2023 Petrolo Galatrona
Dunkles, dichtes Purpur. Intensives Bukett – erdig und würzig, mit markanter Holzwürze, leichtem Rauch und einem fast animalischen Charakter aus schwarzem Pfeffer, Brombeere und reifer Pflaume. Am Gaumen zeigt sich eine ebenso hohe Intensität mit recht hoher Säure, die für gute Frische sorgt. Das Tannin ist fest und jugendlich, in seinem Körper jedoch eher mittelstark ausgeprägt. Das Geschmacksprofil wird von dunklen Beeren, insbesondere Blaubeere, dominiert, begleitet von ledrigen Noten, dunkler Schokolade und Mokka. Insgesamt wirkt der Wein etwas forsch, was sich mit der Zeit legen dürfte. Er ist bereits sehr gut und zeigt einen kernigen, weniger eleganten Stil als klassische „Supertoskaner“.
2016 Petrolo Galatrona
Purpur mit ersten granatroten Reflexen. Ein fleischiges, erdiges, intensives Bukett – etwas Liebstöckel, florale Noten (Lavendel) und Gewürznelken, mit minimal harzigen und milchig-käsigen Nuancen. Anklänge von dunklem, leicht blutigem Fleisch und ein Hauch Animalik wirken dabei stets balanciert. Am Gaumen weich und dennoch tief, mit mittlerer, frischer Säure und abgerundetem Tannin. Der Geschmack ist dunkelfruchtig und saftig, geprägt von Brombeeren, dunkler Pflaume und erdiger roter Beete. Der lang anhaltende Abgang zeigt ledrige Noten und einen Hauch Tabak. Bei alldem bewahrt der Wein eine bemerkenswerte Eleganz.
Supertoskaner
- Dominik Mueller
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Re: Supertoskaner
2023 Tua Rita Redigaffi
Mittleres Purpur mit hellen Reflexen. Sehr offen und präsent: Floral und würzig, mit Anklängen von Hagebutte und frischer roter Frucht. Gut eingebundene Vanille; dieser Wein strahlt geradezu! Am Gaumen unglaublich weich – wahrhaft samtig und wundervoll. Während die Nase eher helltönig wirkt, zeigt sich die Frucht am Gaumen deutlich dunkler (Pflaume, Brombeere). Der Wein drückt nicht; stattdessen lädt er ein und zieht einen mit der enormen Energie seines festen Kerns in den Bann. Die mittleren Tannine sind perfekt austariert. Er präsentiert sich schon jetzt herrlich und bereitet viel Vergnügen. Saftig, anregend und makellos geschliffen – vielleicht fehlt noch die letzte Tiefe, aber dennoch: Ganz großes Kino. Ein großer Wein.
2016 Tua Rita Redigaffi
Tiefes Purpur-Lila. So duftig – ein Wein zum Innehalten. Sofort zieht er die Aufmerksamkeit mit einer großen Präsenz auf sich, ohne dabei laut zu sein. Strahlende dunkle Frucht: schwarze Johannisbeere, Blaubeere, Brombeere und etwas Himbeere; dazu floral, fein ätherisch, mit einer leichten Würze. Am Gaumen dann überraschend griffig mit noch festen, sehr adstringierenden Tanninen. Er besitzt enorm viel Rückgrat und ist wohl gerade erst dabei, sich zu entwickeln. Eleganter noch als der 23er, dabei weich mit einer schönen Balance. Sehr tief, dunkel und vielschichtig. Die dunkle Frucht bleibt frisch und saftig: Schwarzkirsche, Pflaume und Brombeere. Bisher kaum Tertiäraromen; der Wein ist noch völlig unentwickelt. Ein großer Wein, gefühlt für die Ewigkeit gebaut. Weltklasse.
Mittleres Purpur mit hellen Reflexen. Sehr offen und präsent: Floral und würzig, mit Anklängen von Hagebutte und frischer roter Frucht. Gut eingebundene Vanille; dieser Wein strahlt geradezu! Am Gaumen unglaublich weich – wahrhaft samtig und wundervoll. Während die Nase eher helltönig wirkt, zeigt sich die Frucht am Gaumen deutlich dunkler (Pflaume, Brombeere). Der Wein drückt nicht; stattdessen lädt er ein und zieht einen mit der enormen Energie seines festen Kerns in den Bann. Die mittleren Tannine sind perfekt austariert. Er präsentiert sich schon jetzt herrlich und bereitet viel Vergnügen. Saftig, anregend und makellos geschliffen – vielleicht fehlt noch die letzte Tiefe, aber dennoch: Ganz großes Kino. Ein großer Wein.
