Bordeaux 2023

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
KlausS98
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Re: Bordeaux 2023

Beitrag von KlausS98 »

Hat hier schon jemand seine 23er Subskriptionen von Hawesko bekommen?
TroisLacs
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Re: Bordeaux 2023

Beitrag von TroisLacs »

Gerstl liefert in der Schweiz ab 27.4. aus.
Gruss, Sascha

„Riesling geht immer“!
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Jochen R.
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Re: Bordeaux 2023

Beitrag von Jochen R. »

Tronquoy 2023:
Tief dunkel, Aufhellungen am Rand. Florale Noten, Kräuter, Cassis und Kirschen. Im Hintergrund Eucalyptus und eine Prise Tabak.
Schlank bis mittelgewichtig, wunderbare – leicht cremige – Frucht, v. a. Cassis, auch Brombeeren, eine dezent laktische Note, schöne Säure & Adstringenz, Trinkfluss, extrem lecker, mittellanger Abgang.

Ja, ja, "der kleine Montrose" - was für ein Schmarn. Dieser 2023 ist wirklich toll, saulecker und (für meinen Geschmack) der beste Tronqouy den ich bisher im Glas hatte (sehe ich übrigens auch kürzlich getrunkenen Clos Louie so, vielleicht 90 P.) . Aber das nur annähernd mit dem Original in Verbindung zu bringen ist schon realitätsfremd.

Viele Grüße,
Jochen
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pessac-léognan
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Re: Bordeaux 2023

Beitrag von pessac-léognan »

Der eine Schweizer Händler (Vinum bzw. primeurs) hat mir heute die Subskriptionsweine ausgeliefert, darunter auch den "kleinen Montrose", wie Jochen den Tronquoy ironisch genannt hat, und den richtigen Montrose (mit dem erhöhten Cabernetanteil). Die Ironie verstehe ich übrigens gut, wenn auf CT zu lesen ist, man müsse Montrose doch gar nicht mehr kaufen (zu dem Preis, der aber wahrscheinlich vergleichsweise zu anderen Weinen seines Kalibers gar nicht übertrieben hoch ist), wenn Tr fast dieselbe Qualität quasi zum Schnäppchenpreis liefere - was sich wohl als Krämer- und Banausenurteil herausstellen dürfte.
Nun, die Weine liegen jetzt vorerst im Keller, um zur Ruhe zu kommen, dafür musste die dritte bei Gerstl bestellte Testflasche ran (Gerstl liefert offenbar die Sub-Weine später aus):

Château Batailley Pauillac GCC 2023 (13.5% ABV)
Die 79% CS (gemäß JL) machen den tiefdunklen Wein außerordentlich würzig und (jung-)trinkig. Ungemein schwarzbeerig (Cassis, Brombeere) mit ebenso schwarzer Kirsche, frisch geschnittenem Tabak, Zedernholz und einem Hauch Wacholder - und ein ganzer Blumenstrauß und gegen den langen Abgang hin wieder die beerige Frucht mit etwas Graphit. Aufrauhende, aber feine Tannine und momentan (noch) kaum merkbare (nach 3 Stunden in der offenen Flasche jedoch deutlich prominentere) Säure geben ein Versprechen für die Zukunft des Weines ab. Ein die verschiedenen Aromenanteile fein auffächernder Powerwein (scheinbares Paradox), und für mich spontan der klar beste der drei bisher genossenen 23er. Aus meiner Sicht sind JL's 94 und beinahe auch AvV's 95 annähernd gerechtfertigt - Genusspunkte für einen so jungen Wein. Auf jeden Fall sehr gute QPR.
Bin froh, eine Kiste subskribiert zu haben, und überlege mir einen Zukauf.
Zuletzt geändert von pessac-léognan am Fr 24. Apr 2026, 18:05, insgesamt 2-mal geändert.
KlausS98
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Re: Bordeaux 2023

Beitrag von KlausS98 »

KlausS98 hat geschrieben: Mi 15. Apr 2026, 14:03 Hat hier schon jemand seine 23er Subskriptionen von Hawesko bekommen?
Heute kam eine Mail und es rollt an ….
Burghi
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Re: Bordeaux 2023

Beitrag von Burghi »

Lobenberg liefert nach Nachfrage auch schon aus 😊
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Jochen R.
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Re: Bordeaux 2023

Beitrag von Jochen R. »

Hallo Jean,
danke für´s Feedback und die Notiz zum Batailley - den finde ich auch super gelungen!

Nach wirklich einigen tollen 2023ern in den letzten Wochen, muss ich (für meinen Geschmack!) nach Labegorce zum Entrecote mal wieder auf die Euphoriebremse treten. Vielleicht auch gut so, denn der Keller ist eh voll.
Das ist zweifellos nicht nicht schlecht - bei einer Party würde ich mich freuen so einen "gehoben trinkig/leckeren Zechwein" vorgesetzt zu bekommen :mrgreen: , aber für den Preis ist das doch schon arg einfach gestrickt.

