Heute brauchte ich schnell irgendwas Vorgekühltes. Nach kurzem Blick in den Weinkühlschrank griff ich zum
Holger Koch, Chardonnay *** 2023
Ich war ein wenig verblüfft, den dort vorzufinden. Vermutlich war es die "Opferflasche zur Arrivage", und es kam irgendetwas dazwischen. Gut, daß er heute da war.
Mein erster Impuls beim Schnuppern: Oh nein, Reduktion - jetzt nicht auch noch Holger Koch! Irgendwie scheint der Marktdruck nicht unerheblich zu sein. Glücklicherweise ist sie hier aber maßvoll, so daß sie mich nicht weiter stört. Großartig Frucht ist trotzdem keine in der Nase; ein wenig Steinfrucht in weiß und gelb. Am Gaumen ist der Wein fruchtmäßig unterwältigend und wirkt dadurch ein wenig latschert, trotz unauffällig schöner Säure.
Guter Wein, aber ich meine mich zu erinnern, daß Holger Koch das schon deutlich besser hinbekam - auch jenseits meiner Reduktionsaversion.
Weingut Holger Koch
-
amateur des vins
- Beiträge: 5158
- Registriert: Sa 10. Mär 2012, 21:47
- Wohnort: Berlin
Re: Weingut Holger Koch
Besten Gruß, Karsten
-
amateur des vins
- Beiträge: 5158
- Registriert: Sa 10. Mär 2012, 21:47
- Wohnort: Berlin
Re: Weingut Holger Koch
Mme kam mit dem Goisot nicht klar. Spontan aufgezogene Alternative:
Holger Koch, Chardonnay *** 2020
Hmm, ziemlich dunkel: eher hellbernsteinfarben als sattgolden.
In der Nase deutlich gereift, aber (noch) ohne Sherrynoten: deutliche Orangen- und Kräuternote.
Am Gaumen ist das auch schon recht weit, aber noch völlig ok: Aromatik wie in der Nase, mit angenehm frischer Säure.
Hmm... Die Quote weitentwickelter Holger-Koch-Weine ist bei mir in letzter Zeit ziemlich hoch. Andere, gleichgelagerten Weine halten da besser (der Goisot war gerade ein Paradebeispiel!). Muß das mal beobachten, aber derzeit schlägt das Pendel bei HK bei mir Richtung "eher bald trinken" aus...
Holger Koch, Chardonnay *** 2020
Hmm, ziemlich dunkel: eher hellbernsteinfarben als sattgolden.
In der Nase deutlich gereift, aber (noch) ohne Sherrynoten: deutliche Orangen- und Kräuternote.
Am Gaumen ist das auch schon recht weit, aber noch völlig ok: Aromatik wie in der Nase, mit angenehm frischer Säure.
Hmm... Die Quote weitentwickelter Holger-Koch-Weine ist bei mir in letzter Zeit ziemlich hoch. Andere, gleichgelagerten Weine halten da besser (der Goisot war gerade ein Paradebeispiel!). Muß das mal beobachten, aber derzeit schlägt das Pendel bei HK bei mir Richtung "eher bald trinken" aus...
Besten Gruß, Karsten
Re: Weingut Holger Koch
Gefällt mir gerade richtig gut:
Holger Koch Pinot Noir S 2013
Im ersten Moment steht die Säure im Vordergrund und ich dachte schon, dass ich diesen Wein zu lange gelagert hätte – doch nach 10 Minuten sieht alles anders aus. Die Nase ist nicht sonderlich intensiv, aber sehr schön mit kandierter Kirsche, Lakritze und etwas Teer. Im Mund mittelgewichtig, guter Druck, schöne Balance, rote Kirschfrucht, etwas rote Johannisbeere, Wald, sehr fein ausdifferenziert, tolle Länge mit etwas Lakritz im Rückaroma und keine Angst, dass der Wein in den nächsten 3-5 Jahren auseinanderfällt. Würde blind m.E. auch die meisten guten Bourgogne rouge schlagen und wildert für mich im Villagebereich. Toller Wein mit außerordentlichem PLV (damals 14,50 Euro).
