Diverse Winzer

Bernd Schulz
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von Bernd Schulz »

Im Glas befindet sich mein erster 2025er:

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PdP schreibt zu diesem Wein:

"Die Grauburgunderreben wachsen auf von Kalk und Löss dominierten Lagen, Philipp und Sabine lesen ihre Grauburgunder eher früh, das heißt, die Säurewerte sich noch recht hoch, der Alkohol moderat. Man könnte sagen: Der Wein ist so ziemlich das Gegenteil der schweren, satten Grauburgunder, die früher mal in Mode waren."

Und in der Tat wirkt das, was ich hier gerade mit ziemlich viel Vergnügen trinke, alles andere als schwerfällig. Große Ecken und Kanten sind nicht vorhanden, aber genug Struktur (durch ganz dezente Gerbstoffe, deren Erwähnung ich in meiner VKN vergessen habe :oops: ) gibt es schon. Dazu kommt die feine Melonennote, die ich in ihrer unaufgesetzt wirkenden Art enorm attraktiv finde - alles in allem ist das für meinen Geschmack schon ein zwar "volksnaher", aber auf jeden Fall richtig gut gemachter Vertreter seiner Sorte. So muss man Pfälzer Grauburgunder erst einmal hinbekommen!

Herzliche Grüße

Bernd
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von EThC »

...eieiei, da wird schon munter mit den 25ern angefangen und ich habe vor ein paar Wochen meinen ersten und bisher einzigen 24er aus D aufgemacht. Übrigens auch ein Pfälzer GB, der eine schöne Süße-Säure-Struktur aufwies; etwas weiter oben in diesem Faden...
Viele Grüße
Erich

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Bernd Schulz
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von Bernd Schulz »

Erich, auf mich kann ein solch blutjunger Wein in manchen Fällen einen ganz eigenen Reiz ausüben! Wobei ich grundsätzlich skeptisch bin, wenn ein Wein des neuen Jahrgangs schon Anfang März im Verkauf erscheint, aber in diesem Fall war die Skepsis unbegründet.

Herzliche Grüße

Bernd
joern_ribu
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von joern_ribu »

Bernd Schulz hat geschrieben: Mi 11. Mär 2026, 13:55 ...Wobei ich grundsätzlich skeptisch bin, wenn ein Wein des neuen Jahrgangs schon Anfang März im Verkauf erscheint...
Ich verstehe die Skepsis, die meisten so jung abgefüllten Weine sind ja auch nicht wirklich für die Langstrecke gemacht. Aber sie haben, wie Du auch sagst, ihren eigenen Reiz. Und es ist einfach ein besonderer Genuss, wenn man wie am letzten Wochenende die ersten Sonnenstunden auf einem Pfälzer Weingut mit den ersten Weinen des aktuellen Jahrgangs genießen kann. Die Jungwein-Probe bei Mosbacher jedenfalls passte hervorragend zum Frühlingsanbruch, und die präsentierten jungen Gutsweine waren in sehr guter Verfassung. MIr haben besonders der Blanc de Noirs und die Weißburgunder&Chardonnay Cuvée gefallen. Nicht nur frisch und animierend mit schöner Säure und Mineralität, sondern auch mit genügend Körper und Struktur um jenseits der Terrasse auch später im Jahr noch eine gute Figur zu machen.

Anfang März haben wohl die meisten Pfälzer Winzer ihre ersten Weine im Verkauf. Wobei in der Hinsicht den Vogel wohl ein Weingut auf dem "Forum Pfalz" abgeschossen hatte, der seinen Blanc de Noirs schon im Dezember auf der Flasche hatte. Man habe "Druck gehabt", da der Keller leer und die Kunden ungeduldig waren...

Beim Weingut Schreieck habne wir übrigens letztes Wochenende auch ganz schöne Cuvées probiert, die als "3x3 Weine" vermarktet werden (3 Winzer in der Familie, drei Weine). Weiß und rosé waren schon massentauglich mit viel Frucht und merklich Restsüße (aber immer noch im Rahmen) ausgebaut, man kann schon nachvollziehen, dass ihnen die weiße Cuvée sehr gut abgenommen wurde, auch ohne selber kaufen zu müssen. Bei der roten Cuvée aus v.a. Spätburgunder und St. Laurent sind wir dann aber schwach geworden. Leicht gekühlt zum Grillen passt der sicherlich perfekt, wenn man dazu denn unbedingt Wein trinken muss. (Ich oute mich: Bei mir gehört zum Grillen einfach ein Bier, das muss der Norddeutsche in mir sein :lol: )
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Salute - und immer einen guten Wein im Glas wünscht

Jörn
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von EThC »

