Bordeaux 2025

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
Bibbel
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Re: Bordeaux 2025

Beitrag von Bibbel »

„Tronquoy. Zu Chateau Montrose gehörend wird hier mit dem Jahrgang 2022 eine Zeitenwende eingeläutet. 2022 ist der erste Jahrgang mit dem dieser Wein in Subskription offeriert wird, zuvor wurden die Jahrgänge nach Trinkbarkeit auf den Markt gebracht“ heißt es bei Unger.
Die kleinen Püllekes sind also gesichert.
Ollie
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Re: Bordeaux 2025

Beitrag von Ollie »

Bibbel hat geschrieben: Mo 27. Apr 2026, 16:45 „Tronquoy. Zu Chateau Montrose gehörend wird hier mit dem Jahrgang 2022 eine Zeitenwende eingeläutet. 2022 ist der erste Jahrgang mit dem dieser Wein in Subskription offeriert wird, zuvor wurden die Jahrgänge nach Trinkbarkeit auf den Markt gebracht“ heißt es bei Unger.
Die kleinen Püllekes sind also gesichert.
Ah! Dann haben sie uns auf dem Château den Wein einfach nicht gezeigt, und ich habe etwas falsch verstanden.

Colin Hay is mit seiner (IMO sehr besonnenen) Einschätzung des Jahrgangs (The Drinks Business) raus.

Bernard Burtschy hat übrigens auf Facebook geschrieben:
Bernard Burtschy hat geschrieben: Première clé du millésime 2025 à Bordeaux, le calcaire et ses réserves hydriques.
Le plateau calcaire de Saint-Emilion, Fronsac et Canon Fronsac et quelques autres terroirs n'ont pas souffert de la sécheresse et s'en sortent fort bien.
Deuxième clé du succès pour les primeurs de Bordeaux, des sols en grande forme.
Certes, un binage vaut deux arrosages, mais face l'indeniable appauvrissement des sols, cela ne suffit plus. Le rendement baisse de un hl par hectare et par an depuis des années et bien des vins manquent de densité en 2025.
La région possède pléthore d'oenologues, mais manque cruellement d'agronomes.
Heureusement, certains comme La Conseillante ou Angelus, et qu'elles autres produisent des vins grandioses.
Troisième facteur de réussite de Bordeaux 2025, les argiles et singulièrement les Graves sur argiles, ce qui explique, entre autres, beaucoup de grands médocs. Le terroirs de graves sur sables, tout comme les sablonneux, ont beaucoup souffert de sécheresse.
Les faibles degrés, tout comme la fraîcheur des vins des 2025, ne sont pas dus à un "miracle", mais à l'arrêt de l'alimentation du raisin. La minceur qui affecte tant de vins et qui empêche de crier au "grand millésime" en est la conséquence directe.
Cheers,
Ollie
Yeah, well, you know, that’s just like, uh, your opinion, man.

Parfois, quand c'est trop minéral, on s'emmerde.

"Souvent, l'élégance, c'est le refuge des faibles." (Florence Cathiard)
pessac-léognan
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Re: Bordeaux 2025

Beitrag von pessac-léognan »

Ich könnte mir gut vorstellen, dass man bei den Bouygues, mithilfe der Aura von Montrose, versuchen möchte, den Tronquoy höher zu positionieren, was nach der Abfüllung und kurz vor dem "physischen" Markteintritt einfacher sein könnte als en primeur. Der Wein wurde ja nach der Neuetikettierung und -benennung 2022 und 2023 angesichts der teils euphorischen Benotungen recht preiswert angeboten - und jetzt will man halt nach Möglichkeit höher hinaus - die Bouygues muss man das nicht lehren. ;)
Matthias Hilse
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Re: Bordeaux 2025

Beitrag von Matthias Hilse »

