Sehr schön Peter, liegt hier auch schon alles im Keller
Ich hoffe du hast auch den Paulinshofberg Kabi (der war 2023 sogar noch etwas besser) und die Paulinshofberg Spätlese mitgenommen
Die 2024er brauchen sicherlich mehr Zeit zum entwickeln wie 2023, das wird spannend.
Den 2024 Weißburgunder haben wir übrigens auch eingepackt, sehr cremig mit toller Schiefernote.
ja, der 24er Paulinshofberg Kabi und die Spätlese haben mir auch sehr gut gefallen und beide sammeln aktuell den Staub in meinem Keller ein.
Bin im September wieder beim Olli Haag, mal sehen ob ich noch was von der Spätlese einsammeln kann.
Beste Grüße
Peter
Wer nicht genießt, wird ungenießbar. (Konstantin Wecker)
Fritz Haag Kestener Paulinshofberg Riesling Spätlese 32-25
Helles Gelb, fruchtig in der Nase, am Gaumen dunkle Beeren, fruchtig, frisch, sehr saftig, feine Süße, druckvoll, gutes Spiel, gute Struktur und Länge. Super Spätlese. 94 P.
Wenn ich mich recht erinnere, gab es von der Spätlese nur eine sehr kleine Menge. Deshalb vermutlich kein Nachkaufen möglich.
Beste Grüße
Peter
Wer nicht genießt, wird ungenießbar. (Konstantin Wecker)
niers_runner hat geschrieben: ↑Fr 22. Aug 2025, 21:07
Wenn ich mich recht erinnere, gab es von der Spätlese nur eine sehr kleine Menge. Deshalb vermutlich kein Nachkaufen möglich.
Quasi als Dessert gab/gibt es bei mir gerade noch eine fulminante Auslese:
Der eine oder andere mag vielleicht über meine 98 Punkte lächeln, aber eine Riesling-Auslese kann man für meine Begriffe nur anders, aber nicht besser hinbekommen, als es Oliver Haag mit dieser grandiosen 23er Juffer-Sonnenuhr gelungen ist.
Ich habe den Wein dankenswerterweise als Geschenk erhalten, wobei ich in meiner unverbesserlichen Neugier natürlich eine kurze Recherche nach dem Preis angestellt habe. Ab Werk wie bei Lobenberg bin ich dabei auf 34,50 gestoßen, und ich würde meinen, dass es sich dabei gemessen an dem, was die besseren trockenen GGs von führenden Erzeugern kosten, um einen ausgesprochen moderaten Kurs handelt.
Nora, wenn du mehrere Flaschen von der Auslese im Keller hast, würde ich ruhig mal in näherer Zukunft eine davon aufziehen. Das ist sicher ein lagerfähiger Wein, aber besser wird er aus meiner Sicht nicht mehr werden, sondern nur noch anders (im Zweifelsfall weniger strahlend).
Ich habe heute den in der Flasche verbliebenen Rest getrunken und bin genauso begeistert wie gestern.
Ich hatte gestern einen 2015er Brauneberger Juffer Riesling Große Lage feinherb von Fritz Haag im Glas. Laut Lobenberg blieb das Fass in der Vergärung stecken, ein Unikat, quasi ein GG in süß. Der Wein hat 12% Alkohol, 15g Restzucker 8,5g Säure und hat mich wirklich begeistert:
Dunkle Bernsteinfarbe. In der Nase Orangenschale, Feuerstein, Rauch. Im Mund Schieferwürze, etwas Rauch, Salz, Nektarine. Im ewig langen Nachhall deutliche Salzspur, Nektarine, Feuerstein, Orangenschale, Harz, Jod, dann Weinbergpfirsich und zum Schluss Minze und Edelkastanienhonig.
Die leichte Restsüße tut dem Wein gut, sie sticht nicht heraus. Sie macht den Wein runder und eleganter. Kombiniert mit der gut eingebunden Säure und der vibrierenden Salzigkeit sorgt sie aber dafür, dass der Wein trotz seiner Reife animierend bleibt und man sofort zum nächsten Schluck verführt wird. Wirklich toller Stoff!
