... erster Saisonbesuch in Rust, um mit/für meinen Nachbarn ein gebrauchtes Barrique von Kurti Feiler zu holen ... als Deko für die Terrasse - UND - welch wundersame Überraschung, wir wurden zu einer Verkostung eingeladen. Tja, mein Lieblingswein des Hauses, der
Neuburger, war wie immer ein Gedicht und dann kam der neue Wein von Kurt ins Glas, der
„le H” - ein Hárslevelű, oder „Lindenblättriger”. Autochtone ungarische Weißweinsorte, bei uns nicht zugelassen, somit „nur” Tafelwein und keine Ö-Banderole. Aber bitte, was für ein wunderschöner, eleganter Wein ist Kurt da gelungen! Bravo! Ich nehme natürlich eine Kiste mit, Johann ebenfalls und unter dem Geklappere der Störche verabschieden wir uns.
Dann wurde das Fass in meinen Voyager geladen und „besuchen wir noch schnell den Erich (Giefing)” ... 4 Häuser weiter unten dann am Sonnenplatzl vor dem Weingut mitten an der Hauptstrasse freudiges Wiedersehen mit einem der unterschätztesten Winzer Österreichs (weil er „netzwerken”, „Falstaff Bussi-Bussi” etc. nicht wirklich cool findet, leistet er es sich „unterm Radar” zu fliegen, ist aber in der internationalen Spitzengastronomie gelistet und stets ausverkauft). Erichs Weißweine sind ernst zu nehmende Klassiker (ich liebe seinen
Chardonnay Muschelkalk), seine klassischen Rotweine ein Gedicht und seine Top-Roten kommen immer erst dann in die Flaschen und auf „den Markt”, wenn er es für gut empfindet. Dafür bekommt man dann aber ab Hof einen
St.Laurent „vom Ruster Kalk” aus 2018, der zum Weinen schön ist. Sein
Blaufränkisch Reserve ist für mich der beste BF Österreichs, ich liste ihn persönlich WEIT vor Krutzlers Perwolff (aber das ist eben Geschmackssache). Der aktuell in den Verkauf gekommene Jahrgang der BF Reserve ist 2021 und wurde im Februar 2026 auf Flaschen gefüllt, war also über 4 Jahre im Holz!!!
Im Hintergrund läuft wie immer Paolo Conte, ich bekomme „meinen” BF Reserve - oh mein Gott!! WAS FÜR EIN MONUMENT hat Erich da wieder auf die Flaschen gebracht. Unendlich schön dieser Blaufränkisch. So herrlich, dass Johann mir noch ein zweites „Achterl” bestellt. (bei uns trinkt der „Chaffeur” immer!


). Dann kauft Johann noch eine Kiste, es folgt Verabschiedung und Richtung nach Hause ... die Uhr zeigt fünf vor 6 als wir das Weingut Esterhazy in Trausdorf rechts vor uns sehen, ich bremse mich stark ein und biege ab „verkosten könnts leider nix mehr, nur kaufen, ich sperr scho zua” schmunzelt die Dame, und das machen wir auch, es kommen 2 weitere Kisten Wein ins Auto. Als ich danach NICHT den Blinker zur Schnellstrasse setze, sondern nach Eisenstadt rein fahre, lacht Johann auf „ich weiß wo Du hinfährst” ... und so stoppen wir noch in der schönsten Vinothek Österreichs, der „Selektion Vinothek Burgenland” und nehmen noch „one for the road” wie die Iren so schön zu sagen pflegen! Leider kann der Blaufränkisch 2023 von Krutzler nicht nur nicht mithalten, mit dem was ich aus Rust noch am Gaumen habe, sondern stinkt eigentlich fürchterlich ab, und ich werde mich jetzt nicht mehr „rein aus Interesse” Krutzlers Weinen zuwenden, das war der letzte Schluck den ich diesem Eisenberger Winzer zugestanden habe. Seine Weine schmecken mir ganz einfach nicht, sind meiner Meinung nach ABSOLUT überbewertet und völlig zu Unrecht gehypt, und 70.--€ investiere ich lieber in einen Brunello „Amore e Magia” von Francesco Illy`s Podere Le Ripi!
Aber jetzt! Heimfahrt ... schöner „Männerausflug” & Danke RUST!
Hasi