Bibbel hat geschrieben: Mo 27. Apr 2026, 16:45 „Tronquoy. Zu Chateau Montrose gehörend wird hier mit dem Jahrgang 2022 eine Zeitenwende eingeläutet. 2022 ist der erste Jahrgang mit dem dieser Wein in Subskription offeriert wird, zuvor wurden die Jahrgänge nach Trinkbarkeit auf den Markt gebracht“ heißt es bei Unger.
Die kleinen Püllekes sind also gesichert.
Eventuell ist der Begriff der "Zeitenwende" eine Nummer zu groß für Entscheidungen, die sich eher an solchen Sachen wie "Kannibalisierung" oder Ideen der Markenentwicklung orientieren.
Mit dem Herausschälen des "neuen Montrose" aus den Gegebenheiten seiner historischen Verfassung (mit dem Jahrgang 2023) gibt es bei Montrose/Bouygues ein Interesse, "releases" jenseits der "Primeurwelt" zu inszenieren.
Man sollte hier durchaus beachten, dass es fortan mehr Markterscheinungen jenseits der Primeurwelt geben wird (Montrose Terrasse 3, Montrose Blanc, Tronquoy Blanc....) als "en Primeur". Ein Schelm, wer dies als Stärke der "Place de Bordeaux" interpretieren möchte.
Das mit den halben Pullen ist eine Sache der Kommunikation zwischen dem Handel und dem Weingut. Wenn ich nicht völlig falsch liege, wird fortan dem Konsumenten die Option bei Tronquoy verwehrt, die Kommissionierung selber zu bestimmen.
Ich schreibe dies in dem Bewusstsein, den Ausführungen des Weinguts hierzu ggf. nicht vollständig folgen zu können.

Herzliche Grüße,
Matthias Hilse
KlausS98
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Re: Bordeaux 2025

Beitrag von KlausS98 »

Marc spricht deutsch und könnte das mit den demis evtl. aufklären

MARC LINDNER
CHARGÉ D’OENOTOURISME & DÉVELOPPEMENT COMMERCIAL
WINE TOURISM & BUSINESS DEVELOPMENT OFFICER

Chateau Tronquoy <chateau@tronquoy-lalande.com>
Zaccetti
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Re: Bordeaux 2025

Beitrag von Zaccetti »

Max Gerstl und Pirmin Bilger sind soeben aus Bordeaux zurückgekommen und haben dort für Sie rund 600 verschiedene Weine probiert. Sie schwärmen über 2025: «Was wir über 2025 erfahren haben, stellt alles bisher Erlebte bei weitem in den Schatten. Die Berichte sind geradezu euphorisch. Und das auch von Leuten, die früher eher zurückhaltend waren. Es ist die Rede von einer neuen Dimension Wein.» 2025 ist quasi die Vereinigung aller grossen Jahrgänge. Oder gemäss dem grossen Philosophen Aristoteles (4. Jh. v. Chr.): «Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Einzelteile.»
Ja übertreibt :roll:
Zum Glück gibs noch Jane Anson, AvV und co.
TroisLacs
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Re: Bordeaux 2025

Beitrag von TroisLacs »

Zaccetti hat geschrieben: Di 28. Apr 2026, 10:38
Max Gerstl und Pirmin Bilger sind soeben aus Bordeaux zurückgekommen und haben dort für Sie rund 600 verschiedene Weine probiert. Sie schwärmen über 2025: «Was wir über 2025 erfahren haben, stellt alles bisher Erlebte bei weitem in den Schatten. Die Berichte sind geradezu euphorisch. Und das auch von Leuten, die früher eher zurückhaltend waren. Es ist die Rede von einer neuen Dimension Wein.» 2025 ist quasi die Vereinigung aller grossen Jahrgänge. Oder gemäss dem grossen Philosophen Aristoteles (4. Jh. v. Chr.): «Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Einzelteile.»
Ja übertreibt
ich finde Gerstls Angebot wirklich top und es klappt auch immer, aber diese Superlativen immer. Ich freue mich schon auf "der beste xy den ich kenne", "einer der besten, aber sicher der raffinierteste xy den ich kenne", "noch besser als 2022" ... :lol:
Gruss, Sascha

„Riesling geht immer“!
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Re: Bordeaux 2025

Beitrag von Kle »

