Ausbau von Rotwein im Glasballon nach BSA

Was Sie schon immer über Wein wissen wollten, aber nie zu fragen wagten
Antworten
Lars Dragl
Beiträge: 803
Registriert: Mo 3. Okt 2016, 23:24

Ausbau von Rotwein im Glasballon nach BSA

Beitrag von Lars Dragl »

Hallo!

Meine ersten 15l Rotwein liegen in drei 5l Ballons und haben seit einigen Wochen den BSA hinter sich. Das Lesegut war nicht so dolle, aber wir haben alles von Hand abgebeert und sauber gearbeitet. Nach der Gärung mit einer Rotweinhefe in geschlossenen Glasbehältern wurde abgepresst und der BSA mit Oenococcus oeni eingeleitet. Seitdem habe ich den Wein nur noch in den Keller gestellt. Alle drei Ballons sind bisher fehlerfrei.

Hat von euch jemand eine Ahnung, wann ich schwefeln und abfüllen sollte? Ich will den Wein eigentlich nicht noch einmal umziehen.

Herzliche Grüße

Lars
Benutzeravatar
baboon
Beiträge: 72
Registriert: Sa 11. Okt 2014, 19:18
Wohnort: Aschaffenburg

Re: Ausbau von Rotwein im Glasballon nach BSA

Beitrag von baboon »

Hallo und ein frohes Neues!
Bei Rotwein bin ich leider unbeleckt, mein Weißwein wird aber aller Voraussicht nach gegen Ende Februar füllfertig eingestellt und dann auch gefüllt. Bis dahin liegt er jetzt noch im Edelstahl.
Da die BSA schon durch ist und du ja nicht im Holz ausbaust, würde ich vermuten, dass das ggf. auch eine ganz gute Richtung für die Füllung deines Roten sein könnte.
VG
Fabian
Lars Dragl
Beiträge: 803
Registriert: Mo 3. Okt 2016, 23:24

Re: Ausbau von Rotwein im Glasballon nach BSA

Beitrag von Lars Dragl »

Hallo!

Für jene, die es interessiert: Den Wein habe ich Mitte Januar nach etwa 3 Monaten von der Feinhefe geholt und dabei leicht geschwefelt. Es war ordentlich Sediment am Boden der Glasgefäße, aber der Geruch und Geschmack waren fehlerfrei. Nach einer weitern Schwefelgabe habe ich den Wein nun einen Tag vor der Füllung auf die Terrasse gestellt und dort dann kalt abgefüllt. Eine Flaschen wurde nur halb voll und wird seitdem immer mal wieder probiert. Soweit passt alles und das Ergebnis ist für den ersten Versuch sehr befriedigend.
Falls es dieses Jahr ordentliche Trauben gibt, werde ich mal einen Pied de Cuve Gäransatz ausprobieren und den Wein nach dem zweiten Abstich länger im Ballon lassen.

Herzliche Grüße

Lars
Benutzeravatar
baboon
Beiträge: 72
Registriert: Sa 11. Okt 2014, 19:18
Wohnort: Aschaffenburg

Re: Ausbau von Rotwein im Glasballon nach BSA

Beitrag von baboon »

Hi Lars,

klingt doch ganz gut! Frage: Wie viele Rebstöcke hast du, aus denen du die Weinmenge erzeugt hast?

LG
Fabian
Lars Dragl
Beiträge: 803
Registriert: Mo 3. Okt 2016, 23:24

Re: Ausbau von Rotwein im Glasballon nach BSA

Beitrag von Lars Dragl »

Hallo Fabian!

Ja, ich bin selbst überrascht, dass es beim ersten mal gleich funktioniert hat. Zum Wein machen sind es etwas über 50 und dann noch 6 zum Essen, also Tafeltrauben. Es steht alles überdacht am Spalier an irgendwelchen Mauern. Leider sind die Stöcke zum Wein machen noch recht jung. Das meiste davon habe ich zwischen 2020 und 2022 gepflanzt. Im letzten Jahr hat es leider kurz vor der Lese gehagelt und es war kaum was zu retten.
Ich hoffe mal so rund 30 l erzeugen zu können.
Spannend ist auch der Pflanzenschutz. Cabernet Noir kommt gut mit etwas Schwefel klar, aber der Regent kriegt schnell Peronospora, wenn man nicht das richtige Mittel findet.