2016 Tua Rita Redigaffi
Tiefes Purpur-Lila. So duftig – ein Wein zum Innehalten. Sofort zieht er die Aufmerksamkeit mit einer großen Präsenz auf sich, ohne dabei laut zu sein. Strahlende dunkle Frucht: schwarze Johannisbeere, Blaubeere, Brombeere und etwas Himbeere; dazu floral, fein ätherisch, mit einer leichten Würze. Am Gaumen dann überraschend griffig mit noch festen, sehr adstringierenden Tanninen. Er besitzt enorm viel Rückgrat und ist wohl gerade erst dabei, sich zu entwickeln. Eleganter noch als der 23er, dabei weich mit einer schönen Balance. Sehr tief, dunkel und vielschichtig. Die dunkle Frucht bleibt frisch und saftig: Schwarzkirsche, Pflaume und Brombeere. Bisher kaum Tertiäraromen; der Wein ist noch völlig unentwickelt. Ein großer Wein, gefühlt für die Ewigkeit gebaut. Weltklasse.
- Dominik Mueller
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Re: Supertoskaner
2022 Tolaini Picconero 100% Merlot
Tiefes, elegantes Purpur. Intensives, vielschichtiges Bukett – frische Tabakblätter sowie markante, gut eingebundene Sekundäraromen von Vanille aus dem Holzausbau. Kernig und einladend mit viel roter Frucht (Erdbeere, Himbeere, Kirsche) und kräutrigen Dill-Anklängen. Am Gaumen zeigt sich der Wein sehr adstringierend und jugendlich mit präsenter Frucht und mittlerer Säure. Aromen von Kirsche, Pflaume und Erdbeere werden von etwas Lakritze flankiert; der Nachhall ist lang. Ein exzellenter Wein – man fragt sich nur, welche Komplexität erreicht worden wäre, hätte man seit 2019 nicht auf den Cabernet-Franc-Anteil verzichtet, um ihn separat in kleiner Menge auszubauen. Dennoch: Spitze.
2016 Tolaini Picconero 65% Merlot, 35% Cabernet Franc
Tiefes Purpur, ganz dezent aufhellend. Von Beginn an wunderbar; das Bukett springt förmlich aus dem Glas – intensiv und einnehmend. Blaubeerig und balsamisch, mit Noten von Holundergelee, gegrilltem Schweinefleisch und einer angenehmen Animalik, ergänzt durch schwarze Oliven und angegrillte rote Paprika. Auch das Mundgefühl überzeugt; die Tannine sind bereits abgerundet, bleiben jedoch fest und präsent. Vielschichtige dunkle Beerenfrüchte, Feigen und ein Hauch Espresso prägen den Gaumen, gestützt von einer Struktur für viele weitere Jahre. Der Nachhall ist langanhaltend und saftig. Eine wahre Freude im Glas. Exzellent.
Tiefes, elegantes Purpur. Intensives, vielschichtiges Bukett – frische Tabakblätter sowie markante, gut eingebundene Sekundäraromen von Vanille aus dem Holzausbau. Kernig und einladend mit viel roter Frucht (Erdbeere, Himbeere, Kirsche) und kräutrigen Dill-Anklängen. Am Gaumen zeigt sich der Wein sehr adstringierend und jugendlich mit präsenter Frucht und mittlerer Säure. Aromen von Kirsche, Pflaume und Erdbeere werden von etwas Lakritze flankiert; der Nachhall ist lang. Ein exzellenter Wein – man fragt sich nur, welche Komplexität erreicht worden wäre, hätte man seit 2019 nicht auf den Cabernet-Franc-Anteil verzichtet, um ihn separat in kleiner Menge auszubauen. Dennoch: Spitze.