TroisLacs hat geschrieben: Di 28. Apr 2026, 11:45
Zaccetti hat geschrieben: Di 28. Apr 2026, 10:38
Max Gerstl und Pirmin Bilger sind soeben aus Bordeaux zurückgekommen und haben dort für Sie rund 600 verschiedene Weine probiert. Sie schwärmen über 2025: «Was wir über 2025 erfahren haben, stellt alles bisher Erlebte bei weitem in den Schatten. Die Berichte sind geradezu euphorisch. Und das auch von Leuten, die früher eher zurückhaltend waren. Es ist die Rede von einer neuen Dimension Wein.» 2025 ist quasi die Vereinigung aller grossen Jahrgänge. Oder gemäss dem grossen Philosophen Aristoteles (4. Jh. v. Chr.): «Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Einzelteile.»
Ja übertreibt
ich finde Gerstls Angebot wirklich top und es klappt auch immer, aber diese Superlativen immer. Ich freue mich schon auf "der beste xy den ich kenne", "einer der besten, aber sicher der raffinierteste xy den ich kenne", "noch besser als 2022" ... :lol:
Noch lässt sich vielleicht sagen, 100 Punkte von einst sind 94 von heute. Irgendwann reicht die Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen vielleicht nicht mehr aus, die beständigen Qualitätsverbesserungen sensorisch mitzugehen. Dann müssen wir 110 Punkte einfach glauben.
Segla
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Re: Bordeaux 2025

Beitrag von Segla »

"Um ganz ehrlich zu sein sind meines Erachtens 2016 und noch mehr 2021 die beiden einzigen Jahrgänge, die die glatten 100 Punkte wirklich verdienen. "
Original Zitat (Sassica) von Herrn Lobenberg nachdem er etlichen anderen Jahrgängen ebenfalls 100 Punkte umgehängt hatte. Frei nach Donald T., was interessiert mich der Mist, den ich gestern verzapft habe ... :|
Ollie
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Re: Bordeaux 2025

Beitrag von Ollie »

Interessante Diskussion. :mrgreen:

Seit mehreren Tagen ringe ich mir mir und meinen Punkten, denn in meinem Selbstverständnis bin ich ein sehr konservativer Verkoster, der sich nur schwer von einem Wein beeindrucken lässt und auf dem Standpunkt steht, daß es den "perfekten Wein" sowieso nicht gibt. Denn ein Wein kann immer länger und komplexer, ohne an Harmonie (Balance) einzubüßen. Intensiver geht zwar auch, aber in dieser Dimension wird sehr schnell die Harmonie ein Problem - einfach nur alles auf 11 zu drehen, ist auch keine Lösung.

Bevor ich also meine Wertungen hier einstelle, lasse ich euch an meinen Innensichten teilhaben, soweit ich sie bereits sortiert habe. Was mir zugegebenermaßen nicht leicht fällt, denn, wie schon geschrieben: Zu viele Konzepte, entlang derer ich normalerweise argumentiere, sind in den letzten zwei Wochen an ihre Grenzen gestoßen. Wenn man in einer bestimmten Situation eine Sinneserfahrung hat, ist diese Erfahrung noch nicht einmal die gleiche für eine Person, die danebenstand und dieselbe Situation erlebt hat. Wie soll jemand, der nicht mal in selben Land war, dieselbe (oder auch nur ein für einen sinnvollen Austausch hinreichend ähnliche) Erfahrung haben? Wie teilt man sich einer anderen Person mit? Worte? Punkte? Und selbst wenn es mir gelänge - wie relevant wäre die nachvollzogene Erfahrung für den anderen Menschen?

Lasst mich das an einem Weinbeispiel illustrieren: Pichon Comtesse. Der Wein ist echt super, knapp hinter meinen (einigen...) 100-Punktern. Ist es relevant, ob ich der Comtesse nun 97 der 99 gebe? Für jemanden, dem der Stil zusagt, ist das Top-Pauillac. In mir selbst hat die Comtesse bei aller (extrem hohen) Qualität nie etwas ausgelöst (tatsächlich finde ich sie etwas sehr "mehrheitsfähig"; sogar der Falstaff euphemisiert den unbedingten Willen Roederers, den Wein zu verkaufen, mit "verführerischer Stil"). Auch nicht bei Léoville Las Cases oder Cos d'Estournel. Fantastische Weine, aber bei Brane Cantenac habe ich Gänsehaut bekommen, bei Gruad Larose bin ich still geworden, und bei Têrtre Rôtebœuf stand mir der Mund offen.