Bernd Schulz hat geschrieben: Mi 11. Mär 2026, 13:55 Erich, auf mich kann ein solch blutjunger Wein in manchen Fällen einen ganz eigenen Reiz ausüben! Wobei ich grundsätzlich skeptisch bin, wenn ein Wein des neuen Jahrgangs schon Anfang März im Verkauf erscheint, aber in diesem Fall war die Skepsis unbegründet.
...ist ja beileibe nix Schlimmes, ich hab nur für mich persönlich über die Jahre festgestellt, daß > 90 % der Jungweine mir keine Freude machen, da sie in aller Regel so arg unfertig auf mich wirken. Es gibt natürlich immer mal wieder Ausnahmen, es ist sogar mal passiert, daß ein im Dezember des Erntejahres probierter Wein bei einer Händlerverkostung auf mich ziemlich animierend wirkte, aber wie gesagt Ausnahmen. Deshalb rühre ich das junge Zeuch eigentlich nicht mehr an, es sei denn ich habe es gerade erfolgreich beim Händler, Winzer etc. probieren können...
Viele Grüße
Erich

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Re: Diverse Winzer

Beitrag von amateur des vins »

EThC hat geschrieben: Do 12. Mär 2026, 19:08 Deshalb rühre ich das junge Zeuch eigentlich nicht mehr an,
Wie entscheidest Du, daß das junge Zeuch keines mehr ist und angerührt werden kann?
Besten Gruß, Karsten
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von EThC »

...das ist im Einzelfall immer so eine vage Vermutung bzw. Hoffnung, daß das Zeuch seine "Jugendsünden" hinter sich gelassen haben sollte / könnte. Riesling ist für mich z.B. meist schneller zugänglich als Silvaner, wärmere Jahre eher als kühlere, Gutsweine eher als GGe. Klappt mittlerweile mehrheitlich recht gut, manchmal war's dann doch zu früh und es kommt natürlich auch vor, daß mich ein Wein nie erreicht, egal, wann ich ihn aufmache. Also nix exakte Wissenschaft, sondern der fortlaufende Versuch eines empirischen Annäherns...
Viele Grüße
Erich

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Re: Diverse Winzer

Beitrag von Bernd Schulz »

EThC hat geschrieben: Do 12. Mär 2026, 19:08 ....ich hab nur für mich persönlich über die Jahre festgestellt, daß > 90 % der Jungweine mir keine Freude machen, da sie in aller Regel so arg unfertig auf mich wirken.
Mir geht es mit fortgeschrittenem Alter genau umgekehrt: Gerade in den letzten drei, vier Jahren habe ich die besondere Magie, die von jungen Weinen ausgehen kann, wieder zu schätzen gelernt. Der Grauburgunder aus 2025 ist natürlich in gewisser Hinsicht "unfertig" aber er zeigt für meine Begriffe jetzt eine unmittelbar anspringende Frische, die er so nach einem halben bis einem Jahr nicht mehr an den Tag legen wird. --

Bei meinem nächsten Wein von Müller-Ruprecht handelt es sich nicht um einen 25er, sondern "nur" um einen 24er ;):

Bild

Angesichts der plakativen Benamsung und der 5,6 Gramm Restzucker war ich mir zunächst unschlüssig, ob ich den Wein überhaupt bestellen soll, aber jetzt bereue ich nicht, dass ich es getan habe. Der kleine Zuckerschwanz wird von den deutlich spürbaren Gerbstoffen, die der ganzen Angelegenheit viel Struktur geben, erstaunlich gut in Schach gehalten, und die Frucht wirkt intensiv, ohne ins Kitschige abzudriften. Jenseits aller Punkte ist das ein Rosé, der mir verflixt gut schmeckt und mit 12 Umdrehungen alkoholmäßig nicht zu sehr ins Kontor schlägt - unter Umständen war es seitens des Weinguts alles andere als unklug, einen Rosé aus in der Pfalz angebautem Merlot zu keltern....

Herzliche Grüße

Bernd
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Re: Diverse Winzer

Beitrag von EThC »

...für achtfuffzich ist das richtig goil:

2021er Spätburgunder – trocken – Qw, Dollt

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Viele Grüße
Erich

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Re: Diverse Winzer

Beitrag von Bernd Schulz »

Interessante Notiz, Erich! Dollt ist mir überhaupt kein Begriff, aber vielleicht sollte ich mich mal etwas näher um diesen Erzeuger kümmern....
---
Ich vergnüge mich gerade mit dem 24er Kallstädter Annaberg Riesling Kabinett trocken von Müller-Ruprecht. Richtig gut gefallen hatte mir dieser Wein schon im Mai 2025, und auch jetzt trinke ich ihn ausgesprochen gerne:

Bild

Mit seinen 11,5% ist das für mich ein trockener Leichtwein, wie ich ihn mir aus der Pfalz öfter wünschen würde - beschwingt, ohne flach zu wirken, unaufdringlich in der Frucht, aber überhaupt nicht karg, frei von Banalität und gleichzeitig in keiner Weise anstrengend. So etwas hätte man dem Händler zu einem Preis von 8,80 eigentlich aus den Händen reißen müssen, aber erstaunlicherweise findet sich dieser Kabinett trocken immer noch im Programm von Pinard de Picard.

Die Weine, die Sabine und Philipp Wöhrwag zu sehr konsumentenfreundlichen Kursen auf die Flasche bringen, wirken mittlerweile auf mich außerordentlich gekonnt gemacht. Hut ab!

Herzliche Grüße

Bernd
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