2016 Tolaini Picconero 65% Merlot, 35% Cabernet Franc
Tiefes Purpur, ganz dezent aufhellend. Von Beginn an wunderbar; das Bukett springt förmlich aus dem Glas – intensiv und einnehmend. Blaubeerig und balsamisch, mit Noten von Holundergelee, gegrilltem Schweinefleisch und einer angenehmen Animalik, ergänzt durch schwarze Oliven und angegrillte rote Paprika. Auch das Mundgefühl überzeugt; die Tannine sind bereits abgerundet, bleiben jedoch fest und präsent. Vielschichtige dunkle Beerenfrüchte, Feigen und ein Hauch Espresso prägen den Gaumen, gestützt von einer Struktur für viele weitere Jahre. Der Nachhall ist langanhaltend und saftig. Eine wahre Freude im Glas. Exzellent.
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amateur des vins
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Re: Supertoskaner
Dominik, das sieht ganz nach einer konzertierten Aktion 22/23 vs. 16 aus.
Machst Du das so für Dich, oder war das eine Veranstaltung, wenn ich fragen darf?
Machst Du das so für Dich, oder war das eine Veranstaltung, wenn ich fragen darf?
Besten Gruß, Karsten
- Dominik Mueller
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Re: Supertoskaner
Es handelte sich hier um eine organisierte Verkostung. Ja, thematisch ist der Jahrgangsunterschied der Aufhänger und wegen 2016 für mich Grund der Teilnahme gewesen. Der wirkliche Anlass ist aber, machen wir uns nichts vor, dass sich die vier Weingüter in der Interessengemeinschaft Belle Vite zusammengeschlossen haben und ihre Weine in Deutschland vertreiben möchten. Infos findet ihr unter BelleVite.it. Dadurch hatte die Veranstaltung werblichen Charakter und es wurde viel vorgetragen.
Bei über 40 Teilnehmern war es mitunter laut, die Moderation hätte eine aktivere Rolle einnehmen können, und ich musste mich bemühen, mich ganz auf die Weine zu konzentrieren, sie entsprechend zu würdigen und meine Eindrücke für später zu Papier zu bringen.
Ich hoffe, die Notizen treffen einen ausgewogenen Ton zwischen Lob für die zweifellos sehr guten Weine auf der einen Seite und bei nüchterner Betrachtung dennoch wahrgenommenen, teilweise vermutlich auf die Jugend zurückzuführende Unstimmigkeiten auf der anderen, die ich in Anbetracht der gehobenen Preise nicht verschweigen will.
Fazit vielleicht, dass 2016 ein großes Jahr mit strukturierten Weinen in der Toskana zu sein scheint, für mich Redigaffi weit über den anderen steht, während Picconero mit 60-70 Euro attraktiv gepreist ist. Die Galatronas empfand ich vor Ort fordernd und würde sie in ruhiger Atmosphäre gerne noch einmal verkosten. Von Profis werden sie oft als elegante Merlots beschrieben, wohingegen ich bei ihnen durchaus ansprechende rustikale Elemente vorfand.
Bitte nicht vergessen, dass ich kein Profi bin, einfach nur viel Spaß am Thema habe, dazulernen möchte und gerne unterschiedliche Richtungen verkoste. Was ich schreibe, kann also nur der ehrliche Eindruck eines Amateurs sein.
Bei über 40 Teilnehmern war es mitunter laut, die Moderation hätte eine aktivere Rolle einnehmen können, und ich musste mich bemühen, mich ganz auf die Weine zu konzentrieren, sie entsprechend zu würdigen und meine Eindrücke für später zu Papier zu bringen.
Ich hoffe, die Notizen treffen einen ausgewogenen Ton zwischen Lob für die zweifellos sehr guten Weine auf der einen Seite und bei nüchterner Betrachtung dennoch wahrgenommenen, teilweise vermutlich auf die Jugend zurückzuführende Unstimmigkeiten auf der anderen, die ich in Anbetracht der gehobenen Preise nicht verschweigen will.
Fazit vielleicht, dass 2016 ein großes Jahr mit strukturierten Weinen in der Toskana zu sein scheint, für mich Redigaffi weit über den anderen steht, während Picconero mit 60-70 Euro attraktiv gepreist ist. Die Galatronas empfand ich vor Ort fordernd und würde sie in ruhiger Atmosphäre gerne noch einmal verkosten. Von Profis werden sie oft als elegante Merlots beschrieben, wohingegen ich bei ihnen durchaus ansprechende rustikale Elemente vorfand.
Bitte nicht vergessen, dass ich kein Profi bin, einfach nur viel Spaß am Thema habe, dazulernen möchte und gerne unterschiedliche Richtungen verkoste. Was ich schreibe, kann also nur der ehrliche Eindruck eines Amateurs sein.