Viele Grüße,
Jochen
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UlliB
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Re: Bordeaux 2023

Beitrag von UlliB »

Tertre Blanc 2023 (Vin de France) 13%Vol. Der Weißwein von Chateau du Tertre (Margaux). Normalerweise ist weißer Bordeaux eine Cuvée aus Sauvignon blanc und Sémillon, gelegentlich auch Sauvignon blanc oder (seltener) Sémillon reinsortig, mitunter wird auch ein geringer Anteil Muscadelle verwendet. Dieser hier ist ganz anders, eine ziemlich skurrile Cuvée aus Gros Manseng, Chardonnay, Sauvignon blanc und Viognier. Über das Rebsortenverhältnis im 23er habe ich nichts gefunden, im 24er ist es in der genannten Reihenfolge 23:30:33:14 Prozent. Das wird beim 23er wohl ähnlich sein.

Sehr helles Grüngelb. Der allererste Naseneindruck ist verblüffend: Riesling? Aber das gibt sich schnell, auch wenn am Gaumen die wirklich knackige Säure ebenfalls an Riesling denken lässt. Mit etwas Luft dominiert aromatisch klar der Sauvignon blanc, auch der Viognier macht sich mit Noten von Orangenblüte und -frucht bemerkbar. Vom Chardonnay merke ich nichts, und bei Gros Manseng weiß ich schlicht nicht, welchen Beitrag ich von dem erwarten sollte (ich kann mich nicht daran erinnern, schon mal einen reinsortig im Glas gehabt zu haben). Etwas Neuholz ist da auch, aber nur wenig. Das Ganze ist sehr frisch, wirkt trotz 13% schlank, etwas Gerbstoff, ganz leicht nachbitternd. Ein Sommerwein, mit dem allerdings säureempfindliche Trinker ihre Probleme haben dürften. Ungewöhnlich, was wohl auch so sein soll.

Gruß
Ulli
TOM
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Re: Bordeaux 2023

Beitrag von TOM »

KlausS98 hat geschrieben: Mi 15. Apr 2026, 14:03 Hat hier schon jemand seine 23er Subskriptionen von Hawesko bekommen?
Letzte Woche kamen bei mir die ersten Flaschen an!
Man muss immer etwas haben, worauf man sich freut. (Eduard Mörike)
TOM
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Re: Bordeaux 2023

Beitrag von TOM »

Nachdem letzte Woche die ersten 2023er Bordeaux aus meiner Subskription eingetroffen sind, konnte ich nicht widerstehen. Rein im Dienste der Wissenschaft habe ich am Wochenende die ersten Weine probiert – hier sind meine persönlichen Eindrücke für euch.

Château d’Aiguilhe
Duft nach Schokolade, Zedernholz etwas Herzkirsche. Im Mund saftig, gut eingebundene Tannine, Cassis, Kreide. Schöner langer Nachhall mit Kreide, Cassis, Minze, Vogelkirsche, Cranberrys, dunkler Schokolade. Elegant, saftig, gut strukturiert, wirklich schön.

Dachte mir: Wenn alle 2023er so sind, dann wird das ein schönes Jahr. Leider erhielt meine Euphorie kurz darauf einen Dämpfer.

Château Laroque
Dunkles Kirschrot, schöne Kirchenfenster am Glas. Im Duft verhalten, Kirsche, Gewürznelke. Im Mund Veilchen, Graphit. Im Abgang deutliche Tannine, Graphit, unreife Schlehe, etwas Schokolade, Minze und Lavendel zum Ausklang. – Das war Babymord. Der Wein braucht noch Zeit... Habe ihn daher weggestellt für den Folgetag, um ihm Luft zum Atmen zu geben.
Am Folgetag: Im Duft war nun Kirsche und Marzipan zu erkennen. Im Mund weiterhin trockene Tannine, leichter Bitterton wie unreife Vogelkirsche, Kreide. Im Nachhall wieder die unreife klebrige Schlehe, Minze. Aber nach hinten heraus dann doch noch etwas Schwarzkirsche und Blutorange.
Der Wein hat sicherlich Potenzial, ist aber momentan einfach noch zu jung... Werde mich wohl gedulden müssen.

Nach dem eher verhaltenen Ergebnis mit dem Laroque und dem überraschend starken d’Aiguilhe, suchte ich den Vergleich mit einen kleineren Wein aus der Castillion-Nachbarschaft und zog Dalem aus dem Fronsac auf, den ich als fruchtbetonten, samtigen Wein kenne. Aber auch der konnte mich zurzeit noch nicht überzeugen.

Château Dalem
Röstnoten in der Nase. Im Mund etwas Brombeere, Kreide, Graphit. Im Nachhall Rauch, trockene Tannine, etwas Schwarzkirsche, etwas Lakritz. Leider ist auch der Wein ist noch viel zu jung...
Am Folgetag dann deutlich offener, Kirschduft, Orangenfrucht, Lorbeerblatt. Im Mund Lorbeer, Blutorange, trockene Tannine, etwas Kirsche. In Nachhall Blutorange, Schlehe, Minze, Oregano. Deutlich besser als am ersten Tag, aber noch immer verschlossen. Auch diese fruchtige Samtigkeit, die ich bei Dalem ansonsten schätze, konnte ich nicht finden.

Mein Fazit: Eine tolle Überraschung und zweimal klassischer Babymord. Da war ich wohl schlicht zu ungeduldig. Einige 2023er brauchen offensichtlich noch Zeit – ich bin gespannt, wie sie sich bis zum Herbst präsentieren.
Man muss immer etwas haben, worauf man sich freut. (Eduard Mörike)
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