Holger Koch Pinot Noir S 2013
Im ersten Moment steht die Säure im Vordergrund und ich dachte schon, dass ich diesen Wein zu lange gelagert hätte – doch nach 10 Minuten sieht alles anders aus. Die Nase ist nicht sonderlich intensiv, aber sehr schön mit kandierter Kirsche, Lakritze und etwas Teer. Im Mund mittelgewichtig, guter Druck, schöne Balance, rote Kirschfrucht, etwas rote Johannisbeere, Wald, sehr fein ausdifferenziert, tolle Länge mit etwas Lakritz im Rückaroma und keine Angst, dass der Wein in den nächsten 3-5 Jahren auseinanderfällt. Würde blind m.E. auch die meisten guten Bourgogne rouge schlagen und wildert für mich im Villagebereich. Toller Wein mit außerordentlichem PLV (damals 14,50 Euro).
-
amateur des vins
- Beiträge: 5158
- Registriert: Sa 10. Mär 2012, 21:47
- Wohnort: Berlin
- EThC
- Beiträge: 10632
- Registriert: Fr 27. Feb 2015, 16:17
- Wohnort: ...mal hier, mal dort...
- Kontaktdaten:
Re: Weingut Holger Koch
...Varianz gegenüber was

Viele Grüße
Erich
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.
https://ec1962.wordpress.com/
Erich
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.
https://ec1962.wordpress.com/
-
amateur des vins
- Beiträge: 5158
- Registriert: Sa 10. Mär 2012, 21:47
- Wohnort: Berlin
Re: Weingut Holger Koch
Varianz ist ja nicht gegenüber irgendwas, sondern innerhalb einer Stichprobe. Die Stichprobe ist "Weine von HK". Dachte, der Kontext wäre klar:
...und jetzt schreibt Créot von einem 13er und gibt ihm nochmal 3-5 oder mehr Jahre. Das paßt nicht zu meinen Beobachtungen, und ich frage mich, woran das liegt.amateur des vins hat geschrieben: ↑Di 21. Apr 2026, 21:46 Die Quote weitentwickelter Holger-Koch-Weine ist bei mir in letzter Zeit ziemlich hoch.
Besten Gruß, Karsten
Re: Weingut Holger Koch
Moin Karsten,
ich glaube es sind weniger Flaschenvarianzen (vielleicht auch ein bisschen, aber nicht entscheidend), als unser total verschiedener Geschmack, wann ein Wein am leckersten ist. Mir fällt das immer auf, wenn du über Joblot schreibst. Den trinke ich auch sehr regelmäßig, aber wenn du sagst: hinüber - dann fange ich langsam an. Ich trinke da immer noch mit viel Genuss die 2009er in rot. Bis 2013 oder 2024 würde ich auch mal was aufmachen, aber nichts jüngeres (gerade die Joblots nicht, weil die für mich erst etwas Fett verlieren müssen). Oder letztens hast du glaube ich etwas zu Goisot gepostet: auch diederen Lagenchardonnays trinke ich gerne mit 10-12 Jahren. Kurz: ich sehe immer wieder, dass wir eine Vorliebe für einige Winzer teilen, aber uns selten über den besten Zeitpunkt zum Korkenzieher einig wären.
Grüße
Stefan
ich glaube es sind weniger Flaschenvarianzen (vielleicht auch ein bisschen, aber nicht entscheidend), als unser total verschiedener Geschmack, wann ein Wein am leckersten ist. Mir fällt das immer auf, wenn du über Joblot schreibst. Den trinke ich auch sehr regelmäßig, aber wenn du sagst: hinüber - dann fange ich langsam an. Ich trinke da immer noch mit viel Genuss die 2009er in rot. Bis 2013 oder 2024 würde ich auch mal was aufmachen, aber nichts jüngeres (gerade die Joblots nicht, weil die für mich erst etwas Fett verlieren müssen). Oder letztens hast du glaube ich etwas zu Goisot gepostet: auch diederen Lagenchardonnays trinke ich gerne mit 10-12 Jahren. Kurz: ich sehe immer wieder, dass wir eine Vorliebe für einige Winzer teilen, aber uns selten über den besten Zeitpunkt zum Korkenzieher einig wären.