Nächstes Beispiel: Les Carmes Haut Brion. Der ist wirklich verdammt gut, wahrscheinlich der beste Pessac des Jahrgang und ziemlich sicher der beste, der die Worte Haut Brion im Namen trägt - was weniger liegt als an der singulären Qualität von LCHB liegt als vielmehr daran, daß ich Larrivet Haut Brion nicht im Glas hatte und La Mission Haut Brion und Haut Brion abgrundtief enttäuschend waren. Aber LCHB auf einem Level mit Figeac, einem meiner 100er und ein unglaublicher Wein? Jein. Denn im Gegensatz zu Figeac passiert nichts in mir. Klar bin ich beeindruckt, ich würde sogar plausibel finden, wenn 2025 LCHB best ever wäre. Aber 100 Punkte? Geben wir ihm 98. Oder 99. Oder doch 100, weil ja das Konzept von Objektivität irgendwie doch noch im Hinterkopf wohnt und immer noch keine Miete zahlt? Oder 96-98, um meine rebellische Ader zu befriedigen? Hülfe!

Ach, was soll's. Ich habe keinen Ruf zu verlieren und keinen Umsatz zu gewinnen (oder umgekehrt). Ich mache das hier für mich, nicht für irgendjemand Anderen. So sehr, daß ich mir ernsthaft überlege, ob ich überhaupt meine Wertungen einzustellen sollte. Aber erstens bin ich eitel genug :mrgreen: , und zweitens ist es vielleicht etwas lehrreich zu sehen, wie schnell der hedonistisch veranlagte Konsument an so etwas wie en-primeur-Verkostungen zerschellt. :lol:

Eine Sache möchte ich gerne noch abräumen:
Kle hat geschrieben: Di 28. Apr 2026, 12:06 Noch lässt sich vielleicht sagen, 100 Punkte von einst sind 94 von heute. Irgendwann reicht die Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen vielleicht nicht mehr aus, die beständigen Qualitätsverbesserungen sensorisch mitzugehen. Dann müssen wir 110 Punkte einfach glauben.
Jenseits der offenkundigen Beschränkungen, die Bepunktung auf einer geschlossenen Skala nun mal hat, ist der Denkansatz, 94 von einst seien 100 von heute, IMO unrichtig. Viele Weine haben in den letzten 20 Jahren einen unglaublichen Sprung nach vorne gemacht, nicht nur, aber halt auch im Bordelais - und dort insbesondere in der Spitze, wo Verbesserungen sich nicht so sehr in Steigerung der Qualität als vielmehr in Steigerung der Konsistenz niederschlagen: In jedem Jahrgang wird das aktuell Optimale herausgeholt. Natürlich gibt es Jahrgangsunterschiede, aber bei den absoluten Spitzenweine ist das eine Frage der Charakteristik, nicht eine der Qualität.

Schaut euch an, was geschrieben wird, und entscheidet euch dann, ob der Jahrgang etwas für euch sein könnte. (Hinweis: Die Charakterisierung von Jeff Leve ("creamy") teile ich ausdrücklich nicht. Die Weine haben nach meinem Geschmack Dichte und Schmelz, aber nur ganz, ganz vereinzelt sind die Weine sämig-cremig.) Und dann subst nur Erzeuger, deren Weine ihr kennt. Der Grund für dieses defensive Vorgehen ist die extreme Ausdifferenzierung stilitischer Unterschiede zwischen den Châteaux - die Weine sind wirklich grob verschieden voneinander. Wem Léoville Barton nie richtig gefällt, wird auch mit 2025 unglücklich werden. Wer den Erzeuger aber mag, bekommt 2025 einen superben Wein ins Glas - natürlich ganz anders als 2022 und auch wirklich anders als alles bisher Dagewesene (stilistisch, nicht qualitativ - hier setzt die zitierte Händlerlyrik ein, die man getrost verwerfen kann).

Ach so, noch etwas zu 2023: Den Jahrgang gab's stellenweise als livrables auch zu verkosten. Ganz anders als 2025 und damit ein bißchen q.e.d. im obigen Sinne.

Wird fortgesetzt.

Cheers,
Ollie
Yeah, well, you know, that’s just like, uh, your opinion, man.

Parfois, quand c'est trop minéral, on s'emmerde.

"Souvent, l'élégance, c'est le refuge des faibles." (Florence Cathiard)
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