Herzliche Grüße
Benutzeravatar
baboon
Beiträge: 72
Registriert: Sa 11. Okt 2014, 19:18
Wohnort: Aschaffenburg

Re: Ausbau von Rotwein im Glasballon nach BSA

Beitrag von baboon »

Hi Lars,

perspektivisch sollten bei 50 Stöcken auch bei ordentlicher Ertragsreduzierung locker 50 Liter drinnen sein. Weniger kann sich je nach Rebsorte dann durchaus auch wieder negativ auf die Weinqualität auswirken, auch wenn das erstmal kontraintuitiv klingt...
Ja der Pflanzenschutz ist so eine Sache. Ich habe auch mal rein mit Schwefel und Kupfer angefangen, das ist aber gerade in feuchten Jahren gerade im Hobbybereich schon echt aufwändig - eben wegen dem falschen Mehltau. Ich habe dann mit Kaliumphosphonat ergänzt, da sich das im Boden nicht anreichert und für mich daher auch aus biologischen Gesichtspunkten anbietet. Problematisch ist dabei natürlich die Beschaffung, da nur mit Pflanzenschutzsachkunde erhältlich.

LG
Fabian
Lars Dragl
Beiträge: 803
Registriert: Mo 3. Okt 2016, 23:24

Re: Ausbau von Rotwein im Glasballon nach BSA

Beitrag von Lars Dragl »

Hallo Fabian!

Meinst du wirklich, dass sich mit Cabernet Noir 1l/Stock realisieren lässt? Die Beeren sind schon wirklich klein und außerdem stehen die Stöcke auf 500 NN in einer kühlen Senke. Andererseits war zu hohe Säure letztes Jahr überhaupt kein Problem. Mal sehen.

Beim Pflanzenschutz sind wir uns ganz offensichtlich einig, obwohl ich zusätzlich noch Pottasche und Ackerschachtelhalm verwende. Der Sachkundenachweis ist bei mir kein Problem, aber die Gebäude gehören offiziell zum Dorf, auch wenn sie etwas außerhalb stehen, und da darf ich eben vieles nicht spritzen. Gott sei Dank sind 90 % überdacht, das führt eher zu Problemen mit Oidium, außer eben bei meinen 10 Regent-Stöcken.

Was hast du denn stehen und wie läuft es so?

Herzliche Grüße

Lars
Benutzeravatar
baboon
Beiträge: 72
Registriert: Sa 11. Okt 2014, 19:18
Wohnort: Aschaffenburg

Re: Ausbau von Rotwein im Glasballon nach BSA

Beitrag von baboon »

Hi Lars,

ohne dass ich jetzt deine Anlage kenne oder eigene Erfahrungen mit deiner Rebsorte habe: bei normalen Pflanzabständen und normaler Ertragsreduzierung ist 1 Liter/Stock in einer gesunden Anlage kein Problem.
Du hast ja jetzt noch eine recht junge Anlage und hattest noch einen Hagelschaden und bist ja so schon bei 15 Liter gelandet....

Ich hatte ein kleines Stück mit ca. 200 Stöcken Müller-Thurgau gepachtet, die Pacht aus Zeitgründen aber zu Anfang diesen Jahres zurückgegeben.
Ich bin jetzt sehr gespannt auf das endgültige Ergebnis - der Wein wurde vom ausbauenden Winzer Anfang letzter Woche gefüllt. Nach der Fastenzeit gibt es dann mal die erste Probeflasche. Letztes Jahr lief im Weinberg aber ganz gut. (das Jahr davor war aufgrund Spätfrost ein Totalausfall :( )

LG
Fabian
Antworten

Zurück zu „Allgemeines Weinwissen“