Grüße
Stefan
Re: Weingut Holger Koch
Das erklärt auch, weshalb du die Weine noch für mehrere Jahre auf diesem Niveau siehst:
https://youtu.be/GGWwiqbBZzM?si=ogeaG0G_7wiwM3Hx&t=19
Vielleicht sind die Unterschiede aber auch im Keller begründet, und die Weine reifen langsamer und harmonischer?
Cheers,
Ollie
Yeah, well, you know, that’s just like, uh, your opinion, man.
Parfois, quand c'est trop minéral, on s'emmerde.
"Souvent, l'élégance, c'est le refuge des faibles." (Florence Cathiard)
Parfois, quand c'est trop minéral, on s'emmerde.
"Souvent, l'élégance, c'est le refuge des faibles." (Florence Cathiard)
-
amateur des vins
- Beiträge: 5158
- Registriert: Sa 10. Mär 2012, 21:47
- Wohnort: Berlin
Re: Weingut Holger Koch
Moin Stefan,
...mit der Ergänzung oder Einschränkung, daß ich von "hinüber" eigentlich nur dann schreibe, wenn ein Wein deutliche(!) Oxidationsnoten zeigt. Würde mich wundern, wenn Dein Optimum für alle Weine die Große Sherrykonvergenz wäre.
Die Jahreszahl ist mir herzlich egal, wenn's für den Wein zulange war. Aber stimmt schon, ich bin eher Mittelalttrinker und sicher kein ausgewiesener Altweinfan; habe ich ja auch oft genug so geschrieben.
Ja, vielleicht ist es so "einfach".Créot hat geschrieben: ↑Mo 27. Apr 2026, 11:25 ich glaube es sind weniger Flaschenvarianzen (vielleicht auch ein bisschen, aber nicht entscheidend), als unser total verschiedener Geschmack, wann ein Wein am leckersten ist. Mir fällt das immer auf, wenn du über Joblot schreibst. Den trinke ich auch sehr regelmäßig, aber wenn du sagst: hinüber - dann fange ich langsam an. Ich trinke da immer noch mit viel Genuss die 2009er in rot. Bis 2013 oder 2024 würde ich auch mal was aufmachen, aber nichts jüngeres (gerade die Joblots nicht, weil die für mich erst etwas Fett verlieren müssen). Oder letztens hast du glaube ich etwas zu Goisot gepostet: auch diederen Lagenchardonnays trinke ich gerne mit 10-12 Jahren. Kurz: ich sehe immer wieder, dass wir eine Vorliebe für einige Winzer teilen, aber uns selten über den besten Zeitpunkt zum Korkenzieher einig wären.
...mit der Ergänzung oder Einschränkung, daß ich von "hinüber" eigentlich nur dann schreibe, wenn ein Wein deutliche(!) Oxidationsnoten zeigt. Würde mich wundern, wenn Dein Optimum für alle Weine die Große Sherrykonvergenz wäre.
Besten Gruß, Karsten
Re: Weingut Holger Koch
amateur des vins hat geschrieben: ↑Mo 27. Apr 2026, 11:54 Moin Stefan,
Ja, vielleicht ist es so "einfach".
...mit der Ergänzung oder Einschränkung, daß ich von "hinüber" eigentlich nur dann schreibe, wenn ein Wein deutliche(!) Oxidationsnoten zeigt. Würde mich wundern, wenn Dein Optimum für alle Weine die Große Sherrykonvergenz wäre.Die Jahreszahl ist mir herzlich egal, wenn's für den Wein zulange war. Aber stimmt schon, ich bin eher Mittelalttrinker und sicher kein ausgewiesener Altweinfan; habe ich ja auch oft genug so geschrieben.