Was ist denn jetzt das finale Fazit?
Zukünftig nicht mehr bei Tesdorpf sondern beim Hilse subsen?
Bordeaux 2025
- Jochen R.
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Re: Bordeaux 2025
"Viele haben eine Meinung, aber keine Ahnung." (Franz Müntefering)
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Matthias Hilse
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Re: Bordeaux 2025
Wer sich vielleicht fragt, wie denn so ein System mit 3 Klassen von Partnern - Erzeuger, Negociants und Courtiers, die zusammen die "Place de Bordeaux" konstituieren, funktioniert, der kann aus der Primeurkampagne 2025 einiges lernen.
Früh schon schien es, als sei der Cheval Blanc ausverkauft; das hat aber zunächst nur an der Oberfläche gestimmt. Irgendwo gab es immer noch ein paar Flaschen in diesem labyrinthartigen System aufzuspüren.
Denn natürlich passiert auch in Bordeaux das, was die Kontingenz des Seins ausmacht: beim einen Negociant stehen die Kunden Schlage, beim anderen ist einfach nichts los.
In einem korrespondierenden System ist das aber nur ein ephemerer Zustand, der seine Ausbalancierung mit - oder: in der Zeit erfährt.
Versuchte man aktuell in Bordeaux bestimmte Weine noch aufzuspüren, wäre dies in jenen Fällen recht aussichtslos:
Cheval Blanc, Margaux, Lafite-Rothschild, Mouton Rothschild, Les Carmes Haut Brion, Pontet Canet, Montrose, Beau-Sejour Becot, Larcis Ducasse.
Das heißt aber nicht, diese Weine gäbe es in den einzelnen Märkten nicht mehr zu subskribieren. Da es heute aber weitgehend usus ist, während der Subskription Weine anzubieten, die ggf. garnicht mehr "auf stock" sind, kann der Blick z.B. auf wine-searcher hier sehr in die Irre führen.
In keinem der letzten Jahrgänge hat es eine ähnliche Situation in der zweiten Junidekade gegeben.
Herzliche Grüße,
Matthias Hilse
Früh schon schien es, als sei der Cheval Blanc ausverkauft; das hat aber zunächst nur an der Oberfläche gestimmt. Irgendwo gab es immer noch ein paar Flaschen in diesem labyrinthartigen System aufzuspüren.
Denn natürlich passiert auch in Bordeaux das, was die Kontingenz des Seins ausmacht: beim einen Negociant stehen die Kunden Schlage, beim anderen ist einfach nichts los.
In einem korrespondierenden System ist das aber nur ein ephemerer Zustand, der seine Ausbalancierung mit - oder: in der Zeit erfährt.
Versuchte man aktuell in Bordeaux bestimmte Weine noch aufzuspüren, wäre dies in jenen Fällen recht aussichtslos:
Cheval Blanc, Margaux, Lafite-Rothschild, Mouton Rothschild, Les Carmes Haut Brion, Pontet Canet, Montrose, Beau-Sejour Becot, Larcis Ducasse.
Das heißt aber nicht, diese Weine gäbe es in den einzelnen Märkten nicht mehr zu subskribieren. Da es heute aber weitgehend usus ist, während der Subskription Weine anzubieten, die ggf. garnicht mehr "auf stock" sind, kann der Blick z.B. auf wine-searcher hier sehr in die Irre führen.
In keinem der letzten Jahrgänge hat es eine ähnliche Situation in der zweiten Junidekade gegeben.
Herzliche Grüße,
Matthias Hilse
- weingollum33
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Re: Bordeaux 2025
Ich bin tatsächlich ein wenig überrascht, welche Welle der Empörung der Gastkommentar bei Tesdorf hier im Forum ausgelöst hat. Ich finde den Artikel ganz amüsant zu lesen und weiß natürlich auch selber, dass es sich bei den Bordeauxweinen, über die wir hier bezüglich Subskription sprechen, um prestigeträchtige Luxusgüter handelt. Dies trifft vom Grundsatz natürlich genauso auf die "Perlen" von Burgund, des Piemont oder der Toskana oder anderer renommierter Weinregionen der Welt zu. Zumindest in Europa ist mir jedoch keine vergleichbare "Weinindustrie" wie in Bordeaux bekannt. Natürlich führt eine derartige Region auch stetig zu einer Qualitätssteigerung und Weiterentwicklung, aber das ändert nichts daran, dass die teuren Weine ein Luxusgut sind und - wenn die Wirtschaft in der Welt wieder brummt - dann werden die Preise früher oder später auch wieder entsprechend ansteigen.
