalener Klassisch
KG Bozen, St. Magdalener Moar
Pranzegg / Martin Gojer, CamXXXl

Die Weine dürften dir ja nicht unbekannt sein.
Tatsächlich kenne ich die mit der Ausnahme des St. Magdalener von Unterganzer nicht, danke für den Tipp.

St. Magdalener ist ja typischerweise kein reinsortiger Vernatsch, da sind in der Regel ein paar Prozent Lagrein in der Cuvée, und ich finde, das merkt man schon. Mein Favorit ist da übrigens der Classico vom Ansitz Waldgries; der ist auch sehr haltbar.

KG Bozen: tatsächlich? Ich habe um den Betrieb einen großen Bogen gemacht, nachdem ich von denen zwei Weine hatte, die mich arg an Traubensaft mit Alkohol erinnert haben. Das eine war ein Lagrein, beim anderen bin ich nicht mehr sicher. Das ist beides jetzt allerdings schon etliche Jahre her, möglicherweise hat sich da einiges getan.

Pranzegg: ist das ein "naturweiniger" Vernatsch? Dann wäre das vermutlich eher nichts für mich.

Gruß
Ulli
olifant
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Re: Südtirol - die Rotweine

Beitrag von olifant »

UlliB hat geschrieben: Di 7. Jul 2026, 16:22
olifant hat geschrieben: Di 7. Jul 2026, 15:55 Nicht zu unterschätzen in Sachen, "die können schon etwas reifen", darf ich aktuell auch ein paar andere Vernatsch empfehlen.
Glögglhof / Franz Gojer, St. Magdalener "Vigna Rondell"
Erbhof Unterganzer / Josephus Mayer, St. Magdalener Klassisch
KG Bozen, St. Magdalener Moar
Pranzegg / Martin Gojer, CamXXXl

Die Weine dürften dir ja nicht unbekannt sein.
Tatsächlich kenne ich die mit der Ausnahme des St. Magdalener von Unterganzer nicht, danke für den Tipp.

St. Magdalener ist ja typischerweise kein reinsortiger Vernatsch, da sind in der Regel ein paar Prozent Lagrein in der Cuvée, und ich finde, das merkt man schon. Mein Favorit ist da übrigens der Classico vom Ansitz Waldgries; der ist auch sehr haltbar.

KG Bozen: tatsächlich? Ich habe um den Betrieb einen großen Bogen gemacht, nachdem ich von denen zwei Weine hatte, die mich arg an Traubensaft mit Alkohol erinnert haben. Das eine war ein Lagrein, beim anderen bin ich nicht mehr sicher. Das ist beides jetzt allerdings schon etliche Jahre her, möglicherweise hat sich da einiges getan.

Pranzegg: ist das ein "naturweiniger" Vernatsch? Dann wäre das vermutlich eher nichts für mich.

Gruß
Ulli
Hallo Ulli,

klar, in den meisten St. Magdalener ist nicht nur Lagrein, sondern und / oder auch Anteile Blauburgunder drinnen, wie zugelassen. Gibt aber wohl auch den einen oder anderen "reinsortigen".

Und da bei St. Magdalener für mich (natürlich) auch der Ansitz Waldgries ganz oben mit dabei ist, nicht verwunderlich. Hier finde ich auch die Kontinuität, mit der Jahr um Jahr Qualität in die Flasche kommt erstaunlich. Jahrgangsunterschiede nehme ich bei Waldgries nicht ausgeprägt wahr.

Ja, KG Bozen, aber da eben nur der Moar St. Magdalener, die anderen Vernatschtypen sind da nicht so..., wo war der Mantel des Schweigens?

Und auch ja, der CamXXXl ist ein Naturwein, der in den ersten Jahren recht wild daher kommt, aber so ab 6, 7 Jahren zu einem, auch geschmacklich, fast typischen Vernatsch mutiert. Je älter der Jahrgang, desto vernatschlike erscheint mir der Wein.
Grüsse

Ralf

Die Zukunft war früher auch besser.
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