So meinte ich den Begriff eher nicht. Eigensinnig, aber akkurat und diszipliniert. Besonders in der Nase und zu Beginn assoziiere ich häufiger klassische Champagner. Später gehen sie oft „engagiert" ungewohnte Wege.
Gruß, Kle
So meinte ich den Begriff eher nicht. Eigensinnig, aber akkurat und diszipliniert. Besonders in der Nase und zu Beginn assoziiere ich häufiger klassische Champagner. Später gehen sie oft „engagiert" ungewohnte Wege.
Maximal zu dritt. Da muss man sich (nicht zu schnell) reintrinken. Und Zeit geben, da wird im Glas noch viel passieren. Und auch bloss nicht zu kalt servieren und in einem nicht zu kleinen Glas.Zaccetti hat geschrieben: ↑Mo 23. Mär 2026, 16:56 Liebe Forumsgemeinde,
Es hat sich unverhoft ein Krug 2008 in meinen Keller geschlichen und ich bin bisschen überfordert. Es ist die mit Abstand teuerste Flasche (meine Bordeaux können da nicht mithalten) und ich bin ratlos ob der schon Trinkbar ist, wenn ja, zu was geniesst man so einen?
Macht es Sinn diesen in einer Bordeauxfreunde Gruppe als Einstieg in einen Verkostungsabend zu starten oder soll er als solist den Abend begleiten?
Vieleicht könnt ihr mir ja zwei drei Tipps geben, danke euch,
LG
Und ich würde anmerken wollen, daß zumindest die 164, bei der im Glas enorm was passiert, zu fast Allem geht. Ich habe noch nie einen Wein erlebt, der soviel "Drehmoment auf Abruf" hatte, daß er vom fröhlichen Vernissage-Wein zum Wagyu-Wrangler alle Rollen bedienen konnte. Ein enormer Wein. (Den 2008er kenn ich leider nicht.)


…es war für alle teils ziemlich verblüffend und seither lese ich Angaben zur Hefelagerung mit anderen Augen. Warum schmeckten 20 Monate bei Lassaigne stringenter und schlanker als 8 Monate, die aromatisch fülliger, aufgeladener, geradezu wie gereifter erschienen? Da erinnerte ich mich an einen Satz hier im Forum über Hefewirkung in Champagner, die zum einen mehr Aromatik aus dem Material herauskitzele, es zum anderen auf Dauer auszehre. Auch wenn hier die Hefe dafür zu kurz wirkte, stellte ich mir einen zunehmend disziplinierenden Effekt vor…Ole hat geschrieben: ↑Mo 27. Apr 2026, 19:21 Neulich hieß es Des sœurs inégales. Da ging es um jeweils zwei nahezu identische Grundweine, die sich lediglich in einem wichtigen Punkt unterscheiden.
1. Jacques Lassaigne
a) 2012 Soprano
Ch, fûts, 8 mois sur lattes, T 5/13, dégor. 02/18, 0g
b) 2012 Alto
Ch, fûts, 20 mois sur lattes, T 5/14, dégor. 02/19, 0g
Beide glänzten golden im Glas und zeigten eine feine Perlage; in die Nase strömten Apfelnoten; Apfeliges war auch am Gaumen zu spüren, gepaart mit eleganter Säure. a) allerdings gab sich deutlich fruchtiger, opulenter, dagegen war b) zurückhaltender, klarer, geradliniger mit einem charmanten Hauch von Sherry.
2. Clément et fils
a) 2019 Les Cornambeaux
Ch, 65 Jahre alte Reben, fûts, spontan vergoren, 43 Monate auf der Hefe; dégor. 19. 12. 2023, bts 222, dizygote ‚capsule‘, 1g
b) 2019 Les Cornambeaux
Ch, 65 Jahre alte Reben, fûts, spontan vergoren, 43 Monate auf der Hefe; dégor. 19. 12. 2023, bts 222, dizygote ‚sous liège‘, 1g
Beide wirkten, obwohl äußerst schwach dosiert, erstaunlich süß, leicht parfümig, wobei a) eher schlank, elegant daherkam, b) dagegen voller, runder wirkte.
3. Clandestin
a) Les Semblables ‚Boréal’
Pn 2019; Nordexposition; bio, spontan vergoren; dégor. 2. 10. 2021, 0g
b) Les Semblables ‚Austral’
Pn 2019; Südexposition; bio, spontan vergoren;dégor. 2. 10. 2021, 0g
Die beiden warteten mit recht zarter Perlage auf und einer Nase nach Tannennadeln; a) war schlank, eher zart und gerade, b) erschien wenig, runder, voller, intensiver.
Nach der Papierform erwartete man bei den Paarungen lediglich minimale Unterschiede, im Glas waren die allerdings erstaunlich markant.
Ole