Ich werde in diesem Jahr 60 und mein Weinkeller ist eigentlich hinreichend bestückt. Bordeaux habe ich im Wesentlichen mit Jahrgang 2016 abgeschlossen. An diesen Weinen werde ich hoffentlich noch in diesem Leben viel Freude haben. Wenn ich jetzt 2025er Bordeaux subse, dann tue ich es eigentlich mit dem Wissen, diese kaum selber mehr auf dem "Peak" trinken zu können. Da mein Kaufreflex manchmal jedoch schwer zu bändigen ist, mache ich meinen Keller zum Mehrgenerationenprojekt. Was diese dann damit anfängt, bleibt ihr überlassen: trinken oder verhökern. Insofern spielt beim Kauf mittlerweile auch eine Rolle, ob man den Tropfen im Zweifelsfall auch wieder gut verkaufen kann. Ich vermute, dass ich diesbezüglich nicht der einzige hier im Forum bin, dem es so ergeht.
Ich kann ansonsten das "Gebashe" auf die großen Namen in Bordeaux schon auch ein wenig verstehen. Als ich beispielsweise den Subskriptionspreis für Haut Brion blanc in Höhe von 833 € gesehen habe, da viel mir nichts mehr ein. Außer: Nur was wirklich echt teuer ist, muss auch wirklich gut sein. Die Kundschaft hierfür wird man früher oder später finden oder vielleicht gibt es sie ja auch schon.
Gruß Tobias
Ich werde in diesem Jahr 60 und mein Weinkeller ist eigentlich hinreichend bestückt. Bordeaux habe ich im Wesentlichen mit Jahrgang 2016 abgeschlossen. An diesen Weinen werde ich hoffentlich noch in diesem Leben viel Freude haben. Wenn ich jetzt 2025er Bordeaux subse, dann tue ich es eigentlich mit dem Wissen, diese kaum selber mehr auf dem "Peak" trinken zu können. Da mein Kaufreflex manchmal jedoch schwer zu bändigen ist, mache ich meinen Keller zum Mehrgenerationenprojekt. Was diese dann damit anfängt, bleibt ihr überlassen: trinken oder verhökern. Insofern spielt beim Kauf mittlerweile auch eine Rolle, ob man den Tropfen im Zweifelsfall auch wieder gut verkaufen kann. Ich vermute, dass ich diesbezüglich nicht der einzige hier im Forum bin, dem es so ergeht.
Ich kann ansonsten das "Gebashe" auf die großen Namen in Bordeaux schon auch ein wenig verstehen. Als ich beispielsweise den Subskriptionspreis für Haut Brion blanc in Höhe von 833 € gesehen habe, da viel mir nichts mehr ein. Außer: Nur was wirklich echt teuer ist, muss auch wirklich gut sein. Die Kundschaft hierfür wird man früher oder später finden oder vielleicht gibt es sie ja auch schon.
Gruß Tobias
Re: Bordeaux 2025
Ich fand den Artikel auch gar nicht gut. Eher eine naive Betrachtungsweise. Danke an alle die sich geäußert haben. Fand ich interessant.
Bordeauxbashing kennt man ja.
Dennoch sind die Probleme nicht so bordeauxspezifisch. Sind eher Probleme generell mit dem nachlassenden Weinkonsum und der erstarkten Konkurrenz in der ganzen Welt.
Bin wie Innauen der Meinung das Bordeaux stark ist. Gerade in der Range unterhalb der Luxusartikel.
Da bekommt man was, was durchaus in Relation steht.
Andere Gegenden sind da auch nicht besser.
Gerade wenn sie auch Hip sind. Wobei es Bordeaux im Moment anscheinend an CoolFaktor mangelt. Ob das reichen würde für so einen grossen Markt?
Bordeauxbashing kennt man ja.
Dennoch sind die Probleme nicht so bordeauxspezifisch. Sind eher Probleme generell mit dem nachlassenden Weinkonsum und der erstarkten Konkurrenz in der ganzen Welt.
Bin wie Innauen der Meinung das Bordeaux stark ist. Gerade in der Range unterhalb der Luxusartikel.
Da bekommt man was, was durchaus in Relation steht.