Man muss immer etwas haben, worauf man sich freut. (Eduard Mörike)
Brauneberger Riesling Kabinett trocken 2010 (Fritz Haag) 12,0%Vol. Schraubverschluss. Helles Goldgelb. Etwas Petrol, aber wirklich nur wenig und gar nicht störend, dahinter Schiefer und Zitrusfrucht, unverwechselbar Mosel. Mittlere Intensität, sauber, die Säure lebendig und frisch, aber nicht scharf wie bei vielen 10ern. Nicht ganz trocken, aber das passt so. Harmonisch und stimmig.
Das ist sehr erfreulich und in dem Alter für einen trockenen Mosel-Kabinett aus einem problematischen Jahrgang überraschend schön. Da dürfte der Schrauber eine Rolle gespielt haben - ich vermute, dass die Chance bei einem Korkverschluss geringer gewesen wäre, den Wein jetzt noch in diesem Zustand zu erwischen.
Die Bezeichnung "Kabinett" erscheint übrigens nur sehr verschämt und kleingedruckt auf dem Rückenetikett. Vorne heißt es nur "Brauneberger Riesling trocken", eine Konzession an den VDP, bei dem ja auch damals schon für trockene Weine ein Prädikatsverbot galt, an das sich allerdings nicht alle Betriebe hielten. Fritz Haag in letzter Konsequenz eben auch nicht, was sich inzwischen geändert hat. Das wäre jetzt ein VDP-Ortswein und Qualitätswein ohne Prädikat, mit Chaptalisation oder auch nicht.
UlliB hat geschrieben: ↑So 10. Mai 2026, 19:42
Das ist sehr erfreulich und in dem Alter für einen trockenen Mosel-Kabinett aus einem problematischen Jahrgang überraschend schön. Da dürfte der Schrauber eine Rolle gespielt haben - ich vermute, dass die Chance bei einem Korkverschluss geringer gewesen wäre, den Wein jetzt noch in diesem Zustand zu erwischen.
Deine Vermutung, dass der gute Erhaltungszustand unter anderem auch dem Schrauber geschuldet ist, teile ich! Davon abgesehen bin ich mittlerweile dabei angelangt, Oliver Haag für einen der allerbesten deutschen Winzer überhaupt zu halten (und gemessen daran muss man seine Preispolitik wirklich moderat nennen).
UlliB hat geschrieben: ↑So 10. Mai 2026, 19:42
Die Bezeichnung "Kabinett" erscheint übrigens nur sehr verschämt und kleingedruckt auf dem Rückenetikett. Vorne heißt es nur "Brauneberger Riesling trocken", eine Konzession an den VDP, bei dem ja auch damals schon für trockene Weine ein Prädikatsverbot galt, an das sich allerdings nicht alle Betriebe hielten. Fritz Haag in letzter Konsequenz eben auch nicht, was sich inzwischen geändert hat. Das wäre jetzt ein VDP-Ortswein und Qualitätswein ohne Prädikat, mit Chaptalisation oder auch nicht.
Im Vorwort zu seiner neuen Preisliste schreibt Florian Weingart etwas Interessantes (und sicher auch Provokantes) zu diesem Thema: "...Unser Weingesetz wird derzeit zu einem Herkunftssystem ausgebaut, in dem das Prinzip der natürlichen Traubenreife immer weiter in den Hintergrund tritt. Es ist bereits vorgesehen, den Prädikaten künftig nur noch eine Randrolle im Bereich der Süßweine einzuräumen. Diese Neuordnung zieht beträchtliche Kollateralschäden nach sich, nicht nur durch die erhebliche Einschränkung der Ausdrucksformen des Rieslings, sondern hinsichtlich der ganz grundsätzlichen Frage, was Wein eigentlich ausmacht. Wirklich traurig."