Andere Gegenden sind da auch nicht besser.
Gerade wenn sie auch Hip sind. Wobei es Bordeaux im Moment anscheinend an CoolFaktor mangelt. Ob das reichen würde für so einen grossen Markt?
Viele Grüße
Rainer
"Nein, Alkohol trinke ich nicht. Ich trinke hier einen Schoppen Winzerwein!"
Rainer
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Re: Bordeaux 2025
...ob man darauf wirklich abzielen sollte? Coolness kommt und geht nach meiner Wahrnehmung schneller als man reagieren kann, die coole Karawane tobt sich ein paar Jahre irgendwo aus und zieht dann weiter, schneller als eine Region ernsthaft bzw. in der Breite reagieren kann. Letztlich muß der Wein schmecken und genügend Leute mit entsprechendem Geldbeutel erreichen. Ich kann konstatieren, daß BDX in weiten Preisbereichen (immer noch) super Sachen produziert; daß sie mich selbst nicht nachhaltig erreichen, hat eher persönliche Gründe, die vor allem mit meinem Speisezettel zusammenhängen, da ist für Bordeaux so gut wie kein Platz (vielleicht ernähren sich die Leute in der Breite mittlerweile auch anders als vor 10, 20, 30 Jahren?). Und tatsächlich befremdet mich das ganze BDX-Gewese hinsichtlich Subserei und Preisentwicklung wie Marktstrategien ein Stück weit, trägt vielleicht auch einen Teil dazu bei, daß mein BDX-Bestand im Keller seit Jahren bei Null liegt. Dennoch ist es natürlich auch aus meiner Sicht wünschenswert, wenn sich die Region auf einem gesunden Level konsolidiert. Letztlich ist der Prozeß vermutlich nicht viel anders gelagert als bei uns in D, wo ja auch 30.000 ha zur Disposition stehen, allerdings weniger medienwirksam. Und auch bezüglich Bordeaux bin ich gespannt, wie sich die Rückgänge auf die Fraktionen Basis, Mittelstand und Elite aufteilen werden...
Viele Grüße
Erich
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.
https://ec1962.wordpress.com/
Erich
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Re: Bordeaux 2025
noch ein kurzer Nachtrag:
Ich finde der Gastbetrag bei Tesdorf greift vieles auf, was hier im Forum bereits von einigen Liebhabern in der jüngeren Vergangenheit bereits kritisch angemerkt wurde - zum Beispiel die Preisentwicklung, die in den letzten Jahren über das Ziel hinausgeschossen ist bzw. bei der derzeitigen Weltlage keinen wirklichen Anreiz zum Kaufen bot ... oder es wurde die Sinnhaftigkeit der Primeurkampagnen hinterfragt und und und ...
Dass ein Journalist die Kritik vielleicht etwas überspitzt oder überpointiert auf Papier bringt, gehört zum Geschäft und ist grundsätzlich mE eher der Sache dienlich als schädlich. Ich denke, die derzeit sich abzeichnenden Veränderungen sind ein Anfang und man wird sehen, wo die Reise hingeht.
Ich persönlich befürchte leider, dass die Schere zwischen gut florierenden Cru Classes und den Betrieben, die handwerklich gut gemachte, "bezahlbare" Weine auf den Markt bringen, weiter auseinanderdriften wird. Missen möchte ich weder die einen noch die anderen.
In Burgund war im Übrigen die Preisentwicklung vergleichsweise ja noch drastischer. Aber auch dort wird man früher oder später wahrnehmen, was der Kunde mitmacht. Auch hier fallen die Preise der Superstars insbesondere auf dem Sekundärmarkt ... und auch das ist sicherlich im Sinne des Kunden und (auf Lange Sicht) auch im Sinne der Betriebe, die ihre Kundschaft behalten wollen. Dass in Burgund aufgrund der völlig anderen Strukturen die räumliche Begrenzung der Toplagen und die Vielzahl der Betriebe mit Rebzeilen dort für Knappheit auf dem Markt sorgt, macht die Vermarktung erst einmal einfacher ... aber auch hier kennt früher oder später jeder Weintrinker seine Grenzen.
Gruß Tobias
Ich finde der Gastbetrag bei Tesdorf greift vieles auf, was hier im Forum bereits von einigen Liebhabern in der jüngeren Vergangenheit bereits kritisch angemerkt wurde - zum Beispiel die Preisentwicklung, die in den letzten Jahren über das Ziel hinausgeschossen ist bzw. bei der derzeitigen Weltlage keinen wirklichen Anreiz zum Kaufen bot ... oder es wurde die Sinnhaftigkeit der Primeurkampagnen hinterfragt und und und ...
Dass ein Journalist die Kritik vielleicht etwas überspitzt oder überpointiert auf Papier bringt, gehört zum Geschäft und ist grundsätzlich mE eher der Sache dienlich als schädlich. Ich denke, die derzeit sich abzeichnenden Veränderungen sind ein Anfang und man wird sehen, wo die Reise hingeht.
Ich persönlich befürchte leider, dass die Schere zwischen gut florierenden Cru Classes und den Betrieben, die handwerklich gut gemachte, "bezahlbare" Weine auf den Markt bringen, weiter auseinanderdriften wird. Missen möchte ich weder die einen noch die anderen.
In Burgund war im Übrigen die Preisentwicklung vergleichsweise ja noch drastischer. Aber auch dort wird man früher oder später wahrnehmen, was der Kunde mitmacht. Auch hier fallen die Preise der Superstars insbesondere auf dem Sekundärmarkt ... und auch das ist sicherlich im Sinne des Kunden und (auf Lange Sicht) auch im Sinne der Betriebe, die ihre Kundschaft behalten wollen. Dass in Burgund aufgrund der völlig anderen Strukturen die räumliche Begrenzung der Toplagen und die Vielzahl der Betriebe mit Rebzeilen dort für Knappheit auf dem Markt sorgt, macht die Vermarktung erst einmal einfacher ... aber auch hier kennt früher oder später jeder Weintrinker seine Grenzen.
Gruß Tobias
Re: Bordeaux 2025
Fand den Beitrag auch lesenswert und ja, vieles davon wird und wurde ja auch hier schon diskutiert.
Dass Menschen mit Partikularinteressen das jetzt nicht so toll finden ist ja verstanden. Aber dass die Subskription ausser den frühen Cashflow zum Chateau zu befeuern und Sonderformaten / Provinienz (und manchmal der Verfügbarkeit) für den Bordeaux-Trinker seit vielen Jahren wenig Sinn macht und meistens schon gar keinen finanziellen für den Käufer, das sollte doch überhaupt gar nicht in Frage stehen.
Dass in einem mehr oder weniger funktionierenden Markt (und all else being equal) eine 0,5 Hektar Domain im Vergleich zum 100 Hektar Chateau eine viel kleinere Menge produziert ist doch nicht wirklich Rocket Science. Dass bei ähnlich hoher Nachfrage eine 200-fach höhere Menge des Produktes einen limitierenden Einfluss auf die Möglichkeit höhere Preises zu erzielen hat - wäre das jetzt wirklich ein so unverständliches Prinzip? Dass die eher geringen Mengen mancher Burgundischer Domaines die im Sekundärmarkt teilweise exorbitanten Preise unterstützt - wirklich so unlogisch?
Dass sich über diese Bemerkung dann eifrig lustig gemacht wird zeigt mir eher die Intention des Posters, aber wie auch immer
Dass Menschen mit Partikularinteressen das jetzt nicht so toll finden ist ja verstanden. Aber dass die Subskription ausser den frühen Cashflow zum Chateau zu befeuern und Sonderformaten / Provinienz (und manchmal der Verfügbarkeit) für den Bordeaux-Trinker seit vielen Jahren wenig Sinn macht und meistens schon gar keinen finanziellen für den Käufer, das sollte doch überhaupt gar nicht in Frage stehen.
Dass in einem mehr oder weniger funktionierenden Markt (und all else being equal) eine 0,5 Hektar Domain im Vergleich zum 100 Hektar Chateau eine viel kleinere Menge produziert ist doch nicht wirklich Rocket Science. Dass bei ähnlich hoher Nachfrage eine 200-fach höhere Menge des Produktes einen limitierenden Einfluss auf die Möglichkeit höhere Preises zu erzielen hat - wäre das jetzt wirklich ein so unverständliches Prinzip? Dass die eher geringen Mengen mancher Burgundischer Domaines die im Sekundärmarkt teilweise exorbitanten Preise unterstützt - wirklich so unlogisch?
Dass sich über diese Bemerkung dann eifrig lustig gemacht wird zeigt mir eher die Intention des Posters, aber wie auch immer
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Matthias Hilse
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